Tempel oder Schrein: der Unterschied in zwei Minuten
Schreine (Jinja) gehören zum Shinto, der einheimischen Religion mit ihren Kami, den Gottheiten von Bergen, Flüssen, Reis und Vorfahren. Du erkennst sie am Torii, dem Tor aus zwei Pfosten mit Querbalken, meist rot, und an der Abwesenheit von Statuen; verehrt wird ein Spiegel, ein Stein oder einfach der Berg dahinter. Tempel (Tera oder -ji) sind buddhistisch, kamen im 6. Jahrhundert aus Korea und China, haben Buddhastatuen, Pagoden, Räucherwerk und oft einen Friedhof. Beide Religionen leben nebeneinander: Japaner heiraten im Schrein, werden im Tempel bestattet und besuchen am Neujahrstag beides. Viele Anlagen mischen sogar; auf dem Gelände eines Tempels steht oft ein kleiner Schrein. Berühmte Schreine: Fushimi Inari und Heian in Kyoto, Meiji in Tokio, Itsukushima auf Miyajima, Toshogu in Nikko, Ise. Berühmte Tempel: Kiyomizu, Kinkakuji und Ryoanji in Kyoto, Todaiji in Nara, Senso-ji in Tokio, Kotoku-in mit dem Grossen Buddha in Kamakura. Eintritt kosten vor allem Tempel mit Gärten, CHF 3 bis 6; Schreine sind fast immer gratis, mit Ausnahme von Schatzhäusern und Gärten.