Kyoto

Japan · Kansai · Reiseguide

Kyoto

Was eine Woche in der alten Kaiserstadt wirklich kostet, wann du an welchem Tempel sein musst, damit du ihn überhaupt siehst, und warum das Velo hier den Bus schlägt.

Foto: Emanuele Ricciardi / Pexels

Was kostet deine Reise nach Kyoto?

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3'290 CHF
≈ 1'645 CHF pro Person
  • Flüge 2'000 CHF
  • Unterkunft 600 CHF
  • Essen 450 CHF
  • Transport vor Ort 60 CHF
  • Kaiseki-Abendessen (Mittelklasse) 180 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Flüge & Hotels schwanken saisonal stark – aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Yen (JPY). 1'000 Yen sind ungefähr CHF 6. Kartenzahlung funktioniert in Städten und Hotels, kleine Lokale, Tempel und Landbahnhöfe wollen oft Bargeld. Die IC-Karte (Suica oder ICOCA) auf dem Handy zahlt Bahn, Bus und Konbini. Flugzeit: 12 bis 14 Stunden, meist mit einem Umstieg.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Piece Hostel Sanjo

Nakagyo, Kyoto

Stilvolles Hostel in Gehweite zum Nishiki-Markt und zur Kamo-Ufer-Promenade. Schlafsaal-Betten und kleine Doppelzimmer, Gemeinschaftsküche, Café im Erdgeschoss. Für Solo-Reisende die beste Adresse in Kyoto.

ab CHF 30 / Nacht Ansehen →

APA Hotel Kyoto Ekimae

Bahnhof Kyoto, Kyoto

Klassisches japanisches Businesshotel, drei Minuten vom Bahnhof: kleine, saubere Zimmer, gutes Bett, Grossbad auf dem Dach. Für Tagesausflüge nach Osaka, Nara und Himeji unschlagbar gelegen.

ab CHF 70 / Nacht Ansehen →

Nine Hours Kyoto

Teramachi, Kyoto

Kapselhotel der bekannten Kette, mitten in der Einkaufsgasse Teramachi. Saubere Kapseln, getrennte Etagen für Frauen und Männer, gute Duschen. Nichts für Paare, aber für eine oder zwei Nächte eine Erfahrung, die zu Japan gehört.

ab CHF 25 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Mitsui Garden Hotel Kyoto Shijo

Shijo Karasuma, Kyoto

Solides Mittelklassehotel an der U-Bahn-Station Shijo mit einem Gemeinschaftsbad im Garten, das abends die Tempeltage aus den Beinen holt. Zimmer grösser als üblich, gutes Frühstück mit Kyoto-Gerichten.

ab CHF 130 / Nacht Ansehen →

Hotel Resol Kyoto Kawaramachi Sanjo

Kawaramachi, Kyoto

Neueres Hotel im Machiya-Stil zwischen Kamo-Fluss und Nishiki-Markt, mit Tatami-Elementen in den Zimmern und einem ruhigen Innenhof. Gion ist zu Fuss in zehn Minuten erreichbar.

ab CHF 120 / Nacht Ansehen →

Dormy Inn Premium Kyoto Ekimae

Bahnhof Kyoto, Kyoto

Dormy Inn mit dem bekannten Paket: Onsen-Bad auf dem Dach, gratis Ramen am Abend, gutes Frühstücksbuffet. Direkt gegenüber dem Bahnhof, ideal als Basis für die ganze Region Kansai.

ab CHF 125 / Nacht Ansehen →

Luxus

Tawaraya Ryokan

Nakagyo, Kyoto

Seit über 300 Jahren in Familienbesitz und das berühmteste Ryokan Japans. 18 Zimmer mit eigenem Garten, Kaiseki aufs Zimmer, Service, der jeden Wunsch vorausahnt. Nur für wenige Nächte, dann aber ohne Kompromiss.

ab CHF 650 / Nacht Ansehen →

Hiiragiya Ryokan

Nakagyo, Kyoto

Gegenüber dem Tawaraya, seit 1818 geführt und etwas zugänglicher: traditionelle Zimmer im Haupthaus, modernere im Neubau, Kaiseki auf höchstem Niveau. Hier logierten Kawabata und Chaplin.

ab CHF 500 / Nacht Ansehen →

Park Hyatt Kyoto

Higashiyama, Kyoto

Am Hang des Higashiyama neben dem Kodai-ji, mit Blick auf die Yasaka-Pagode. Kleines Haus mit 70 Zimmern, japanisches Restaurant Kyoyamato auf dem Gelände, Bar mit Stadtblick. Luxus ohne Tatami, dafür mit perfekter Lage.

ab CHF 700 / Nacht Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

Fushimi Inari bei Sonnenaufgang

Tausende rote Tore den Berg hinauf, rund um die Uhr offen und gratis. Vor 7 Uhr hast du die Tore fast allein, ab 9 Uhr stehst du in der Kolonne. Bis zum Gipfel sind es 2 bis 3 Stunden, die meisten kehren nach 20 Minuten um.

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Teezeremonie in einem Teehaus

Eine Stunde Einführung in den Teeweg mit Matcha und Wagashi, ab CHF 25 pro Person. Kleine Gruppen in Higashiyama oder Nishijin sind besser als die grossen Shows am Kiyomizu-dera. Vorher buchen, Sitzen auf Tatami ist Teil des Programms.

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Arashiyama: Bambushain und Tenryu-ji

Der Bambushain vor 8 Uhr, danach der Zen-Garten des Tenryu-ji (Eintritt CHF 3) und der Aufstieg zum Affenpark Iwatayama (CHF 4). Mit der JR-Linie Sagano in 15 Minuten ab Kyoto. Nachmittags ist das Dorf überlaufen.

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Kinkaku-ji und Ryoan-ji

Der Goldene Pavillon (Eintritt CHF 3) ist das meistfotografierte Gebäude Kyotos; der Steingarten des Ryoan-ji liegt 20 Minuten zu Fuss entfernt und verlangt Ruhe. Beide direkt bei Öffnung um 9 Uhr, dann in den Daitoku-ji.

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Gion-Spaziergang am Abend

Hanamikoji, Shirakawa-Kanal und Pontocho nach Einbruch der Dunkelheit, wenn die Laternen angehen. Mit Guide verstehst du, was hinter den Holzfassaden passiert. In den Privatgassen gilt Fotoverbot, und Geiko sind keine Fotomotive.

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Kochkurs: Kyoto-Küche und Sushi

Dashi, Tamagoyaki, eingelegtes Gemüse oder Sushi selber machen, zwei bis drei Stunden ab CHF 60. Kurse in Wohnhäusern sind persönlicher als die grossen Schulen. Gute Alternative für einen Regentag.

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Nijo-Burg

Shogun-Residenz von 1603 mit den «Nachtigallenböden», die bei jedem Schritt zwitschern, Eintritt CHF 8 inklusive Palast. Der Audioguide lohnt sich. Weniger überlaufen als die Tempel im Osten, 90 Minuten einplanen.

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Sake-Verkostung in Fushimi

Fushimi ist nach Nada eines der grossen Sake-Zentren Japans. Brauereimuseum Gekkeikan mit Verkostung für CHF 4, danach eine geführte Tour durch die Brauereigassen mit drei bis fünf Proben ab CHF 50. Gut mit Fushimi Inari kombinierbar.

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Tagesausflug Uji

Byodo-in, Matcha-Teehäuser und der älteste Schrein Japans, 20 Minuten mit der Bahn. Geführt mit Teemühle und Verkostung ab CHF 70, auf eigene Faust für CHF 15 an einem halben Tag machbar.

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Essen & Trinken

Kyoto ist die Hauptstadt der feinen japanischen Küche: Kaiseki, Tofu, Yuba, eingelegtes Gemüse und Matcha kommen von hier. Vieles ist leise und subtil statt laut und frittiert wie in Osaka. Teuer muss es nicht sein, wenn du mittags isst und den Markt kennst.

Kaiseki

Kikunoi Roan, Gion, oder jedes Ryokan mit Küche

Menü aus acht bis zwölf saisonalen Gängen, das Auge isst mit. Mittags ab CHF 40, abends CHF 90 bis 180, Drei-Sterne-Häuser ab CHF 250.

Tipp:Das Mittagsmenü ist dieselbe Küche zum halben Preis.

Yudofu

Restaurants rund um den Nanzen-ji, etwa Okutan

Seidentofu in heissem Kombu-Sud, mit Ponzu und Frühlingszwiebeln. Klingt schlicht, ist in Kyoto eine eigene Kunst. CHF 20 bis 35 als Menü.

Tipp:Die Lokale beim Nanzen-ji sitzen in alten Gärten, dafür zahlst du mit.

Obanzai

Kleine Lokale rund um Nishiki und in Nishijin

Kyotos Hausmannskost: kleine Schälchen mit Saisongemüse, Fisch, Tofu, oft als Set. CHF 10 bis 18 mittags.

Tipp:Achte auf Vitrinen mit Schälchen am Eingang, dann bist du richtig.

Nishin Soba

Matsuba, Shijo-Brücke bei Gion

Buchweizennudeln in heisser Brühe mit süss geschmortem Hering, eine Kyoto-Erfindung aus dem 19. Jahrhundert. CHF 8 bis 12.

Tipp:Matsuba hat das Gericht 1882 erfunden, die Schlange geht schnell.

Matcha-Parfait

Teehäuser in Uji oder Tsujiri in Gion

Grüner Tee in allen Formen: Softeis, Gelee, Castella, Mochi, geschichtet in einem Glas. CHF 8 bis 14, in Uji etwas günstiger.

Tipp:Nachmittags zwischen 14 und 16 Uhr sind die Schlangen am längsten.

Tamagoyaki vom Nishiki-Markt

Miki Keiran, Nishiki-Markt

Dickes, leicht süsses Omelette mit Dashi, frisch aus der Pfanne am Spiess. CHF 2 bis 4.

Tipp:Am Stand essen, nicht im Gehen, das ist auf dem Markt die Regel.

Tsukemono

Nishiki-Markt oder Nishiri in Gion

Eingelegtes Gemüse, in Kyoto als Shibazuke, Senmaizuke und Suguki eine Wissenschaft. Zum Probieren gratis, ein Säckchen ab CHF 4.

Tipp:Vakuumverpackt übersteht es den Flug nach Hause problemlos.

Yatsuhashi

Shogoin Yatsuhashi oder jede Filiale am Bahnhof Kyoto

Dreieckige Mochi-Teigtaschen mit Zimt und Bohnenpaste, Kyotos Mitbringsel Nummer eins. Eine Schachtel CHF 4 bis 8.

Tipp:Die gebackene Variante hält länger als die weiche.

Food-Tour buchen: Kyoto

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Kyoto wurde 794 als Heian-kyo gegründet, als Kaiser Kanmu den Hof von Nara wegbrachte, weil ihm die buddhistischen Klöster dort zu mächtig wurden. Die neue Stadt war ein Schachbrett nach dem Vorbild der chinesischen Tang-Hauptstadt Chang'an, und dieses Raster siehst du heute noch, wenn du mit dem Velo durch die nummerierten Strassen fährst. Über tausend Jahre, bis 1868, blieb Kyoto Sitz des Kaisers, auch wenn die wirkliche Macht oft woanders lag: bei den Fujiwara-Regenten, bei den Shogunen in Kamakura und Edo. Die Heian-Zeit brachte das Genji Monogatari der Hofdame Murasaki Shikibu hervor, das älteste Romanwerk der Welt. Im Onin-Krieg von 1467 bis 1477 brannte die Stadt fast vollständig ab, weshalb viele «alte» Tempel Rekonstruktionen aus dem 16. und 17. Jahrhundert sind. Die Ashikaga-Shogune hinterliessen Kinkaku-ji und Ginkaku-ji, Toyotomi Hideyoshi liess die Stadt um 1590 neu ordnen, und die Tokugawa bauten 1603 die Burg Nijo als Machtdemonstration gegenüber dem Hof. 1868 zog der Kaiser nach Tokio, Kyoto verlor an Bedeutung und gewann an Patina. Im Zweiten Weltkrieg stand die Stadt auf der Zielliste für die Atombombe und wurde angeblich auf Betreiben von Kriegsminister Stimson gestrichen, der sie von einer Reise kannte. So überlebten rund 1'600 Tempel, 400 Schreine und ganze Viertel aus Holzhäusern. 17 Stätten gehören seit 1994 zum UNESCO-Welterbe.

Insider-Tipps

Anreise und Fortbewegung: Velo statt Bus

Vom Flughafen Kansai (KIX) fährt der JR-Express Haruka in 80 Minuten direkt nach Kyoto, rund CHF 20 für die einfache Fahrt, mit dem Online-Rabattticket für Ausländer deutlich günstiger. Ab Tokio bringt dich der Shinkansen Nozomi in 2 Stunden 15 Minuten her, einfache Fahrt rund CHF 85. Der Japan Rail Pass lohnt sich seit der Preiserhöhung 2023 nur noch, wenn du in einer Woche mindestens Tokio, Kyoto und Hiroshima abfährst. In der Stadt selbst ist das Bussystem auf dem Papier gut und in der Realität ein Problem: Die Linien 100 und 206 zu den grossen Tempeln sind ab 10 Uhr derart voll, dass du mit Gepäck gar nicht mehr hineinkommst. Kyoto ist flach, die Strassen sind ein Raster, und ein Mietvelo kostet CHF 6 bis 10 pro Tag. Von Gion zum Ginkaku-ji sind es 20 Minuten, zum Kinkaku-ji 35 Minuten. Die zwei U-Bahn-Linien (Karasuma, Tozai) sind nützlich für Nord-Süd-Strecken, die Keihan-Bahn bringt dich nach Fushimi Inari und Uji. Eine ICOCA-Karte auf dem Handy oder aus dem Automaten (CHF 12 inklusive CHF 3 Pfand) zahlt alles.

Overtourism: wann du wo sein musst

Kyoto hatte 2024 über 50 Millionen Besucher bei 1,4 Millionen Einwohnern, und das merkst du an drei Orten besonders: Gion, Fushimi Inari und Arashiyama. Fushimi Inari ist rund um die Uhr offen und gratis. Sei um 6.30 Uhr dort, dann hast du die ersten tausend roten Tore fast allein, ab 9 Uhr schiebst du dich in einer Kolonne. Wer bis zum Gipfel läuft (2 bis 3 Stunden hin und zurück), verliert die meisten schon nach dem ersten Drittel. In Arashiyama gilt dasselbe für den Bambushain: vor 8 Uhr oder nach 17 Uhr, dazwischen ist es ein Selfie-Korridor. In Gion ist das Fotografieren in den privaten Gassen seit 2024 verboten, und die Bussgelder sind ernst gemeint. Geisha (hier Geiko) und Maiko sind keine Attraktion, sondern Frauen auf dem Weg zur Arbeit; wer sie bedrängt, schadet allen. Meide Kiyomizu-dera zwischen 10 und 16 Uhr komplett und geh stattdessen zum Nanzen-ji oder in den Philosophenweg hinter dem Ginkaku-ji. Grundregel: Grosse Namen vor 8 Uhr oder nach 16 Uhr, tagsüber die Tempel ohne Instagram-Ruf, von denen Kyoto Hunderte hat.

Unterkunft: Machiya, Ryokan oder Businesshotel

Kyoto ist die teuerste Hotelstadt Japans geworden. Ein Businesshotel-Doppelzimmer (APA, Dormy Inn, Daiwa Roynet) kostet in der Nebensaison CHF 70 bis 100, in der Kirschblüte und im November das Doppelte. Das echte Kyoto-Erlebnis ist die Machiya, ein renoviertes Stadthaus aus Holz, das du als Ganzes mietest: Tatami, Holzbad, kleiner Innengarten, ab CHF 150 pro Nacht für zwei bis vier Personen. Ein Ryokan mit Kaiseki-Abendessen und Frühstück liegt bei CHF 250 bis 400 pro Person, die berühmten Häuser Tawaraya und Hiiragiya bei CHF 600 und mehr. Unser Rat: Eine oder zwei Ryokan-Nächte für das Erlebnis, den Rest in Hotel oder Machiya. Zur Lage: Zwischen Shijo-Dori und Gion wohnst du zentral, aber laut. Ruhiger und mit guter Anbindung ist die Gegend um den Bahnhof Kyoto, von dort fahren alle Linien. Higashiyama ist abends schön und tagsüber voll. Wer Kyoto mehr als drei Tage hat, kann auch in Fushimi oder Nishijin wohnen, wo die Preise ein Drittel tiefer sind.

Kosten-Fallen: Kaiseki, Tempel-Eintritte, Taxi

Kaiseki ist die japanische Haute Cuisine, acht bis zwölf saisonale Gänge, und Kyoto ist ihre Heimat. Die ehrlichen Preise: Ein Kaiseki-Mittagessen in einem guten Haus kostet CHF 40 bis 70, abends CHF 90 bis 180 pro Person, in den Drei-Sterne-Häusern wie Kikunoi Honten CHF 250 und mehr, Reservierung Wochen im Voraus über das Hotel. Der Trick ist das Mittagsmenü: Dieselbe Küche, halber Preis. Tempel-Eintritte summieren sich auf CHF 3 bis 6 pro Tempel, an einem vollen Tag mit fünf Tempeln bist du bei CHF 25, und viele Gärten verlangen im Herbst für die abendliche Beleuchtung noch einmal extra. Taxis sind seit 2023 teurer: Grundtarif CHF 3, eine Fahrt quer durch die Stadt CHF 15 bis 20. Mit zwei oder drei Personen lohnt sich das trotzdem gegenüber vollen Bussen. Die bunten Matcha-Desserts in Gion und am Ninenzaka kosten CHF 8 bis 12, derselbe Matcha-Softeis im Konbini CHF 2. Und die «Kimono-Erlebnisse» am Kiyomizu-dera ab CHF 25 sind in Ordnung, nur verlangt die Stadt inzwischen, dass du dich dabei anständig benimmst.

Timing: Kirschblüte, Momiji und die Golden Week

Die Kirschblüte fällt in Kyoto meist auf die erste Aprilwoche, der Höhepunkt des Herbstlaubs (Momiji) auf die zweite Novemberhälfte. Beides ist grossartig und beides verdoppelt die Hotelpreise und verdreifacht die Menschen. Unsere ehrlichen Alternativen: Ende März ist die Pflaumenblüte vorbei und die ersten Kirschen öffnen sich, bei weniger Andrang. Anfang Dezember hängt in den Gärten noch rotes Laub, die Preise sind wieder normal. Die Golden Week (29. April bis 5. Mai) und Obon (Mitte August) sind japanische Ferien, und dann reist das ganze Land. Meide beide konsequent. Juni ist Regenzeit (Tsuyu), was in Kyoto heisst: feuchte Hitze, aber Hortensien und Moosgärten in Bestform und leere Tempel. Juli und August sind brutal heiss, 35 Grad bei 80 Prozent Luftfeuchtigkeit, dafür gibt es das Gion Matsuri mit den grossen Festwagen am 17. Juli. Januar und Februar sind kalt, trocken und so ruhig, wie Kyoto nur sein kann; mit Glück liegt Schnee auf dem Kinkaku-ji.

Unterschätzt und Tagesausflug: Nishiki, Daitoku-ji, Uji und Kurama

Der Nishiki-Markt ist eine 400 Meter lange überdachte Gasse mit 130 Ständen, «Kyotos Küche». Komm vor 10 Uhr oder nach 16 Uhr, iss am Stand und nicht im Gehen, probier Tamagoyaki bei Miki Keiran und eingelegtes Gemüse. Der zweite unterschätzte Teil ist der Nordwesten: Daitoku-ji ist ein Komplex aus 20 Zen-Tempeln mit Steingärten, die kaum jemand besucht, weil der Kinkaku-ji nebenan alle Aufmerksamkeit bekommt, und im Weberviertel Nishijin stehen die meisten erhaltenen Machiya. Für den Tagesausflug hast du zwei Richtungen. Uji liegt 20 Minuten südlich mit Keihan oder JR (CHF 2) und ist die Stadt des Matcha: der Byodo-in mit der Phönixhalle von 1053 (Eintritt CHF 4), Teehäuser mit Matcha und Süssigkeit für CHF 6 bis 10, der Ujigami-Schrein als ältester Schreinbau Japans. Die Alternative in die Berge: Mit der Eizan-Bahn ab Demachiyanagi in 30 Minuten nach Kurama (CHF 3), hinauf zum Kurama-dera, dann in 90 Minuten über den Berg nach Kibune hinunter, wo im Sommer auf Plattformen über dem Fluss gegessen wird (CHF 30 bis 60). In Kurama gibt es ein Onsen mit Aussenbecken für rund CHF 15.

Häufige Fragen zu Kyoto

Wie viele Tage braucht man für Kyoto?

Vier volle Tage sind ein guter Richtwert: ein Tag Higashiyama und Gion, ein Tag Arashiyama, ein Tag Fushimi Inari plus Uji oder Nara, ein Tag für den Nordwesten mit Kinkaku-ji, Ryoan-ji und Daitoku-ji. Wer Kyoto als Basis für Osaka, Nara, Kobe und Himeji nutzt, bleibt problemlos eine Woche. Weniger als zwei Tage heisst nur Schlange stehen.

Wann ist die beste Reisezeit für Kyoto?

Ende März bis Mitte April und Mitte Oktober bis Ende November sind die schönsten Zeiten, aber auch die teuersten und vollsten. Für ein gutes Verhältnis von Wetter, Preis und Ruhe empfehlen wir Mai nach der Golden Week, die zweite Septemberhälfte oder Anfang Dezember. Januar und Februar sind kalt, günstig und leer.

Fliegt man ab der Schweiz direkt nach Kansai?

Nein, aktuell nicht. Swiss fliegt direkt nach Tokio, nach Osaka Kansai (KIX) kommst du mit einem Umstieg, etwa über Istanbul, Doha, Dubai, Helsinki oder Peking, in 14 bis 17 Stunden. Preise ab CHF 950 in der Nebensaison. Alternative: Direkt nach Tokio und mit dem Shinkansen weiter, das kostet CHF 85 extra, spart aber oft Umsteigezeit.

Brauche ich ein Visum für Japan?

Schweizer, Deutsche und Österreicher brauchen für touristische Aufenthalte bis 90 Tage kein Visum. Du füllst vorab online die Einreise- und Zollanmeldung aus (Visit Japan Web), das spart am Flughafen Zeit. Der Pass muss für die Dauer des Aufenthalts gültig sein, ein Rückflugticket kann verlangt werden. Am Flughafen werden Fingerabdrücke und ein Foto genommen, das dauert in Kansai selten länger als 30 Minuten.

Wie teuer ist Kyoto im Vergleich zu Tokio?

Essen und Transport kosten etwa gleich viel, Hotels sind in Kyoto teurer, weil die Nachfrage das Angebot übersteigt. Rechne mit CHF 120 für ein Mittelklasse-Doppelzimmer gegenüber CHF 110 in Tokio, in der Hochsaison deutlich mehr. Dafür brauchst du in Kyoto weniger für Transport, wenn du mit dem Velo fährst. Mit CHF 110 bis 130 pro Tag und Person ohne Flug kommst du gut durch.

Lohnt sich ein Ryokan, und was muss ich beachten?

Ja, für ein oder zwei Nächte. Du bekommst ein Tatami-Zimmer, Yukata, Kaiseki-Abendessen und Frühstück, dazu meist ein Bad. Abendessen ist oft um 18 Uhr fix, Check-in bis spätestens 17 Uhr, Schuhe aus am Eingang, Futon wird abends ausgerollt. Tätowierungen müssen im Gemeinschaftsbad meist abgedeckt werden; viele Ryokan bieten private Bäder zum Mieten an.

Routen mit diesem Ziel

Aktivitäten in der Region

Veranstaltungen

Mär 28

Kirschblüte (Sakura) in Tokio, Kyoto und Kyushu

Kultur

28. März 2027 Ende März bis Anfang April, Vollblüte in Tokio meist um den 30. März, in Kyoto Anfang April; jährlich um einige Tage verschoben

Die Hauptsaison der Kirschblüte: In Fukuoka und Tokio öffnen die Blüten meist um den 24. März, die Vollblüte folgt eine Woche später, Kyoto und Osaka liegen wenige Tage dahinter. Die volle Pracht hält nur rund eine Woche, danach regnen die Blütenblätter. Klassiker sind der Ueno-Park, der Meguro-Fluss und der Shinjuku Gyoen in Tokio (dort in der Saison nur mit Reservierung), der Philosophenweg und der Maruyama-Park in Kyoto, nachts beleuchtet. Hanami heisst Picknick unter den Bäumen, Supermärkte verkaufen passende Bento-Boxen. Wetterdienste wie Weathernews und die Japan Meteorological Corporation veröffentlichen ab Januar wöchentlich Prognosen.

Für Reisende: Kyoto ist in diesen zwei Wochen das teuerste Pflaster Japans, Hotels sechs Monate vorher buchen oder in Osaka übernachten; plane mit Puffer, die Prognose kann noch im März um eine Woche kippen.

Jul 17

Gion Matsuri Kyoto

Fest

17. Juli 2027 Ganzer Juli; Yoiyama-Abende 14. bis 16. und 21. bis 23. Juli, Festwagen-Umzüge (Yamaboko Junko) am 17. und 24. Juli

Das berühmteste Fest Japans läuft den ganzen Juli, mit zwei Höhepunkten: Am 17. Juli ziehen 23 bis zu 25 Meter hohe Festwagen (Yamaboko) durch die Innenstadt, am 24. Juli folgen elf weitere. Dutzende Männer ziehen die tonnenschweren Wagen an Seilen, an den Kreuzungen werden sie auf nassen Bambusmatten um die Ecke geruckt. An den drei Abenden davor (Yoiyama) sind Shijo- und Karasuma-Strasse Fussgängerzone mit Tausenden Essständen und beleuchteten Wagen, alte Kaufmannshäuser zeigen ihre Schätze. Zuschauen ist gratis, Tribünenplätze am Umzugstag kosten rund CHF 30 bis 40 über das Tourismusbüro der Stadt. Es ist heiss und schwül, 33 Grad sind normal.

Für Reisende: Kyoto ist um den 17. Juli ausgebucht und teuer, Osaka ist 30 Minuten entfernt; stell dich am Umzugstag bis acht Uhr an die Strecke oder sieh dir die Wagen an den Vorabenden aus der Nähe an, das ist entspannter.

Aug 13

Obon (Ahnenfest) und Bergtag

Feiertag

13. August 2027 Bergtag 11. August gesetzlicher Feiertag, Obon 13. bis 16. August; Betriebsferien meist 11. bis 16. August

Zu Obon kehren die Seelen der Ahnen für drei Tage heim, und halb Japan kehrt mit ihnen in die Heimatorte zurück. Obon ist kein gesetzlicher Feiertag, aber die meisten Firmen schliessen um den Bergtag (11. August) für eine knappe Woche, und der Reiseverkehr erreicht nach Neujahr und Golden Week die dritte Jahresspitze: Shinkansen mit 150 Prozent Auslastung, Staus, Inlandsflüge doppelt so teuer. Sehenswürdigkeiten bleiben offen, kleine Restaurants in Provinzstädten schliessen. Überall wird abends Bon Odori getanzt, in Kyoto brennen am 16. August um 20 Uhr die Daimonji-Feuer auf fünf Bergen, Laternen werden auf Flüsse gesetzt. Dazu kommen 35 Grad und Taifungefahr.

Für Reisende: Shinkansen-Plätze einen Monat vorher am Verkaufsstart reservieren oder an den Stosstagen 13. und 16. August gar nicht reisen; die Bon-Odori-Abende in Dorfschreinen sind offen für alle und ein Höhepunkt jeder Sommerreise.

Nov 15

Herbstlaub (Momiji) in Kyoto und Nikko

Kultur

15. November 2026 Nikko Ende Oktober bis Mitte November, Kyoto Mitte November bis Anfang Dezember; jährlich um einige Tage verschoben

Die zweite grosse Saison Japans, ruhiger als die Kirschblüte, aber in Kyoto ähnlich voll: Ahorn und Ginkgo färben sich von Norden nach Süden, in Nikko zuerst in den Höhenlagen am Chuzenji-See (Anfang Oktober), rund um den Toshogu-Schrein Ende Oktober bis Mitte November. Kyoto erreicht seinen Höhepunkt meist um den 20. bis 30. November: Tofuku-ji mit der Tsutenkyo-Brücke, Eikando und Kiyomizu-dera mit abendlichen Illuminationen, Arashiyama mit der Sagano-Bummelbahn. Tokios Gärten wie Rikugien folgen bis Anfang Dezember. Prognosen erscheinen ab September, die Farben halten rund zwei Wochen, deutlich länger als die Kirschblüte.

Für Reisende: Kyoto-Hotels kosten Ende November so viel wie zur Kirschblüte, buche früh oder schlafe in Osaka; Tofuku-ji und Arashiyama an Wochenenden vor neun Uhr besuchen, die Irohazaka-Serpentinen in Nikko stauen sich an Herbstwochenenden stundenlang.

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