Geschichte & Hintergrund
Amasya liegt in einer engen Schlucht des Yeşilırmak, eingeklemmt zwischen Felswänden, und war gerade deshalb über zwei Jahrtausende ein Ort der Macht. Die Könige von Pontos machten die Stadt im 3. Jahrhundert vor Christus zu ihrer Hauptstadt und liessen ihre Gräber hoch in die Felswand über dem Fluss hauen, wo sie noch heute über der Altstadt thronen. Der Geograph Strabon wurde hier um 64 vor Christus geboren und beschrieb seine Heimat als uneinnehmbar. Nach Römern, Byzantinern und Danischmenden kam Amasya unter die Seldschuken und 1392 zu den Osmanen, die der Stadt ihre zweite grosse Rolle gaben: Die Prinzen des Hauses Osman, darunter die späteren Sultane Mehmed der Eroberer, Bayezid II. und Selim der Grimmige, wurden als Gouverneure nach Amasya geschickt, um dort das Regieren zu lernen. Daher der Beiname Şehzadeler Şehri, Stadt der Prinzen. Aus dieser Zeit stammen die Medresen, die Bayezid-Moschee und die Tradition der Gelehrsamkeit. 1919 hielt sich Atatürk hier auf und verfasste das Amasya-Rundschreiben, den ersten Aufruf zum Unabhängigkeitskrieg. Die Holzhäuser am Fluss, die osmanischen Yalıboyu-Konaks, wurden in den letzten Jahrzehnten restauriert und machen Amasya heute zu einer der schönsten Kleinstädte der Türkei.