Geschichte & Hintergrund
Okinawa war 450 Jahre lang kein Teil Japans, sondern ein eigenes Königreich. 1429 einte Sho Hashi die drei Fürstentümer der Insel zum Königreich Ryukyu mit Hauptstadt Shuri, das Tribut an die chinesische Ming-Dynastie zahlte und dafür den Handel zwischen China, Japan, Korea und Südostasien betrieb; die Schiffe aus Naha brachten Gewürze aus Siam, Seide aus Fujian und Schwerter aus Japan. 1609 fiel das Satsuma-Lehen aus Kagoshima ein und machte Ryukyu zum Vasallen, der nach aussen weiter chinesisch auftrat, Doppelspiel über 270 Jahre. 1879 schaffte Tokio das Königreich ab, der letzte König Sho Tai wurde nach Tokio gebracht, die Sprache in den Schulen verboten. Vom 1. April bis 22. Juni 1945 tobte die Schlacht um Okinawa, die einzige Bodenschlacht des Krieges auf japanischem Boden: rund 200'000 Tote, darunter mehr als 100'000 Zivilisten, ein Viertel der Bevölkerung, viele durch erzwungene Selbsttötungen. Shuri wurde ausradiert. Bis zum 15. Mai 1972 regierten die USA die Inseln, man fuhr rechts und zahlte in Dollar; heute liegen 70 Prozent der US-Militärflächen Japans auf 0,6 Prozent seiner Fläche, ein Streit, der jede Wahl prägt. Die Burg Shuri wurde 1992 rekonstruiert, 2000 Welterbe und brannte in der Nacht auf den 31. Oktober 2019 erneut ab; der Hauptbau soll im Herbst 2026 wieder stehen. Okinawa hat Karate hervorgebracht, die höchste Lebenserwartung Japans und eine Kultur, die sich bis heute als Uchinanchu versteht, nicht als Yamato.