Japan · Onsen · 9 Tage

Onsen-Tour Tohoku

Holz-Ryokan mit Gaslaternen, milchige Waldbäder im Schnee und Rinderzunge in Sendai: die Route für alle, die Japan im Yukata erleben wollen, ohne Reisegruppe.

Die Route, Tag für Tag

  1. Tag 1 bis 2

    Sendai: Rinderzunge und die Inseln von Matsushima

    Du fliegst nach Tokio und fährst direkt weiter: Der Tohoku-Shinkansen Hayabusa bringt dich ab Tokio in 90 Minuten nach Sendai, Sitzreservation Pflicht, rund CHF 68. Wohn in einem Businesshotel am Westausgang des Bahnhofs, CHF 70 bis 110 für zwei, am besten eines mit Onsen-Bad auf dem Dach, dann beginnt die Tour schon am ersten Abend. Zum Essen gibt es Gyutan, gegrillte Rinderzunge mit Gerstenreis und Ochsenschwanzsuppe, CHF 12 bis 20. Tag 2: Mit der Senseki-Linie in 40 Minuten nach Matsushima (CHF 3), die Standard-Bootsrundfahrt durch die 260 Inseln kostet CHF 9, das Oberdeck brauchst du nicht. Danach der Zen-Tempel Zuigan-ji und die rote Brücke zur Insel Fukuura. Abends zurück in die Izakaya-Gassen von Kokubuncho. Weiter nach Ginzan Onsen: Senzan-Linie nach Yamagata (75 Minuten, CHF 7), Yamagata-Shinkansen Tsubasa oder Lokalzug bis Oishida, dann Hanagasa-Bus 40 Minuten (CHF 4.50), zusammen gut drei Stunden; viele Ryokan holen dich in Oishida ab.

    Touren an diesem Stopp: Matsushima Bootsfahrt ↗Sendai Food-Tour mit Gyutan ↗

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  2. Tag 3 bis 4

    Ginzan Onsen: Gaslaternen, Dampf und ein Dutzend Ryokan

    Ginzan Onsen ist ein einziger Strassenzug mit Holz-Ryokan aus der Taisho-Zeit, einem Fluss und Gaslaternen, und es ist genau so schön wie auf den Fotos, sobald die Tagesbusse um 17 Uhr weg sind. Check-in ab 15 Uhr, dann Yukata, Bad, Abendessen mit Yamagata-Rind und Bergkräutern auf dem Zimmer oder im Saal, danach ein Spaziergang zum Wasserfall am Ende der Gasse. Ein Ryokan kostet CHF 250 bis 500 für zwei mit Halbpension und muss Monate voraus gebucht werden, im Winter ein halbes Jahr. Zwei Nächte, wenn das Budget reicht; sonst die zweite in Yamagata-Stadt im Businesshotel (CHF 60 für zwei) und am Tag 4 unterwegs der Bergtempel Yamadera mit seinen 1'015 Stufen (CHF 2). Weiter nach Nyuto Onsen: Bus nach Oishida, Tsubasa bis Shinjo (20 Minuten), Ou-Hauptlinie über Yokote nach Omagari (rund zweieinhalb Stunden Lokalzug, einmal umsteigen), dort in den Komachi bis Tazawako (20 Minuten) und Bus in den Wald (50 Minuten). Rechne mit fünf bis sechs Stunden und prüf den Fahrplan am Vorabend, die Ou-Linie fährt nur alle ein bis zwei Stunden.

    Touren an diesem Stopp: Yamadera Bergtempel ↗

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  3. Tag 5 bis 6

    Nyuto Onsen: sieben Badehäuser im Buchenwald

    Nyuto Onsen ist das Gegenteil von Ginzan: kein Dorf, sondern sieben einzelne Badehäuser, verstreut im Wald am Fuss des Nyuto-Bergs, mit milchig-weissem, schwefeligem Wasser in Holzbecken unter freiem Himmel. Das berühmteste ist Tsurunoyu mit Strohdächern und einem grossen gemischten Freibad, CHF 160 bis 250 für zwei mit Halbpension, buchbar nur per Telefon oder Mail und Monate voraus; einfacher zu buchen sind Kuroyu (nur Mitte April bis Mitte November), Ganiba, Magoroku oder Taenoyu. Du isst abends Kiritanpo, gegrillten Reis am Stab, in Bergeintopf, und schläfst auf Futon ohne Fernseher. Kauf den Yumeguri-Pass (CHF 15): Damit badest du in allen anderen sechs Häusern und fährst mit dem Shuttle dazwischen. Tag 6: zwei bis drei Bäder abklappern, dazwischen am Tazawa-See, dem tiefsten Japans, spazieren oder mit dem Komachi 15 Minuten nach Kakunodate ins Samurai-Viertel. Weiter nach Aomori: Bus zum Bahnhof Tazawako, Komachi nach Morioka (35 Minuten), Hayabusa nach Shin-Aomori (60 Minuten), Lokalzug ins Zentrum, zusammen rund 2 Stunden 30 Minuten, CHF 55.

    Touren an diesem Stopp: Kakunodate Samurai-Viertel ↗

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  4. Tag 7 bis 9

    Aomori: Nebuta, Fischmarkt und das Tausend-Personen-Bad

    Aomori ist für die meisten der Umsteigebahnhof nach Hokkaido, für dich das Finale. Wohn drei Nächte in einem Businesshotel am Bahnhof oder an der Shinmachi-dori, CHF 60 bis 100 für zwei, nach den Ryokan-Nächten fühlt sich das fast nach Sparen an. Tag 7: Nebuta-Museum Wa Rasse am Hafen (CHF 4) mit den Festwagen des Augustfests, abends Jakobsmuscheln und Sake. Tag 8: Frühstück am Furukawa-Markt, wo du dir die Nokke-don-Schale selbst zusammenstellst (CHF 10 bis 15), dann nach Hirosaki zur Burg und den Apfelkuchen (45 Minuten, CHF 4) oder im Oktober mit dem JR-Bus in die Oirase-Schlucht. Tag 9: der letzte Onsen, und was für einer: Sukayu, eine Stunde Bus in die Hakkoda-Berge, mit dem Tausend-Personen-Bad aus Hiba-Holz, gemischt, säurehaltig, seit 300 Jahren in Betrieb, Tagesbad CHF 6. Rückreise: Hayabusa ab Shin-Aomori in knapp drei Stunden nach Tokio (CHF 106) oder Flug ab Aomori nach Haneda in 80 Minuten (CHF 60 bis 120), dann der Heimflug.

    Touren an diesem Stopp: Hirosaki Burg und Apfelregion ↗Oirase-Schlucht und Towada-See ↗

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Was die Route kostet

Grobe Gesamtkosten pro Person in CHF für die ganze Route, Mittelklasse, zu zweit unterwegs. Flüge und Hotels schwanken saisonal, Details stehen auf den Reiseziel-Seiten.

  • Anreise 1'050 CHF
  • Unterkunft 600 CHF
  • Essen 280 CHF
  • Mobilität vor Ort 330 CHF
2'260 CHF
Gesamt pro Person · 9 Tage

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Yen (JPY). 1'000 Yen sind ungefähr CHF 6. Kartenzahlung funktioniert in Städten und Hotels, kleine Lokale, Tempel und Landbahnhöfe wollen oft Bargeld. Die IC-Karte (Suica oder ICOCA) auf dem Handy zahlt Bahn, Bus und Konbini.

Tipps für die Route

Onsen-Etikette in drei Sätzen: Du wäschst dich gründlich auf dem Hocker, bevor du ins Becken steigst, das kleine Handtuch kommt nicht ins Wasser, sondern auf den Kopf oder den Beckenrand, und Badekleidung gibt es nicht. In gemischten Bädern wie Tsurunoyu und Sukayu ist das Wasser milchig genug, viele Frauen nutzen das Badetuch, das dort erlaubt ist. Laut sein, fotografieren und Trinken im Bad geht nicht.

Tätowierungen sind in Japan in vielen Bädern verboten, in Tohoku ist man entspannter als in den Städten: Kleine Tattoos deckst du mit einem Pflaster ab (gibt es im Konbini), bei grösseren fragst du beim Buchen per Mail nach. Fast jedes Ryokan hat ein Kashikiri-Bad, das du 45 Minuten privat reservieren kannst, oft gratis für Hausgäste. Das löst das Problem ohne Diskussion.

Die Ryokan-Nächte musst du als Erstes buchen, dann den Rest. Ginzan Onsen hat rund ein Dutzend Häuser, Nyuto sieben, und beide sind an Wochenenden, im Februar und im Oktober Monate vorher voll. Tsurunoyu nimmt nur Telefon oder Mail an, in einfachem Englisch geht das. Viele Ryokan haben eine Stornofrist von sieben Tagen, danach wird die volle Nacht fällig.

Der JR East Pass Tohoku lohnt sich hier tatsächlich: Er kostet rund CHF 180 für fünf flexible Tage und deckt alle Shinkansen der Route ab, auch die Reservationen. Einzeln zahlst du für Tokio nach Sendai, Yamagata-Strecke, Komachi, Hayabusa nach Aomori und zurück nach Tokio zusammen über CHF 300. Du kaufst ihn online und holst ihn am Bahnhof ab, Pass vorzeigen reicht.

Im Winter liegt in Nyuto und Ginzan ein bis drei Meter Schnee, und das ist der Grund zu kommen: im heissen Wasser sitzen, während es auf den Kopf schneit. Pack Schuhe mit Profil, eine Mütze und eine Stirnlampe für den Weg zwischen den Bädern. Die Busse fahren auch bei Schnee, der Komachi hat manchmal Verspätung. Wer Schnee nicht will, nimmt Ende Oktober mit Herbstlaub im Buchenwald.

Die Lokalzüge zwischen Shinjo und Omagari sind der ehrliche Haken dieser Route: ein bis zwei Wagen, alle ein bis zwei Stunden, keine Gepäckablage. Alternativ fährst du von Ginzan zurück nach Sendai (drei Stunden) und von dort mit Hayabusa und Komachi über Morioka nach Tazawako (80 Minuten), das ist eine Stunde kürzer und entspannter, kostet aber mit dem JR East Pass nichts extra.

Häufige Fragen zur Route Onsen-Tour Tohoku

Reichen neun Tage für die Onsen-Tour?

Ja, weil du in den Badeorten nichts erledigen musst. Zwei Tage Sendai, je zwei Nächte in Ginzan und Nyuto und drei Tage Aomori sind ein ruhiger Rhythmus. Mit sieben Tagen streichst du eine Nacht in Aomori und machst Ginzan als eine Nacht. Wer länger hat, hängt Hirosaki oder den Towada-See mit einer Nacht an.

Wann ist die beste Zeit für Onsen in Tohoku?

Januar und Februar für das Bild mit Schnee und Laternen, das ist die teuerste und am schwersten zu buchende Zeit. Ende Oktober für das Herbstlaub im Buchenwald um Nyuto, Mai und Juni für Kirschblüte in Hirosaki (Ende April) und grüne Berge. Anfang August läuft das Nebuta-Fest in Aomori, dann sind Hotels Monate vorher weg.

Brauche ich einen Mietwagen?

Nein, aber ein Auto würde den Umweg über die Ou-Linie ersparen: ab Oishida nach Tazawako sind es zwei Stunden Fahrt statt fünf mit Zug und Bus. Im Winter brauchst du dafür Winterreifen und Erfahrung mit Schnee, dazu den internationalen Führerschein nach dem Genfer Abkommen. Für zwei Personen bleibt die Bahn mit dem JR East Pass günstiger.

Was kostet die Onsen-Tour?

Pro Person rund CHF 2'260: Flug CHF 1'050, Übernachtungen CHF 600, davon rund CHF 450 für die vier Ryokan-Nächte mit Halbpension, Essen CHF 280, weil Abendessen und Frühstück an vier Tagen inbegriffen sind, und Bahn CHF 330, mit dem JR East Pass eher CHF 230. Die Ryokan sind der Posten, an dem du sparst oder eben nicht.

Ist Tohoku sicher, auch was Erdbeben und Tsunami angeht?

Ja. Tohoku ist seit 2011 wieder vollständig bereist und die Infrastruktur neu. Erdbeben gibt es in ganz Japan, die Hotels sind darauf gebaut, und dein Handy warnt dich auf Japanisch mit lautem Alarm. In Matsushima und Sendai stehen Tsunami-Fluchtwege angeschrieben. Das grössere Risiko auf dieser Route ist eine Rutschpartie auf vereisten Stufen vor dem Bad.

Gibt es eine kürzere oder längere Variante?

Kürzer: Nur Sendai, Ginzan Onsen und zurück, das sind fünf Tage ab Tokio und passt als Anhängsel an eine Golden Route. Länger: Nach Aomori mit dem Hokkaido-Shinkansen weiter nach Hakodate (eine Stunde) und Sapporo, dann wird daraus eine Nordroute von zwei Wochen mit Rückflug ab Neu-Chitose.

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