Kamakura

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Kamakura

Was der Tag oder die Nacht in der alten Shogun-Hauptstadt am Meer wirklich kostet, wie du den Grossen Buddha vor den Bussen siehst und warum die Enoden-Bahn das eigentliche Erlebnis ist.

Foto: ofek / Pexels

Was kostet deine Reise nach Kamakura?

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3'005 CHF
≈ 1'503 CHF pro Person
  • Flüge 2'000 CHF
  • Unterkunft 500 CHF
  • Essen 400 CHF
  • Transport vor Ort 75 CHF
  • Enoden-Tagespass & Tempel-Eintritte 30 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Flüge & Hotels schwanken saisonal stark – aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Yen (JPY). 1'000 Yen sind ungefähr CHF 6. Kartenzahlung funktioniert in Städten und Hotels, kleine Lokale, Tempel und Landbahnhöfe wollen oft Bargeld. Die IC-Karte (Suica oder ICOCA) auf dem Handy zahlt Bahn, Bus und Konbini. Flugzeit: 12 bis 14 Stunden, meist mit einem Umstieg.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

WeBase Kamakura

Yuigahama, Kamakura

Modernes Hostel drei Minuten vom Strand Yuigahama, mit Schlafsälen, privaten Zimmern, Yoga-Raum und Gemeinschaftsküche. Enoden-Station Yuigahama liegt um die Ecke. Sauber, hell und für ein Hostel ungewöhnlich ruhig.

ab CHF 35 / Nacht Ansehen →

Guest House Kamejikan

Zaimokuza, Kamakura

Kleines Gästehaus in einem alten Holzhaus, wenige Schritte vom Strand Zaimokuza, mit Schlafsaal und einfachen japanischen Zimmern, Gemeinschaftsbad und Wohnküche. Eines der bestbewerteten Hostels der Stadt, entspannt und persönlich, zum Bahnhof gehst du rund 20 Minuten.

ab CHF 30 / Nacht Ansehen →

Toyoko Inn Shonan Kamakura Fujisawa-eki Kita-guchi

Fujisawa, Kanagawa

Businesshotel am Bahnhof Fujisawa, dem westlichen Ende der Enoden und JR-Knoten Richtung Tokio. Kleine saubere Zimmer, Gratisfrühstück, Preise halb so hoch wie in Kamakura selbst. Die praktische Basis für zwei Nächte an der Küste.

ab CHF 60 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Hotel Metropolitan Kamakura

Komachi, Kamakura

Das JR-Hotel von 2020 direkt am Ostausgang des Bahnhofs, am Anfang der Komachi-dori. Helle Zimmer mit Holz und Papier, ruhige Rückseite wählen. Die beste Lage der Stadt für einen frühen Start zu den Tempeln.

ab CHF 120 / Nacht Ansehen →

Kamakura Prince Hotel

Shichirigahama, Kamakura

Resort-Hotel auf einem Hügel über dem Meer mit Blick auf Enoshima und bei klarem Wetter den Fuji, Pool im Sommer. Zimmer etwas in die Jahre gekommen, die Aussicht nicht. Enoden-Station Shichirigahama in acht Minuten zu Fuss.

ab CHF 140 / Nacht Ansehen →

KAMAKURA Hotel

Onarimachi, Kamakura

Kleines, ruhiges Hotel in einer Seitenstrasse, zwei Minuten vom Westausgang des Bahnhofs Kamakura. Schlichte, gepflegte Zimmer, Komachi-dori und Tsurugaoka Hachimangu sind zu Fuss erreichbar, der Strand von Yuigahama liegt gut einen Kilometer entfernt. Praktisch für alle, die früh mit der Enoden losfahren wollen.

ab CHF 90 / Nacht Ansehen →

Luxus

Kamakura Park Hotel

Sakanoshita, Kamakura

Hotel im europäischen Stil direkt an der Küstenstrasse, mit Blick über die Sagami-Bucht und einem Restaurant mit französischer und japanischer Küche. Der Grosse Buddha ist in 15 Minuten zu Fuss erreichbar. Gross, gediegen, ruhig.

ab CHF 220 / Nacht Ansehen →

Hotel Ao Kamakura

Koshigoe, Kamakura

Kleines Designhotel in Koshigoe, nur 50 Meter vom Strand und nahe der Enoden-Station, mit Blick auf das Meer und Enoshima, Restaurant im Haus und Frühstück mit lokalem Gemüse. Ins Zentrum von Kamakura fährst du rund 15 Minuten mit der Enoden. Nur wenige Zimmer, früh buchen.

ab CHF 260 / Nacht Ansehen →

Hayama Umino Hotel

Hayama, Kanagawa

Direkt am Strand von Hayama, 20 Minuten mit dem Bus von Kamakura, Zimmer mit Meer- oder Bergblick, bei klarem Wetter mit dem Fuji gegenüber, dazu ein Gemeinschaftsbad. Hier macht die kaiserliche Familie Sommerferien. Für zwei ruhige Nächte am Meer nach Tokio.

ab CHF 240 / Nacht Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

Grosser Buddha im Kotoku-in

13 Meter Bronze unter freiem Himmel, seit 1252. Eintritt CHF 2, ab 8 Uhr geöffnet, dann bist du fast allein. Geführte Touren kombinieren den Buddha mit Hase-dera und erklären, warum die Halle 1498 verschwand.

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Hase-dera mit Aussichtsterrasse

Holz-Kannon mit elf Köpfen, Höhle, Garten und Blick über die Bucht, Eintritt CHF 2.50. Im Juni Hortensien mit Wartezeit, sonst entspannt. Morgens nach dem Buddha der logische zweite Halt.

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Enoden-Fahrt entlang der Küste

Die Strassenbahn von 1902 zwischen Kamakura und Fujisawa, am Meer entlang und durch Hinterhöfe. Tagespass CHF 5, Fensterplatz auf der Meerseite links Richtung Fujisawa. Unter der Woche fahren, an Wochenenden ist sie überfüllt.

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Daibutsu-Wanderweg ab Kita-Kamakura

Eine bis anderthalb Stunden durch den Wald, vorbei an Zeniarai Benten, wo du Geld wäschst, und Sasuke Inari mit den Fuchsfiguren. Kostenlos, einfach, nach Regen rutschig. Mit Guide hörst du dazu die Geschichten der Shogune.

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Teezeremonie oder Matcha im Hokoku-ji

Matcha mit Süssigkeit im Bambushain für CHF 4 plus CHF 2.50 Eintritt, ohne Anmeldung. Wer die Zeremonie lernen will, bucht einen Kurs in einem Teehaus der Stadt für CHF 40 bis 60 mit Erklärung auf Englisch.

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Zen-Meditation im Tempel

Engaku-ji und Kencho-ji bieten Zazen-Sitzungen für Besucher an, teils gratis, teils für CHF 5, am Wochenende früh morgens. Geführte Angebote mit englischer Einführung kosten CHF 30 bis 50 und erklären Haltung und Atmung.

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Kimono-Verleih für den Tempeltag

Rund um den Bahnhof leihst du einen Kimono oder Yukata für CHF 25 bis 45 pro Tag, Ankleiden und Frisur inklusive. In Kamakura weniger überlaufen als in Kyoto und mit Meer im Hintergrund. Flache Schuhe mitnehmen für den Rückweg.

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Enoshima: Insel, Höhlen und Leuchtturm

Treppengasse, Schrein, Sea Candle (CHF 3) und Iwaya-Höhlen (CHF 3), zwei bis drei Stunden für die Runde. Sonnenuntergang mit Fuji-Silhouette im Winter. Mit Tintenfisch-Senbei für CHF 3 auf dem Weg nach oben.

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Essen & Trinken

Kamakura isst, was aus der Sagami-Bucht kommt: Shirasu, winzige Sardellen, roh auf Reis oder knusprig getrocknet, dazu Gemüse von den Hügeln und Süsses aus Tempelzeiten. Die Komachi-dori ist für Snacks im Vorbeigehen gut, zum Essen gehst du eine Gasse weiter oder ans Meer.

Shirasu-don

Koshigoe und Enoshima, die Lokale am Hafen

Eine Schale Reis mit rohen (nama) oder blanchierten (kama-age) Babysardellen, Ingwer, Sojasauce und Ei. Mild, frisch, leicht salzig. CHF 8 bis 14, die rohe Version gibt es nur bei Fangwetter und ausserhalb der Schonzeit von Januar bis Mitte März.

Tipp:Steht «nama shirasu» auf einem Schild vor der Tür, war das Boot heute draussen.

Hato Sabure

Toshimaya, Komachi-dori

Buttergebäck in Taubenform, seit 1894 das Mitbringsel aus Kamakura, benannt nach den Tauben des Hachimangu-Schreins. Schmeckt wie ein gutes Butterbiskuit, CHF 1 pro Stück, Dose mit zehn für CHF 10.

Tipp:Im Hauptgeschäft gibt es auch die kleinen Taubenfiguren und Taschen, die es sonst nirgends gibt.

Murasaki-imo Soft-Eis

Komachi-dori, Kamakura

Softeis aus lila Süsskartoffel, nussig und nicht zu süss, das Zeichen von Kamakura an jedem Stand der Komachi-dori. CHF 3 bis 4, auch als Mischung mit Matcha.

Tipp:Am Stand essen, nicht im Gehen, in der Gasse ist das ausdrücklich unerwünscht.

Tako-Senbei

Asahi Honten, Enoshima

Ein ganzer Oktopus, zwischen zwei heissen Platten zu einem dünnen, knusprigen Fladen gepresst, so gross wie ein Teller. Salzig, meerig, CHF 3 bis 4. Die Schlange ist Teil des Erlebnisses.

Tipp:Die Variante mit Garnelen ist milder, die mit Qualle eine Mutprobe.

Kamakura-Gemüse

Rensbaba-Markt beim Bahnhof und Lokale in Kita-Kamakura

Die Hügel liefern seltene Sorten und bunte Rettiche, Karotten und Blattgemüse, die die Restaurants als Tempura, Salat oder im Shojin-Ryori, der vegetarischen Tempelküche, servieren. Ein Mittagsmenü kostet CHF 15 bis 25.

Tipp:Der kleine Bauernmarkt «Rensbaba» neben dem Bahnhof ist täglich geöffnet und zeigt dir, was gerade Saison hat.

Matcha mit Wagashi im Tempel

Teehaus im Hokoku-ji oder Jomyo-ji

Eine Schale schaumiger grüner Tee mit einer kleinen Süssigkeit im Bambushain oder in einem Teehaus mit Gartenblick. Bitter und süss zugleich, CHF 4 bis 7. Die beste Pause des Tages.

Tipp:Zuerst die Süssigkeit, dann der Tee, und die Schale vor dem Trinken leicht drehen.

Kenchin-jiru

Lokale rund um Kita-Kamakura

Eine Gemüsesuppe mit Tofu, Rettich, Karotten und Klettenwurzel, die der Überlieferung nach im Kencho-ji erfunden wurde, als ein Mönch zerfallenen Tofu rettete. Herzhaft und vegan, CHF 6 bis 9 als Set mit Reis.

Tipp:An kalten Tagen nach dem Wanderweg die richtige Wahl.

Food-Tour buchen: Kamakura

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Kamakura war von 1185 bis 1333 die Hauptstadt Japans, auch wenn der Kaiser weiter in Kyoto sass. Minamoto no Yoritomo hatte den Taira-Clan in der Seeschlacht von Dan-no-ura besiegt und liess sich 1192 zum Shogun ernennen, dem ersten Militärherrscher Japans. Als Sitz wählte er diesen Ort, weil er auf drei Seiten von Hügeln und auf der vierten vom Meer geschützt ist; die sieben Pässe, die Kiridoshi, waren die einzigen Zugänge. In dieser Zeit kam der Zen-Buddhismus aus China nach Japan und fand bei den Samurai seine Anhänger, Kencho-ji wurde 1253 als erster Zen-Tempel des Landes gegründet. Der Grosse Buddha entstand 1252 aus Bronze, seine Halle wurde 1498 von einem Tsunami weggerissen, seither sitzt er unter freiem Himmel. 1274 und 1281 schlugen die Kamakura-Herrscher mit Hilfe zweier Taifune die mongolischen Invasionsflotten zurück, der «Kamikaze», der göttliche Wind, stammt aus dieser Zeit. 1333 fiel die Stadt an die Truppen des Kaisers Go-Daigo, der letzte Regent beging mit 800 Gefolgsleuten im Tempel Tosho-ji Selbstmord, und Kamakura versank für Jahrhunderte in Bedeutungslosigkeit. Erst die Eisenbahn von 1889 machte die Küste zum Erholungsort für Tokios Schriftsteller und Politiker. Heute leben hier 170'000 Menschen, und an Wochenenden kommen fast ebenso viele Besucher.

Insider-Tipps

Anreise und Enoden: die kleine Bahn ist das Programm

Ab Tokyo Station oder Shinagawa bringt dich die JR-Yokosuka-Linie in 55 bis 60 Minuten nach Kamakura, Fahrpreis CHF 6 pro Weg, einfach mit Suica einchecken. Ab Shinjuku fährt die Shonan-Shinjuku-Linie direkt. Vor Ort brauchst du dann nur noch die Enoden, die seit 1902 zwischen Kamakura und Fujisawa durch Hinterhöfe, an Gärten vorbei und am Meer entlang zuckelt. Der Tagespass «Noriorikun» kostet CHF 5 und erlaubt beliebiges Ein- und Aussteigen; einzelne Fahrten kosten CHF 1.20 bis 2. Die wichtigen Stationen: Hase für den Grossen Buddha und Hase-dera, Kamakurakokomae für den berühmten Bahnübergang mit Meerblick, Enoshima für die Insel. Die Enoden ist an Wochenenden und zur Kirschblüte so voll, dass du oft erst den zweiten Zug nimmst, deshalb unter der Woche kommen oder früh starten. Wer Yokohama kombiniert, nimmt den Kamakura-Enoshima-Pass von JR für CHF 10. Fahrräder gibt es am Bahnhof für CHF 10 pro Tag, aber die Strassen sind eng und an Wochenenden verstopft, zu Fuss und mit der Enoden bist du gleich schnell.

Grosser Buddha und Hase-dera: die richtige Reihenfolge

Der Daibutsu im Kotoku-in ist 13,35 Meter hoch, wiegt 121 Tonnen und sitzt seit über 500 Jahren im Freien. Eintritt CHF 2, für 50 Rappen darfst du in die hohle Statue hineinsteigen, das lohnt sich für die Gusstechnik. Geöffnet ab 8 Uhr, und genau dann solltest du da sein, die Busgruppen kommen ab 10 Uhr. Danach fünf Minuten bergab zur Hase-dera (Eintritt CHF 2.50): elf Meter hohe Kannon-Statue aus Holz, Aussichtsterrasse über die Bucht, eine Höhle und im Juni über 2'000 blühende Hortensien, dann allerdings mit Wartezeit von einer Stunde. Erst dann zurück zur Enoden und ins Zentrum zu Tsurugaoka Hachimangu, dem Schrein, zu dem die breite Allee Wakamiya-oji vom Meer her führt. Die Komachi-dori daneben ist die Souvenir- und Snackgasse, nett für Soft-Eis und Senbei, aber überteuert zum Essen. Nachmittags fährst du nach Kita-Kamakura: Engaku-ji und Kencho-ji (je CHF 3) sind die grossen Zen-Tempel mit Gärten und Zeremonienhallen, ruhig und von den Reisegruppen kaum beachtet.

Übernachten: Businesshotel in Fujisawa oder Zimmer am Meer

Kamakura hat wenige Hotels und viele Besucher, das treibt die Preise an Wochenenden auf das Doppelte. Unter der Woche bekommst du ein Doppelzimmer im Mittelklassehotel am Bahnhof für CHF 90 bis 130, am Samstag kostet dasselbe Zimmer CHF 200. Die günstige Lösung ist das Businesshotel in Fujisawa, am anderen Ende der Enoden, für CHF 60 bis 80, oder ein Hostel in Kamakura für CHF 30 bis 45 pro Bett. Wer eine Nacht am Meer will, wohnt in Hase, Yuigahama oder Shichirigahama: Von dort siehst du abends den Fuji hinter Enoshima, wenn die Luft klar ist, am ehesten von November bis Februar. Ryokan im klassischen Sinn gibt es in Kamakura kaum, dafür alte Gästehäuser aus Holz, in denen du auf Futons schläfst und morgens Reis, Fisch und Misosuppe bekommst. Check-in ist auch hier ab 15 Uhr, das Gepäck lässt du für CHF 4 im Schliessfach am Bahnhof Kamakura, die grossen Fächer sind an Wochenenden bis mittags belegt, dann hilft der Gepäckschalter in der Bahnhofshalle.

Timing: Hortensien im Juni, Momiji im Dezember, Wochenenden nie

Kamakura liegt so nah an Tokio, dass die Stadt an jedem schönen Wochenende überläuft. Unter der Woche ist sie eine andere Welt, plan den Besuch auf einen Dienstag bis Donnerstag. Die Kirschblüte kommt Ende März bis Anfang April, am schönsten auf der Dankazura, der erhöhten Allee zum Hachimangu-Schrein, und im Genjiyama-Park. Im Juni blühen die Hortensien: Meigetsu-in in Kita-Kamakura und die Hase-dera sind dann die bekanntesten Orte Japans dafür, mit Einlassregelung und Wartezeiten, trotzdem lohnt es sich an einem Regentag, der Regen gehört zu den Blüten. Der Herbst kommt spät, die Ahornbäume färben sich erst Ende November bis Mitte Dezember, deutlich später als in Nikko. Der Sommer ist heiss und feucht, die Strände von Yuigahama und Zaimokuza sind von Juli bis August voll, das Wasser ist trüb und die Strandbars laut; für einen Badetag fährst du besser weiter nach Hayama oder Zushi. Im Winter ist es trocken, mild und leer, und die Fuji-Sicht vom Meer ist dann am besten.

Hokoku-ji und die Wanderwege: Kamakura ohne Menschen

Zehn Minuten mit dem Bus östlich vom Bahnhof liegt Hokoku-ji, der Bambustempel: ein kleiner Hain mit rund 2'000 Moso-Bambusstämmen, hinten ein Teehaus, in dem du für CHF 4 eine Schale Matcha mit Süssigkeit im Schatten der Halme trinkst. Eintritt CHF 2.50, nach 15 Uhr ist es ruhig. Noch besser sind die Wanderwege über die Hügel, die kaum ein Tagesgast kennt. Der Daibutsu-Wanderweg führt in 60 bis 90 Minuten von Kita-Kamakura durch den Wald zum Grossen Buddha, unterwegs der Zeniarai-Benten-Schrein in einer Felsgrotte, wo du Münzen in Quellwasser wäschst, damit sie sich vermehren, und der Sasuke-Inari-Schrein mit Hunderten kleinen Fuchsfiguren. Der Ten-en-Wanderweg verbindet Kencho-ji mit dem Zuisen-ji über den höchsten Hügel der Stadt mit Blick auf die Bucht. Beide sind einfach, aber nach Regen rutschig, Turnschuhe reichen. Du brauchst Wasser und etwas zu essen, unterwegs gibt es nichts. So sieht man, warum die Shogune diesen Ort gewählt haben: Von oben erkennst du den natürlichen Festungskessel.

Enoshima: der Abstecher, der den Tag abrundet

Die Insel Enoshima liegt am westlichen Ende der Enoden, 25 Minuten ab Kamakura, über eine 600 Meter lange Brücke mit dem Festland verbunden. Auf der Insel führt eine Treppengasse mit Läden und Tintenfisch-Ständen hinauf zum Enoshima-Schrein; wer nicht steigen will, zahlt CHF 2.20 für die Rolltreppen. Oben stehen der Leuchtturm Sea Candle (CHF 3) und ein Garten mit Blick auf die Shonan-Küste und bei klarem Wetter auf den Fuji. Auf der Rückseite der Insel liegen die Iwaya-Höhlen (CHF 3) und Felsplatten, auf denen die Einheimischen bei Ebbe nach Krabben suchen. Die ganze Runde dauert zwei bis drei Stunden. Das Essen hier ist Shirasu, winzige Sardellen, roh oder gekocht auf Reis, in der Saison von Mitte März bis Dezember. Die bessere Reihenfolge für einen Tag: morgens Kamakura mit Buddha und Hase, Mittagessen in Hase, nachmittags mit der Enoden nach Enoshima und dort den Sonnenuntergang abwarten; zurück nach Tokio fährst du dann ab Fujisawa direkt mit JR in 50 Minuten nach Shinjuku oder Shinagawa.

Häufige Fragen zu Kamakura

Reicht ein Tagesausflug ab Tokio?

Für Grossen Buddha, Hase-dera, Hachimangu-Schrein und eine Enoden-Fahrt ja, wenn du um 7.30 Uhr in Tokio losfährst. Mit Kita-Kamakura, einem Wanderweg oder Enoshima wird es eng. Eine Übernachtung lohnt sich für die ruhigen Morgenstunden und den Sonnenuntergang am Meer, und sie kostet unter der Woche nicht mehr als eine Nacht in Tokio.

Wie komme ich von Tokio nach Kamakura?

Mit der JR-Yokosuka-Linie ab Tokyo Station oder Shinagawa in rund einer Stunde für CHF 6, mit der Shonan-Shinjuku-Linie ab Shinjuku oder Shibuya etwa gleich lang. Beide fahren alle 10 bis 15 Minuten, du brauchst kein Ticket, nur die Suica. Steig in Kita-Kamakura aus, wenn du mit den Zen-Tempeln beginnen willst, sonst in Kamakura.

Was kostet der Grosse Buddha?

Der Eintritt in den Kotoku-in kostet CHF 2, der Blick ins Innere der Bronzestatue 50 Rappen. Geöffnet ist von 8 bis 17.30 Uhr, im Winter bis 17 Uhr. Es gibt keine Online-Tickets und keine Wartezeit, nur ab 10 Uhr volle Wege. Der Tempel liegt zehn Minuten zu Fuss von der Enoden-Station Hase.

Kann ich in Kamakura baden?

Ja, Yuigahama und Zaimokuza sind von Anfang Juli bis Ende August offiziell geöffnet, mit Strandhütten, Duschen und Rettungsschwimmern. Das Wasser ist aber trüb und der Sand dunkel, mit dem Mittelmeer hat das wenig zu tun. Schöner ist der Strand in Hayama oder Zushi, 15 Minuten mit dem Bus. Surfer sind ganzjährig in Shichirigahama im Wasser.

Gibt es Schliessfächer für das Gepäck?

Am Bahnhof Kamakura gibt es Schliessfächer für CHF 3 bis 5, die grossen Fächer für Koffer sind an Wochenenden oft vor 11 Uhr belegt. Es gibt zusätzlich einen Gepäckschalter in der Halle. Bei den Tempeln gibt es keine Aufbewahrung, und in der Enoden ist ein grosser Koffer eine Zumutung für alle. Wer weiterreist, lässt das Gepäck besser im Tokioter Hotel.

Ist Kamakura mit Kindern geeignet?

Sehr gut: kurze Wege, die Enoden-Bahn ist für Kinder ein Erlebnis, der Buddha ist begehbar, in Enoshima gibt es Höhlen, Rolltreppen und ein Aquarium (CHF 16 für Erwachsene). Kinderwagen sind in den Tempeln mit vielen Treppen mühsam, eine Trage ist besser. Die Wanderwege sind ab etwa sechs Jahren machbar, wenn das Kind gern draussen ist.

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