Geschichte & Hintergrund
Safranbolu verdankt seinen Namen und seinen Reichtum dem Safran, der auf den Feldern um die Stadt angebaut wurde und im Mittelalter mehr wert war als Gold. Die Stadt lag an der Karawanenroute zwischen Istanbul und dem Schwarzen Meer, und ab dem 17. Jahrhundert wurde sie zum Handelsplatz, an dem Kaufleute, Gerber, Schmiede und Sattler zu Wohlstand kamen. Das Geld floss in die Häuser: dreistöckige Konaks aus Holz und Lehmziegeln mit Innenhöfen, geschnitzten Decken, Wandschränken mit eingebauten Bädern und getrennten Trakten für Familie und Gäste. Weil die Stadt im 20. Jahrhundert wirtschaftlich stehen blieb, während die Stahlstadt Karabük nebenan wuchs, wurden die Konaks nie abgerissen. Rund 2000 historische Gebäude sind erhalten, über 800 unter Schutz. 1994 nahm die UNESCO Safranbolu als eines der besterhaltenen osmanischen Stadtbilder in die Welterbeliste auf. Die Altstadt Çarşı mit dem Cinci Han, einer Karawanserei von 1645, dem Cinci Hamam und den Werkstätten im Bazar ist seither restauriert worden. Die Bewohner sind grösstenteils geblieben, die Handwerker arbeiten noch, und der Safran wird seit einigen Jahren wieder angebaut, in kleinen Mengen, aber mit grossem Stolz.