Japan · Kulinarik · 7 Tage

Kansai kulinarisch

Japans Küche auf 60 Kilometern: Strassenküche in Osaka, Rind und Sake in Kobe, Kaiseki in Kyoto und Reiskuchen in Nara, alles mit der Vorortbahn und ohne Umziehstress.

Die Route, Tag für Tag

  1. Tag 1 bis 3

    Osaka: Takoyaki, Kushikatsu und Essen im Stehen

    Osaka nennt sich Japans Küche, und das Motto heisst Kuidaore, sich arm essen. Du landest in Kansai, fährst mit dem Nankai nach Namba (40 Minuten, CHF 6 bis 9) und wohnst drei Nächte dort, Businesshotel CHF 90 bis 130 für zwei, alles zu Fuss. Tag 1: abends Dotonbori anschauen, aber in Hozenji Yokocho essen, der Gasse mit dem bemoosten Buddha, Okonomiyaki am Eisen. Tag 2: morgens Kuromon-Markt mit Seeigel und gegrillten Jakobsmuscheln, mittags nach Shinsekai zu Kushikatsu, frittierten Spiessen für CHF 1 bis 2 das Stück, die Sauce wird nur einmal getunkt, nachmittags Takoyaki bei Aizuya in Tamade, dem Lokal, das sie 1935 erfunden hat, abends Tachinomi, Stehbars in Tenma mit Sake für CHF 3 das Glas. Tag 3: Depachika im Untergeschoss des Hankyu-Kaufhauses in Umeda, dann ein Kochkurs oder ein Fugu-Mittagessen (CHF 40). Weiter nach Kobe: Hanshin-Linie ab Umeda nach Sannomiya, 30 Minuten, CHF 2, mit Halt in Mikage für die Brauereien.

    Touren an diesem Stopp: Osaka Street-Food-Tour ↗Takoyaki- und Okonomiyaki-Kochkurs ↗

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  2. Tag 4

    Kobe: Sake in Nada und Rind am Mittag

    Kobe ist ein Tag, der mit Sake beginnt und mit Fleisch endet. Steig in Mikage oder Uozaki aus der Hanshin-Linie: Hier liegt Nada, das grösste Sake-Gebiet Japans, mit Brauereimuseen von Hakutsuru (gratis, mit Degustation), Kiku-Masamune und Sawanotsuru, alle in Gehdistanz, dazu das Wasser Miyamizu, das den Sake trocken macht. Zwei bis drei Häuser am Vormittag reichen, kauf eine Flasche Nama-Sake, den es nur hier gibt. Dann nach Sannomiya zum Mittagessen: Kobe-Rind ist am Mittag das halbe Geschäft, ein Teppanyaki-Set mit 100 bis 150 Gramm zertifiziertem Fleisch kostet CHF 55 bis 80 statt CHF 150 bis 200 am Abend, reservieren, auf das Zertifikat mit der zehnstelligen Nummer achten. Nachmittags verdaust du im Hang von Kitano mit den alten Konsulatsvillen oder im Hafen, abends Jazz-Bar und Akashiyaki, die weichen Kobe-Verwandten der Takoyaki in Dashi. Übernachtung in Sannomiya, Mittelklasse CHF 90 bis 130 für zwei, oder in Arima Onsen im Berg dahinter. Weiter nach Kyoto: JR Special Rapid ab Sannomiya, 50 Minuten, CHF 6.50.

    Touren an diesem Stopp: Sake-Brauereien in Nada ↗Kobe-Rind Teppanyaki Mittagessen ↗

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  3. Tag 5 bis 6

    Kyoto: Nishiki-Markt, Kaiseki am Mittag und Sake in Fushimi

    Kyoto ist die Hauptstadt der feinen Küche, und du isst sie zur Mittagszeit, wenn sie bezahlbar ist. Wohn zwei Nächte zentral zwischen Karasuma und Kawaramachi, Businesshotel oder kleines Ryokan ohne Verpflegung, CHF 120 bis 180 für zwei. Tag 5: Nishiki-Markt um 10 Uhr zur Öffnung, bevor es eng wird, Tsukemono-Gurken, Tamagoyaki am Spiess, Yuba und Hamo; mittags Kaiseki in einem Kappo-Restaurant, acht bis zehn Gänge für CHF 40 bis 60 statt CHF 120 bis 200 am Abend, reservieren; nachmittags Matcha und Wagashi in einem Teehaus in Gion, abends Pontocho mit Obanzai, der Hausmannskost Kyotos. Tag 6: mit der Keihan nach Fushimi, dem zweiten grossen Sake-Viertel: Gekkeikan Okura Museum (CHF 4 mit Degustation), Kizakura Kappa Country, Mittag mit Sake-Kasu-Gerichten, danach zu Fuss zu den ersten Toren von Fushimi Inari, nur 15 Minuten entfernt; abends Yudofu, Tofu-Eintopf, in Nanzen-ji oder Yakitori hinter dem Bahnhof. Weiter nach Nara: Kintetsu Limited Express ab Kyoto, 35 Minuten, CHF 8.

    Touren an diesem Stopp: Nishiki-Markt Food-Tour ↗Fushimi Sake-Verkostung ↗Teezeremonie in Gion ↗

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  4. Tag 7

    Nara: Persimonenblatt-Sushi, Mochi und Sake-Ursprung

    Nara ist der leise Abschluss, und kulinarisch mehr als Hirschkekse: Hier wurde im 15. Jahrhundert der klare Sake erfunden, und die Altstadt Naramachi hat Brauereien, die das noch zeigen. Komm früh an, lass das Gepäck im Schliessfach am Kintetsu-Bahnhof (CHF 4) und geh in den Park, bevor die Busse kommen: Todai-ji, Hirsche, Kasuga-Taisha, das brauchst du als Kulisse für den Tag. Mittags Kakinoha-Sushi, Makrelen- und Lachs-Sushi in Persimonenblättern eingewickelt, CHF 10 für ein Set, dazu Nara-zuke, in Sake-Trester eingelegtes Gemüse. Nachmittags Naramachi: Degustation bei der Brauerei Harushika (fünf Sorten für CHF 3) und das Mochi-Stampfen bei Nakatanidou in der Einkaufsarkade, wo zwei Männer den Reis im Takt schlagen, warmes Yomogi-Mochi CHF 1.20 das Stück. Wer Zeit hat, isst früh zu Abend in einem Kappo in Naramachi. Rückreise: Der Limousinenbus fährt ab Kintetsu-Nara in 90 Minuten direkt zum Flughafen Kansai (CHF 13), oder mit JR über Tennoji in 80 Minuten, für den Abendflug nach Hause.

    Touren an diesem Stopp: Naramachi Rundgang mit Sake-Degustation ↗

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Was die Route kostet

Grobe Gesamtkosten pro Person in CHF für die ganze Route, Mittelklasse, zu zweit unterwegs. Flüge und Hotels schwanken saisonal, Details stehen auf den Reiseziel-Seiten.

  • Anreise 1'000 CHF
  • Unterkunft 320 CHF
  • Essen 420 CHF
  • Mobilität vor Ort 90 CHF
1'830 CHF
Gesamt pro Person · 7 Tage

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Yen (JPY). 1'000 Yen sind ungefähr CHF 6. Kartenzahlung funktioniert in Städten und Hotels, kleine Lokale, Tempel und Landbahnhöfe wollen oft Bargeld. Die IC-Karte (Suica oder ICOCA) auf dem Handy zahlt Bahn, Bus und Konbini.

Tipps für die Route

Reservier die Mahlzeiten, die dir wichtig sind, zwei bis vier Wochen vorher: Kaiseki-Mittagessen in Kyoto und Kobe-Rind-Teppanyaki gehen über die Hotel-Rezeption, über Tabelog oder Plattformen wie Omakase und TableCheck, viele Häuser nehmen keine Buchungen auf Englisch per Telefon an. Takoyaki, Kushikatsu, Tachinomi und Märkte brauchen keine Reservation, dafür Geduld in der Schlange und Bargeld.

Mittag statt Abend ist der grösste Spartrick dieser Route: Dasselbe Kaiseki-Haus verlangt mittags CHF 40 bis 60 für ein kürzeres Menü und abends CHF 120 bis 200, Kobe-Rind kostet am Mittag die Hälfte, und Sushi-Theken haben Mittagssets. Plan die teuren Mahlzeiten um 12 Uhr und iss abends in Izakaya und Stehbars, dann bleibst du bei CHF 60 pro Tag und isst trotzdem auf höchstem Niveau.

Die Reihenfolge lässt sich umdrehen und mit Kyoto beginnen, dann endet die Reise mit Osaka am Flughafen. Vorwärts passt sie aber besser zum Magen: Die schweren, frittierten Sachen am Anfang, wenn du Hunger und Jetlag hast, Kobe-Rind in der Mitte, die feine Küche am Ende, wenn der Gaumen wach ist. Zwischen Kyoto und Nara kannst du Uji mit Matcha-Tempeln einschieben, 20 Minuten mit der Bahn.

Etikette am Tisch: Stäbchen nie senkrecht in den Reis stecken und nichts von Stäbchen zu Stäbchen weitergeben. Sauce bei Kushikatsu nur einmal tunken, Kohl ist zum Schöpfen da. Beim Sake schenkst du dem Gegenüber ein, nie dir selbst. Schlürfen bei Nudeln ist erwünscht, Trinkgeld nicht. Viele Stehbars und Yatai nehmen Otoshi, eine Sitzgebühr von CHF 3 bis 5 mit kleinem Teller, das ist normal.

Reisezeit fürs Essen: Oktober und November für Matsutake-Pilze, neuen Reis und Herbstlaub, Dezember für Fugu und Krabbe aus dem Japanischen Meer, März bis Mai für Bambussprossen, Hamo und die Kirschblüte, die Kyoto aber voll macht. Juni ist Regenzeit, dafür gibt es Kyoto-Gurken und die Kawayuka-Terrassen über dem Fluss ab Mai. Im Sommer ist Kansai mit 35 Grad schwül und der Appetit kleiner.

Häufige Fragen zur Route Kansai kulinarisch

Reichen sieben Tage für Kansai?

Für die kulinarische Runde ja, weil die Städte nah beieinander liegen und du nur dreimal das Hotel wechselst. Mit fünf Tagen streichst du Nara und machst Kobe als Tagesausflug ab Osaka. Mit zehn Tagen nimmst du Himeji mit Oden, Uji mit Matcha und Arima Onsen mit einem Kaiseki-Ryokan dazu.

Wann ist die beste Zeit für eine kulinarische Reise nach Kansai?

Herbst und Winter: Oktober bis Dezember bringen Pilze, neuen Reis, Fugu und Krabbe, und die Kyoto-Hotels sind nach dem Herbstlaub Mitte Dezember günstig. Der Frühling hat Bambussprossen und Hamo, aber Kirschblüten-Preise. Im Hochsommer sind die Märkte früh am Morgen angenehm und die Flussterrassen in Kyoto abends, dazwischen ist es zu heiss zum Essen.

Brauche ich ein Auto oder einen Rail Pass?

Weder noch. Alle Strecken dieser Route sind Vorortbahnen für CHF 2 bis 9, bezahlt mit der ICOCA oder Suica auf dem Handy, und die Lokale liegen in Gehdistanz zu den Bahnhöfen. Der Kansai Area Pass lohnt sich erst mit Ausflügen nach Himeji. Ein Auto wäre reine Parkplatzsuche, und nach Sake und Bier ohnehin keine Option, in Japan gilt null Promille.

Was kostet die kulinarische Woche?

Pro Person rund CHF 1'830: Flug CHF 1'000, sechs Nächte zu zweit CHF 320, Essen CHF 420 mit zwei teuren Mittagessen und sonst Markt, Izakaya und Theke, Bahn CHF 90. Wer jeden Abend Kaiseki und Kobe-Rind will, rechnet mit CHF 150 pro Tag fürs Essen. Degustationen und Museen kosten zusammen unter CHF 30.

Komme ich mit Allergien oder als Vegetarier zurecht?

Vegetarisch ist in Kyoto einfach: Shojin Ryori, die Tempelküche, Yudofu und Yuba, Obanzai mit Gemüse. In Osaka ist es schwerer, Dashi aus Bonitoflocken steckt fast in allem, auch in Okonomiyaki, frag nach Kombu-Dashi. Allergien schreibst du auf eine japanische Karte (Vorlagen im Internet), Nüsse sind selten, Soja, Weizen und Sesam überall. Gluten vermeiden ist mit Sojasauce schwierig.

Gibt es eine kürzere oder längere Version?

Kürzer: Osaka und Kyoto in fünf Tagen, Kobe als Mittagsausflug für das Rind. Länger: ein Tag Himeji mit Burg und Oden, ein Abend in Arima Onsen mit Kaiseki im Ryokan, ein Vormittag in Uji mit Matcha-Zeremonie, oder weiter nach Hiroshima für Okonomiyaki im Lagenstil und Austern auf Miyajima, dann werden es zehn bis zwölf Tage.

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