Hakone

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Hakone

Was eine Ryokan-Nacht mit Onsen und Kaiseki wirklich kostet, wie der Hakone Free Pass funktioniert und an welchen Tagen du den Fuji über dem Ashi-See tatsächlich siehst.

Foto: Reinaldo Simoes / Pexels

Was kostet deine Reise nach Hakone?

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3'374 CHF
≈ 1'687 CHF pro Person
  • Flüge 2'000 CHF
  • Unterkunft 800 CHF
  • Essen 400 CHF
  • Transport vor Ort 100 CHF
  • Hakone Free Pass (2 Tage, ab Shinjuku) 74 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Flüge & Hotels schwanken saisonal stark – aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Yen (JPY). 1'000 Yen sind ungefähr CHF 6. Kartenzahlung funktioniert in Städten und Hotels, kleine Lokale, Tempel und Landbahnhöfe wollen oft Bargeld. Die IC-Karte (Suica oder ICOCA) auf dem Handy zahlt Bahn, Bus und Konbini. Flugzeit: 12 bis 14 Stunden, meist mit einem Umstieg.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

K's House Hostels - Hakone Yumoto Onsen

Hakone-Yumoto, Hakone

Onsen-Hostel in einem alten Ryokan am Fluss, 15 Minuten zu Fuss vom Bahnhof Hakone-Yumoto, mit Gemeinschaftsküche, Tatami-Zimmern und zwei Thermalbädern, die du auch privat reservieren kannst. Die günstigste Art, Hakone mit Onsen zu erleben.

ab CHF 40 / Nacht Ansehen →

Onsen Guesthouse HAKONE TENT

Gora, Hakone

Hostel mit Bar in einem umgebauten Ryokan direkt an der Tozan-Bahnstation Gora, mit eigenem Onsen aus der Quelle, Schlafsälen und Doppelzimmern. Jung, freundlich, abends voll mit Reisenden aus aller Welt. Ideal als Basis für die Rundtour.

ab CHF 40 / Nacht Ansehen →

Emblem Flow Hakone

Gora, Hakone

Modernes Hostel mit Restaurant und Bar, Schlafsälen und privaten Zimmern, eine Minute vom Bahnhof Gora, mit eigenem Onsen-Bad. Heisst vor Ort inzwischen WPU Hotel Hakone. Sauber und gut organisiert, Tagesbad für Durchreisende ebenfalls möglich.

ab CHF 45 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Yumoto Fujiya Hotel

Hakone-Yumoto, Hakone

Grosses Hotel am Fluss, drei Minuten vom Bahnhof Hakone-Yumoto, westliche und japanische Zimmer, Onsen mit Aussenbecken und ein Frühstücksbuffet. Nicht das historische Fujiya in Miyanoshita, sondern dessen praktisches Schwesterhaus für die erste Nacht.

ab CHF 170 / Nacht Ansehen →

Mount View Hakone

Sengokuhara, Hakone

Ryokan mit milchig-weissem Onsen aus der Owakudani-Quelle, Tatami-Zimmern, Kaiseki-Halbpension und einem privat mietbaren Aussenbad, in ruhiger Lage nahe den Pampasgras-Wiesen und dem Pola-Museum. Ein guter erster Ryokan zum fairen Preis.

ab CHF 260 / Nacht inkl. Halbpension Ansehen →

Hakone Kowakien Tenyu

Kowakudani, Hakone

Grosses, modernes Onsen-Hotel von 2017 mit einem Infinity-Aussenbad über dem Tal, Buffet- oder Kaiseki-Abendessen und Shuttlebus zur Bahn. Weniger intim als ein kleiner Ryokan, dafür mit Kindern und für Onsen-Einsteiger unkompliziert.

ab CHF 300 / Nacht inkl. Halbpension Ansehen →

Luxus

Gora Kadan

Gora, Hakone

Die ehemalige Sommerresidenz einer kaiserlichen Familie, heute der bekannteste Ryokan Hakones: Zimmer mit Zedernholz-Bädern, Kaiseki auf höchstem Niveau, Pool und Onsen im Garten, Service, der jeden Wunsch vorwegnimmt. Für die eine Nacht, die man nicht vergisst.

ab CHF 900 / Nacht inkl. Halbpension Ansehen →

Fujiya Hotel

Miyanoshita, Hakone

Das Grandhotel von 1878, 2020 aufwendig restauriert: Holzbauten mit Pagodendächern, Speisesaal mit bemalter Decke, Onsen und ein Garten am Hang. Hier übernachteten Chaplin, Einstein und John Lennon. Westliche Betten, japanische Atmosphäre.

ab CHF 380 / Nacht Ansehen →

KAI Hakone

Yumoto, Hakone

Hoshino Resorts am Fluss Sukumo, etwas oberhalb von Hakone-Yumoto, mit grossem Onsen zum Wald hin, Kaiseki mit Meeresfrüchten aus der Sagami-Bucht und einer Ausstellung zur Holzeinlegearbeit Yosegi. Modern interpretierter Ryokan mit perfektem Ablauf.

ab CHF 550 / Nacht inkl. Halbpension Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

Hakone Free Pass und Rundtour

Zahnradbahn, Standseilbahn, Seilbahn, Piratenschiff und Busse für zwei Tage ab Shinjuku, CHF 37. Als E-Ticket vorab kaufen und am zweiten Tag früh starten, dann stehst du nicht an. Das ist die Grundlage für alles Weitere.

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Hakone Open-Air Museum

Skulpturen von Moore, Miró und Rodin auf einer Wiese mit Bergblick, ein Picasso-Pavillon und ein Fussbad aus heissem Quellwasser für müde Beine. Eintritt CHF 12, mit Free Pass CHF 10. Direkt an der Tozan-Bahnstation Chokoku-no-mori.

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Owakudani: Schwefeltal und schwarze Eier

Dampfende Erde, Schwefelgeruch und in der Quelle schwarz gekochte Eier, vier Stück für CHF 3. Mit der Seilbahn im Free Pass erreichbar, bei Vulkanalarm gesperrt. Der Naturlehrpfad braucht eine Voranmeldung, der Aussichtspunkt nicht.

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Hakone-Schrein mit dem Torii im See

Rotes Tor im Wasser, Zedernallee zum Schrein, gratis. Für das Foto im Torii wartest du 30 bis 60 Minuten, der Blick daneben ist derselbe. Morgens vor 9 Uhr mit Fuji dahinter ist es der beste Ort am See.

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Alte Tokaido und Amazake-Teehaus

Zwei Stunden auf Edo-zeitlichem Steinpflaster durch den Zedernwald von Moto-Hakone nach Hatajuku, mit Pause im 400 Jahre alten Teehaus für Amazake und Mochi, CHF 2.50. Kostenlos, kaum besucht, nach Regen rutschig.

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Pola-Kunstmuseum

Monet, Renoir, Picasso und japanische Moderne in einem Glasbau im Wald von Sengokuhara, mit Waldspazierweg zwischen Skulpturen. Eintritt CHF 11, Bus ab Gora im Free Pass. Das beste Regenprogramm in Hakone.

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Tagesbad im Onsen Tenzan

Das schönste öffentliche Bad in Hakone-Yumoto, mit mehreren Aussenbecken aus Stein und Holz am Hang, CHF 9, keine Reservation, keine Tattoos. Shuttlebus ab Bahnhof. Für alle, die ohne Ryokan-Nacht ins heisse Wasser wollen.

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Yosegi-Holzeinlegearbeit Workshop

Hakones Handwerk: Muster aus verschiedenfarbigen Hölzern, die zu Schatullen mit Geheimmechanismus werden. In Hatajuku baust du in einer Stunde einen Untersetzer für CHF 10 bis 20. Die Trickboxen im Laden sind das beste Mitbringsel.

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Tagestour Fuji und Hakone ab Tokio

Busausflüge für CHF 90 bis 140 verbinden die 5. Station am Fuji mit Ashi-See und Seilbahn. Bequem für Leute mit wenig Zeit, aber ohne Onsen und abhängig vom Wetter. Mit dem Free Pass machst du den Hakone-Teil selbst für ein Drittel.

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Essen & Trinken

In Hakone isst du im Ryokan: Kaiseki am Abend, das Frühstück mit gegrilltem Fisch und Tofu am Morgen. Dazwischen gibt es die Spezialitäten der Region: schwarze Eier aus dem Schwefeltal, Soba mit Bergwasser, Fischpaste aus Odawara und Reiskuchen aus Yumoto.

Kaiseki im Ryokan

Im gebuchten Ryokan, zur festen Zeit um 18 oder 18.30 Uhr

Acht bis zwölf kleine Gänge nach Jahreszeit: Sashimi aus der Sagami-Bucht, Tempura, gedämpftes Gemüse, ein Hotpot, Reis, eingelegtes Gemüse, Frucht. Jeder Teller ist komponiert, gegessen wird im Yukata. In der Halbpension enthalten, einzeln CHF 80 bis 150.

Tipp:Sag Allergien und Abneigungen bei der Buchung, am Abend selbst ist es zu spät zum Ändern.

Kuro-tamago

Owakudani, am Ausstieg der Seilbahn

Eier, in der Schwefelquelle von Owakudani gekocht, bis die Schale schwarz ist, innen normal, mit leichtem Mineralgeschmack. Vier Stück für CHF 3 mit Salz, jedes soll sieben Jahre Leben schenken.

Tipp:Noch warm essen, kalt sind sie nur schwarze Eier.

Hakone-Soba

Hatsuhana Soba, Hakone-Yumoto

Buchweizennudeln mit dem weichen Bergwasser der Caldera, kalt mit Dip oder heiss mit Bergkräutern und Ente, CHF 8 bis 14. Hatsuhana an der Brücke in Yumoto serviert seit 1934 Soba mit geriebener Bergyamswurzel, mittags mit Schlange.

Tipp:Vor 11.30 Uhr kommen oder gegen 14 Uhr, dazwischen wartest du 30 Minuten.

Yumochi

Chimoto, Hakone-Yumoto

Weicher Reiskuchen mit Yuzu-Aroma und Stückchen von Yokan, in Bambusblatt gewickelt, so zart, dass er auf der Zunge zergeht. CHF 2 pro Stück, Schachtel für CHF 10, die Spezialität von Hakone-Yumoto seit über 70 Jahren.

Tipp:Hält nur zwei Tage, also für den Zug kaufen und nicht als Mitbringsel.

Kamaboko

Suzuhiro Kamaboko, Odawara und Läden in Hakone-Yumoto

Fischpaste, gedämpft auf einem Holzbrett, fest und leicht süsslich, die Spezialität von Odawara seit der Edo-Zeit. Als Scheiben mit Wasabi und Sojasauce oder gegrillt auf dem Spiess, CHF 2 bis 4 pro Portion, ein ganzes Brett CHF 8 bis 15.

Tipp:Bei Suzuhiro kannst du im «Kamaboko-Dorf» selbst formen und dämpfen, CHF 10 mit Anmeldung.

Onsen-Manju

Einkaufsstrasse Hakone-Yumoto

Dampfbrötchen mit süsser Bohnenpaste, dunkel durch braunen Zucker, in jedem Onsen-Ort Japans zu Hause, in Yumoto noch warm aus dem Dampfgarer. CHF 1 pro Stück, Schachtel mit zehn CHF 10.

Tipp:Auf dem Weg zum Ryokan kaufen, sie passen zum grünen Tee, der im Zimmer auf dich wartet.

Amazake und gegrillte Mochi

Amazake-Chaya, alte Tokaido zwischen Moto-Hakone und Hatajuku

Warmes, süsses Getränk aus fermentiertem Reis ohne Alkohol, dazu Mochi vom Holzkohlegrill mit Sojasauce oder Bohnenpaste, zusammen CHF 5. Serviert im Teehaus an der alten Tokaido mit Reetdach und offenem Feuer wie vor 400 Jahren.

Tipp:Mit dem Bus erreichbar, wenn du nicht wandern willst, Haltestelle Amazake-Chaya.

Food-Tour buchen: Hakone

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Hakone ist die Caldera eines Vulkans, der vor rund 3'000 Jahren zuletzt gross ausbrach und dabei den Ashi-See und das dampfende Owakudani-Tal schuf. Für Reisende war der Ort über Jahrhunderte vor allem ein Hindernis: Die Tokaido, die Strasse zwischen Kyoto und Edo, musste hier über den Pass, und die Tokugawa-Shogune errichteten 1619 am See die Kontrollstation Hakone Sekisho, an der jeder Reisende durchsucht wurde. Besonders streng achtete man auf «hereinkommende Gewehre und hinausgehende Frauen», denn die Ehefrauen der Daimyo lebten als Geiseln in Edo und sollten nicht fliehen. Die Zedernallee am See und der Steinpflasterweg der alten Tokaido stammen aus dieser Zeit. Die heissen Quellen nutzten die Menschen schon lange, die «sieben Quellen von Hakone» waren in der Edo-Zeit ein Kurziel für Samurai und Kaufleute aus Edo. Mit der Meiji-Zeit kamen die Ausländer: 1878 eröffnete das Fujiya Hotel in Miyanoshita als eines der ersten westlichen Hotels Japans, Chaplin und Lennon stiegen hier ab. 1919 folgte die Hakone Tozan-Bahn, die steilste Adhäsionsbahn Japans, gebaut nach dem Vorbild der Berninabahn, mit der sie bis heute eine Partnerschaft pflegt. Die Seilbahn kam 1959, das Freilichtmuseum 1969, und 2015 schloss eine Phase vulkanischer Aktivität das Owakudani-Tal für Monate. Heute kommen 20 Millionen Besucher im Jahr, die meisten aus Tokio für eine Nacht.

Insider-Tipps

Hakone Free Pass: wie die Rundtour funktioniert

Der Hakone Free Pass von Odakyu ist einer der wenigen Pässe in Japan, die sich fast immer lohnen. Die 2-Tage-Version ab Shinjuku kostet CHF 37, die 3-Tage-Version CHF 40, sie deckt die Hin- und Rückfahrt mit dem Regionalzug ab Shinjuku (90 Minuten bis Odawara, dann weiter) und alles vor Ort ab: die Tozan-Bahn, die Standseilbahn, die Seilbahn, das Piratenschiff auf dem Ashi-See und die Busse, dazu Rabatte in Museen. Der Romancecar, der Panoramazug, der in 85 Minuten direkt nach Hakone-Yumoto fährt, kostet CHF 7 Zuschlag pro Weg mit Platzreservierung, und das ist gut angelegt. Die klassische Runde geht gegen den Uhrzeigersinn: ab Hakone-Yumoto mit der Tozan-Bahn über drei Spitzkehren nach Gora (40 Minuten), Standseilbahn nach Sounzan, Seilbahn über das dampfende Owakudani nach Togendai am See, Schiff nach Moto-Hakone oder Hakone-machi, Bus zurück nach Yumoto. Ohne Halt dauert das drei Stunden, mit Freilichtmuseum, Owakudani und Schrein einen vollen Tag. Ab 10 Uhr stehst du an jeder Station 20 bis 40 Minuten an, besonders am Wochenende. Wer im Ryokan übernachtet, macht die Runde am zweiten Morgen ab 9 Uhr, dann ist sie halb so voll. Bei starkem Wind steht die Seilbahn still, dann fahren Ersatzbusse.

Ryokan: was die Nacht kostet und worauf du achten musst

Ein Ryokan in Hakone kostet für zwei Personen mit Abendessen und Frühstück zwischen CHF 250 und 400 in der Mittelklasse, CHF 500 bis 900 in den besten Häusern wie Gora Kadan oder Hakone Ginyu. Das klingt viel, aber das Kaiseki-Abendessen mit acht bis zwölf Gängen würde einzeln CHF 80 bis 150 pro Person kosten, und das Onsen ist inklusive. Worauf du achten musst: Der Preis auf Booking ist oft pro Zimmer für zwei, manchmal aber pro Person, lies das Kleingedruckte. «Mit Mahlzeiten» ist das, was du willst, ohne Essen verpasst du die Hälfte. Zimmer mit privatem Aussenbad («open-air bath in room») kosten CHF 100 bis 200 mehr und lohnen sich für Paare und für alle mit Tattoos, die in Gemeinschaftsbädern oft nicht erwünscht sind. Das Abendessen beginnt um 18 oder 18.30 Uhr, Check-in ab 15 Uhr, davor hat keiner Zeit für dich. Die Lage: Gora ist zentral an der Rundtour, Miyanoshita hat die alten Grandhotels, Sengokuhara ist ruhig mit Museen und Pampasgras-Wiesen, Hakone-Yumoto am Bahnhof ist praktisch und am lautesten, der Ashi-See ist schön und am Abend abgeschnitten. Für CHF 120 bis 180 bekommst du ein Hotelzimmer mit Onsen ohne Abendessen, das reicht, wenn das Budget knapp ist.

Fuji-Sicht: die ehrliche Wahrscheinlichkeit

Der Fuji ist 30 Kilometer vom Ashi-See entfernt und an rund 40 Prozent der Tage sichtbar, im Sommer deutlich seltener, von November bis Februar an den meisten Morgen. Die beste Chance hast du zwischen 7 und 10 Uhr, danach ziehen fast immer Wolken auf. Das heisst: Wer am Nachmittag ankommt und am nächsten Morgen die Runde beginnt, sieht den Berg eher als der Tagesgast, der mittags am See steht. Die klassischen Blickpunkte sind das rote Torii des Hakone-Schreins im Wasser bei Moto-Hakone (dort stehst du für das Foto 30 bis 60 Minuten Schlange, der Blick von der Uferpromenade 50 Meter weiter ist derselbe ohne Warten), die Seilbahnfahrt zwischen Owakudani und Togendai und das Deck des Schiffs. Prüf die Live-Webcam am Morgen, bevor du für den Fuji einen Umweg machst. Und wenn er sich nicht zeigt: Das Freilichtmuseum (Hakone Open-Air Museum, CHF 12), der Pola-Kunstmuseum in Sengokuhara mit Monet und Picasso (CHF 11) und das Venezianische Glasmuseum sind gute Regenprogramme. Das Schwefeltal Owakudani mit den schwarzen Eiern (CHF 3 für vier Stück, jedes verlängert angeblich das Leben um sieben Jahre) ist bei jedem Wetter eindrücklich, aber bei Vulkanalarm gesperrt.

Kostenfallen und was du nicht brauchst

Die erste Falle ist das Gepäck: Mit zwei Koffern in die Tozan-Bahn und die Seilbahn ist eine Qual. Schick das grosse Gepäck per Takkyubin vom Tokioter Hotel direkt ins nächste Ziel (CHF 12 bis 18 pro Koffer, Lieferung am Folgetag) oder nutz den Gepäckdienst am Bahnhof Hakone-Yumoto, der Koffer für CHF 6 ins Ryokan bringt, wenn du sie vor 12.30 Uhr abgibst. Zweitens das Essen unterwegs: In Owakudani und an den Schiffsanlegern zahlst du für mittelmässiges Curry CHF 12, besser isst du in Hakone-Yumoto oder Gora oder nimmst ein Bento aus dem Depachika in Shinjuku mit. Drittens private Transfers und Fuji-Tagestouren ab Tokio für CHF 120 bis 180: Mit dem Free Pass machst du dasselbe für ein Viertel. Viertens Taxis: Hakone ist weitläufig, eine Fahrt von Yumoto nach Sengokuhara kostet CHF 30, die Busse im Pass fahren alle 15 bis 20 Minuten. Fünftens das Owakudani-Ei als Mitbringsel, es hält zwei Tage. Was dagegen sinnvoll ist: ein Tagesbad in einem Onsen-Haus wie Tenzan in Yumoto für CHF 9, wenn du nicht im Ryokan schläfst, und ein Mittagessen im Fujiya Hotel, um das Haus ohne Übernachtung zu sehen.

Timing: Pampasgras im Oktober, Momiji im November, Ferien nie

Hakone ist das Wochenendziel von 37 Millionen Tokiotern, also gilt: unter der Woche kommen. Ein Dienstag im Mai oder Juni und ein Mittwoch im November sind der Unterschied zwischen entspannt und Massenabfertigung. Die Kirschblüte kommt Anfang bis Mitte April, eine Woche nach Tokio, am schönsten am Ashi-See und entlang der Tozan-Bahn. Juni und Juli sind Regenzeit, dann blühen 10'000 Hortensien entlang der Bahnstrecke, die abends beleuchtet werden; Nebel in der Seilbahn gehört in dieser Zeit dazu. Der Sommer ist drei bis vier Grad kühler als Tokio, aber feucht, und der Fuji ist fast nie zu sehen. Ab Ende September wird das Pampasgras in Sengokuhara golden, ein Hügel voller silberner Halme, bis Anfang November. Die Herbstfärbung erreicht Hakone Anfang bis Ende November, früher am See, später in Yumoto. Dezember bis Februar ist trocken, klar und mit der besten Fuji-Sicht, die Ryokan kosten weniger, und im Onsen zu sitzen, während es draussen null Grad hat, ist der Grund, warum es Ryokan gibt. Zu meiden: Golden Week, Obon Mitte August, Neujahr vom 29. Dezember bis 3. Januar und jedes Wochenende im November, da sind die Ryokan Monate im Voraus ausgebucht und doppelt so teuer.

Alte Tokaido und Hakone-Yumoto: zu Fuss statt im Stau

Zwischen Moto-Hakone und Hatajuku führt der alte Tokaido-Weg über sein originales Steinpflaster aus der Edo-Zeit durch den Zedernwald, zwei Stunden bergauf, kostenlos und fast leer. Unterwegs liegt das Amazake-Chaya, ein Teehaus mit Reetdach, das seit 400 Jahren Reisende mit Amazake, einem süssen, warmen Reisgetränk ohne Alkohol für CHF 2.50, und gegrillten Mochi versorgt. Zurück nimmst du den Bus. Am See selbst ist die Kontrollstation Hakone Sekisho rekonstruiert (CHF 3), mit der Zedernallee daneben, auf der du eine halbe Stunde unter 400 Jahre alten Bäumen gehst, während die Busse auf der Strasse stehen. Hakone-Yumoto, wo alle ankommen und die meisten gleich weiterfahren, hat eine Einkaufsstrasse mit Kamaboko-Fischpaste, eingelegtem Gemüse und dem Yumochi, einem weichen Reiskuchen, und am Fluss Haya mehrere Tagesbäder. Wer einen zweiten Tag hat, fährt mit dem Bus nach Odawara (20 Minuten): Die rekonstruierte Burg (CHF 3) und der Fischmarkt am Hafen sind ein guter Abschluss, bevor der Shinkansen von Odawara dich in 35 Minuten nach Tokio oder in zwei Stunden nach Kyoto bringt, dann brauchst du den Rückweg nach Shinjuku gar nicht.

Häufige Fragen zu Hakone

Reicht ein Tagesausflug von Tokio nach Hakone?

Für die Rundtour mit Bahn, Seilbahn und Schiff ja, wenn du um 7 Uhr in Shinjuku startest. Du verpasst dann aber das, wofür Hakone steht: das Onsen am Abend, das Kaiseki und den Fuji am frühen Morgen, der sich mittags meist versteckt. Eine Nacht im Ryokan mit Halbpension ab CHF 250 für zwei ist der bessere Plan, und der Free Pass gilt ohnehin zwei Tage.

Wo kaufe ich den Hakone Free Pass?

Am Odakyu-Schalter im Bahnhof Shinjuku (Westausgang, Sightseeing Service Center), online über Odakyu oder als E-Ticket aufs Handy, auch bei GetYourGuide. Die 2-Tage-Version kostet CHF 37, die 3-Tage-Version CHF 40, Kinder die Hälfte. Wer schon in Odawara ist, kauft die günstigere Version ohne Anreise für CHF 30. Der Romancecar-Zuschlag wird separat gelöst.

Darf ich mit Tattoos ins Onsen?

In Gemeinschaftsbädern der meisten Ryokan und Tagesbäder offiziell nicht, kleine Tattoos werden mit Pflaster toleriert, grosse nicht. Die Lösung ist ein Zimmer mit privatem Aussenbad oder ein mietbares Familienbad («kashikiri»), das viele Häuser für CHF 15 bis 30 pro 45 Minuten anbieten. Frag bei der Buchung, die Antworten sind ehrlich.

Was kostet eine Nacht im Ryokan?

Mittelklasse mit Abendessen und Frühstück für zwei: CHF 250 bis 400. Einfache Häuser und Onsen-Hostels ab CHF 150 für zwei mit Mahlzeiten oder CHF 40 pro Bett ohne. Die Spitzenhäuser kosten CHF 600 bis 1'200. Unter der Woche und von Dezember bis Februar liegen die Preise 20 bis 40 Prozent tiefer als am Wochenende im Herbst.

Wie wahrscheinlich sehe ich den Fuji?

An etwa vier von zehn Tagen, im Winter deutlich öfter, im Sommer selten. Morgens zwischen 7 und 10 Uhr ist die Chance am grössten, am Nachmittag kommen Wolken. Prüf am Morgen die Webcams vom Ashi-See. Wer den Berg unbedingt sehen will, plant zusätzlich einen Tag an den Fuji-Fünf-Seen, dort steht er direkt vor dir.

Kann ich von Hakone direkt nach Kyoto weiterreisen?

Ja, und das ist die sinnvollste Route. Mit dem Bus oder der Tozan-Bahn nach Odawara, dort hält der Shinkansen Hikari oder Kodama, in gut zwei Stunden bist du in Kyoto für CHF 75. Der Nozomi hält nicht in Odawara. Das Gepäck lässt du per Takkyubin vom Tokioter Hotel direkt nach Kyoto schicken, dann reist du mit Tagesrucksack.

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