Nikko

Japan · Kantō · Reiseguide

Nikko

Was ein oder zwei Tage im Wald der Shogune wirklich kosten, wie du den Toshogu vor den Busgruppen siehst und warum die Berge hinter dem Schrein das bessere Nikko sind.

Foto: Antoine / Pexels

Was kostet deine Reise nach Nikko?

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2'935 CHF
≈ 1'468 CHF pro Person
  • Flüge 2'000 CHF
  • Unterkunft 450 CHF
  • Essen 350 CHF
  • Transport vor Ort 75 CHF
  • Nikko All Area Pass (Tobu, 4 Tage) 60 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Flüge & Hotels schwanken saisonal stark – aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Yen (JPY). 1'000 Yen sind ungefähr CHF 6. Kartenzahlung funktioniert in Städten und Hotels, kleine Lokale, Tempel und Landbahnhöfe wollen oft Bargeld. Die IC-Karte (Suica oder ICOCA) auf dem Handy zahlt Bahn, Bus und Konbini. Flugzeit: 12 bis 14 Stunden, meist mit einem Umstieg.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Nikko Park Lodge Mountain Side

Tokorono, Nikko

Holzhaus im Wald oberhalb der Tempel, geführt von einem Zen-Mönch, mit Morgenmeditation, vegetarischem Frühstück und Blick auf die Berge. Schlafsäle und einfache Zimmer mit Gemeinschaftsbad. Am Nachmittag holt dich ein kostenloser Shuttle am Bahnhof Tobu-Nikko ab.

ab CHF 35 / Nacht Ansehen →

Turtle Inn Nikko

Takumi-cho, Nikko

Pension am Fluss Daiya, fünf Minuten vom Kanmangafuchi-Abgrund und zwanzig zu Fuss vom Toshogu. Zimmer mit Tatami oder Betten, teils mit Bad, Gemeinschaftsbad mit Blick ins Grüne. Seit Jahrzehnten eine Adresse für Individualreisende.

ab CHF 60 / Nacht Ansehen →

Nikko Guesthouse Sumica

Aioi-cho, Nikko

Gästehaus in einem renovierten alten japanischen Haus, wenige Minuten von den Bahnhöfen JR und Tobu Nikko, mit Schlafsälen, Zweier- und Viererzimmern und einem Gemeinschaftsraum, in dem abends Reisende zusammensitzen. Die Gastgeber helfen gern bei Bus und Route. Einfach, herzlich und sehr gut bewertet.

ab CHF 30 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Nikko Station Hotel Classic

Aioi-cho, Nikko

Direkt gegenüber dem JR-Bahnhof, mit Zimmern im westlichen Stil und einem eigenen Onsen-Bad mit Aussenbecken. Gutes Frühstück, Bus zum Toshogu vor der Tür. Keine Überraschungen, verlässlich für eine Nacht.

ab CHF 110 / Nacht Ansehen →

Nikko Senhime Monogatari

Yasukawa-cho, Nikko

Ryokan-Hotel mit grossem Onsen-Bad, Tatami-Zimmern und Kaiseki-Halbpension, zehn Minuten zu Fuss von den Schreinen. Nicht neu, aber gepflegt und mit herzlichem Service. Ein guter erster Ryokan für den fairen Preis.

ab CHF 150 / Nacht Ansehen →

Fairfield by Marriott Tochigi Nikko

Imaichi, Nikko

Neues Hotel von 2021 an einer Raststätte in Imaichi, 15 Minuten mit Bahn oder Auto vom Toshogu, ideal für Mietwagenreisende auf dem Weg nach Tohoku. Moderne Zimmer, kein Restaurant, dafür der Bauernmarkt nebenan.

ab CHF 100 / Nacht Ansehen →

Luxus

Nikko Kanaya Hotel

Kamihatsuishi-machi, Nikko

Das älteste westliche Hotel Japans, seit 1873, mit Holzverandas, Schnitzereien, Speisesaal mit Kronleuchtern und dem berühmten «Hundertjahre-Curry». Fünf Minuten zur Shinkyo-Brücke. Nimm ein Zimmer im Hauptgebäude, die sind die Reise wert.

ab CHF 200 / Nacht Ansehen →

KAI Nikko

Chuzenji-See, Nikko

Hoshino Resorts am Ufer des Chuzenji-Sees, alle Zimmer mit Seeblick, Onsen mit Aussenbecken, Kaiseki mit Yuba und lokalem Fluss-Fisch, abends Vorführung traditioneller Kunst. Halbpension inklusive, der Preis ist pro Zimmer für zwei.

ab CHF 450 / Nacht Ansehen →

The Ritz-Carlton, Nikko

Chuzenji-See, Nikko

Seit 2020 am Nordufer des Sees, 94 grosse Zimmer mit Holz, Papier und Seeblick, eigenes Onsen, Restaurants mit Blick auf den Nantai. Das ruhigste Luxushotel Kantos, nachts hörst du nur das Wasser. Entsprechend teuer.

ab CHF 750 / Nacht Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

Toshogu-Schrein mit Guide

Die 5'000 Schnitzereien erzählen Geschichten, die du ohne Erklärung übersiehst: die drei Affen als Erziehungslehre, die schlafende Katze als Friedenssymbol. Eintritt CHF 10, Führungen ab CHF 40. Um 8 Uhr beginnen, dann hast du zwei ruhige Stunden.

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Kegon-Fälle und Chuzenji-See

97 Meter Wasserfall, Aufzug zur unteren Plattform für CHF 3.50, Bus ab Nikko 50 Minuten für CHF 7 oder im All Area Pass. Tagestouren ab Tokio kombinieren Schreine und See für CHF 90 bis 130, bequem, aber im Herbst mit Stau.

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Taiyuin, das Mausoleum des Enkels

Absichtlich etwas kleiner als der Toshogu, dafür im Zedernwald und ohne Gedränge. Eintritt CHF 3.50 oder im Kombiticket mit Rinno-ji. Die Tore mit den Wächterfiguren gehören zu den schönsten der Anlage.

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Kanmangafuchi-Abgrund und Jizo-Statuen

Spaziergang am Fluss Daiya zu 70 steinernen Jizo mit roten Mützen, gratis, 20 Minuten von der Shinkyo-Brücke. Zusammen mit der kaiserlichen Villa Tamozawa (CHF 3.50) ein ruhiger Nachmittag abseits der Gruppen.

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Senjogahara-Hochmoor

Zweistündige Wanderung auf Holzstegen durch ein Moor auf 1'400 Metern zwischen Chuzenji-See und Yumoto, mit Blick auf den Nantai. Bus ab Nikko im All Area Pass. Im Juni Wollgras, im Oktober goldbraun, kostenlos.

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Onsen-Bad in Yumoto

Milchig-schwefelige Quellen auf 1'500 Metern, das Tagesbad in einem Ryokan kostet CHF 5 bis 10, im Dorf gibt es eine Quelle, an der du die Füsse gratis badest. Nach der Moorwanderung der richtige Abschluss.

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Yuba-Kochkurs oder Verkostung

Tofu-Haut ist die Spezialität Nikkos, seit Mönche sie als Eiweissquelle nutzten. In Workshops ziehst du sie selbst aus der heissen Sojamilch, für CHF 25 bis 50 mit Mittagessen. Weniger spektakulär als Sushi, aber typischer für den Ort.

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Edo Wonderland Nikko

Ein nachgebautes Edo-Dorf mit Ninja-Shows, Samurai-Verkleidung und Handwerkern, bei Kinugawa Onsen. Eintritt CHF 36, mit Kindern ein halber Tag, ohne Kinder verzichtbar. Bus ab Kinugawa Onsen im All Area Pass.

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Essen & Trinken

Nikkos Küche kommt aus dem Kloster: Yuba, die Haut der Sojamilch, haben Mönche hier seit Jahrhunderten als Fleischersatz verfeinert, dazu Soba aus dem Bergland, Süsswasserfisch und Süsses aus roten Bohnen. Das ist leise Küche, und sie passt zu den Zedern.

Yuba-Ryori

Restaurants entlang der Hauptstrasse zwischen Shinkyo-Brücke und Bahnhof

Tofu-Haut in allen Formen: roh mit Sojasauce, frittiert, als Rolle in Dashi, als Sashimi. Nussig, zart, überraschend sättigend. Ein Yuba-Menü mit acht Tellern kostet CHF 15 bis 30, ein Yuba-Donburi mittags CHF 8 bis 12.

Tipp:Nikko-Yuba ist doppelt gefaltet und dicker als die Kyoto-Variante, das ist der Stolz der Stadt.

Yuba-Manju

Stände an der Hauptstrasse nahe der Shinkyo-Brücke

Frittierter Teigball aus Yuba und Süsskartoffel um süsse rote Bohnenpaste, aussen knusprig, innen weich, mit etwas Salz bestreut. CHF 1.50 pro Stück, heiss aus dem Öl am Strassenstand.

Tipp:Es gibt eine Bank daneben, im Gehen essen gilt auch hier als unhöflich.

Nikko-Yokan

Traditionsläden an der Hauptstrasse, mehrere seit über 100 Jahren

Fester Gelee-Riegel aus roten Bohnen, Zucker und Agar, in Nikko seit der Edo-Zeit mit dem weichen Bergwasser gekocht, weniger süss als anderswo. Ein Riegel kostet CHF 4 bis 8 und hält sich wochenlang, das beste Mitbringsel.

Tipp:Die «mizu yokan», die wässrige Sommerversion, wird gekühlt serviert und ist nur kurz haltbar.

Hundertjahre-Curry

Nikko Kanaya Hotel, Speisesaal

Das Rezept des Kanaya Hotels von 1920, wiederentdeckt und seit 2003 wieder auf der Karte: dunkles, mildes Curry im Stil der westlichen Hotelküche der Meiji-Zeit, mit Rind oder Wild. CHF 15 bis 20 mit Reis, im Speisesaal mit Kronleuchtern.

Tipp:Mittags ohne Reservation möglich, du brauchst kein Zimmer dafür.

Soba

Soba-Häuser rund um die Shinkyo-Brücke und am Chuzenji-See

Buchweizennudeln aus dem Bergland um Nikko, kalt mit Dip oder heiss mit Yuba in der Brühe, CHF 6 bis 10. Die kleinen Häuser servieren am Ende das Kochwasser, das du in die restliche Sauce giesst und trinkst.

Tipp:Viele schliessen, sobald die Tagesportion aus ist, oft schon um 14 Uhr.

Tochiotome-Erdbeeren

Bauernmarkt an der Raststätte Nikko in Imaichi, Konbini in der Saison

Die Präfektur Tochigi ist Japans grösster Erdbeerproduzent, die Sorte Tochiotome ist gross, süss und von Dezember bis Mai in Saison. Eine Schale kostet CHF 3 bis 5, Erdbeer-Daifuku mit Bohnenpaste CHF 2.50.

Tipp:Erdbeerpflücken auf Farmen rund um Imaichi kostet CHF 10 bis 15 für 30 Minuten mit so viel du schaffst.

Food-Tour buchen: Nikko

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Nikko war schon ein heiliger Berg, bevor es ein Schrein wurde: 766 gründete der Mönch Shodo Shonin hier den ersten Tempel, nachdem er der Legende nach auf zwei Schlangen den Fluss Daiya überquert hatte, dort steht heute die rote Shinkyo-Brücke. Berühmt wurde der Ort aber durch einen Toten. Tokugawa Ieyasu, der Gründer des Shogunats, starb 1616 und liess sich hier als Gottheit Tosho Daigongen beisetzen, als Schutzgeist, der von Norden über Edo wacht. Sein Enkel Iemitsu baute das bescheidene Grab ab 1634 zum Toshogu aus, mit 15'000 Handwerkern, 2,5 Millionen Blattgoldstücken und über 5'000 Schnitzereien, darunter die drei Affen und die schlafende Katze. Das Ganze dauerte nur 17 Monate und widersprach bewusst der Schlichtheit des Zen: Hier sollte Macht sichtbar sein. Die Daimyo des ganzen Landes mussten Pilgerfahrten unternehmen, und die 37 Kilometer lange Zedernallee, die sie säumt, pflanzte ein einzelner Gefolgsmann, Matsudaira Masatsuna, über zwanzig Jahre. Iemitsu selbst liegt im Taiyuin daneben, absichtlich etwas kleiner als sein Grossvater. Die Meiji-Zeit trennte Schreine und Tempel, die Anlage blieb. Ab 1870 entdeckten westliche Diplomaten den Chuzenji-See als Sommerfrische, das Kanaya Hotel öffnete 1873 als erstes westliches Hotel Japans. Seit 1999 sind die Schreine und Tempel UNESCO-Welterbe.

Insider-Tipps

Anreise: Tobu ab Asakusa und der richtige Pass

Zwei Wege führen von Tokio nach Nikko. Die private Tobu-Bahn ab Asakusa ist die günstige und direkte: Der Limited Express Revaty oder Spacia braucht knapp zwei Stunden bis Tobu-Nikko und kostet CHF 17 bis 20 mit Platzreservierung, der langsamere Schnellzug mit Umstieg in Minami-Kurihashi CHF 8 bis 10 in zweieinhalb Stunden. Tobu verkauft dazu Pässe für Ausländer: der Nikko World Heritage Area Pass (2 Tage, CHF 13) deckt die Hin- und Rückfahrt ab Asakusa plus die Busse im Schreinbereich, der Nikko All Area Pass (4 Tage, CHF 25 bis 29 je nach Saison) zusätzlich die Busse zum Chuzenji-See, Yumoto Onsen und Kinugawa. Der Aufpreis für den Limited Express kommt bei beiden dazu. Wer einen Japan Rail Pass hat, fährt mit dem Shinkansen bis Utsunomiya und der JR-Nikko-Linie weiter, gut 100 Minuten, ohne Pass CHF 33 pro Weg, das lohnt sich nicht. Vor Ort sind die Busse von Tobu das einzige Verkehrsmittel: vom Bahnhof zum Toshogu CHF 2 oder 30 Minuten zu Fuss bergauf, zum Chuzenji-See 50 Minuten für CHF 7 pro Weg. Im Herbst steht der Bus auf der Irohazaka-Passstrasse im Stau, dann früh fahren.

Toshogu: um 8 Uhr oder nach 15 Uhr, nie dazwischen

Der Toshogu öffnet um 8 Uhr (November bis März um 9 Uhr), und die erste Stunde gehört dir und ein paar Pilgern. Ab 10 Uhr kommen die Busse aus Tokio, und vor der schlafenden Katze und den drei Affen stehst du dann Schlange. Eintritt CHF 10, für das Schatzhaus kommt CHF 6 dazu, das ist verzichtbar. Nimm dir zwei Stunden: Die Yomeimon, das «Tor, an dem man bis zum Abend steht», die Schnitzereien der Stallung mit den Affen, die 207 Stufen hinauf zum schlichten Grab von Ieyasu und die Halle mit dem weinenden Drachen, wo ein Mönch mit Klanghölzern das Echo vorführt. Danach gehst du fünf Minuten weiter zum Taiyuin (CHF 3.50), dem Mausoleum von Iemitsu: fast dieselbe Pracht, ein Zehntel der Besucher, und die Lage im Zedernwald ist schöner. Dazwischen liegen der Futarasan-Schrein (gratis, der älteste Teil der Anlage) und der Rinno-ji mit den drei goldenen Buddhas. Ein Kombiticket für Rinno-ji und Taiyuin kostet CHF 5.50. Wer alle vier sieht, ist um 13 Uhr durch und fährt dann in die Berge, während die Gruppen sich noch durch den Toshogu schieben.

Kegon-Fälle, Chuzenji-See und Yumoto: das obere Nikko

Der Bus klettert über die Irohazaka, eine Passstrasse mit 48 Haarnadelkurven, von 600 auf 1'270 Meter zum Chuzenji-See, der vor 20'000 Jahren entstand, als der Vulkan Nantai den Fluss blockierte. Das Wasser verlässt den See über die Kegon-Fälle, 97 Meter senkrecht in eine Schlucht. Von oben siehst du sie gratis, der Aufzug zur Plattform am Fuss kostet CHF 3.50 und lohnt sich, dort steht man im Sprühnebel vor der ganzen Wand. Im Winter friert ein Teil der Fälle zu blauen Säulen. Am See liegen die ehemaligen Sommervillen der italienischen und britischen Botschaft, heute Museen mit Seeterrasse für CHF 2 bis 3, und ein Café, in dem du mit Blick aufs Wasser Tee trinkst. Eine Stunde weiter oben, auf 1'500 Metern, liegt Yumoto Onsen, ein kleines Dorf mit schwefelhaltigen Quellen, Ryokan und dem Senjogahara-Hochmoor dazwischen, durch das ein zweistündiger Holzsteg führt, einer der schönsten einfachen Wanderwege Kantos. Die Rundfahrt mit dem All Area Pass dauert einen vollen Tag. Das Wetter oben ist fünf bis acht Grad kälter als in Nikko, eine Jacke gehört auch im Juli ins Gepäck.

Übernachten: Gästehaus, altes Hotel oder Ryokan am See

Nikko hat drei Zonen zum Schlafen. Rund um die Bahnhöfe und entlang der Hauptstrasse zum Toshogu liegen Gästehäuser und kleine Hotels für CHF 30 bis 50 pro Bett im Hostel und CHF 80 bis 130 im Doppelzimmer; von hier gehst du morgens zu Fuss zum Schrein, das ist das wichtigste Argument. Zweitens das Kanaya Hotel, das älteste westliche Hotel Japans, mit Holzveranden, Speisesaal von 1935 und Zimmern, in denen schon Einstein und Helen Keller schliefen, ab CHF 180. Drittens die Ryokan am Chuzenji-See und in Yumoto Onsen mit Halbpension, Kaiseki am Abend und Onsen-Bad, ab CHF 150 pro Person inklusive zwei Mahlzeiten bis CHF 500 bei Hoshino Resorts und Ritz-Carlton. Kinugawa Onsen, 30 Minuten östlich mit Tobu, hat grosse Thermalhotels aus den 1970ern zu Kampfpreisen (CHF 90 bis 140 für zwei mit Halbpension), die Bausubstanz ist entsprechend. Die ehrliche Empfehlung: eine Nacht in Nikko selbst nahe dem Schrein, bei Zeit und Budget eine zweite oben am See. Im Herbst und an Wochenenden ist alles Wochen vorher ausgebucht, unter der Woche im Mai oder Juni bekommst du auch kurzfristig etwas.

Timing: Momiji im Oktober, Schnee im Februar, Golden Week nie

Nikko liegt hoch, deshalb ist alles früher als in Tokio. Die Herbstfärbung beginnt Anfang Oktober in Yumoto, erreicht Mitte bis Ende Oktober den Chuzenji-See und die Irohazaka und kommt erst Anfang bis Mitte November in den Schreinen an. Das ist die schönste und die vollste Zeit: Am Wochenende staut sich der Verkehr auf der Passstrasse stundenlang, der Bus braucht dann drei statt einer Stunde. Lösung: unter der Woche, vor 8 Uhr hinauffahren, nachmittags zurück. Die Kirschblüte kommt Mitte April, der Mai bringt frisches Grün und Azaleen am See, der Juni Regen und Nebel, der dem Zedernwald allerdings gut steht. Juli und August sind oben am See angenehm kühl, während Tokio brütet, der Senjogahara ist dann grün und voller Blumen. Der Winter ist trocken und klar, die Schreine liegen oft unter Schnee, die Kegon-Fälle frieren teilweise zu, und die Hotels kosten die Hälfte; die Busse zum See fahren weiter, aber mit Winterreifen und manchmal Verspätung. Die Golden Week Ende April bis Anfang Mai ist zu meiden wie überall in Japan. Die grossen Feste: Yayoi Matsuri am 16. und 17. April, die Prozession der tausend Samurai am 18. Mai und 17. Oktober.

Kanmangafuchi und die Zedernallee: Nikko zu Fuss

Zwanzig Minuten westlich der Shinkyo-Brücke, am Fluss Daiya entlang, liegt der Kanmangafuchi-Abgrund, eine Schlucht aus Lavagestein, an deren Weg rund 70 steinerne Jizo-Statuen mit roten Mützen und Lätzchen sitzen. Die Legende sagt, man zähle hin und zurück nie dieselbe Zahl. Es kostet nichts, ist auch im Herbst ruhig und zusammen mit dem Weg entlang des Flusses der schönste Spaziergang in Nikko. Auf dem Rückweg kommst du am Nikko-Tamozawa-Villa vorbei, der ehemaligen kaiserlichen Sommerresidenz mit 106 Räumen (CHF 3.50), einem der grössten Holzbauten Japans, fast immer leer. Wer Zeit hat, fährt mit dem Bus zum Abschnitt der Zedernallee bei Imaichi: 13'000 Bäume, bis zu 350 Jahre alt, auf 37 Kilometern, der längste Baumtunnel der Welt. Ein kurzer Abschnitt reicht, um die Dimension zu spüren. Und ein Tipp für den Abend: Nikko schläft nach 20 Uhr, die Restaurants schliessen früh, deshalb solltest du das Abendessen bis 18.30 Uhr begonnen haben oder im Hotel vorbestellen, sonst bleibt der Konbini an der Hauptstrasse.

Häufige Fragen zu Nikko

Geht Nikko als Tagesausflug ab Tokio?

Ja, wenn du um 7 Uhr in Asakusa losfährst und dich auf Toshogu, Taiyuin und Shinkyo-Brücke beschränkst, zurück bist du gegen 19 Uhr. Für Kegon-Fälle und Chuzenji-See reicht der Tag nicht, es sei denn, du lässt die Schreine fast weg. Eine Übernachtung kostet unter der Woche ab CHF 80 und verdoppelt das Erlebnis.

Welcher Pass lohnt sich?

Der Nikko World Heritage Area Pass (CHF 13, 2 Tage) für den reinen Schreinbesuch, der All Area Pass (CHF 25 bis 29, 4 Tage) sobald du zum See fährst, allein die Busfahrt hinauf und zurück kostet CHF 14. Beide gibt es nur für ausländische Besucher am Tobu-Schalter in Asakusa oder online. Der Limited-Express-Zuschlag von CHF 9 bis 11 kommt jeweils dazu.

Was kostet der Toshogu?

Der Eintritt kostet CHF 10 für Erwachsene, mit dem Schatzhaus CHF 16. Für Rinno-ji und Taiyuin gibt es ein Kombiticket für CHF 5.50, der Futarasan-Schrein ist gratis, die Shinkyo-Brücke kostet CHF 2, wenn du darüberlaufen willst, von der Strasse siehst du sie umsonst. Rechne für alle Anlagen mit CHF 20 pro Person und drei bis vier Stunden.

Kann ich das Gepäck irgendwo lassen?

An beiden Bahnhöfen gibt es Schliessfächer für CHF 3 bis 5, auch in Koffergrösse, im Herbst sind sie bis 10 Uhr belegt. Die Tobu-Touristeninformation am Bahnhof nimmt Gepäck gegen Gebühr an. Wer am See übernachtet, lässt den grossen Koffer besser im Tokioter Hotel oder schickt ihn per Takkyubin für CHF 12 bis 18 voraus nach Kyoto.

Wie kalt wird es in Nikko?

Die Stadt liegt auf 600 Metern, der See auf 1'270, Yumoto auf 1'500. Rechne mit fünf bis acht Grad weniger als in Tokio, oben am See auch im Juli selten über 22 Grad. Von Dezember bis März liegt oben Schnee, unten in den Schreinen manchmal. Im Herbst morgens eine warme Jacke, im Winter Mütze und festes Schuhwerk, die Stufen zum Grab vereisen.

Lohnt sich Kinugawa Onsen als Ergänzung?

Für ein Bad ja, für eine Nacht nur bedingt. Kinugawa war in den 1970ern ein Massenziel, viele Betonhotels stehen heute leer, die Flussschlucht ist trotzdem schön. Die verbliebenen Häuser sind günstig und haben gute Bäder. Schöner und teurer sind Yumoto Onsen oben am See oder ein Tag im Onsen eines Hotels in Nikko für CHF 6 bis 10.

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