Japan · Bahnreise · 12 Tage

Japanische Alpen

Schwarze Burg, Holzstadt, Strohdächer und die Samurai-Stadt am Meer: die Rundreise für alle, die Japan zwischen den Grossstädten sehen wollen, ganz ohne Mietwagen.

Die Route, Tag für Tag

  1. Tag 1 bis 3

    Tokio: drei Tage Stadt, dann in die Berge

    Drei Nächte Tokio reichen, weil die Stadt am Ende der Reise nicht mehr kommt und du sie deshalb jetzt voll nimmst. Wohn in Shinjuku, denn von dort fährt am Tag 4 der Zug in die Alpen, Businesshotel CHF 100 bis 130 für zwei. Tag 1: ankommen, Suica aufs Handy, abends durch Omoide Yokocho, die Yakitori-Gasse am Bahnhof. Tag 2: Senso-ji vor 8 Uhr, Ueno-Park und Nationalmuseum, nachmittags Akihabara, abends Blick vom gratis zugänglichen Rathausturm. Tag 3: Meiji-Schrein, Harajuku, Shibuya, zum Abschluss ein Izakaya in Golden Gai. Wer Tempelstädte noch nicht kennt, macht statt Tag 3 einen Ausflug nach Kamakura. Weiter nach Matsumoto: Limited Express Azusa ab Shinjuku, 2 Stunden 30 Minuten, rund CHF 40 mit Sitzplatz, halbstündlich bis stündlich. Setz dich rechts in Fahrtrichtung, ab dem Kofu-Becken siehst du die Südalpen.

    Touren an diesem Stopp: Izakaya-Tour durch Shinjuku ↗Tagesausflug nach Kamakura ↗

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  2. Tag 4 bis 5

    Matsumoto: schwarze Burg und Kamikochi

    Matsumoto ist die beste Basis für die Japanischen Alpen und wird trotzdem meist in zwei Stunden abgehakt. Du bleibst zwei Nächte in einem Businesshotel zwischen Bahnhof und Burg, CHF 65 bis 100 für zwei, oft mit Onsen-Bad auf dem Dach. Tag 4: Nach der Ankunft am Mittag zur Burg (CHF 5), einer der wenigen Originalburgen Japans, mit steilen Holztreppen bis unters Dach, dann durch Nakamachi mit den weissen Speicherhäusern, abends Soba und Basashi. Tag 5: Kamikochi, das Hochtal auf 1'500 Metern, mit Bahn und Bus in 90 Minuten erreichbar (hin und zurück CHF 32), offen von Mitte April bis Mitte November, autofrei. Die Wanderung von Taisho-Teich zur Kappa-Brücke und weiter nach Myojin dauert drei Stunden und ist flach. Weiter nach Takayama: Alpico- oder Nohi-Bus über den Pass bei Hirayu Onsen, 2 Stunden 30 Minuten, rund CHF 22, vier bis sechs Fahrten täglich, online reservieren.

    Touren an diesem Stopp: Wanderung in Kamikochi ↗Burg Matsumoto Führung ↗

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  3. Tag 6 bis 7

    Takayama: Morgenmärkte und Hida-Rind

    Zwei Nächte in Takayama, davon mindestens eine im Ryokan, denn hier ist die Ryokan-Nacht günstiger als in Kyoto und die Gastgeber sprechen Englisch. Wohn östlich des Flusses Miyagawa, nahe der Altstadt Sanmachi, CHF 200 bis 300 für zwei mit Abendessen und Frühstück. Tag 6: Ankunft am Mittag, nachmittags Takayama Jinya, das alte Verwaltungsgebäude (CHF 3), abends Hida-Rind, als Steak ab CHF 50, als Spiess an den Ständen CHF 4 bis 8. Tag 7: um 7 Uhr auf den Miyagawa-Morgenmarkt, bevor die Gruppen kommen, dann die Altstadt Sanmachi, die bis 9 Uhr dir gehört, nachmittags das Freilichtmuseum Hida no Sato mit Bauernhäusern aus der Region (CHF 4.50). Gib das grosse Gepäck per Takkyubin nach Kanazawa auf, für Shirakawa-go brauchst du nur einen Rucksack. Weiter nach Shirakawa-go: Nohi-Bus ab dem Busterminal am Bahnhof, 50 Minuten, CHF 16, etwa stündlich, Sitzplatz reservieren.

    Touren an diesem Stopp: Takayama Altstadt und Sake-Brauereien ↗Hida-Rind Kochkurs ↗

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  4. Tag 8

    Shirakawa-go: eine Nacht im Gassho-Haus

    Shirakawa-go ist zwischen 10 und 15 Uhr ein Freilichtmuseum mit Parkplatz und morgens um 7 Uhr ein Bergdorf mit Nebel über den Reisfeldern. Der Unterschied ist die Übernachtung im Minshuku, einem der rund 20 Gassho-Häuser, die Zimmer vermieten: Futon im Tatami-Raum, gemeinsames Bad, Abendessen an der Irori-Feuerstelle mit Flussfisch und Hoba-Miso, CHF 80 bis 110 pro Person mit Halbpension. Buch Monate voraus, es gibt vielleicht 100 Betten. Am Nachmittag läufst du zum Aussichtspunkt Shiroyama (20 Minuten zu Fuss oder Shuttlebus), schaust dir das Wada-Haus an (CHF 2.50) und gehst über die Hängebrücke zum Freilichtmuseum. Nach 17 Uhr sind die Busse weg, und du hörst nur noch den Fluss. Am Morgen vor dem Frühstück noch einmal durchs Dorf, dann ist es am schönsten. Weiter nach Kanazawa: Nohi- oder Hokutetsu-Bus ab dem Terminal Ogimachi, 75 bis 85 Minuten, CHF 14, Reservation Pflicht.

    Touren an diesem Stopp: Shirakawa-go Dorfführung ↗

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  5. Tag 9 bis 10

    Kanazawa: Kenroku-en um 7 Uhr und Fisch am Omicho

    Kanazawa wird als kleines Kyoto verkauft und hat ein Fünftel der Besucher und das bessere Essen. Zwei Nächte in Korinbo oder Katamachi, dem Zentrum zwischen Garten, Samurai-Viertel und Markt, Mittelklasse CHF 100 bis 140 für zwei. Tag 9: Ankunft am Vormittag, mittags Kaisendon am Omicho-Markt (CHF 15 bis 25), nachmittags das Teehausviertel Higashi Chaya mit einem Besuch im Shima-Teehaus (CHF 3), abends Izakaya in Katamachi. Tag 10: Kenroku-en zur Frühöffnung ab 7 Uhr, dann ist der Garten leer und gratis, danach Burg, das Museum für zeitgenössische Kunst des 21. Jahrhunderts mit dem Swimmingpool von Leandro Erlich (CHF 3 bis 8) und das Samurai-Viertel Nagamachi. Das Blattgold-Softeis kostest du einmal fürs Foto. Weiter nach Kyoto: Hokuriku-Shinkansen Tsurugi bis Tsuruga (50 Minuten), dort am selben Bahnsteig in den Thunderbird nach Kyoto (55 Minuten), zusammen rund 2 Stunden 15 Minuten für CHF 45.

    Touren an diesem Stopp: Kanazawa Rundgang mit Kenroku-en ↗Blattgold-Workshop ↗

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  6. Tag 11 bis 12

    Kyoto: zwei Tage für das Wesentliche

    Zwei Tage sind für Kyoto knapp, deshalb konzentrierst du dich und stehst früh auf. Wohn zentral zwischen Karasuma und Kawaramachi, Businesshotel oder kleine Machiya, CHF 120 bis 180 für zwei, und miet ein Velo. Tag 11: Ankunft am Mittag, nachmittags Nishiki-Markt und Gion, Kiyomizu-dera nach 16 Uhr, wenn die Gruppen weg sind, abends Pontocho am Fluss. Tag 12: Fushimi Inari um 6.30 Uhr durch die ersten tausend Tore, dann je nach Flugzeit Arashiyama mit Bambushain oder Kinkaku-ji, danach zum Flughafen. Wer sich für die Rundreise ein Kaiseki gönnen will, macht es hier mittags für CHF 40 bis 60. Rückreise: Der JR Haruka fährt ab Kyoto in 80 Minuten direkt zum Flughafen Kansai (CHF 20, mit Online-Ticket günstiger), Flüge ab Kansai haben meist einen Umstieg. Die Route ist als Gabelflug gedacht: hin nach Tokio, zurück ab Osaka, das kostet kaum mehr als hin und zurück.

    Touren an diesem Stopp: Fushimi Inari Morgentour ↗Gion Rundgang am Abend ↗

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Was die Route kostet

Grobe Gesamtkosten pro Person in CHF für die ganze Route, Mittelklasse, zu zweit unterwegs. Flüge und Hotels schwanken saisonal, Details stehen auf den Reiseziel-Seiten.

  • Anreise 1'000 CHF
  • Unterkunft 680 CHF
  • Essen 520 CHF
  • Mobilität vor Ort 260 CHF
2'460 CHF
Gesamt pro Person · 12 Tage

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Yen (JPY). 1'000 Yen sind ungefähr CHF 6. Kartenzahlung funktioniert in Städten und Hotels, kleine Lokale, Tempel und Landbahnhöfe wollen oft Bargeld. Die IC-Karte (Suica oder ICOCA) auf dem Handy zahlt Bahn, Bus und Konbini.

Tipps für die Route

Die Route funktioniert auch rückwärts: ab Osaka nach Kyoto, dann Kanazawa, Shirakawa-go, Takayama, Matsumoto und am Ende Tokio. Die Busse fahren in beide Richtungen gleich oft. Vorwärts hat den Vorteil, dass du Kamikochi früh in der Reise machst, wenn du noch Energie für Wanderungen hast, und dass der Shinkansen am Ende zum Flughafen Kansai führt, ohne dass du noch einmal durch Tokio musst.

Reservier die drei Busse, sobald die Daten feststehen: Matsumoto nach Takayama über die Website von Alpico oder Nohi, Takayama nach Shirakawa-go und Shirakawa-go nach Kanazawa über Nohi Bus. Im Herbstlaub und während der Winterbeleuchtung in Shirakawa-go (Januar, Februar) sind die Busse Wochen vorher voll. Ohne Reservation stehst du am Terminal und hoffst auf freie Plätze im nächsten Bus.

Der Japan Rail Pass lohnt sich hier noch weniger als auf der Golden Route, weil Azusa, Busse und Thunderbird-Kombination zusammen nur rund CHF 125 kosten und der Pass CHF 300. Mach stattdessen den JR Pass für die Region, falls du Kanazawa und Kyoto länger brauchst, oder kauf alles einzeln. Die Suica funktioniert auf allen Nahverkehrsstrecken der Route bis auf die Busse ins Bergdorf.

Kamikochi ist nur von Mitte April bis Mitte November offen, der Buspass bei Hirayu kann bei Schnee gesperrt sein. Wer im Winter reist, streicht Kamikochi, nimmt dafür die beleuchteten Gassho-Häuser in Shirakawa-go (nur an wenigen Sonntagen im Januar und Februar, mit Reservation) und rechnet mit Schnee ab Matsumoto. Takayama und Kanazawa sind im Winter ruhig, Krabbensaison und günstig.

Das Gepäck ist auf dieser Route das grösste Thema: Busse haben wenig Stauraum, Minshuku keine Lifte, und die Thunderbird-Züge keinen Kofferplatz. Schick den grossen Koffer per Takkyubin von Tokio nach Takayama und von Takayama nach Kyoto (je CHF 15 bis 20, ein Tag Vorlauf), und lebe dazwischen aus dem Rucksack. In Shirakawa-go gibt es am Busterminal Schliessfächer für CHF 3 bis 5.

Häufige Fragen zur Route Japanische Alpen

Wie lange braucht man für die Alpenroute?

Zwölf Tage sind der gute Rhythmus: drei Tage Tokio, zwei Matsumoto, zwei Takayama, eine Nacht Shirakawa-go, zwei Kanazawa, zwei Kyoto. Mit zehn Tagen streichst du je eine Nacht in Tokio und Kyoto. Unter neun Tagen lässt du Matsumoto weg und fährst von Tokio mit dem Hokuriku-Shinkansen direkt nach Kanazawa.

Wann ist die beste Reisezeit für die Japanischen Alpen?

Mai und Juni, wenn Kamikochi frisch offen ist und die Reisfelder in Shirakawa-go unter Wasser stehen, und Oktober bis Anfang November für das Herbstlaub. Juli und August sind in den Bergen angenehmer als in den Städten. Der Winter ist spektakulär, aber Kamikochi ist zu und die Busse sind schnell voll.

Geht die Route mit dem Mietwagen besser?

Zwischen Matsumoto, Takayama, Shirakawa-go und Kanazawa ist ein Auto bequem, in Tokio und Kyoto aber eine Last. Wer fahren will, mietet ab Matsumoto und gibt in Kanazawa ab (Einwegzuschlag CHF 30 bis 60), braucht den internationalen Führerschein nach dem Genfer Abkommen und zahlt Autobahnmaut von rund CHF 40. Für zwei Personen bleibt die Bahn günstiger.

Was kostet die Route?

Pro Person rund CHF 2'450: Flug CHF 1'000, elf Nächte zu zweit CHF 680 inklusive Ryokan-Nacht in Takayama und Minshuku in Shirakawa-go mit Halbpension, Essen CHF 520 und Bahn plus Busse CHF 260. Das Minshuku und das Ryokan sind die teuersten Nächte, dafür sind dort zwei Mahlzeiten inbegriffen.

Ist die Route für Menschen mit wenig Kondition geeignet?

Ja, bis auf Kamikochi, und selbst dort ist der Weg flach. Die Burgen in Matsumoto und Kanazawa haben steile Holztreppen, die Altstädte sind zu Fuss klein, Kyoto machst du mit Velo oder Bus. Die Busfahrten durch die Berge sind kurvig, wem schnell schlecht wird, der setzt sich vorne hin.

Wie lässt sich die Route verlängern oder verkürzen?

Länger: einen Tag für die Tateyama-Kurobe-Alpenroute zwischen Matsumoto und Kanazawa einplanen (CHF 70, nur Mitte April bis November), oder Nara und Osaka an Kyoto anhängen. Kürzer: Shirakawa-go als Tagesausflug ab Takayama mit dem Bus, dann sparst du eine Nacht, verlierst aber die Abendstimmung im Dorf.

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