Geschichte & Hintergrund
Nikko war schon ein heiliger Berg, bevor es ein Schrein wurde: 766 gründete der Mönch Shodo Shonin hier den ersten Tempel, nachdem er der Legende nach auf zwei Schlangen den Fluss Daiya überquert hatte, dort steht heute die rote Shinkyo-Brücke. Berühmt wurde der Ort aber durch einen Toten. Tokugawa Ieyasu, der Gründer des Shogunats, starb 1616 und liess sich hier als Gottheit Tosho Daigongen beisetzen, als Schutzgeist, der von Norden über Edo wacht. Sein Enkel Iemitsu baute das bescheidene Grab ab 1634 zum Toshogu aus, mit 15'000 Handwerkern, 2,5 Millionen Blattgoldstücken und über 5'000 Schnitzereien, darunter die drei Affen und die schlafende Katze. Das Ganze dauerte nur 17 Monate und widersprach bewusst der Schlichtheit des Zen: Hier sollte Macht sichtbar sein. Die Daimyo des ganzen Landes mussten Pilgerfahrten unternehmen, und die 37 Kilometer lange Zedernallee, die sie säumt, pflanzte ein einzelner Gefolgsmann, Matsudaira Masatsuna, über zwanzig Jahre. Iemitsu selbst liegt im Taiyuin daneben, absichtlich etwas kleiner als sein Grossvater. Die Meiji-Zeit trennte Schreine und Tempel, die Anlage blieb. Ab 1870 entdeckten westliche Diplomaten den Chuzenji-See als Sommerfrische, das Kanaya Hotel öffnete 1873 als erstes westliches Hotel Japans. Seit 1999 sind die Schreine und Tempel UNESCO-Welterbe.