Dormy Inn Akita
Fünf Minuten vom Bahnhof Akita, mit Onsen-Bad und Sauna im obersten Stock, Gratis-Ramen am Abend und einem Frühstück mit lokalem Fisch. Die beste Budget-Adresse für die Nacht vor oder nach Nyuto.
Japan · Tōhoku · Reiseguide
Was eine Nacht in den milchig-weissen Waldbädern von Akita wirklich kostet, wie du mit dem Akita-Shinkansen hinkommst und warum Kakunodate Ende April die bessere Kirschblüte ist.
Foto: Alan Wang / Pexels
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Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Yen (JPY). 1'000 Yen sind ungefähr CHF 6. Kartenzahlung funktioniert in Städten und Hotels, kleine Lokale, Tempel und Landbahnhöfe wollen oft Bargeld. Die IC-Karte (Suica oder ICOCA) auf dem Handy zahlt Bahn, Bus und Konbini. Flugzeit: 12 bis 14 Stunden, meist mit einem Umstieg.
Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.
Budget
Fünf Minuten vom Bahnhof Akita, mit Onsen-Bad und Sauna im obersten Stock, Gratis-Ramen am Abend und einem Frühstück mit lokalem Fisch. Die beste Budget-Adresse für die Nacht vor oder nach Nyuto.
Direkt am Bahnhof Akita, Zimmer um 18 Quadratmeter, gute Betten, Frühstücksbuffet mit Kiritanpo-Suppe. Unter der Woche oft für unter CHF 65.
Standard-Businesshotel der Kette am Ostausgang, mit einfachem Frühstück, ruhig und günstig. Reicht für eine Durchreisenacht völlig, mehr erwartet hier niemand.
Mittelklasse
Rustikales Ryokan am Bach mit einem Freiluftbad im Wald, das du in 50 Metern über einen Pfad erreichst (im Winter mit Schnee bis zum Knie). Einfache Tatami-Zimmer, gutes Bauernessen, klares Wasser. Leichter zu buchen als Tsurunoyu und für viele das stimmigere Haus.
Das JR-Hotel direkt neben dem Bahnhof Kakunodate: schlichte Westzimmer, Frühstück, 15 Minuten zu Fuss zur Samurai-Strasse. Die praktische Basis, wenn du Kakunodate zur Kirschblüte am frühen Morgen leer sehen willst.
Kleines Hotel im Stil der Samurai-Residenzen, mit schwarzem Holzzaun, Tatami-Zimmern und Westbetten, am Rand des Samurai-Viertels. Ruhig, persönlich, mit lokalem Abendessen auf Anfrage. Das Haus, in dem Kakunodate nach Kakunodate aussieht.
Luxus
Das komfortabelste der sieben Häuser: Zimmer mit Betten und Flussblick, zwei Quellen (braun-eisenhaltig und klar), Freiluftbad gegenüber einem Wasserfall, gepflegtes Kaiseki. Für alle, die das Wald-Onsen ohne Strohdach-Rustikalität wollen.
Grosses Onsen-Hotel auf dem Hochplateau zwischen Tazawa-See und Nyuto, mit Freiluftbädern im Wald, geräumigen Zimmern und Buffet oder Kaiseki am Abend. Komfortabler als die Bauernbäder weiter oben; Kuroyu und Tsurunoyu besuchst du von hier als Tagesbad.
Das staatliche Ferien-Ryokan im Buchenwald, vier Gehminuten von den Nyuto-Quellen: Holzbau, eigene Becken drinnen und draussen, Bergküche mit Wildgemüse, Tatami- und Familienzimmer. Anders als Tsurunoyu, das nur per Telefon oder Mail direkt buchbar ist, bekommst du hier ein Zimmer ohne Anruf und badest mit dem Yumeguri-Pass trotzdem in allen sieben Häusern.
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Mit dem Yumeguri-Pass (2'500 Yen, nur für Übernachtungsgäste) badest du in allen sieben Nyuto-Häusern und fährst mit dem Shuttle dazwischen. Tsurunoyu 10 bis 15 Uhr, Kuroyu nur im Sommerhalbjahr, Handtuch und Bargeld mitnehmen.
Sechs erhaltene Residenzen hinter schwarzen Holzzäunen, Aoyagi und Ishiguro mit Eintritt (je 500 Yen), der Rest gratis. Zwei bis drei Stunden zu Fuss, Ende April unter Trauerkirschen, im Oktober in rotem Ahorn. Früh am Morgen fast leer.
Zwei Kilometer Kirschbaum-Tunnel am Fluss plus Trauerkirschen in der Samurai-Strasse, meist vom 25. April bis 5. Mai, abends beleuchtet. Gratis, aber Golden Week; Hotels in Kakunodate und Tazawako im Winter buchen.
Japans tiefster See, 20 Kilometer Uferstrasse, Veloverleih am Bahnhof Tazawako (CHF 8 bis 12 für drei Stunden), Halt bei der Tatsuko-Statue und dem Gozanoishi-Schrein. Boote von Ende April bis Anfang November, 1'400 Yen.
Dosen und Teedosen aus Kirschbaumrinde, ein Samurai-Handwerk seit dem 18. Jahrhundert. Im Denshokan-Museum (300 Yen) zeigt ein Handwerker die Technik, in den Läden gibt es Dosen ab CHF 15. Workshops zum Selbermachen CHF 20 bis 40.
Die sauerste und ergiebigste Quelle Japans, mit Steinfeld, auf dem Kurgäste in Decken liegen. Tagesbad 800 Yen, 40 Minuten mit dem Bus ab Tazawako, nur April bis November. Kein Spa, sondern ein Kurort mit eigener Logik.
Zwölf Meter hohe Bambusstangen mit 46 Laternen, auf Stirn, Schulter und Hüfte balanciert, über 200 Stück gleichzeitig auf der Chuo-dori. Gratis am Strassenrand, Tribüne CHF 15 bis 25, Hotels in Akita früh buchen.
Die Dämonenmasken der Oga-Halbinsel, die an Silvester faule Kinder erschrecken, in einem Museum mit Vorführung im Bauernhaus (zusammen 1'100 Yen). Ab Akita eine Stunde mit Zug und Bus oder Mietwagen, am besten mit Küste und Sonnenuntergang verbinden.
Gestampften Reis um Zedernstäbe formen, über Holzkohle rösten und in Hühner-Eintopf geben: In Kakunodate und Akita bieten Lokale und Bauernhöfe Workshops an, CHF 15 bis 30 mit Essen. Hungrig kommen, es ist mehr als ein Snack.
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Akita ist Reisland mit langen Wintern, und das schmeckst du: gerösteter Reis im Eintopf, glatte Udon, eingelegtes Gemüse mit Rauch, fermentierter Fisch und ein Sake, der aus dem Reis Akitakomachi gebrannt wird. Im Ryokan kommt das alles als Bergmenü vom Herdfeuer, in Kakunodate und Akita-Stadt in bodenständigen Lokalen zu kleinen Preisen.
Gestampfter Reis, um Zedernstäbe gewickelt und geröstet, in Stücke geschnitten in einem Eintopf aus Hinai-Huhn, Klettenwurzel, Pilzen und Lauch. Rauchig, sättigend, das Nationalgericht Akitas. CHF 12 bis 18.
Tipp:Saison ist Oktober bis März nach der Reisernte, im Sommer ist Kiritanpo oft tiefgekühlt.
Dünne, glatte, handgezogene Udon aus Inaniwa, eine der drei grossen Udon-Sorten Japans, kalt mit Dip oder warm in klarer Brühe. Seidig, elastisch. CHF 8 bis 12.
Tipp:Kalt bestellen («zaru»), dann schmeckst du die Nudel; warm ist sie fast zu weich.
Freilandhuhn aus Nord-Akita, eines der drei berühmten Hühner Japans, fest im Biss und kräftig im Geschmack. Als Oyakodon (Hühnchen und Ei auf Reis) CHF 10 bis 15, gegrillt am Spiess CHF 3 bis 4.
Tipp:Das Oyakodon mit Hinai-Jidori ist das günstigste Mittagessen, in dem du den Unterschied schmeckst.
Rettich, über dem Herdfeuer geräuchert und dann in Reiskleie eingelegt: knackig, rauchig, salzig. Der Snack zu Sake, als Beilage CHF 2 bis 4, als Mitbringsel ab CHF 5.
Tipp:Mit Frischkäse auf einem Cracker, so servieren es moderne Bars in Akita, und es funktioniert.
Sandfisch aus dem Japanischen Meer, im Winter gegrillt, als Sushi fermentiert oder in Shottsuru-Nabe, einem Eintopf mit Fischsauce. Klein, fettig, mit Rogen, der zwischen den Zähnen knackt. CHF 6 bis 12.
Tipp:Hauptsaison ist Dezember, dann gibt es Hatahata mit «Buriko» (Rogen), das ist die gesuchte Variante.
Im Nyuto-Ryokan kommt abends ein Eintopf mit Bergkräutern (Sansai), Pilzen, Tofu und geriebenen Bergkartoffeln auf den Herd, dazu gegrillter Iwana-Saibling am Spiess. In der Halbpension inbegriffen, im Lokal CHF 10 bis 15.
Tipp:Den Saibling isst du mit Kopf und Gräten, er ist knusprig gegrillt; wer nicht mag, lässt den Kopf.
Sorbet in Rosa und Gelb (Erdbeere und Banane), das ältere Frauen («Baba») mit einem Spatel («Hera») zu einer Rose formen. Sommer-Strassenverkauf, 300 Yen, mehr Kult als Geschmack.
Tipp:Nur bar, nur im Sommer, und frag nach der Rosenform, sonst gibt es eine Kugel.
Akita ist nach Niigata und Kyoto die drittgrösste Sake-Präfektur: Aramasa (Kult, selten), Hiraizumi, Yuki no Bosha, Takashimizu. Im Izakaya CHF 3 bis 6 pro Glas, im Ryokan Degustations-Set CHF 8 bis 12.
Tipp:Aramasa No. 6 steht in kaum einer Bar offen; wenn du es siehst, bestell es glasweise und frag nicht nach dem Preis für die Flasche.
Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.
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Nyuto Onsen ist kein Dorf, sondern sieben verstreute Badehäuser am Fuss des Berges Nyuto («Brustwarze», wegen seiner Form) in den Buchenwäldern des Towada-Hachimantai-Nationalparks. Das älteste, Tsurunoyu, wurde 1638 schriftlich erwähnt, als der zweite Fürst von Akita, Satake Yoshitaka, hier zur Kur kam; Legende nach entdeckte ein Jäger die Quelle, weil ein verletzter Kranich (Tsuru) seine Wunden im Wasser badete. Die strohgedeckten Langhäuser von Tsurunoyu, in denen die Bauern damals mit Reisvorräten für Wochen einzogen, stehen bis heute, mit Herdfeuer und ohne Strom in den ältesten Zimmern. Kuroyu wurde 1674 gegründet, Taenoyu und Ganiba folgten als Bauernbäder, bis in die 1970er Jahre war das Gebiet nur mühsam zu erreichen. Das Wasser aller sieben ist verschieden: milchig-weiss mit Schwefel bei Tsurunoyu, braun und eisenhaltig bei Taenoyu, klar bei Ganiba, und die weisse Farbe entsteht erst, wenn die Schwefelteilchen an der Luft ausflocken. 30 Kilometer südlich liegt Kakunodate, 1620 von Ashina Yoshikatsu als Burgstadt gegründet, später von den Satake-Nord verwaltet. Die Samurai-Strasse Bukeyashiki mit ihren schwarzen Holzzäunen, Toren und Trauerkirschen, die ein Fürst 1664 als Mitgift aus Kyoto mitbrachte, ist seit 1976 geschützt. Dazwischen liegt der Tazawa-See, mit 423 Metern Japans tiefster, der im Winter nie zufriert und dessen Wasser durch die Legende der Prinzessin Tatsuko bis heute Geschichten liefert.
Der Akita-Shinkansen Komachi fährt ab Tokio in rund drei Stunden bis Tazawako, mit Reservation etwa 16'800 Yen (CHF 100) pro Richtung; nach Kakunodate sind es 15 Minuten mehr, nach Akita-Stadt vier Stunden (18'000 Yen). Der Komachi ist komplett reservierungspflichtig, Platz vorher buchen, besonders am Wochenende. Ab Bahnhof Tazawako fährt der Ugo-Kotsu-Bus Richtung Nyuto Onsen, 50 Minuten bis zur Endstation, 840 Yen (CHF 5), etwa jede Stunde bis 18 Uhr; die Ryokan nennen dir die Haltestelle, Tsurunoyu holt dich am Abzweig Alpa Komakusa ab. Zwischen Tazawako und Kakunodate verkehrt der Zug (15 Minuten, 330 Yen) oder, um den See herum, der Bus. Der JR East Tohoku Area Pass (fünf Tage, 30'000 Yen) deckt den Komachi ab, nicht aber die Busse. Ein Mietwagen ab Tazawako (CHF 60 bis 80 pro Tag) lohnt sich im Sommer für See, Kakunodate und einen zweiten Onsen am Tag; im Winter liegt viel Schnee, die Strasse ist geräumt, aber Erfahrung mit Schneefahrten solltest du haben.
Die sieben Häuser unterscheiden sich stark. Tsurunoyu ist das berühmte mit den Strohdächern und dem grossen gemischten Milchbad im Freien, CHF 160 bis 250 für zwei mit Halbpension, aber nur per Telefon oder Mail buchbar, auf Japanisch oder in einfachem Englisch, Monate voraus. Kuroyu ist ähnlich rustikal, Strohdach, Holzbecken, nur von Mitte April bis Mitte November offen, CHF 180 bis 260. Taenoyu ist das komfortabelste: Zimmer mit Westbetten, Bad mit Blick auf einen Wasserfall, gutes Essen, CHF 300 bis 450. Ganiba liegt am Bach, mit einem Freiluftbad im Wald, das du über einen kurzen Weg erreichst, CHF 170 bis 250. Ogama, Magoroku und Kyukamura Nyuto Onsenkyo (ein grosses, einfaches Ferienhotel, CHF 150 bis 200, leicht zu buchen) runden ab. Alle Preise pro Zimmer für zwei inklusive zwei Mahlzeiten. Unser Vorschlag: eine Nacht Tsurunoyu oder Kuroyu für das Erlebnis, eine Nacht Taenoyu oder Ganiba für Komfort, dann Kakunodate oder Akita-Stadt im Hotel für CHF 55 bis 110.
Wer in einem der sieben Häuser übernachtet, kauft den Yumeguri-Pass für 2'500 Yen (CHF 15): Damit badest du in allen anderen sechs gratis und fährst mit dem Yumeguri-Shuttle zwischen den Häusern. Ohne Pass zahlst du pro Tagesbad 600 bis 800 Yen und läufst oder nimmst das Taxi. Falle Nummer zwei: die Tagesbad-Zeiten. Tsurunoyu ist für Tagesgäste nur von 10 bis 15 Uhr offen, montags ist das Freiluftbad gesperrt, Kuroyu im Winter ganz zu. Wer um 16 Uhr vor der Tür steht, hat Pech. Falle Nummer drei: der Komachi. Ohne reservierten Platz kommst du nicht mit, und am Freitagabend und Sonntag sind die Züge voll; buche online über JR East (Eki-net) bis drei Wochen vorher mit Rabatt. Falle vier: Im Ryokan gibt es kein Konbini. Getränke, Snacks und Bargeld (die alten Häuser nehmen teils keine Karten) besorgst du am Bahnhof Tazawako. Und: Die gemischten Bäder sind echt gemischt; Frauen haben eigene Becken und eigene Zeiten, Fragen beim Einchecken ist normal.
Kakunodate hat zwei Kirschblüten: die Trauerkirschen über den Samurai-Zäunen und einen zwei Kilometer langen Tunnel aus Somei-Yoshino am Fluss Hinokinai, beide um den 25. April bis 5. Mai. Das fällt in die Golden Week, Zimmer sind dann knapp und teurer; unter der Woche Ende April geht es. Nyuto Onsen ist im Mai mit frischem Buchengrün und im Oktober mit Herbstlaub am stillsten und schönsten, Taenoyu und Ganiba haben dann halbleere Becken. Der Winter von Dezember bis März ist das klassische Bild: zwei Meter Schnee, Dampf, das weisse Wasser; dafür fährt der Bus seltener, Kuroyu ist geschlossen und Ogama ebenfalls. Der Tazawa-See ist im Sommer zum Baden und Velofahren da (Veloverleih am Bahnhof, Umrundung 20 Kilometer), im Winter wird es dort grau. Das Kakunodate-Feuerfest Hiburi Kamakura am 13. und 14. Februar, bei dem brennende Strohsäcke an Seilen geschwungen werden, ist ein guter Grund für Winter. Meide Obon Mitte August: heiss, voll, teuer.
Zwischen Zug und Wald liegt der Tazawa-See, den die meisten nur vom Busfenster sehen. Mit 423 Metern ist er der tiefste Japans, kreisrund, saphirblau, und am Westufer steht die goldene Statue der Tatsuko, die sich der Legende nach aus Eitelkeit in einen Drachen verwandelte. Ein Velo am Bahnhof (CHF 8 bis 12 für drei Stunden) bringt dich in zwei Stunden ums Ufer, mit Badestelle bei Shirahama und dem Schrein Gozanoishi mit rotem Tor am Wasser. Ausflugsboote fahren von Ende April bis Anfang November (40 Minuten, 1'400 Yen). Noch unbekannter ist Tamagawa Onsen, 40 Minuten mit dem Bus nördlich: die sauerste Quelle Japans (pH 1,2), mit 9'000 Litern pro Minute die ergiebigste, und einem Steinfeld, auf dem Japaner in Decken gewickelt auf dem warmen, leicht radioaktiven Boden liegen (Ganbanyoku), als Kur gegen alles Mögliche. Tagesbad 800 Yen, nur von April bis November per Bus erreichbar. Kein Wellness-Ort, sondern ein Kurbad mit Patienten, aber als Blick in die japanische Badekultur einmalig.
Kakunodate ist 20 Minuten vom Bahnhof entfernt und in einem halben Tag zu Fuss erlebbar. Die Uchimachi-Strasse mit sechs erhaltenen Samurai-Residenzen ist breit, von schwarzen Holzzäunen und Trauerkirschen gesäumt, und hat kaum Verkehr. Das Aoyagi-Haus (500 Yen) ist das grösste, mit Waffenkammer, Museum und einem Garten; das Ishiguro-Haus (500 Yen) ist das älteste und wird noch von der Familie bewohnt, die durch die Räume führt. Iwahashi, Matsumoto und Kawarada sind gratis. Rechne zwei bis drei Stunden mit Pausen. Dann die Hinokinai-Flusspromenade entlang und ins Händlerviertel Sotomachi, wo du Kabazaiku kaufst: Dosen, Teedosen und Schalen, mit der Rinde der Bergkirsche belegt, ein Handwerk der verarmten Samurai aus dem 18. Jahrhundert, ab CHF 15 für eine kleine Dose, mit Vorführung im Denshokan-Museum (300 Yen). Zum Mittag gibt es Inaniwa-Udon (dünne, glatte Nudeln aus Akita, CHF 8 bis 12) oder Kiritanpo im Herbst. Mit Kirschblüte dauert alles doppelt so lang, dafür ist die Promenade ein rosa Tunnel.
Zwei Nächte sind ideal, am besten in zwei verschiedenen Häusern: eine rustikale (Tsurunoyu oder Kuroyu), eine komfortable (Taenoyu oder Ganiba). Mit dem Yumeguri-Pass badest du am Tag dazwischen in den anderen fünf. Eine Nacht geht auch, dann wirst du aber nur ankommen, baden, essen, schlafen und wieder abfahren. Mit Kakunodate und Tazawa-See rechnest du insgesamt drei bis vier Tage.
Tsurunoyu ist nicht auf den grossen Plattformen. Du buchst per Telefon (Japanisch, einfaches Englisch geht manchmal) oder über das Formular auf der eigenen Website, Antwort per Mail dauert einige Tage. Buche drei bis sechs Monate im Voraus, für Winterwochenenden früher. Alternativ nimmst du ein Zimmer in einem anderen Nyuto-Haus und badest tagsüber mit dem Yumeguri-Pass in Tsurunoyu, zwischen 10 und 15 Uhr, nicht am Montag.
Tsurunoyu, Kuroyu und Ganiba haben je ein grosses gemischtes Freiluftbad (Konyoku) und daneben getrennte Becken. Das Wasser ist so milchig, dass man unter der Oberfläche nichts sieht; Frauen können sich mit einem Badetuch bis ans Becken bewegen, dann wird es gelüftet. Viele Häuser haben zusätzlich Frauen-Zeiten am Abend. Niemand schaut, niemand redet viel, wer nur die getrennten Becken nutzt, verpasst wenig ausser der Aussicht.
Rechne für zwei Personen mit CHF 400 für die Komachi hin und zurück ab Tokio (CHF 200 pro Person), zwei Nächten Ryokan mit Halbpension (CHF 400 bis 700), Yumeguri-Pass (CHF 30), Bussen (CHF 30), Mittagessen und Eintritten in Kakunodate (CHF 60). Vier Tage ab Tokio kosten so CHF 920 bis 1'220 für zwei, also rund CHF 115 bis 150 pro Person und Tag, für ein Erlebnis, das in der Schweiz ein Vielfaches kosten würde.
Als Übernachtungsstopp ja, als Ziel nur bedingt. Die Stadt hat gute Businesshotels am Bahnhof (Dormy Inn, Richmond, Toyoko Inn, CHF 55 bis 90), das Kanto-Laternenfest vom 3. bis 6. August mit zwölf Meter hohen Bambusstangen voller Laternen, das Namahage-Museum auf der Halbinsel Oga (eine Stunde) und gutes Essen (Kiritanpo, Inaniwa-Udon, Hatahata-Fisch, Sake). Wer von Nyuto nach Niigata oder weiter nach Hokkaido will, kommt sowieso durch.
Im Winter (Januar, Februar) ist das Bild am stärksten: Schnee auf den Strohdächern, Dampf über dem weissen Wasser, minus zehn Grad draussen und 42 Grad im Becken. Dafür fährt alles seltener und Kuroyu ist zu. Mai mit frischem Grün und Oktober mit Herbstlaub sind ruhiger, günstiger und alle sieben Häuser offen. Juni bis September ist warm und grün, mit Mücken am Abend. Falsch ist keine Zeit.
Was ein paar Tage in der Millionenstadt des Nordens wirklich kosten, warum du hier Rinderzunge isst und wie du die 260 Inseln von Matsushima ohne Reisegruppe siehst.
Was die nördlichste Stadt Honshus wirklich kostet, warum das Nebuta-Fest Anfang August die Reise wert ist und wie du Hirosaki, Oirase und den Towada-See in vier Tagen verbindest.
Was eine Nacht im Holz-Ryokan am Fluss wirklich kostet, warum du Monate vorher buchen musst und wie du Zao, Yamadera und Kirschen im Juni zu einer Reise verbindest.