Yokohama

Japan · Kantō · Reiseguide

Yokohama

Was Japans zweitgrösste Stadt wirklich kostet, warum sie als Basis günstiger ist als Tokio und wo du in Chinatown und am Hafen gut isst, ohne in der Touristenschlange zu stehen.

Foto: Alix Lee / Pexels

Was kostet deine Reise nach Yokohama?

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2'980 CHF
≈ 1'490 CHF pro Person
  • Flüge 2'000 CHF
  • Unterkunft 500 CHF
  • Essen 400 CHF
  • Transport vor Ort 50 CHF
  • Cup-Noodles-Museum & Sky Garden (Tickets) 30 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Flüge & Hotels schwanken saisonal stark – aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Yen (JPY). 1'000 Yen sind ungefähr CHF 6. Kartenzahlung funktioniert in Städten und Hotels, kleine Lokale, Tempel und Landbahnhöfe wollen oft Bargeld. Die IC-Karte (Suica oder ICOCA) auf dem Handy zahlt Bahn, Bus und Konbini. Flugzeit: 12 bis 14 Stunden, meist mit einem Umstieg.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Toyoko Inn Yokohama Sakuragicho

Sakuragicho, Yokohama

Businesshotel fünf Minuten vom Bahnhof Sakuragicho, zu Fuss nach Minato Mirai und Noge. Kleine saubere Zimmer, Gratisfrühstück mit Onigiri und Misosuppe, Waschmaschinen. Das Übliche von Toyoko Inn, verlässlich und günstig.

ab CHF 60 / Nacht Ansehen →

Super Hotel Yokohama Kannai

Kannai, Yokohama

Günstige Kette mit gutem Gratisfrühstück, Kissenauswahl und einem kleinen Onsen-Bad, drei Minuten vom Bahnhof Kannai. Chinatown und Minato Mirai je 15 Minuten zu Fuss. Zimmer klein, Betten gut, für den Preis schwer zu schlagen.

ab CHF 55 / Nacht Ansehen →

Hotel Edit Yokohama

Bashamichi, Yokohama

Modernes Hotel mit Restaurant im Erdgeschoss und einfachen, hellen Zimmern, fünf Minuten zu Fuss von den Bahnhöfen Bashamichi und Sakuragicho. Für Reisende, die ein Businesshotel zu steril finden, aber ein eigenes Bad wollen.

ab CHF 65 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Hotel New Grand

Yamashita-cho, Yokohama

Das klassische Hotel von 1927 gegenüber dem Yamashita-Park, in dem General MacArthur 1945 einzog und wo Spaghetti Napolitan und Doria erfunden wurden. Das alte Hauptgebäude hat die Atmosphäre, der Turm die Aussicht. Chinatown drei Minuten zu Fuss.

ab CHF 160 / Nacht Ansehen →

Daiwa Roynet Hotel Yokohama Kannai

Kannai, Yokohama

Grössere Zimmer als bei den Budgetketten, gute Betten, ruhige Lage zwischen Kannai und Bashamichi mit kurzen Wegen in alle Richtungen. Kein Charme, aber alles funktioniert, und der Preis bleibt auch am Wochenende vernünftig.

ab CHF 95 / Nacht Ansehen →

Richmond Hotel Yokohama-Bashamichi

Bashamichi, Yokohama

Zuverlässige japanische Mittelklasse-Kette an der Bashamichi-Strasse mit ihren Gaslaternen, zehn Minuten zu Fuss zum Roten Backsteinlager. Gut gedämmte Zimmer, Frühstück im Nachbarhaus. Eine Stufe über dem Businesshotel.

ab CHF 100 / Nacht Ansehen →

Luxus

InterContinental Yokohama Grand

Minato Mirai, Yokohama

Das segelförmige Hochhaus am Wasser, das auf jedem Yokohama-Foto zu sehen ist. Zimmer zur Bucht hin mit Blick auf Riesenrad und Bay Bridge, grosse Bäder, Frühstück mit Hafenblick. 1991 gebaut, gepflegt, Lage unschlagbar.

ab CHF 260 / Nacht Ansehen →

Hyatt Regency Yokohama

Yamashita-cho, Yokohama

Seit 2020 an der Ecke zwischen Yamashita-Park und Chinatown, mit Zimmern im Stil der Hafenstadt der 1920er, Dachrestaurant und ruhiger Lage abseits der Malls. Für alle, die lieber in der Altstadt als zwischen den Hochhäusern wohnen.

ab CHF 240 / Nacht Ansehen →

The Kahala Hotel & Resort Yokohama

Minato Mirai, Yokohama

Ableger des Hawaii-Hotels, seit 2020 direkt am Wasser in Minato Mirai, mit 146 grossen Zimmern, Pool mit Hafenblick, Spa und einem Service, der eher an ein Resort als an ein Stadthotel erinnert. Das ruhigste Luxushaus der Stadt.

ab CHF 350 / Nacht Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

Chinatown Food Walk

Geführte Runden durch die Seitengassen mit Dampfbrötchen, Dim Sum und Tempelbesuch, zwei bis drei Stunden für CHF 50 bis 80 inklusive Essen. Du lernst dabei, welche Häuser gut sind und welche nur Anwerber haben. Allein: ab 11 Uhr für das Mittagsmenü.

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Cup-Noodles-Museum

Die Geschichte von Momofuku Ando, der 1958 die Instant-Nudel erfand, und die Station, an der du deine eigene Dose gestaltest und füllst. Eintritt CHF 3, Dose CHF 3. Am Wochenende früh kommen, die Dosen-Tickets sind mittags weg.

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Landmark Tower Sky Garden

273 Meter über dem Hafen, mit einem der schnellsten Aufzüge der Welt in 40 Sekunden oben. Eintritt CHF 6, an klaren Wintermorgen mit Fuji, bei Sonnenuntergang mit Skyline und Bay Bridge. Günstiger und leerer als Skytree oder Shibuya Sky.

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Hafenrundfahrt oder Wassertaxi

Rundfahrten ab Yamashita-Park oder Pier 8 für CHF 10 bis 20, bei Nacht mit beleuchteter Skyline und Bay Bridge. Günstiger ist das Wassertaxi zwischen den Piers für CHF 3 bis 5. Die Abendfahrt im Dezember mit Illumination ist die beste.

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Sankeien-Garten

18 Hektar Landschaftsgarten mit 17 historischen Bauten aus Kyoto und Kamakura, Teichen und einer Pagode auf dem Hügel, Eintritt CHF 5.50. Bus ab Bahnhof Yokohama oder Sakuragicho, 30 Minuten. Zur Kirschblüte und im Herbst der schönste Ort der Stadt.

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Shin-Yokohama Ramen Museum

Nachgebaute Gasse von 1958 mit neun Ramen-Läden aus Sapporo bis Kumamoto, Eintritt CHF 3, Mini-Schalen für CHF 4 bis 6 zum Durchprobieren. Zehn Minuten vom Shinkansen-Bahnhof, ideal vor der Weiterfahrt nach Kyoto.

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Izakaya-Abend in Noge

Kneipentour durch das alte Trinkviertel mit Yakitori, Oden und Sake an drei bis vier Stehbars, geführt für CHF 60 bis 90 inklusive Getränken, allein für die Hälfte. Hier bist du der einzige Tourist, und genau deshalb lohnt sich ein Guide beim ersten Mal.

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Hakkeijima Sea Paradise

Grosses Aquarium mit Delfinen, Walhaien und Achterbahnen auf einer Insel in der Bucht, 40 Minuten mit der Bahn. Tagesticket CHF 20 bis 35 je nach Umfang. Für Familien ein voller Tag, für alle anderen verzichtbar.

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Essen & Trinken

Yokohama war das Tor, durch das westliches Essen nach Japan kam, und die Stadt hat daraus eine eigene Küche gemacht: Spaghetti Napolitan, Doria und Pudding à la mode wurden im Hotel New Grand erfunden, der Iekei-Ramen in einer Garage an der Umgehungsstrasse, und Chinatown liefert die besten Dampfbrötchen des Landes.

Nikuman aus Chinatown

Edosei und Kouran, Chinatown Yokohama

Faustgrosse Dampfbrötchen mit saftiger Schweinefleischfüllung, aus dem Dampfkorb direkt in die Hand, CHF 3 bis 4. Dazu Varianten mit Garnelen, Sesam-Bohnenpaste oder Shanghai-Suppenfüllung, bei der du zuerst ein Loch beissen musst.

Tipp:Am Stand essen, nicht im Gehen, und am Wochenende die kürzere Schlange an der Nebenfiliale nehmen.

Iekei-Ramen

Yoshimuraya, nahe Bahnhof Yokohama, das Ursprungslokal

Yokohamas eigener Ramen-Stil seit 1974: dicke Nudeln in einer kräftigen Schweineknochen-Soja-Brühe, mit Spinat, Nori-Blättern und Schweinebauch, Härte der Nudeln, Fett und Salz wählst du selbst. CHF 6 bis 9. Reis dazu ist hier Pflicht.

Tipp:Am Automaten bestellen, dann «futsuu» (normal) sagen, wenn du zu Härte, Fett und Salz gefragt wirst.

Shumai

Kiyoken, Stände in jedem Bahnhof Yokohamas

Kleine Teigtaschen mit Schweinefleisch und Jakobsmuschel, gedämpft, die Spezialität von Kiyoken seit 1928, die jeder Pendler als Bento kennt. Schachtel mit 15 Stück CHF 4, das Shumai-Bento mit Reis und Beilagen CHF 6.

Tipp:Das Bento für den Shinkansen nach Kyoto kaufen, es ist kalt gedacht und schmeckt so.

Spaghetti Napolitan

The Café im Hotel New Grand oder jedes Kissaten-Kaffeehaus der Stadt

Spaghetti mit Ketchup, Zwiebeln, Peperoni und Schinken, in der Pfanne gebraten, erfunden um 1950 im Hotel New Grand, inspiriert von den Rationen der US-Soldaten. Süsslich, weich, ein japanisches Nostalgiegericht, CHF 8 bis 14.

Tipp:Im New Grand ist es die Originalversion ohne Ketchup, mit Tomaten, feiner und teurer als in den Kaffeehäusern.

Doria

The Café im Hotel New Grand, Yamashita-cho

Reis mit Garnelen unter einer Béchamel- und Käsekruste überbacken, 1930 vom Schweizer Küchenchef Saly Weil im Hotel New Grand für einen kranken Gast erfunden. Heute in jedem Familienrestaurant Japans, im Original für CHF 15 bis 20.

Tipp:Ein Schweizer hat es erfunden, das darfst du dort erwähnen, es freut sie.

Sanmamen

Lokale in den Seitengassen von Chinatown und in Kannai

Yokohamas Antwort auf Ramen aus Chinatown: Nudeln in Soja- oder Salzbrühe, unter einem Berg aus gebratenem Gemüse, Schweinefleisch und Sojasprossen mit angedickter Sauce. Sättigend und günstig, CHF 6 bis 9.

Tipp:Das Gericht der Hafenarbeiter, in den einfachen Lokalen mit Plastikstühlen am besten.

Pudding à la mode

Hotel New Grand oder Kaffeehäuser in Motomachi

Fester Karamellpudding mit Sahne, Obst und Eis auf einem Glasteller, 1950 im New Grand für amerikanische Offiziersfrauen kreiert, heute ein Klassiker in jedem Kissaten. CHF 6 bis 12, im Original CHF 14.

Tipp:Nachmittags um 15 Uhr mit Kaffee, so machen es die älteren Damen aus Yamate.

Food-Tour buchen: Yokohama

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Yokohama war 1853 ein Fischerdorf mit 600 Einwohnern, als die schwarzen Schiffe des amerikanischen Commodore Perry in der Bucht ankerten und Japan nach 220 Jahren Abschottung zur Öffnung zwangen. Der Vertrag von 1858 bestimmte Yokohama zum Vertragshafen, 1859 öffnete er, und innerhalb weniger Jahre entstand hier das Tor, durch das der Westen nach Japan kam: die erste Eisenbahn des Landes fuhr 1872 von Yokohama nach Shimbashi, die erste Gaslaterne, die erste Tageszeitung, das erste Bier, das erste Eis und die erste Bäckerei stammen aus dieser Stadt. Chinesische Händler, die als Vermittler zwischen Japanern und Europäern arbeiteten, gründeten das Viertel, das heute mit über 600 Läden und Restaurants die grösste Chinatown Asiens ausserhalb Chinas ist. Auf dem Bluff, dem Hügel Yamate, bauten die Ausländer ihre Villen, Kirchen und einen Friedhof. Das Grosse Kanto-Erdbeben zerstörte 1923 die Stadt fast vollständig, 1945 taten die amerikanischen Bomber den Rest, und danach besetzte die US-Armee die Hafenzone bis in die 1950er. Der Wiederaufbau machte Yokohama zur Industrie- und Hafenstadt, und erst ab 1983 verwandelte das Projekt Minato Mirai 21 die alten Werften in das Viertel aus Hochhäusern, Museen und Riesenrad, das heute die Skyline prägt. Seit 2024 ist Yokohama mit 3,8 Millionen Einwohnern die zweitgrösste Stadt Japans und wächst, während Tokios Mieten die Familien hierher treiben.

Insider-Tipps

Anreise und Verkehr: 30 Minuten ab Shibuya, 2 Franken

Die Tokyu-Toyoko-Linie fährt ab Shibuya in 30 Minuten nach Yokohama und weiter als Minatomirai-Linie bis Motomachi-Chukagai, der Station für Chinatown, für CHF 2 bis 3 mit Suica. Ab Tokyo Station und Shinagawa fahren die JR-Linien Tokaido und Keihin-Tohoku in 20 bis 35 Minuten für CHF 3 bis 4. Ab Haneda bringt dich die Keikyu-Linie in 25 Minuten direkt zum Bahnhof Yokohama für CHF 2.20, das ist schneller und günstiger als nach Shinjuku und ein gutes Argument, die Reise hier zu beginnen. Der Shinkansen hält in Shin-Yokohama, zehn Minuten mit der Metro vom Zentrum, du musst für Kyoto also nicht nach Tokio zurück. Vor Ort läuft fast alles zu Fuss: Vom Bahnhof Sakuragicho über Minato Mirai zum Roten Backsteinlager, Osanbashi-Pier, Yamashita-Park und Chinatown sind es drei Kilometer Uferpromenade. Der Minatomirai-Tagespass kostet CHF 3, der Akai-Kutsu-Bus (rotes Retrobusle) fährt die Sehenswürdigkeiten für CHF 1.40 pro Fahrt ab. Die Yokohama Air Cabin, eine Seilbahn über den Hafen vom Bahnhof Sakuragicho zum Riesenrad, kostet CHF 6 pro Weg und ist eine Fünf-Minuten-Spielerei mit guter Aussicht, nicht mehr. Wassertaxis zwischen den Piers kosten CHF 3 bis 5 und sind an schönen Tagen die beste Art, sich zu bewegen.

Chinatown: wo du isst und wo nicht

Die Chinatown von Yokohama hat zehn Tore, 600 Betriebe und ein Problem: Die Hauptstrasse Chukagai-odori ist eine Kette von All-you-can-eat-Lokalen mit Anwerbern vor der Tür, die ab CHF 20 pro Person alles versprechen und mittelmässiges Essen liefern. Geh um die Ecke: In den Seitengassen liegen Familienbetriebe mit kantonesischer, Sichuan- und Shanghai-Küche, wo ein Mittagsmenü mit Suppe und Reis CHF 8 bis 12 kostet. Die grossen alten Häuser wie Manchinro (seit 1892) und Heichinrou (seit 1884) sind teurer, CHF 30 bis 60 pro Person für Dim Sum und Peking-Ente, aber verlässlich. Für den schnellen Hunger reichen die Dampfbrötchen von der Hand: Nikuman mit Schweinefleisch gibt es an jeder Ecke für CHF 3 bis 4, die riesigen bei Edosei und Kouran sind die bekanntesten, mit Schlange am Wochenende. Dazu Sesambällchen, Pfirsich-Manju und frisch gezogene Mandelmilch. Der Kanteibyo-Tempel mit dem vergoldeten Kriegsgott Guan Yu und der Masobyo-Tempel sind gratis und abends beleuchtet. Beste Zeit: Wochentag ab 11 Uhr für das Mittagsmenü oder gegen 17 Uhr, wenn die Laternen angehen und die Gruppen zurück nach Tokio fahren. Zum chinesischen Neujahr Ende Januar bis Februar gibt es Löwentänze und Feuerwerk, dann aber auch kein Durchkommen.

Übernachten: günstiger als Tokio, am besten in Kannai

Yokohamas Hotelpreise liegen 20 bis 30 Prozent unter Tokio, und die Businesshotel-Ketten sind alle da: Toyoko Inn, Super Hotel, Dormy Inn, Daiwa Roynet, Richmond, Vessel. Ein Doppelzimmer kostet CHF 60 bis 90 unter der Woche, Hostels CHF 25 bis 35 pro Bett. Das praktischste Viertel ist Kannai mit Bashamichi: zwischen Minato Mirai und Chinatown, alles zu Fuss, abends mit Izakaya und Bars in Noge, dem alten Trinkviertel, in dem auf 500 Metern 600 kleine Kneipen liegen. Minato Mirai selbst hat die grossen Hotels mit Hafenblick (InterContinental, Hyatt Regency, Kahala) ab CHF 250, dort schläfst du mit Blick aufs Riesenrad, isst aber in Shopping-Malls. Rund um den Bahnhof Yokohama ist es laut und ohne Charme, aber mit den besten Zugverbindungen. Yamashita-Park und Motomachi sind ruhig und schön, das Hotel New Grand von 1927 ist hier die Adresse mit Geschichte, ab CHF 160. Für Familien ein Argument: Die Zimmer in Yokohama sind im Schnitt grösser als in Tokio, viele Hotels haben Dreier- und Viererzimmer, die in Shinjuku kaum zu finden sind. Shin-Yokohama am Shinkansen ist nur sinnvoll, wenn du früh morgens weiterfährst; abends ist dort wenig los.

Kostenfallen und was gratis ist

Das Riesenrad Cosmo Clock kostet CHF 5.50, der Landmark Tower Sky Garden im 69. Stock CHF 6, die Air Cabin CHF 6 pro Weg, das Aquarium Hakkeijima CHF 20 bis 35, das Cup-Noodles-Museum CHF 3 Eintritt plus CHF 3 für die selbst gestaltete Dose. Das summiert sich für eine Familie auf CHF 100. Gratis sind dafür die besten Dinge: die Dachterrasse des Osanbashi-Piers, ein Holzdeck mit Wellenform und Blick auf Skyline und Kreuzfahrtschiffe, der Yamashita-Park am Wasser, das Rote Backsteinlager von aussen, die westlichen Villen auf dem Bluff Yamate mit ihren Gärten, der Ausländerfriedhof, die Tempel in Chinatown und der Spaziergang durch Noge. Die Kostenfalle Nummer eins ist Chinatowns Hauptstrasse, Nummer zwei sind die Restaurants in den Malls von Minato Mirai mit Hafenblick-Aufschlag von 30 Prozent. Die Shinkansen-Falle: Ein Ticket ab Shin-Yokohama nach Kyoto kostet gleich viel wie ab Tokio, du sparst aber 20 Minuten und den Umweg; wer dagegen den Japan Rail Pass hat, kann nicht mit dem Nozomi fahren, sondern nur mit Hikari, der 20 Minuten länger braucht. Geldautomaten: 7-Eleven und Post wie überall. Yokohama hat zudem ein Problem mit Schliessfächern am Hauptbahnhof, die an Wochenenden alle belegt sind; die Fächer in Sakuragicho oder Minatomirai sind freier.

Timing: Hafenfest im Juni, Feuerwerk im Sommer, Illumination im Winter

Yokohama ist weniger saisonabhängig als Nikko oder Hakone, das Meer mildert Sommer und Winter. Die Kirschblüte kommt Ende März bis Anfang April, am schönsten entlang des Flusses Ooka bei Noge, wo die Bäume über dem Wasser hängen und abends beleuchtet werden, und im Sankeien-Garten. Der Mai bringt den Hafentag mit Paraden, Anfang Juni das Hafenfest mit Feuerwerk über Minato Mirai, das du gratis vom Yamashita-Park aus siehst. Juli und August sind heiss, aber die Promenade hat Wind, und das Hakkeijima-Aquarium ist ein guter Fluchtort. Im Oktober ist die Oktoberfest-Kopie am Roten Backsteinlager mit deutschem Bier zu CHF 9 die Masskrug eine Kuriosität, zu der die Tokioter in Dirndl kommen. Der Herbst färbt den Sankeien-Garten Ende November bis Anfang Dezember. Von Mitte November bis Weihnachten läuft die Illumination in Minato Mirai mit Lichtshow an den Hochhäusern und Weihnachtsmarkt am Backsteinlager, die Hotels sind dann an Wochenenden voll. Das chinesische Neujahr zwischen Ende Januar und Mitte Februar verwandelt Chinatown zwei Wochen lang in ein Fest mit Löwentänzen. Januar ist sonst der günstigste und klarste Monat, mit Fuji-Sicht vom Landmark Tower an den meisten Morgen.

Noge, Yamate und Sankeien: das Yokohama hinter dem Hafen

Noge, fünf Minuten vom Bahnhof Sakuragicho, ist das Gegenprogramm zu Minato Mirai: enge Gassen, 600 Kneipen, Yakitori-Rauch, Jazzbars seit den 1950ern, Standbars mit Bier für CHF 3 und Sake für CHF 4. Hier trinken die Hafenarbeiter neben den Büroleuten, Touristen sind selten, und die Preise sind halb so hoch wie am Wasser. Ab 18 Uhr lebendig, am Wochenende voll. Der Bluff Yamate oberhalb von Motomachi hat sieben restaurierte westliche Villen aus der Zeit der Ausländersiedlung, alle gratis, mit Gärten, Teestuben und Blick auf den Hafen; der Ausländerfriedhof mit 4'000 Gräbern aus 40 Ländern ist am Wochenende für eine Spende zugänglich. Die Einkaufsstrasse Motomachi darunter war die erste, in der westliche Waren verkauft wurden, heute mit Bäckereien und Boutiquen. Der Sankeien-Garten, 15 Minuten mit dem Bus südlich, ist ein 18 Hektar grosser Landschaftsgarten, den der Seidenhändler Hara Tomitaro ab 1906 anlegte und mit 17 historischen Gebäuden aus Kyoto und Kamakura bestückte, darunter eine dreistöckige Pagode. Eintritt CHF 5.50, zu jeder Jahreszeit schön und fast ohne Reisegruppen. Und für Ramen-Liebhaber: das Shin-Yokohama Ramen Museum, eine nachgebaute Strasse von 1958 mit neun Ramen-Läden aus ganz Japan, Eintritt CHF 3, Mini-Schalen für CHF 4 bis 6, damit du mehrere probieren kannst.

Häufige Fragen zu Yokohama

Lohnt sich Yokohama, wenn ich Tokio schon sehe?

Als Tagesausflug ja, für Chinatown, Hafen und Noge, 30 Minuten ab Shibuya für CHF 2. Als Basis für die ersten Nächte ist Yokohama günstiger, ruhiger und mit Haneda direkt verbunden, Tokio bleibt mit der Bahn in Reichweite. Wer nur drei Tage in Japan hat, bleibt in Tokio. Wer eine Woche hat, kann zwei Nächte hierher verlegen.

Wie komme ich von Haneda nach Yokohama?

Mit der Keikyu-Linie direkt in 25 bis 30 Minuten zum Bahnhof Yokohama für CHF 2.20, Züge fahren alle zehn Minuten. Der Limousinenbus fährt in 30 bis 45 Minuten direkt nach Minato Mirai und zu den grossen Hotels für CHF 4.50, mit viel Gepäck ist das bequemer. Ein Taxi kostet CHF 40 bis 50. Ab Narita dauert es 90 Minuten mit dem Narita Express für CHF 26.

Was kostet das Cup-Noodles-Museum?

Der Eintritt kostet CHF 3, Kinder bis Oberstufe gratis. Die eigene Cup-Noodle-Dose mit gewählter Suppe und vier Zutaten kostet CHF 3 extra, Tickets dafür werden am Eingang ausgegeben und sind am Wochenende bis mittags weg, deshalb früh kommen oder online reservieren. Der Workshop zum Nudelmachen kostet CHF 6 und braucht eine Reservation Wochen vorher.

Wo esse ich in Chinatown am besten?

Nicht an der Hauptstrasse mit den Anwerbern, sondern in den Seitengassen bei den Familienbetrieben mit Mittagsmenü für CHF 8 bis 12, oder in den alten Häusern Manchinro und Heichinrou, wenn du CHF 30 bis 60 für Dim Sum ausgeben willst. Dampfbrötchen von Edosei oder Kouran für CHF 3 bis 4 reichen für zwischendurch. Vermeide All-you-can-eat-Angebote unter CHF 20.

Ist Yokohama mit Kindern gut?

Sehr gut, besser als Tokio: breite Trottoirs, Parks am Wasser, Cup-Noodles-Museum, Anpanman-Museum (CHF 13 bis 15), Riesenrad, Aquarium Hakkeijima und Wassertaxis. Die Hotels haben häufiger Familienzimmer, die Wege sind kurz, die Promenade ist kinderwagentauglich. Zoorasia, einer der besten Zoos Japans, kostet CHF 5 Eintritt und liegt 40 Minuten mit Bahn und Bus ausserhalb der Stadt.

Kann ich den Shinkansen ab Yokohama nehmen?

Ja, in Shin-Yokohama halten alle Shinkansen Richtung Kyoto, Osaka und Hiroshima, auch der schnelle Nozomi. Vom Zentrum fährst du mit der Blauen Linie der Metro in zehn Minuten hin, ab Bahnhof Yokohama mit JR in zwölf. Nach Kyoto brauchst du zwei Stunden für CHF 80, du sparst 20 Minuten gegenüber Tokyo Station und den Weg dorthin.

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