Tokio

Japan · Kantō · Reiseguide

Tokio

Was eine Woche in der grössten Stadt der Welt wirklich kostet, in welchem Viertel du wohnen solltest und wie du dich mit Suica, Metro und Konbini bewegst wie jemand, der hier lebt.

Foto: Ruiz . / Pexels

Was kostet deine Reise nach Tokio?

Schieb die Werte auf deine Reise zurecht – der Rechner aktualisiert live (CHF).

3'150 CHF
≈ 1'575 CHF pro Person
  • Flüge 2'000 CHF
  • Unterkunft 550 CHF
  • Essen 450 CHF
  • Transport vor Ort 60 CHF
  • Skytree & teamLab (Tickets) 90 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Flüge & Hotels schwanken saisonal stark – aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Yen (JPY). 1'000 Yen sind ungefähr CHF 6. Kartenzahlung funktioniert in Städten und Hotels, kleine Lokale, Tempel und Landbahnhöfe wollen oft Bargeld. Die IC-Karte (Suica oder ICOCA) auf dem Handy zahlt Bahn, Bus und Konbini. Flugzeit: 12 bis 14 Stunden, meist mit einem Umstieg.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

nine hours Shinjuku-North

Shinjuku, Tokio

Das Kapselhotel in schön: schwarz-weisses Design, saubere Duschen, ruhige Schlafkapseln mit Vorhang. Fünf Minuten vom Bahnhof Shin-Okubo und zehn zu Fuss nach Shinjuku. Für eine bis zwei Nächte ein Erlebnis, danach willst du ein Zimmer.

ab CHF 35 / Nacht Ansehen →

UNPLAN Kagurazaka

Kagurazaka, Tokio

Eines der besten Hostels der Stadt, mit Café im Erdgeschoss und privaten Doppelzimmern neben den Schlafsälen. Kagurazaka ist ruhig, hat Gassen, Tempel und gute Bistros und liegt mit der Metro zehn Minuten von Shinjuku entfernt.

ab CHF 40 / Nacht Ansehen →

Toyoko Inn Tokyo Shinagawa-eki Takanawa-guchi

Shinagawa, Tokio

Klassisches Businesshotel der grössten japanischen Kette, zwei Minuten vom Bahnhof Shinagawa mit Shinkansen und Direktzug nach Haneda. Kleine, saubere Zimmer, einfaches Gratisfrühstück. Ideal für die erste und letzte Nacht.

ab CHF 65 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Hotel Gracery Shinjuku

Kabukicho, Shinjuku, Tokio

Das Hotel mit dem Godzilla-Kopf auf dem Dach, mitten in Kabukicho und fünf Minuten vom Bahnhof. Zimmer ab dem 8. Stock, gut schallisoliert, moderne Bäder. Laut draussen, ruhig drinnen. Für alle, die Shinjuku als Basis wollen.

ab CHF 120 / Nacht Ansehen →

Mitsui Garden Hotel Ginza Premier

Ginza, Tokio

Zimmer ab dem 16. Stock mit Blick auf Tokyo Tower oder die Bucht, Lobby mit Panoramafenster. Tsukiji ist zehn Minuten zu Fuss entfernt, Ginza vor der Tür. Für die Lage und Aussicht ein sehr fairer Preis.

ab CHF 150 / Nacht Ansehen →

Dormy Inn Premium Shibuya Jingumae

Jingumae, Shibuya, Tokio

Dormy Inn mit dem üblichen Paket: Onsen-Bad auf dem Dach, Gratis-Ramen am Abend, gutes Frühstück. Liegt zwischen Shibuya und Harajuku in einer ruhigen Wohnstrasse. Zimmer klein, aber mit allem, was du brauchst.

ab CHF 130 / Nacht Ansehen →

Luxus

The Okura Tokyo

Toranomon, Minato, Tokio

Das legendäre Okura von 1962, 2019 neu gebaut und mit der originalen Lobby im japanischen Modernismus wiedereröffnet. Grosse Zimmer, ruhige Lage neben der amerikanischen Botschaft, Garten, exzellente Restaurants. Das klassische Tokio-Grandhotel.

ab CHF 450 / Nacht Ansehen →

Andaz Tokyo Toranomon Hills

Toranomon, Minato, Tokio

Hyatts Lifestyle-Marke in den obersten Stockwerken eines 52-stöckigen Turms, Rooftop-Bar mit Blick auf Tokyo Tower, Zimmer mit japanischen Materialien und Badewanne am Fenster. Weniger steif als die klassischen Luxushotels.

ab CHF 400 / Nacht Ansehen →

Aman Tokyo

Otemachi, Tokio

Zimmer ab 70 Quadratmetern in den obersten sechs Stockwerken des Otemachi Tower, eine 30 Meter hohe Lobby aus Washi-Papier und Stein, Pool mit Blick auf den Kaiserpalast. Das teuerste Stadthotel Japans, und man versteht, warum.

ab CHF 1'100 / Nacht Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

Tsukiji-Aussenmarkt mit Frühstück

Der beste Morgen in Tokio: Tamagoyaki, gegrillte Jakobsmuscheln, Thunfisch-Sushi an Ständen und Tresen. Vor 9 Uhr kommen, mit Bargeld, und nicht im Gehen essen, das gilt als unhöflich. Geführte Touren erklären, was du isst, und kosten CHF 60 bis 90 inklusive Proben.

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teamLab Planets in Toyosu

Digitale Kunst, durch die du barfuss und teils knietief im Wasser gehst. Tickets CHF 24 bis 28, nur online und oft Wochen im Voraus ausverkauft. Morgens um 9 oder abends nach 19 Uhr ist es am leersten. Zwei Stunden einplanen.

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Shibuya Sky bei Sonnenuntergang

Offene Dachterrasse 230 Meter über der Kreuzung, bei klarem Wetter mit Fuji. Tickets CHF 15 bis 18, online buchen, die Sonnenuntergangsslots sind drei Wochen vorher weg. Stativ und Taschen müssen ins Schliessfach.

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Tokyo Skytree

Mit 634 Metern der höchste Turm der Welt, die untere Plattform auf 350 Metern reicht völlig. Eintritt CHF 13 bis 19, online günstiger als vor Ort. Am besten eine Stunde vor Sonnenuntergang hoch und den Übergang in die Nacht abwarten.

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Senso-ji und Asakusa zu Fuss

Tokios ältester Tempel mit dem roten Kaminarimon-Tor und der Nakamise-Gasse. Eintritt frei, am schönsten vor 8 Uhr oder nach 20 Uhr beleuchtet. Geführte Spaziergänge kombinieren Asakusa mit dem Fluss und Kappabashi, der Strasse der Küchenläden.

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Sumo-Training oder Turnier

Im Januar, Mai und September finden in Ryogoku die Turniere statt, Tickets ab CHF 25 und online gefragt. Ausserhalb der Turniere kannst du ein Morgentraining in einem Sumo-Stall besuchen, in Stille, ab CHF 70 mit Guide, der die Regeln erklärt.

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Kochkurs: Ramen, Sushi oder Wagashi

Ein Nachmittag bei einer Familie oder in einer Kochschule, für CHF 60 bis 110 lernst du Ramen-Brühe, Sushi-Reis oder japanische Süssigkeiten. Eines der besten Mitbringsel, weil du es zu Hause wiederholen kannst.

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Go-Kart durch Shibuya und Shinjuku

Im Kostüm auf echten Strassen durch die Stadt, zwei Stunden ab CHF 70. Du brauchst zwingend einen internationalen Führerschein nach dem Abkommen von 1949, den du vor der Reise in der Schweiz beantragst. Ohne ihn wirst du abgewiesen.

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Tagesausflug Fuji und Hakone

Bustouren ab Shinjuku für CHF 90 bis 140 kombinieren die 5. Station am Fuji, den Ashi-See und die Seilbahn. Bequem, aber nur mit klarer Wetterprognose sinnvoll. Wer Zeit hat, fährt lieber selbst mit dem Hakone Free Pass.

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Essen & Trinken

Tokio hat mehr Restaurants als jede andere Stadt der Welt, und das Erstaunliche ist nicht die Spitze, sondern die Breite: Der Ramen-Laden um die Ecke, der Soba-Stand im Bahnhof und das Konbini-Sandwich sind alle gut. Du isst hier für CHF 6 besser als in Zürich für CHF 30, wenn du dorthin gehst, wo die Schlange aus Japanern besteht.

Sushi am Tsukiji-Aussenmarkt

Tsukiji-Aussenmarkt, Chuo

Nigiri mit Thunfisch, Seeigel und Garnelen, direkt neben den Händlern, die den Fisch morgens kauften. Ein Set mit zehn Stück kostet CHF 20 bis 35, einzelne Stücke an den Ständen CHF 2 bis 5.

Tipp:Vor 9 Uhr kommen und Bargeld mitnehmen, viele Stände nehmen keine Karte.

Ramen

Ichiran Shibuya oder Afuri Ebisu

Shoyu-Ramen mit klarer Sojabrühe ist der Tokio-Stil, dazu Tonkotsu, Miso und Tsukemen zum Dippen. Eine Schale kostet CHF 6 bis 9, bestellt wird am Automaten vor dem Eingang, gegessen in zehn Minuten.

Tipp:Bei Ichiran sitzt du in einer Einzelkabine, bei Afuri gibt es die leichte Yuzu-Brühe, beide sind rund um die Uhr oder bis spät geöffnet.

Yakitori

Omoide Yokocho, Shinjuku

Hühnerspiesse über Holzkohle, vom Schenkel bis zur Haut und Knorpel, CHF 1.20 bis 2.50 pro Spiess, dazu ein Bier für CHF 4. In den Gassen unter den Bahngleisen sitzt du Schulter an Schulter mit Angestellten nach Feierabend.

Tipp:Rechne mit einer Sitzgebühr von CHF 3 bis 5 pro Person und bleib nicht länger als eine Stunde, die Plätze sind knapp.

Tonkatsu

Maisen, Aoyama

Paniertes Schweinekotelett, aussen knusprig, innen saftig, mit Krautsalat, Reis und Misosuppe. Ein Menü kostet CHF 10 bis 20, und der Unterschied zwischen billigem und gutem Fleisch ist hier gross.

Tipp:Maisen liegt in einem alten Badehaus, mittags gibt es ein günstigeres Set als abends.

Monjayaki

Monja-Strasse, Tsukishima

Tokios Antwort auf Okonomiyaki: ein flüssiger Teig mit Kohl, Meeresfrüchten und Käse, den du selbst auf der Tischplatte brätst und mit kleinen Spachteln isst. CHF 8 bis 12 pro Portion, sieht seltsam aus und schmeckt gut.

Tipp:Die Kellner zeigen dir beim ersten Mal, wie es geht, einfach fragen.

Soba im Stehen

Kanda Matsuya oder Stehbars in jedem grösseren Bahnhof

Buchweizennudeln in heisser Dashi-Brühe mit Tempura-Krümeln oder kalt mit Dip, in drei Minuten am Stehtresen, für CHF 3 bis 5. Das Mittagessen der Pendler und das günstigste gute Essen der Stadt.

Tipp:Schlürfen ist erlaubt und erwünscht, es kühlt die Nudeln und zeigt, dass es schmeckt.

Depachika-Bento

Depachika im Isetan Shinjuku

Die Lebensmittelabteilungen im Untergeschoss der Kaufhäuser verkaufen Bentos, Sushi, Salate und Patisserie auf Sterneniveau. Ein Bento kostet CHF 8 bis 15, ab 19 Uhr mit 30 bis 50 Prozent Rabatt.

Tipp:Essen darfst du dort nicht, nimm es mit in den Shinjuku Gyoen oder aufs Hotelzimmer.

Konbini-Frühstück

7-Eleven, Lawson oder FamilyMart, an jeder Ecke

Onigiri mit Lachs oder Umeboshi für CHF 1, Eiersandwich für CHF 1.50, heisser Kaffee für CHF 0.70, dazu Joghurt und Obst. Die Qualität ist konstant hoch, die Auswahl wechselt wöchentlich.

Tipp:Das Personal wärmt dir Bentos auf Wunsch in der Mikrowelle, einfach nicken, wenn gefragt wird.

Food-Tour buchen: Tokio

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Tokio hiess bis 1868 Edo und war ein Fischerdorf an einer sumpfigen Bucht, bis Tokugawa Ieyasu es 1590 als Sitz wählte und 1603 von hier aus als Shogun ganz Japan regierte. Innerhalb eines Jahrhunderts wuchs Edo zur grössten Stadt der Welt mit über einer Million Einwohnern, während der Kaiser machtlos in Kyoto sass. Die Daimyo, die Lehnsfürsten, mussten jedes zweite Jahr in Edo residieren, und ihre Residenzen, Händler, Handwerker und Vergnügungsviertel prägten den Grundriss, den du heute noch in Vierteln wie Asakusa, Nihonbashi und Yanaka erkennst. 1868 stürzte die Meiji-Restauration das Shogunat, der Kaiser zog in die Burg von Edo, und die Stadt wurde zu Tokio, der «östlichen Hauptstadt». Zweimal wurde sie fast vollständig zerstört: 1923 durch das Grosse Kanto-Erdbeben mit über 100'000 Toten und 1945 durch die amerikanischen Brandbomben. Beides erklärt, warum Tokio kaum alte Bausubstanz hat und warum die Stadt so entspannt mit dem Abreissen und Neubauen umgeht. Die Olympischen Spiele 1964 brachten den ersten Shinkansen und die Stadtautobahnen, die Blasenjahre der 1980er die Hochhäuser von Shinjuku, die Spiele 2021 die neuen Türme an der Bucht. Heute leben im Grossraum rund 37 Millionen Menschen, und trotzdem funktioniert die Stadt leiser und pünktlicher als Zürich.

Insider-Tipps

Anreise und Suica: so bewegst du dich wie ein Local

Haneda liegt mitten in der Stadt, Narita 60 Kilometer draussen. Wenn du die Wahl hast, nimm Haneda: Mit der Keikyu-Bahn bist du in 15 Minuten für CHF 2 in Shinagawa, mit dem Monorail in 20 Minuten für CHF 3 in Hamamatsucho. Ab Narita kostet der Narita Express CHF 18 und dauert eine Stunde, der Keisei Skyliner CHF 16 bis Ueno. Taxis vom Flughafen kosten CHF 60 bis 120 und lohnen sich nur zu viert mit viel Gepäck. Das wichtigste Werkzeug in Tokio ist die Suica: Lade sie als Mobile Suica in Apple Wallet (geht mit Schweizer Kreditkarte, Android-Handys aus Europa unterstützen sie nicht, dann kaufst du eine Welcome Suica am Flughafen). Damit zahlst du Metro, JR, Busse, Konbini, Getränkeautomaten und Schliessfächer, ohne je ein Ticket zu lösen. Eine Fahrt kostet CHF 1.10 bis 2, pro Tag kommst du selten über CHF 10. Das Tokyo Subway Ticket (72 Stunden für CHF 9, nur für Ausländer) lohnt sich, wenn du täglich mehr als vier Mal Metro fährst, gilt aber nicht in JR-Zügen wie der Yamanote-Linie. Die Rush Hour zwischen 7.30 und 9 Uhr meidest du am besten ganz.

Viertel und Businesshotel: wo du wohnst und was es kostet

Tokio hat kein Zentrum, sondern ein Dutzend. Für den ersten Besuch wohnst du an der Yamanote-Ringlinie, dann ist alles in 30 Minuten erreichbar. Shinjuku ist die praktischste Wahl: grösster Bahnhof der Welt, Direktzüge nach Hakone und Kamakura, Essen rund um die Uhr. Shibuya ist jünger und lauter, Ueno und Asakusa im Osten günstiger und näher an Tempeln, aber ab 21 Uhr still. Ginza ist elegant und zentral für Tsukiji, die Hotels kosten 30 Prozent mehr. Unterschätzt sind Kagurazaka und Kuramae. Was du nicht brauchst: Roppongi (teuer, Expat-Nachtleben) und Odaiba (eine halbe Stunde von allem). Schlafen tust du im Businesshotel, der besten Erfindung für Reisende mit mittlerem Budget: Toyoko Inn, APA, Dormy Inn oder Super Hotel bieten kleine, makellose Zimmer mit Bad, Pyjama und oft Frühstück für CHF 55 bis 90 im Doppelzimmer, Dormy Inn dazu ein Onsen auf dem Dach und Gratis-Ramen um 22 Uhr. Die Zimmer haben 12 bis 15 Quadratmeter, zwei offene Koffer passen nicht nebeneinander. Hostels kosten CHF 25 bis 40 pro Bett, ab CHF 180 heisst es «Luxus», und für CHF 350 bis 600 bekommst du in Okura, Andaz oder Aman, was in Zürich das Doppelte kostet. Buch drei Monate voraus.

Konbini, Depachika und die Kostenfallen

Der Konbini (7-Eleven, Lawson, FamilyMart) ist in Japan kein Kiosk, sondern dein Frühstücks- und Notfallrestaurant. Onigiri für CHF 1, Eiersandwich für CHF 1.50, Kaffee für CHF 0.70, dazu Bankomat, Drucker, Postschalter und WC. Ein Frühstück für zwei kostet CHF 6. Abends ab 19 Uhr reduzieren Depachika, die Lebensmittelabteilungen im Untergeschoss von Isetan, Mitsukoshi oder Takashimaya, ihre Bentos und Sushi um 30 bis 50 Prozent, das ist das beste Abendessen für CHF 8. Die Kostenfallen sind andere: Taxis (CHF 3 Grundtaxe, dann schnell CHF 20 für eine kurze Fahrt), Izakaya mit «Otoshi», einer Pflichtvorspeise für CHF 3 bis 5 pro Person, die nicht auf der Karte steht, und Bars in Golden Gai oder Roppongi mit Sitzgebühr von CHF 5 bis 10. Geldautomaten: Nur die in 7-Eleven und bei der Post akzeptieren Schweizer Karten zuverlässig. Zieh CHF 200 in Yen, viele Ramen-Läden und Tempel nehmen nur Bargeld. Und der Klassiker: Der «Tax Free»-Einkauf ab CHF 30 lohnt sich für Elektronik und Kosmetik, die Ware muss aber ungeöffnet ausgeführt werden.

Timing: Kirschblüte, Momiji und wann du Tokio meiden solltest

Die beste Zeit ist von Mitte März bis Mitte Mai und von Mitte Oktober bis Anfang Dezember. Die Kirschblüte erreicht Tokio meist Ende März und hält rund zehn Tage; die Hotelpreise steigen dann um 50 bis 100 Prozent, und du solltest spätestens im Dezember buchen. Schöner als der überfüllte Ueno-Park sind der Meguro-Fluss am Abend und der Shinjuku Gyoen (Eintritt CHF 3, kein Alkohol, dafür ruhig). Die Golden Week vom 29. April bis 5. Mai ist die schlechteste Woche des Jahres: Halb Japan reist, Shinkansen ausgebucht, Hotels doppelt so teuer. Ebenso Obon um den 13. bis 16. August. Juni bis Mitte Juli ist Regenzeit, danach folgen Juli und August mit 35 Grad und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit; das ist keine Stadt für Sommerferien, höchstens als Zwischenstopp nach Hokkaido. September bringt Taifune, meist ein bis zwei Tage Regen, selten mehr. Der Herbst mit Momiji von Mitte November bis Anfang Dezember (Rikugien, Meiji Jingu Gaien mit Ginkgo-Allee) ist für mich die beste Zeit: klare Luft, 15 Grad, Fuji-Sicht vom Hochhaus aus. Im Januar und Februar ist Tokio trocken, sonnig und am günstigsten.

Tsukiji, Yanaka, Shimokitazawa: die Orte, die den Unterschied machen

Der Fischmarkt ist 2018 nach Toyosu gezogen, aber der Tsukiji-Aussenmarkt lebt weiter und ist der beste Frühstücksort der Stadt: Tamagoyaki am Spiess für CHF 1.50, Jakobsmuscheln vom Grill für CHF 4, Sushi-Set für CHF 20 bis 30. Komm vor 9 Uhr, ab 10 Uhr stehst du nur noch in Gruppen. Yanaka im Nordosten hat die Bombennächte von 1945 überstanden: Holzhäuser, Tempel, Katzen, die Einkaufsstrasse Yanaka Ginza mit Krokettenständen für CHF 1. Das ist das Tokio von früher, ohne Eintritt. Shimokitazawa, zehn Minuten westlich von Shibuya, ist das Viertel der Secondhand-Läden, Plattenläden und kleinen Cafés, perfekt für einen Nachmittag ohne Plan. Und zwei Aussichten, die nichts kosten: das Tokyo Metropolitan Government Building in Shinjuku (45. Stock, gratis, abends geöffnet) und die Dachterrasse von Shibuya Scramble Square, die Shibuya Sky heisst und CHF 15 kostet, aber bei Sonnenuntergang jeden Franken wert ist, wenn du online drei Wochen vorher buchst. Für Senso-ji in Asakusa gilt: entweder vor 8 Uhr morgens oder nach 20 Uhr, wenn die Lampions brennen und die Busse weg sind.

Tagesausflüge: was in zwei Stunden erreichbar ist

Tokio ist die beste Basis für Ausflüge in ganz Kanto, und für die meisten brauchst du keinen Rail Pass. Kamakura (eine Stunde ab Tokyo Station, CHF 6 pro Weg) für Grossen Buddha, Tempel und Enoden-Bahn am Meer. Nikko (zwei Stunden ab Asakusa mit Tobu, CHF 17 bis 27 pro Weg) für Toshogu und Kegon-Fälle, besser aber mit einer Übernachtung. Hakone (85 Minuten ab Shinjuku mit dem Romancecar) mit dem Hakone Free Pass für CHF 37, der zwei Tage lang Zahnradbahn, Seilbahn, Piratenschiff und Busse abdeckt. Yokohama ist nur 30 Minuten entfernt und kostet CHF 2 mit der Tokyu-Linie. Kawagoe, die «kleine Edo» mit Speicherhäusern, erreichst du in 30 Minuten ab Ikebukuro. Die Fuji-Fünf-Seen sind mit dem Bus ab Shinjuku in zwei Stunden für CHF 13 erreichbar, aber der Berg zeigt sich an vielen Tagen nicht; prüf die Webcam am Morgen, bevor du fährst. Und ein Hinweis zum Japan Rail Pass: Seit der Preiserhöhung 2023 (7 Tage CHF 300) lohnt er sich nur noch, wenn du in einer Woche bis Hiroshima und zurück fährst. Für Tokio plus Kyoto zahlst du die Einzeltickets (CHF 80 pro Weg).

Häufige Fragen zu Tokio

Wie viele Tage brauche ich für Tokio?

Vier volle Tage sind das Minimum: je einer für den Westen (Shinjuku, Shibuya, Harajuku, Meiji-Schrein), den Osten (Asakusa, Ueno, Yanaka, Skytree), für Tsukiji, Ginza und Kaiserpalast und einen für teamLab, Odaiba oder ein Viertel nach Wahl. Mit fünf bis sechs Tagen nimmst du einen Tagesausflug nach Kamakura oder Nikko mit. Wer Tokio mit Kyoto kombiniert, plant insgesamt zwei Wochen.

Fliegt man direkt ab der Schweiz nach Tokio?

Ja, SWISS fliegt nonstop von Zürich nach Narita in rund 13 Stunden, Tickets ab CHF 950 bis 1'100 in der Nebensaison. Nach Haneda kommst du mit einem Umstieg, etwa mit Lufthansa und ANA über Frankfurt oder München, mit Finnair über Helsinki oder Turkish Airlines über Istanbul, oft CHF 100 bis 200 günstiger. Haneda liegt näher an der Stadt, das spart am Ankunftsabend eine Stunde.

Brauche ich ein Visum für Japan?

Nein. Schweizer, Deutsche und Österreicher reisen bis 90 Tage visumfrei ein. Du füllst vorab auf «Visit Japan Web» Einreise und Zoll aus und bekommst einen QR-Code, das spart am Flughafen Zeit. Der Pass muss nur für die Dauer des Aufenthalts gültig sein. Fingerabdrücke und Foto werden bei der Einreise genommen, das ist Routine und dauert wenige Minuten.

Ist Tokio wirklich so teuer?

Nicht mehr. Mit dem schwachen Yen kostet ein Teller Ramen CHF 6 bis 8, ein Sushi-Mittagsmenü CHF 12 bis 18, eine Metrofahrt CHF 1.50 und ein Businesshotel-Doppelzimmer CHF 70 bis 110. Rechne mit CHF 110 bis 150 pro Person und Tag für Hotel, Essen und Transport in der Mittelklasse. Teuer sind nur Flug, Taxis, Sushi am Tresen (ab CHF 100) und Alkohol in Bars.

Komme ich ohne Japanisch zurecht?

In Tokio problemlos. Bahnhöfe, Metro und Speisekarten in Touristenvierteln sind auf Englisch beschriftet, Google Maps zeigt dir Linie, Gleis und sogar den besten Wagen. Im Restaurant hilft die Kamera-Übersetzung des Handys. Ein «Sumimasen» (Entschuldigung, auch zum Rufen des Kellners) und «Arigatou gozaimasu» (Danke) reichen für den Alltag. Englisch sprechen viele Japaner ungern, verstehen aber mehr, als sie zeigen.

Welche Metro- oder Bahnpässe lohnen sich?

Für die Stadt meist keiner. Mit Suica zahlst du pro Fahrt CHF 1.10 bis 2 und kommst selten über CHF 10 am Tag. Das Tokyo Subway Ticket (24, 48 oder 72 Stunden für CHF 5, 7 oder 9) lohnt sich nur an Tagen mit vielen Metrofahrten. Für Hakone und Nikko gibt es eigene Pässe von Odakyu und Tobu, die Hin- und Rückfahrt plus Verkehr vor Ort abdecken, die sind fast immer günstiger als Einzeltickets.

Routen mit diesem Ziel

Aktivitäten in der Region

Veranstaltungen

Jan 1

Neujahr (Shogatsu)

Feiertag

1. Januar 2027 1. Januar gesetzlicher Feiertag, Betriebsruhe meist 29. Dezember bis 3. Januar

Shogatsu ist das wichtigste Familienfest Japans und das Gegenteil einer Silvesterparty: Am 31. Dezember schlagen die Tempel um Mitternacht 108 Mal die Glocke, danach pilgern Millionen zum ersten Schreinbesuch des Jahres (Hatsumode), allein der Meiji-Schrein in Tokio zählt rund drei Millionen Besucher in drei Tagen. Behörden, Banken und die meisten Museen schliessen vom 29. Dezember bis 3. Januar, viele kleine Restaurants ebenso. Kaufhäuser öffnen ab 2. Januar mit Glückstüten (Fukubukuro), Convenience Stores und Bahnen laufen durch, in Tokio fahren die Züge in der Neujahrsnacht die ganze Nacht.

Für Reisende: Shinkansen und Inlandsflüge sind um den 29. Dezember und 3. Januar ausgebucht, Museen und viele Sehenswürdigkeiten zu; Tempel und Schreine sind dafür so lebendig wie sonst nie.

Jan 10

Sumo-Turniere Tokio (Hatsu, Natsu und Aki Basho)

Sport

10. Januar 2027 Je 15 Tage ab dem zweiten Sonntag im Januar, Mai und September; 2027: 10. bis 24. Januar, 9. bis 23. Mai, 12. bis 26. September

Drei der sechs grossen Sumo-Turniere (Honbasho) finden im Ryogoku Kokugikan in Tokio statt, jeweils 15 Tage lang. Die Kämpfe beginnen morgens mit den unteren Divisionen, die Halle füllt sich ab 14 Uhr, die Spitzenkämpfe der Makuuchi-Division laufen von etwa 16 bis 18 Uhr mit Einzugszeremonie und Yokozuna-Ritual. Sitzplätze auf dem Oberrang kosten ab rund 4000 Yen (CHF 25), japanische Boxen (Masu-seki) auf dem Boden pro Person CHF 60 bis 90. Der Vorverkauf startet rund einen Monat vor Turnierbeginn über die offizielle Ticketseite, Wochenenden und die letzten Turniertage sind binnen Stunden weg.

Für Reisende: Werktage in der ersten Turnierwoche sind am einfachsten zu bekommen; wer leer ausgeht, kann morgens ein Training (Asageiko) in einem Sumo-Stall in Ryogoku besuchen, meist über Touranbieter.

Mär 7

Tokyo-Marathon

Sport

7. März 2027 Anfang März, meist erster Sonntag; 2027: 7. März

Einer der sechs World Marathon Majors und der grösste Lauf Asiens: Rund 38 000 Läuferinnen und Läufer starten am Rathaus in Shinjuku, passieren Asakusa, Ginza und den Kaiserpalast und finishen vor dem Bahnhof Tokio. Das Profil ist flach, die Stimmung an der Strecke riesig, eine Million Zuschauer stehen am Rand. Startplätze werden im August per Lotterie vergeben, die Chancen liegen bei rund eins zu zehn; die Startgebühr für Läufer aus dem Ausland beträgt rund CHF 110, Charity-Plätze kosten ein Vielfaches. Reiseveranstalter mit Startplatzkontingent sind die sichere, aber teure Alternative.

Für Reisende: Grosse Teile der Innenstadt sind am Sonntag bis in den Nachmittag gesperrt, Hotels in Shinjuku und um den Bahnhof Tokio früh buchen; die Expo mit Startnummernausgabe läuft von Donnerstag bis Samstag davor.

Mai 14

Sanja Matsuri Tokio (und Kanda Matsuri)

Fest

14. Mai 2027 Drittes Wochenende im Mai, Freitag bis Sonntag; 2027: 14. bis 16. Mai. Kanda Matsuri nur in ungeraden Jahren um den 15. Mai

Tokios lautestes Fest: Rund hundert tragbare Schreine (Mikoshi) werden drei Tage lang durch die Gassen von Asakusa geschaukelt, getragen von Nachbarschaftsgruppen in Happi-Jacken, manche mit offen gezeigten Tätowierungen, die sonst versteckt bleiben. Am Sonntag verlassen die drei grossen Mikoshi des Asakusa-Schreins um sechs Uhr früh den Tempelbezirk, bis zu zwei Millionen Menschen drängen sich rund um den Senso-ji. Dazu Essstände, Trommeln und Geisha-Tänze. In ungeraden Jahren, also auch 2027, findet eine Woche vorher das Kanda Matsuri statt, mit einem Umzug von 200 Mikoshi durch Kanda, Nihonbashi und Akihabara.

Für Reisende: Hotels in Asakusa sind am Festwochenende ausgebucht, Tokio sonst nicht; am Sonntagmorgen früh kommen, ab Mittag ist der Bereich um die Nakamise-Strasse kaum passierbar.

Jul 31

Sumidagawa-Feuerwerk Tokio (Hanabi)

Fest

31. Juli 2027 Letzter Samstag im Juli, 19 bis 20.30 Uhr; 2027: 31. Juli, bei Regen Verschiebung auf Sonntag

Japans Sommer ist Feuerwerkssaison, und das Sumidagawa Hanabi ist das älteste und berühmteste: Rund 20 000 Raketen steigen an zwei Abschussstellen zwischen Sakurabashi und Umayabashi über den Fluss, mit dem Skytree als Kulisse, fast eine Million Menschen in Yukata drängen sich an den Ufern und auf den Brücken. Der Eintritt ist frei, reservierbare Plätze gibt es kaum, die Ufer sind ab Nachmittag belegt. Weitere grosse Feuerwerke folgen im August in ganz Japan, etwa am Edogawa in Tokio, in Nagaoka (2. und 3. August, das grösste des Landes) und am Biwa-See.

Für Reisende: Früh einen Platz am Ufer suchen, Decke und Getränke mitnehmen; die Stationen Asakusa und Kuramae werden nach dem Finale für eine Stunde zum Nadelöhr, lieber zu Fuss Richtung Ueno gehen.

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