Türkei · Roadtrip · 10 Tage

Osttürkei-Rundreise

Hochebenen auf 1'700 Metern, ein See so gross wie der Kanton Bern, armenische Kirchen, ein Palast vor dem Ararat und die Ruinen einer Hauptstadt am Grenzfluss. Die Osttürkei ist weit, leer und gastfreundlich.

Die Route, Tag für Tag

  1. Tag 1 bis 3

    Van: Frühstück, Akdamar und die Burg über der toten Stadt

    Du fliegst über Istanbul oder Ankara nach Van, insgesamt rund sieben Stunden, und übernimmst das Auto am Flughafen. Der erste Tag gehört dem Van-Frühstück: 20 bis 30 Schälchen mit Kräuterkäse, Kavut, Honig mit Rahm und Murtuğa, zwei Stunden am Tisch, danach brauchst du bis zum Abend nichts mehr. Nachmittags die Burg von Van mit den urartäischen Keilinschriften, von oben siehst du die Fläche, wo bis 1915 die Altstadt stand. Am zweiten Tag fährst du 45 Kilometer nach Gevaş und setzt am Vormittag auf die Insel Akdamar über, bevor die Busse kommen: die armenische Kreuzkirche aus dem 10. Jahrhundert mit Reliefs an den Aussenwänden, das Bild, das alle von Van kennen. Am dritten Tag die Hoşap-Burg im Süden oder die Muradiye-Wasserfälle im Norden, letztere liegen auf der Weiterfahrt. Schlafen in Van-Stadt in einem Mittelklassehotel, rund CHF 55 pro Nacht, die Stadt ist modern und lebhaft. Weiter nach Doğubayazıt: 170 Kilometer über Muradiye und Çaldıran auf der D975, zweieinhalb bis drei Stunden mit dem Wasserfallstopp.

    Touren an diesem Stopp: Akdamar-Insel und Vansee ↗Van-Frühstück und Stadtführung ↗

    Zum Reiseguide Van →
  2. Tag 4 bis 5

    Doğubayazıt: İshak-Pascha-Palast und der Ararat

    Doğubayazıt ist eine kurdische Grenzstadt mit Lastwagen Richtung Iran, Teehäusern voller Männer und einem Blick, der alles wettmacht: Der Ararat steht mit 5'137 Metern direkt hinter der Stadt, im Sommer mit Schneekappe, im Morgenlicht am klarsten. Fahr am ersten Nachmittag sechs Kilometer hinauf zum İshak-Pascha-Palast, einem Mischwerk aus osmanischer, persischer und armenischer Baukunst aus dem 18. Jahrhundert, mit Harem, Moschee und Thronsaal in honigfarbenem Stein. Bleib bis zum Sonnenuntergang, wenn der Palast rot wird und die Busse weg sind. Am zweiten Tag wiederholst du den Blick am Morgen, besuchst den Meteorkrater an der iranischen Grenze und das Noah-Arche-Gelände, beides ehrlich gesagt eher Kuriositäten als Sehenswürdigkeiten, aber die Fahrt durch die Ebene mit dem Berg im Rücken lohnt. Nachmittags Zeit für den Markt und Çay mit den Teppichhändlern. Schlafen in einem einfachen Hotel in der Stadt, rund CHF 45 pro Nacht, mehr gibt es hier nicht. Weiter nach Kars: 240 Kilometer über Iğdır und Tuzluca auf der D080 und D070, entlang der armenischen Grenze, knapp vier Stunden.

    Touren an diesem Stopp: İshak-Pascha-Palast und Ararat-Ebene ↗

    Zum Reiseguide Doğubayazıt →
  3. Tag 6 bis 8

    Kars: Ani, russische Häuser und Käse

    Kars liegt auf 1'750 Metern und sieht aus wie keine andere türkische Stadt: Die Russen haben sie zwischen 1878 und 1918 gebaut, mit breiten Strassen und Steinhäusern aus schwarzem Basalt. Du schläfst in einem dieser alten Häuser, heute Boutiquehotels, Mittelklasse rund CHF 60 pro Nacht. Der erste Nachmittag gehört der Stadt: die Burg mit Blick über die Dächer, die armenische Kirche der Apostel, heute Moschee, und abends Kars-Käse, Gans im Ofen und Honig in einem der Lokale an der Faikbey-Strasse. Der zweite Tag ist Ani: 45 Kilometer nach Osten, dann stehst du auf einer leeren Hochebene zwischen den Kathedralen, Kirchen und Mauern der armenischen Hauptstadt des 10. Jahrhunderts, direkt an der Schlucht, die heute die Grenze bildet. Nimm dir vier Stunden, Wasser und einen Hut, es gibt keinen Schatten. Am dritten Tag fährst du zum Çıldır-See, im Winter zugefroren, oder in den Wald von Sarıkamış. Weiter nach Erzurum: 205 Kilometer auf der D060 über Sarıkamış und Horasan, rund drei Stunden, oder mit dem Ostexpress in sechs Stunden, wenn du das Auto in Kars zurückgibst.

    Touren an diesem Stopp: Geisterstadt Ani mit Guide ↗Çıldır-See Ausflug ↗

    Zum Reiseguide Kars →
  4. Tag 9 bis 10

    Erzurum: Seldschuken, Cağ Kebab und Heimflug

    Erzurum liegt auf 1'900 Metern und ist die Stadt der Seldschuken: die Çifte Minareli Medrese mit den beiden gerippten Minaretten, die Yakutiye-Medrese mit dem Museum, die Ulu Camii und die Burg, alles in zwei Stunden zu Fuss zu schaffen, die Altstadt ist kompakt. Danach isst du Cağ Kebab, Lamm vom waagrechten Spiess, bestellt nach Anzahl Spiesse, ein Spiess kostet rund CHF 2, mit fünf bist du satt. Am zweiten Tag hast du die Wahl: im Winter Skifahren in Palandöken, zehn Minuten vom Zentrum, ein Tagespass kostet einen Drittel des Schweizer Preises, im Sommer die Fahrt zum Tortum-Wasserfall und ins Tal Richtung Georgien mit seinen georgischen Kirchen, 120 Kilometer eine Richtung, dafür ein ganzer Tag. Wer müde ist, bleibt in der Stadt und kauft Oltu-Stein-Schmuck, den schwarzen Bernstein der Region, im Taşhan. Schlafen in einem Mittelklassehotel im Zentrum, rund CHF 70 pro Nacht. Rückreise: Flughafen Erzurum, 15 Kilometer, Auto abgeben, Flug über Istanbul oder Ankara nach Zürich, gut sechs Stunden mit Umstieg.

    Touren an diesem Stopp: Seldschukisches Erzurum zu Fuss ↗Tortum-Wasserfall und georgische Kirchen ↗

    Zum Reiseguide Erzurum →

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Was die Route kostet

Grobe Gesamtkosten pro Person in CHF für die ganze Route, Mittelklasse, zu zweit unterwegs. Flüge und Hotels schwanken saisonal, Details stehen auf den Reiseziel-Seiten.

  • Anreise 420 CHF
  • Unterkunft 260 CHF
  • Essen 250 CHF
  • Mobilität vor Ort 400 CHF
1'330 CHF
Gesamt pro Person · 10 Tage

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Türkischer Lira (TRY). Der Kurs schwankt stark, deshalb stehen hier alle Preise in CHF. Kartenzahlung ist fast überall möglich, Bargeld brauchst du für Dolmuş, Märkte und Trinkgeld.

Mietwagen für diese Route

Mietwagen-Vergleich folgt, sobald der Partnerlink freigeschaltet ist. Bis dahin: direkt beim Vermieter oder am Zielflughafen vergleichen.

Tipps für die Route

Umgekehrt funktioniert die Route genauso: Flug nach Erzurum, Ostexpress nach Kars, dort das Auto nehmen und über Doğubayazıt nach Van fahren, Rückflug ab Van. Das lohnt sich, wenn du den Zug fahren willst, denn der Turistik Doğu Ekspresi fährt ab Ankara Richtung Kars und du steigst in Erzurum zu. Van hat zudem mehr Flüge nach Istanbul als Erzurum.

Der Ostexpress: Der normale Doğu Ekspresi fährt täglich von Ankara nach Kars und braucht 24 Stunden, Schlafwagen für zwei rund CHF 40. Die Teilstrecke Erzurum nach Kars dauert sechs Stunden und ist landschaftlich das beste Stück. Der touristische Zug mit Zwischenhalten fährt nur im Winter, ist Wochen im Voraus ausgebucht und kostet ein Vielfaches. Buch über die Bahn-App TCDD, nicht über Wiederverkäufer.

Einwegmiete zwischen Van und Erzurum oder Van und Kars kostet bei den grossen Vermietern CHF 60 bis 120 Zuschlag, die lokalen Vermieter in Van sind günstiger, aber mit älteren Autos. Nimm einen Wagen mit genug Leistung für die Pässe auf 2'000 Metern. Maut gibt es im Osten keine, Benzin kostet wie überall in der Türkei etwa Schweizer Niveau.

Die Strassen sind besser als ihr Ruf: breite, neue Landstrassen, wenig Verkehr. Dafür gibt es Militär- und Polizeikontrollen, vor allem um Doğubayazıt und entlang der iranischen Grenze. Halt an, Pass und Mietvertrag zeigen, freundlich bleiben, nach zwei Minuten fährst du weiter. Tiere auf der Strasse sind die grössere Gefahr, deshalb nie nachts fahren.

Fahre zwischen Mai und September. Im Winter liegt die Hochebene unter Schnee, Kars hat minus 20 Grad und die Pässe sind zeitweise gesperrt, dafür gibt es die berühmten Zugbilder und Skifahren in Sarıkamış und Palandöken. Auch im Juli nachts zehn Grad: Fleece, Windjacke und feste Schuhe für Ani und den Palast gehören ins Gepäck. Sonnenschutz nicht vergessen, die Höhe brennt.

Buchen musst du im Osten kaum etwas, die Hotels sind selten voll, ausser in Kars im Winter. Akdamar-Fähre, Palast und Ani zahlst du am Eingang, Ani kostet rund CHF 10. Bargeld brauchst du mehr als im Westen, für Fähre, kleine Lokale und Dorfläden, Bancomaten gibt es in jeder Stadt. Englisch ist selten, ein paar Worte Türkisch oder Kurdisch öffnen jede Tür.

Häufige Fragen zur Route Osttürkei-Rundreise

Wie viele Tage braucht man für die Osttürkei?

Zehn Tage für Van bis Erzurum mit vier Quartieren und einer Linie ohne Rückfahrt. Acht Tage gehen, wenn du Erzurum auf eine Nacht kürzt und den Tortum-Ausflug streichst. Mit zwölf Tagen hängst du Hasankeyf und Mardin im Süden an oder bleibst länger am Vansee.

Wann ist die beste Reisezeit?

Juni bis September. Dann sind die Pässe frei, die Hochebene grün und die Tage 25 Grad warm, nachts kühl. Mai hat noch Schnee auf den Almen, aber blühende Ebenen. Der Winter ist eine eigene Reise: Ostexpress im Schnee, Skifahren, minus 20 Grad in Kars, dafür nur mit Bahn und Taxi, nicht mit Mietwagen.

Mietwagen, Bus oder Zug?

Mietwagen für Van, Doğubayazıt und Ani, dort sind die Sehenswürdigkeiten 45 Kilometer von den Städten entfernt und Taxis teuer. Zwischen Kars und Erzurum ist der Zug die schönere Wahl. Wer gar nicht fahren will, nimmt Fernbusse zwischen den Städten und Tagestouren oder Taxis vor Ort, das kostet zu zweit etwa gleich viel, braucht aber zwei Tage mehr.

Was kostet die Rundreise pro Person?

Rund CHF 1'330 pro Person zu zweit in der Mittelklasse: Flug mit Umstieg 420, neun Hotelnächte 260, Essen 250, Mietwagen zehn Tage mit Benzin für 650 Kilometer und Einwegzuschlag 400. Der Osten ist die günstigste Region der Türkei, nur der Flug kostet wegen des Umstiegs mehr.

Ist die Osttürkei sicher?

Für Reisende ja. Die Region ist seit Jahren ruhig, Van, Kars und Erzurum sind normale türkische Städte mit Universitäten und Einkaufsstrassen. Du wirst Militärposten und Kontrollen sehen, vor allem an den Grenzen zu Iran und Armenien, das ist Routine. Prüf vor der Reise die Hinweise des EDA, halt dich an Hauptstrassen und fahr nicht nachts. Die Gastfreundschaft ist die herzlichste des Landes.

Gibt es eine kürzere oder längere Variante?

Kürzer: Van und Doğubayazıt in fünf Tagen mit Rückflug ab Van, oder Kars und Erzurum in fünf Tagen mit dem Ostexpress. Länger: Vor Van zwei Tage in Diyarbakır oder Mardin, dann hast du Mesopotamien und die Hochebene in zwei Wochen. Oder nach Erzurum über Artvin ans Schwarze Meer, Rückflug ab Trabzon.

Weitere Routen durch Türkei