Österreich · Roadtrip · 8 Tage

Salzkammergut und Donau

Vier Seen, ein Weltkulturerbe-Dorf, eine unterschätzte Stadt und am Ende Marillenknödel am Fluss: die Route für alle, die Österreich lieber langsam entlang des Wassers fahren.

Die Route, Tag für Tag

  1. Tag 1 bis 2

    Salzburg: Stadt zu Fuss, Auto in der Garage

    Die Anreise ab Zürich ist dieselbe wie bei jeder Salzburg-Reise: 530 Kilometer über München, fünfeinhalb Stunden, am besten am Vormittag los, damit du am Nachmittag auf dem Mönchsberg stehst. Das Auto kommt in eine Garage am Altstadtrand und bleibt dort bis zur Abfahrt. Tag eins gehört der linken Salzach-Seite: Dom, Residenz, Festung zu Fuss, Sonnenuntergang vom Museum der Moderne. Tag zwei fährst du mit der Salzburg Card nach Hellbrunn und auf den Untersberg, oder du bleibst in der Stadt und besuchst den Mirabellgarten und das Mozart-Wohnhaus statt des Geburtshauses, das weniger überlaufen ist. Du schläfst im Andräviertel beim Bahnhof oder rund um die Linzer Gasse, wo das Doppelzimmer CHF 130 bis 180 kostet statt 250 in der Getreidegasse. Weiter nach Hallstatt: 80 Kilometer über Fuschl, den Wolfgangsee mit Stopp in St. Gilgen oder St. Wolfgang, Bad Ischl und Bad Goisern, eineinhalb Stunden reine Fahrzeit, mit Bad am Wolfgangsee und Kaffee im Zauner in Bad Ischl ein halber Tag.

    Touren an diesem Stopp: Salzburg Altstadt-Rundgang ↗Salzbergwerk Hallein ↗

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  2. Tag 3 bis 4

    Hallstatt: zwei Nächte, um das Dorf ohne Busse zu sehen

    Zwei Nächte sind die ehrliche Mindestdauer: Hallstatt ist zwischen 10 und 16 Uhr ein Selfie-Korridor und morgens und abends eines der schönsten Dörfer der Alpen. Du wohnst in Obertraun am Ostufer, fünf Kilometer entfernt, ruhig, mit Badestrand und Bahnhof, oder im Dorf selbst, wenn du ein halbes Jahr vorher gebucht hast. Am ersten Morgen bist du um 8 Uhr am Fotopunkt an der Gosaumühlstrasse, dann fährst du mit der Standseilbahn zu den Salzwelten, dem ältesten Salzbergwerk der Welt, 70 Minuten im Berg mit zwei Rutschen. Nachmittags an den Strand in Obertraun. Der zweite Tag gehört dem Dachstein: Eishöhle, Mammuthöhle und die Plattform 5 Fingers, Kombiticket rund CHF 55. Wer lieber am Wasser bleibt, fährt zum Gosausee, 20 Minuten mit dem Auto, mit Dachsteinblick. Weiter nach Linz: 130 Kilometer über Bad Goisern, Ebensee, am Traunsee entlang bis Gmunden mit Halt am Seeschloss Ort, dann auf die A1. Zwei Stunden, mit Gmunden und einem Bad im Traunsee drei bis vier.

    Touren an diesem Stopp: Salzwelten Hallstatt ↗Dachstein Eishöhle und 5 Fingers ↗

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  3. Tag 5

    Linz: der unterschätzte Zwischenstopp an der Donau

    Linz nimmt niemand in eine Alpenroute auf, und genau deshalb lohnt es sich: Die Stadt ist günstig, am Wochenende halb leer, und das Ars Electronica Center mit dem Deep Space ist das beste Museum zwischen München und Wien, wenn man Technik mag. Ein Tag reicht: Vormittags Hauptplatz, Mariendom und das Lentos am Fluss, mittags Linzer Torte im Jindrak, nachmittags mit der Pöstlingbergbahn hinauf und mit der Grottenbahn zurück in die Kindheit, abends Donaupark und ein Bier im Stadtteil Urfahr. Die Linz-Card für einen Tag kostet rund CHF 28 und enthält Museen, Stadtverkehr und Bergbahn. Du schläfst in der Innenstadt zwischen Bahnhof und Hauptplatz, am Wochenende für CHF 80 bis 120 das Doppelzimmer, weil die Geschäftsreisenden dann weg sind. Weiter in die Wachau: nicht über die A1, sondern am rechten Donauufer auf der B3 durch den Strudengau, Grein mit dem ältesten Stadttheater Österreichs, Ybbs und Melk, 110 Kilometer, zwei Stunden mit Stopps, die Autobahn braucht eine.

    Touren an diesem Stopp: Ars Electronica Center ↗Stadtführung Linz ↗

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  4. Tag 6 bis 8

    Wachau: Stift Melk, Radweg und Winzerzimmer

    In der Wachau stellst du das Auto zwei Tage ab und nimmst Velo und Schiff, so machen es die Niederösterreicher. Tag sechs: Stift Melk am Morgen, Bibliothek und Terrasse, dann mit dem Schiff die Donau hinunter nach Spitz oder Dürnstein, drei Stunden, rund CHF 32. Tag sieben: Mietvelo am Nordufer von Dürnstein nach Weissenkirchen und Spitz, mit Heurigenstopp und Marillenknödeln, zurück mit der Rollfähre und dem Bus. Dürnstein siehst du um 18 Uhr, wenn die Schiffsgäste weg sind, dann ist die Gasse still und blau. Du schläfst beim Winzer in Weissenkirchen oder Spitz, Doppelzimmer mit Frühstück CHF 80 bis 120, und die Wachau-Karte gibt es meist gratis dazu. Am achten Tag fährst du nach Hause: 640 Kilometer über die Westautobahn A1 an Linz und Salzburg vorbei, über München nach Lindau und Zürich, sieben Stunden reine Fahrzeit, mit zwei Pausen acht. Wer früh los ist, isst in Salzburg zu Mittag und schliesst den Kreis.

    Touren an diesem Stopp: Schifffahrt Melk bis Krems ↗Weinverkostung in der Wachau ↗Stift Melk Führung ↗

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Was die Route kostet

Grobe Gesamtkosten pro Person in CHF für die ganze Route, Mittelklasse, zu zweit unterwegs. Flüge und Hotels schwanken saisonal, Details stehen auf den Reiseziel-Seiten.

  • Anreise 160 CHF
  • Unterkunft 525 CHF
  • Essen 400 CHF
  • Mobilität vor Ort 150 CHF
1'235 CHF
Gesamt pro Person · 8 Tage

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Euro (EUR). Karten gehen fast überall, Hütten und Würstelstände wollen oft Bargeld. Trinkgeld ist Pflicht im Gefühl der Österreicher: 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen «stimmt so» sagen. Die Kurtaxe von CHF 2 bis 4 pro Nacht kommt in Skiorten zum Hotelpreis dazu.

Mietwagen für diese Route

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Tipps für die Route

Reihenfolge umdrehen, wenn du mit dem Railjet anreisen und das Auto erst vor Ort mieten willst: Dann fährst du mit dem Zug bis St. Pölten, mietest dort oder in Krems, beginnst in der Wachau und gibst den Wagen in Salzburg ab. Einwegmiete innerhalb Österreichs kostet meist nur CHF 30 bis 60 Aufschlag, und die lange Autobahnetappe am letzten Tag entfällt.

Nebensaison ist hier kein Spartipp, sondern die Hauptempfehlung: An Sommerwochenenden stehen die Strassen um Wolfgangsee und Hallstatt, und die Parkplätze am Dorf sind ab 10 Uhr voll. Im Mai, Juni und September fährst du frei, die Seen sind warm genug, und die Marillenblüte Anfang April oder die Lese im Oktober geben der Wachau noch einen Grund mehr.

Buchen: Hallstatt und Obertraun vier bis sechs Monate vorher, besonders die wenigen Zimmer im Dorf. Salzburg, Linz und die Winzerzimmer in der Wachau reichen vier Wochen im Voraus, ausser Festspielzeit in Salzburg Ende Juli bis Ende August, dann verdoppeln sich dort die Preise und du schläfst besser in Hallein oder am Wallersee.

Vignette und Parken: Die digitale Zehntagesvignette für rund CHF 12 brauchst du ab der Grenze bei Salzburg und für die A1. Sondermaut fällt auf dieser Route keine an. Teuer ist das Parken: Salzburg-Garage CHF 20 bis 30 pro Tag, Parkplatz P1 in Hallstatt rund CHF 15 pro Tag, in Linz und der Wachau praktisch gratis. Hotels mit eigenem Parkplatz sparen dir auf acht Tage rund CHF 100.

Gepäck und Velo: Pack Badesachen oben in den Koffer, du brauchst sie an jedem See. Wer eigene Velos mitnimmt, hat in der Wachau einen Vorteil, der Donauradweg ist flach und asphaltiert, Mietvelos kosten dort CHF 20 bis 30 pro Tag, E-Bikes CHF 40. Für Hallstatt und Salzburg brauchst du kein Velo, dort ist alles zu Fuss erreichbar.

Häufige Fragen zur Route Salzkammergut und Donau

Wie lange braucht man für Salzkammergut und Wachau?

Acht Tage sind ein gutes Mass: zwei Nächte Salzburg, zwei Hallstatt, eine Linz, zwei Wachau, dann die Heimfahrt. Wer eine Woche hat, lässt Linz weg und fährt direkt nach Melk. Wer zehn Tage hat, hängt zwei Nächte am Attersee oder Mondsee an, die auf dieser Route nur im Vorbeifahren vorkommen.

Wann ist die beste Reisezeit?

Mai, Juni und September. Die Seen sind warm genug zum Baden, die Strassen frei, die Hotels günstiger. Im Juli und August ist das Salzkammergut voll und heiss, dafür gibt es in der Wachau Marillen an jeder Strasse. Oktober ist für die Wachau mit der Weinlese perfekt, aber für Hallstatt schon kühl und neblig.

Geht die Route ohne Auto?

Ja, besser als man denkt: Railjet nach Salzburg, Regionalbahn über Attnang-Puchheim nach Hallstatt mit Fähre, Bahn nach Linz, Railjet oder Westbahn nach Melk, Schiff und Velo in der Wachau, Rückfahrt mit dem Railjet. Du verlierst den Wolfgangsee und den Traunsee als Zwischenstopps, sparst aber Parkgebühren und Nerven.

Was kostet die Route pro Person?

Rund CHF 1'250 bei Mittelklasse zu zweit: Benzin und Vignette für die An- und Heimreise rund CHF 160, sieben Nächte rund CHF 525, Essen CHF 400 und Benzin vor Ort, Parken, Schiff und Mietvelo rund CHF 150. Dazu kommen Eintritte: Salzwelten, Dachstein, Stift Melk und Salzburg Card zusammen rund CHF 130.

Ist das Fahren in Österreich anders als in der Schweiz?

Kaum. Tempolimit auf der Autobahn 130, auf Landstrassen 100, Vignettenpflicht auf allen Autobahnen, Rettungsgasse bei Stau ist Pflicht und wird gebüsst. Die Seestrassen im Salzkammergut sind schmal und im Sommer voller Velofahrer, Motorräder und Busse, also eher langsam. Alkoholgrenze 0,5 Promille, Warnweste und Verbandskasten müssen im Auto sein.

Gibt es eine kürzere oder längere Variante?

Kürzer: Salzburg und Hallstatt in fünf Tagen, Rückfahrt über den Wolfgangsee. Länger: Nach der Wachau zwei Tage Wien anhängen, mit dem Auto in der Garage am Stadtrand und der U-Bahn in die Stadt, oder auf dem Heimweg eine Nacht in München. Dann sind es zehn bis elf Tage.

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