Okinawa & Naha

Japan · Kyūshū & Okinawa · Reiseguide

Okinawa & Naha

Was eine Woche auf Japans Südinseln wirklich kostet, warum du ohne Mietwagen nur die halbe Insel siehst und wie du die Kerama-Inseln und die Kriegsgeschichte in eine Reise bringst.

Foto: William Chen / Pexels

Was kostet deine Reise nach Okinawa & Naha?

Schieb die Werte auf deine Reise zurecht – der Rechner aktualisiert live (CHF).

3'420 CHF
≈ 1'710 CHF pro Person
  • Flüge 2'300 CHF
  • Unterkunft 475 CHF
  • Essen 400 CHF
  • Transport vor Ort 125 CHF
  • Schnorchel-Bootstour zu den Kerama-Inseln 120 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Flüge & Hotels schwanken saisonal stark – aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Yen (JPY). 1'000 Yen sind ungefähr CHF 6. Kartenzahlung funktioniert in Städten und Hotels, kleine Lokale, Tempel und Landbahnhöfe wollen oft Bargeld. Die IC-Karte (Suica oder ICOCA) auf dem Handy zahlt Bahn, Bus und Konbini. Flugzeit: 12 bis 14 Stunden, meist mit einem Umstieg.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Toyoko Inn Naha Kokusai-dori Miebashi Eki

Kokusai-dori, Naha

Direkt an der Monorail-Station Miebashi am Anfang der Kokusai-dori, Gratisfrühstück, kleine Zimmer. Flughafen in 15 Minuten, Makishi-Markt in zehn Gehminuten. Verlässlich und meist das günstigste Doppelzimmer der Stadt.

ab CHF 55 / Nacht Ansehen →

APA Hotel Naha

Matsuo, Naha

Zwei Minuten von der Kokusai-dori und der Station Kencho-mae, kompakte Zimmer mit grossem Bett, Grossbad im Haus. Gute Basis für zwei Nächte Stadt vor der Weiterfahrt an die Küste.

ab CHF 55 / Nacht Ansehen →

Hotel Gracery Naha

Kokusai-dori, Naha

Mitten an der Kokusai-dori, Zimmer etwas grösser als bei den Businessketten, Frühstück mit Okinawa-Gerichten optional. Abends laut vor dem Haus, dafür alles vor der Tür.

ab CHF 65 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Daiwa Roynet Hotel Naha Kokusai Dori

Kokusai-dori, Naha

Neueres Businesshotel der oberen Klasse am Ostende der Kokusai-dori bei der Station Makishi, Zimmer gross, ruhig und gut schallisoliert. Markt und Tsuboya in fünf Minuten, Parkplatz für den Mietwagen im Haus.

ab CHF 95 / Nacht Ansehen →

Hotel Collective

Kokusai-dori, Naha

Seit 2020 das grösste Hotel direkt an der Kokusai-dori, mit Pool im Innenhof, Spa und grosszügigen Zimmern. Fühlt sich wie ein Resort in der Stadt an, zu Preisen, die in Onna doppelt so hoch wären.

ab CHF 140 / Nacht Ansehen →

Hyatt Regency Naha Okinawa

Makishi, Naha

Hinter dem Makishi-Markt in einer ruhigen Strasse, Pool auf dem Dach, Club-Lounge, Zimmer ab dem 10. Stock mit Blick über Naha. Gehobene Mittelklasse, die oft für CHF 150 zu haben ist.

ab CHF 150 / Nacht Ansehen →

Luxus

Halekulani Okinawa

Onna, Okinawa

Schwester des Hotels in Waikiki, an einer eigenen Bucht in Onna, 1,7 Kilometer Küste, fünf Pools, Spa, japanische und französische Restaurants. Das Haus mit dem besten Service auf der Insel, 70 Minuten ab Flughafen.

ab CHF 450 / Nacht Ansehen →

The Busena Terrace

Nago, Okinawa

Auf der Halbinsel Busena bei Nago, wo 2000 der G8-Gipfel tagte, mit Privatstrand, Unterwasser-Observatorium und tropischem Garten. Klassisches Grandhotel, Familien willkommen, 30 Minuten zum Churaumi-Aquarium.

ab CHF 350 / Nacht Ansehen →

Hoshinoya Okinawa

Yomitan, Okinawa

Flache Villen hinter einer Gusuku-Mauer direkt am Riff von Yomitan, jede mit Meerblick, Pool mit Infinity-Rand, Küche nach Ryukyu-Rezepten. Keine Kinder unter 13 in bestimmten Bereichen, dafür vollkommene Ruhe. Das teuerste Haus Okinawas.

ab CHF 700 / Nacht Ansehen →

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Erlebnisse, die sich lohnen

Schnorchel-Bootstour zu den Kerama-Inseln

Ab Naha oder Chatan mit dem Boot zu zwei bis drei Riffen im Kerama Blue, Schildkröten inklusive, Ausrüstung und Mittagessen dabei, CHF 60 bis 90 für den Tag. Alternative zur Fähre, wenn du nur einen Tag hast.

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Tauchen in den Kerama oder Schnuppertauchen

Zwei Bootstauchgänge mit Guide ab CHF 90 bis 120, Schnupperkurs ohne Brevet CHF 80, Sicht bis 50 Meter, Wasser 22 bis 29 Grad. Deutschsprachige Schulen gibt es in Naha und Onna. Am Vortag des Heimflugs nicht tauchen.

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Churaumi-Aquarium und Nordinsel-Tagestour

Bustour ab Naha mit Churaumi (Eintritt CHF 13 extra oder inklusive), Kouri-Brücke, Bise-Allee und Nakijin, CHF 40 bis 70 für den Tag. Für alle ohne Mietwagen die einzige vernünftige Art, den Norden zu sehen.

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Burg Shuri und Königreichs-Rundgang

Mit Führung durch die Burg mit Wiederaufbau-Halle, Tor Shureimon, Königsgrab Tamaudun (CHF 1.80) und den Steinweg Kinjo-cho, zwei bis drei Stunden, CHF 30 bis 50. Allein für CHF 2.40 Eintritt ebenfalls gut machbar.

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Food Tour durch Makishi-Markt und Sakaemachi

Mit lokaler Begleitung über den Markt mit Verkostung von Seetrauben, Schweinefuss und Inselgemüse, abends in die Kneipengassen von Sakaemachi mit Awamori und Sanshin. Drei bis vier Stunden, CHF 70 bis 100 inklusive Essen.

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Friedenspark, Himeyuri-Museum und Marinehauptquartier

Halbtagestour in den Süden zu den Gedenkstätten der Schlacht von 1945, mit Guide CHF 50 bis 80, allein mit Mietwagen Eintritte unter CHF 6 insgesamt. Ernst, wichtig, am besten am Vormittag und danach etwas Leichtes.

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Whale Watching (Januar bis März)

Buckelwale ziehen im Winter durch die Kerama, Boote ab Naha und Zamami, drei Stunden, CHF 30 bis 40, Trefferquote über 90 Prozent mit Geld-zurück-Garantie bei den meisten Anbietern. Reisetabletten mitnehmen, die See ist unruhig.

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Sanshin- oder Eisa-Workshop

Eine Stunde an der dreisaitigen Schlangenhaut-Laute oder beim Eisa-Trommeltanz, CHF 20 bis 40, in Naha und Yomitan. Du lernst ein Lied und verstehst danach, warum in jeder Kneipe gesungen wird.

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Mangroven-Kajak in Yambaru

Zwei bis drei Stunden durch die Mangroven von Gesashi oder Okukubi im Norden, CHF 40 bis 60 mit Guide, auch für Anfänger und Kinder. Kombinierbar mit dem Kap Hedo und dem Welterbe-Wald Yambaru.

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Essen & Trinken

Okinawas Küche hat mit Sushi wenig zu tun: Schweinefleisch vom Ohr bis zum Fuss, Bittermelone, Seetrauben, Reisschnaps aus Thai-Reis und Tacos auf Reis aus der US-Zeit. Deftig, günstig und angeblich der Grund für die vielen Hundertjährigen.

Okinawa Soba

Shuri Soba beim Burgberg, Kishimoto Shokudo in Motobu (seit 1905) oder die Soba-Lokale rund um den Makishi-Markt

Dicke Weizennudeln (kein Buchweizen trotz des Namens) in klarer Schweine-Bonito-Brühe mit geschmortem Schweinebauch oder Rippchen, Fischkuchen, Ingwer und Schnittlauch. Mild, sättigend. CHF 4 bis 7.

Tipp:Die Variante Soki Soba mit Rippchen nehmen und Koregusu, in Awamori eingelegte Chili, tropfenweise dazugeben.

Goya Champuru

Yunangi in Kumoji, ein kleines Lokal mit Hausmannskost, oder die Esslokale im ersten Stock des Makishi-Markts

Pfannengericht aus Bittermelone, Inseltofu, Ei und Spam oder Schweinefleisch. Bitter, salzig, mit Reis das Alltagsessen jeder Familie. Champuru bedeutet «vermischt» und ist das Motto der Insel. CHF 6 bis 9.

Tipp:Yunangi öffnet um 12 und 17.30 Uhr, die Schlange steht davor, lohnt sich.

Rafute

Yunangi oder die Ryukyu-Lokale in Shuri, wo es als Teil des Hofmenüs serviert wird

Schweinebauch, stundenlang in Awamori, Soja und braunem Zucker geschmort, bis Fett und Fleisch zerfallen. Die Festtagsspeise des Königreichs, süss und schwer. CHF 8 bis 12 die Portion.

Tipp:Eine Portion zu zweit, mit Awamori on the rocks, das Fett braucht den Schnaps.

Taco Rice

King Tacos in Kin, das Ursprungslokal, 24 Stunden offen; in Naha in jedem Diner an der Kokusai-dori

Tacofleisch, Käse, Salat und Tomaten auf Reis, 1984 in Kin neben der US-Basis erfunden, damit GIs schnell satt wurden. Heute Schulkantinen-Klassiker. CHF 5 bis 8.

Tipp:Die Portion bei King Tacos ist amerikanisch gross, die kleine reicht.

Umibudo

Makishi-Markt, Erdgeschoss, zum Mitnehmen oder im ersten Stock serviert

Seetrauben, eine Alge aus winzigen grünen Kugeln, die im Mund wie Kaviar platzen, roh mit Ponzu oder auf Reis mit Sashimi. Salzig, frisch, nichts Vergleichbares. CHF 4 bis 7.

Tipp:Nie in den Kühlschrank legen, die Kugeln schrumpfen, am selben Tag essen.

Sata Andagi

Stände am Makishi-Markt und in den Gassen hinter der Kokusai-dori

Frittierte Teigbällchen wie schwere Donuts, aussen rissig und knusprig, innen dicht, mit braunem Inselzucker oder Süsskartoffel. Der Snack vom Markt, CHF 0.70 bis 1.20 das Stück.

Tipp:Warm aus dem Öl kaufen, drei Stück sind ein Frühstück.

Awamori

Zuisen-Brennerei in Shuri mit Degustation, Awamori-Bars in Sakaemachi oder jede Izakaya

Reisbrand aus Thai-Langkornreis und schwarzem Koji, 30 bis 43 Prozent, kräftig und trocken, gereift als Kusu nach drei Jahren weich wie Rum. Das Getränk des Königreichs seit dem 15. Jahrhundert. CHF 3 bis 6 das Glas.

Tipp:Mit Wasser und Eis gemischt (mizuwari) als Begleitung zum Essen, Kusu pur zum Schluss.

Blue Seal Eis

Blue Seal an der Kokusai-dori oder das Stammhaus Blue Seal Makiminato in Urasoe

Eismarke von 1948, gegründet für US-Soldaten, heute mit Sorten wie Beni-imo (lila Süsskartoffel), Shikuwasa-Zitrus, Zuckerrohr und Salzmilch. Cremiger als japanisches Softeis. CHF 2.50 bis 4 die Kugel.

Tipp:Beni-imo ist die Sorte, Shikuwasa-Sorbet die Erfrischung nach dem Strand.

Food-Tour buchen: Okinawa & Naha

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Okinawa war 450 Jahre lang kein Teil Japans, sondern ein eigenes Königreich. 1429 einte Sho Hashi die drei Fürstentümer der Insel zum Königreich Ryukyu mit Hauptstadt Shuri, das Tribut an die chinesische Ming-Dynastie zahlte und dafür den Handel zwischen China, Japan, Korea und Südostasien betrieb; die Schiffe aus Naha brachten Gewürze aus Siam, Seide aus Fujian und Schwerter aus Japan. 1609 fiel das Satsuma-Lehen aus Kagoshima ein und machte Ryukyu zum Vasallen, der nach aussen weiter chinesisch auftrat, Doppelspiel über 270 Jahre. 1879 schaffte Tokio das Königreich ab, der letzte König Sho Tai wurde nach Tokio gebracht, die Sprache in den Schulen verboten. Vom 1. April bis 22. Juni 1945 tobte die Schlacht um Okinawa, die einzige Bodenschlacht des Krieges auf japanischem Boden: rund 200'000 Tote, darunter mehr als 100'000 Zivilisten, ein Viertel der Bevölkerung, viele durch erzwungene Selbsttötungen. Shuri wurde ausradiert. Bis zum 15. Mai 1972 regierten die USA die Inseln, man fuhr rechts und zahlte in Dollar; heute liegen 70 Prozent der US-Militärflächen Japans auf 0,6 Prozent seiner Fläche, ein Streit, der jede Wahl prägt. Die Burg Shuri wurde 1992 rekonstruiert, 2000 Welterbe und brannte in der Nacht auf den 31. Oktober 2019 erneut ab; der Hauptbau soll im Herbst 2026 wieder stehen. Okinawa hat Karate hervorgebracht, die höchste Lebenserwartung Japans und eine Kultur, die sich bis heute als Uchinanchu versteht, nicht als Yamato.

Insider-Tipps

Anreise und Mietwagen: ohne Auto bleibst du in Naha

Ab Zürich fliegst du über Tokio-Haneda oder Osaka-Kansai mit Inlandanschluss, Gesamtzeit 17 bis 20 Stunden; der Inlandflug ab Tokio dauert 2,5 Stunden und kostet mit Peach oder Jetstar ab CHF 60, mit ANA und JAL CHF 120 bis 200. Der Flughafen Naha liegt am Stadtrand, die Monorail Yui Rail fährt in 20 Minuten ins Zentrum (CHF 1.80, Tagespass CHF 5). Das ist die einzige Bahn der Präfektur. Busse fahren nach Norden, aber langsam: zum Churaumi-Aquarium 2,5 Stunden für CHF 15 pro Weg. Darum gilt: Für alles ausserhalb Nahas brauchst du einen Mietwagen, CHF 35 bis 60 pro Tag für einen Kleinwagen, in den Sommerferien das Doppelte, Monate vorher buchen. Die Autobahn nach Nago kostet CHF 6 Maut, der Verkehr in und um Naha steht morgens und abends. Schweizer und Deutsche brauchen die JAF-Übersetzung des Führerscheins, Österreicher den internationalen Führerschein nach Genfer Abkommen. Linksverkehr, Tempo 60 auf Landstrassen, Parkplätze fast überall gratis. Wer nicht fahren will, bucht Tagestouren ab Naha (Churaumi mit Kouri-Insel ab CHF 40) und bleibt sonst in der Stadt und auf den Fähren.

Unterkunft: Naha als Basis, Westküste für den Strand, Kerama fürs Meer

Naha ist die Stadt mit allem: Businesshotels an der Kokusai-dori und um die Monorail-Stationen Miebashi und Kencho-mae ab CHF 55 bis 80, Mittelklasse CHF 100 bis 160. Strand hat Naha keinen nennenswerten, dafür Markt, Lokale und Fähren. Die Resorts liegen an der Westküste zwischen Yomitan, Onna und Nago, 60 bis 90 Minuten nördlich, mit eigenen Buchten: Halekulani, Busena Terrace, Hoshinoya und Dutzende Hotels dazwischen, CHF 200 bis 600 pro Nacht in der Saison, im Dezember und Januar die Hälfte. Motobu im Norden ist praktisch für Churaumi und ruhig. Die ehrliche Empfehlung: zwei bis drei Nächte Naha, zwei bis drei an der Westküste oder in Motobu, dann eine oder zwei auf Zamami oder Tokashiki in den Kerama-Inseln, wo du in Minshuku für CHF 60 bis 90 pro Person mit Abendessen wohnst und das Wasser vor der Tür hast. Hotels auf Okinawa kosten in der Golden Week, im Juli und August und an Silvester doppelt; Juni (Regenzeit) und Oktober bis November sind die Monate mit dem besten Verhältnis von Preis und Wetter.

Naha: Kokusai-dori, Makishi-Markt und die Baustelle Shuri

Die Kokusai-dori ist 1,6 Kilometer Souvenirläden, Steakhäuser und Shisa-Löwen aus Plastik, ein Abend reicht. Interessanter sind die Seitengassen: Der Makishi-Markt, 2023 neu gebaut, verkauft im Erdgeschoss Fisch in Farben, die du nicht kennst, Schweinefüsse und Gesichter, Seetrauben und Inselgemüse; für CHF 3 bis 5 Zubereitungsgebühr lässt du dir den gekauften Fisch im ersten Stock zubereiten. Die Töpferstrasse Tsuboya mit Werkstätten seit 1682 liegt fünf Minuten weiter, die Yachimun-Keramik dort ist das Mitbringsel, das bleibt. Die Burg Shuri erreichst du mit der Monorail in 15 Minuten plus 15 Gehminuten. Sie ist seit dem Brand 2019 eine Baustelle, aber eine, die sich lohnt: Für CHF 2.40 betrittst du den inneren Bereich, siehst den Wiederaufbau des Hauptbaus durch Fenster in der Bauhalle, die Handwerker beim Schnitzen und Lackieren, und erfährst, warum die Burg rot ist und chinesisch aussieht. Das Tor Shureimon, die Mauern und der Ausblick über Naha sind unversehrt. Nimm dir zwei Stunden, danach Shuri Soba in der Nähe. Abends gehst du in die Yatai-Gassen von Sakaemachi beim Bahnhof Asato: kleine Kneipen mit Sanshin-Musik, wo Touristen die Ausnahme sind.

Churaumi und der Norden: ein Tag mit Auto

Das Churaumi-Aquarium im Ocean Expo Park auf der Motobu-Halbinsel ist 90 Minuten von Naha entfernt und das meistbesuchte Ziel der Insel. Der Grund ist das Kuroshio-Becken: 7'500 Tonnen Wasser hinter einer 60 Zentimeter dicken Acrylscheibe, darin drei Walhaie und Mantarochen, die über dich hinwegziehen. Eintritt CHF 13, ab 16 Uhr CHF 9, dann ist auch das Gedränge der Busgruppen vorbei. Draussen im Park sind Delfinshow, Strand und der Ryukyu-Dorfnachbau gratis. Kombinier den Tag mit dem Rest der Halbinsel: Bise mit der Allee aus Fukugi-Bäumen, die seit 300 Jahren Taifunwind von den Häusern halten, die Burgruine Nakijin aus dem 13. Jahrhundert mit Blick aufs Meer (CHF 2.40, im Januar Kirschblüte, die früheste Japans), die Brücke nach Kouri, zwei Kilometer über türkises Wasser, und ein Mittagessen mit Okinawa Soba bei Kishimoto Shokudo in Motobu, seit 1905. Wer Zeit hat, fährt weiter nach Norden in den Yambaru-Wald, seit 2021 Welterbe, mit dem Kap Hedo am Nordende und Mangroven zum Kajakfahren in Gesashi. Der Norden ist dünn besiedelt, Tankstellen und Konbini werden rar, tank in Nago.

Kerama-Inseln: das Wasser, für das du gekommen bist

Die Kerama-Inseln liegen 30 bis 40 Kilometer westlich von Naha und sind seit 2014 Nationalpark. Das Wasser hat eine eigene Farbe bekommen, Kerama Blue, 50 Meter Sicht, Korallen bis an den Strand. Ab dem Hafen Tomari in Naha fahren Schnellboote nach Zamami und Tokashiki in 50 bis 70 Minuten für CHF 20 pro Weg, die langsame Fähre braucht doppelt so lang für die Hälfte; online reservieren, im Sommer sind die Boote voll, bei Taifun fallen sie aus. Als Tagesausflug machbar: morgens 9 Uhr hin, 16 Uhr zurück, am Furuzamami-Strand auf Zamami oder Aharen auf Tokashiki schnorcheln, Ausrüstung am Strand für CHF 10 pro Tag, Schildkröten am Ama-Strand fast garantiert. Besser sind ein bis zwei Nächte: Abends sind die Inseln leer, der Himmel voller Sterne, und das Minshuku-Abendessen kostet nichts extra. Tauchen: Zwei Tauchgänge mit Boot ab CHF 90 bis 120, Schnorcheltouren mit Boot CHF 40 bis 70, Schnupperkurse CHF 80. Von Januar bis März ziehen Buckelwale durch die Kerama, Whale Watching ab Naha oder Zamami für CHF 30 bis 40 mit hoher Trefferquote. Badesaison ist April bis Oktober, die bewachten Strände hängen dann Netze gegen Quallen auf, ausserhalb der Netze schwimmst du auf eigene Verantwortung.

Taifun-Saison, Kriegsgedenken und Kosten-Fallen

Von August bis Oktober ziehen Taifune über Okinawa, zwei bis vier pro Saison treffen die Insel direkt. Dann fliegt zwei Tage lang nichts, Fähren bleiben im Hafen, Läden schliessen, und du sitzt im Hotel, das darauf eingerichtet ist. Buch in dieser Zeit flexible Tarife, eine Reiseversicherung mit Flugausfall und plane nach der Insel zwei Puffertage, bevor dein Heimflug geht. Mai und Juni sind Regenzeit mit Schauern, nicht Dauerregen, April und Ende Oktober bis November die besten Monate, Dezember bis Februar mild mit 18 Grad, zu kühl zum Baden, gut zum Fahren und Wandern. Nimm dir einen halben Tag für den Süden: Der Friedenspark in Itoman mit den Namen von 240'000 Toten aller Nationen auf schwarzen Steinen, das Himeyuri-Museum über die Schülerinnen, die als Krankenschwestern starben (CHF 2.70), und das unterirdische Marinehauptquartier in Tomigusuku. Geh ruhig durch, fotografier keine Selfies vor den Steinen, und wenn ältere Okinawaner dort sind, halt Abstand. Kosten-Fallen: Steakhäuser an der Kokusai-dori mit Schaukochen CHF 50 pro Person, einen Block weiter kostet dasselbe die Hälfte; Taxis zu den Resorts CHF 80 bis 120; Parkgebühren in Naha CHF 2 pro Stunde, ausserhalb gratis; und das «Blue Cave»-Schnorcheln in Onna ist nett, aber an Sommertagen stehen dort 30 Boote.

Häufige Fragen zu Okinawa & Naha

Brauche ich auf Okinawa wirklich einen Mietwagen?

Für Naha, Shuri und die Kerama-Inseln nicht, dafür reichen Monorail, Füsse und Fähren. Für Churaumi, die Westküste, den Norden und den Friedenspark im Süden ja, Busse brauchen doppelt so lang und fahren selten. Mietwagen ab CHF 35 pro Tag, dazu die JAF-Übersetzung des Führerscheins für Schweizer und Deutsche. Alternative sind Tagestouren ab Naha für CHF 40 bis 80.

Wann ist die beste Reisezeit für Okinawa?

April bis Anfang Mai (vor der Golden Week) und Mitte Oktober bis November: 25 Grad, Badewetter, wenig Regen, kaum Taifune. Juli und August sind heiss, voll und teuer, August bis Oktober ist Taifun-Saison. Mai und Juni Regenzeit mit Schauern und günstigen Hotels. Im Winter 18 Grad, Wale in den Kerama und Kirschblüte im Januar in Nakijin, aber kein Badewetter.

Was passiert bei einem Taifun?

Flüge und Fähren werden ein bis zwei Tage vorher gestrichen, Hotels bleiben offen und sind sicher gebaut, Läden und Restaurants schliessen für ein bis zwei Tage. Du bleibst drin, deckst dich im Konbini ein und wartest. Buch flexible Flüge, eine Versicherung mit Flugausfall und plan vor dem Heimflug ab Tokio zwei Puffertage. Die Hotels informieren rechtzeitig, die App Safety Tips warnt auf Englisch.

Lohnt sich die Burg Shuri trotz Baustelle?

Ja, gerade deshalb. Du siehst den Wiederaufbau des Hauptbaus durch Fenster in der Bauhalle, die Handwerker bei der Arbeit und eine gute Ausstellung zum Königreich Ryukyu. Tore, Mauern und Aussicht sind unversehrt, Eintritt CHF 2.40. Der Hauptbau soll im Herbst 2026 fertig sein, danach steigen Preise und Besucherzahlen wieder deutlich an.

Kerama als Tagesausflug oder mit Übernachtung?

Als Tagesausflug schaffst du einen Strand und drei Stunden Schnorcheln, mit Boot um 9 Uhr hin und 16 Uhr zurück, Kosten CHF 40 für die Fähre plus Ausrüstung. Mit einer oder zwei Nächten in einem Minshuku (CHF 60 bis 90 pro Person mit Abendessen) hast du die Inseln abends für dich, die Sterne und einen Morgen am Strand vor den Tagesgästen. Wer tauchen will, bleibt über Nacht.

Wie viele Tage für Okinawa?

Sechs bis sieben Tage für die Hauptinsel und die Kerama: zwei in Naha mit Shuri und dem Süden, zwei bis drei an der Westküste und im Norden mit Churaumi, zwei auf Zamami oder Tokashiki. Mit Ishigaki und Iriomote in den Yaeyama-Inseln (Inlandflug ab Naha eine Stunde) werden es zehn Tage. Weniger als vier Tage lohnt den langen Flug nicht.

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