Japan · Bahnreise · 12 Tage

Golden Route

Grossstadt, erste Ryokan-Nacht, Tempel, Hirsche und Strassenküche in zwölf Tagen: die Route für den ersten Japan-Besuch, komplett mit Zug und ohne Rückweg.

Die Route, Tag für Tag

  1. Tag 1 bis 4

    Tokio: Ankommen, Suica, zwei Hälften der Stadt

    Du landest in Haneda oder Narita, lädst die Suica aufs Handy und fährst nach Shinjuku, wo du vier Nächte in einem Businesshotel wohnst: Doppelzimmer CHF 100 bis 130, klein, sauber, mit allem, was du brauchst. Vier Tage sind für Tokio das Minimum, weil der erste halb an den Jetlag geht. Tag 2 gehört dem Osten: Senso-ji in Asakusa vor 8 Uhr, dann Ueno und abends Akihabara. Tag 3 dem Westen: Meiji-Schrein, Harajuku, Shibuya-Kreuzung in der Dämmerung, Izakaya in Shinjuku. Tag 4 bleibt frei für teamLab, den Tsukiji-Aussenmarkt zum Frühstück oder einen Ausflug nach Kamakura. Frühstück holst du im Konbini, Mittagessen für CHF 8 im Ramen-Lokal, dann bleibt Geld für ein gutes Abendessen. Weiter nach Hakone: ab Shinjuku mit dem Odakyu-Regionalzug, 90 Minuten bis Odawara, dann Tozan-Bahn nach Gora, alles im Hakone Free Pass inbegriffen. Der Romancecar kostet CHF 7 Zuschlag und spart 20 Minuten.

    Touren an diesem Stopp: Food-Tour am Tsukiji-Aussenmarkt ↗teamLab Planets Ticket ↗

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  2. Tag 5

    Hakone: Rundtour und die erste Ryokan-Nacht

    Hakone ist deine erste Ryokan-Nacht, und genau dafür ist der Stopp da. Gib das grosse Gepäck am Vorabend im Hotel per Takkyubin nach Kyoto auf (CHF 15 pro Koffer) und mach die Rundtour mit leichtem Rucksack: Tozan-Bahn, Standseilbahn, Seilbahn über die Schwefelquellen von Owakudani, Piratenschiff über den Ashi-See, Bus zurück nach Gora. Der Fuji zeigt sich an rund 40 Prozent der Tage, am ehesten morgens, rechne also nicht fest damit. Ab 15 Uhr Check-in im Ryokan in Gora oder Miyanoshita: CHF 250 bis 400 für zwei mit Kaiseki-Abendessen und Frühstück, Onsen inklusive. Das klingt teuer, ist aber mit dem Essen verrechnet fair, einzeln kostet so ein Abendessen CHF 80 bis 150. Zieh den Yukata an, bade vor dem Essen, dann noch einmal vor dem Schlafen. Weiter nach Kyoto: Tozan-Bahn nach Odawara, dort in den Shinkansen Hikari, 2 Stunden 10 Minuten, rund CHF 75 mit Sitzreservation.

    Touren an diesem Stopp: Hakone Tagestour mit Fuji-Aussichtspunkten ↗

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  3. Tag 6 bis 9

    Kyoto: vier Tage mit Velo und Wecker

    Vier Nächte Kyoto, und der Trick heisst früh aufstehen. Wohn in einer Machiya oder einem Businesshotel zwischen Karasuma und Kawaramachi und miet am ersten Morgen ein Velo für CHF 8 pro Tag. Tag 6: Ankunft, nachmittags Nishiki-Markt, abends Pontocho. Tag 7: Fushimi Inari um 6.30 Uhr, dann Tofuku-ji, nachmittags Gion, Kiyomizu-dera erst nach 16 Uhr, wenn die Gruppen abziehen. Tag 8: Arashiyama vor 8 Uhr mit Bambushain und Tenryu-ji, danach Kinkaku-ji und Ryoan-ji im Nordwesten. Tag 9: Philosophenweg, Ginkaku-ji, Nanzen-ji, und am Nachmittag bewusst nichts. Kyoto ist überlaufen, das wirst du merken, aber mit diesem Rhythmus stehst du selten an. Kaiseki gibt es mittags für CHF 40 statt abends für CHF 120, das ist der beste Spartipp der Stadt. Weiter nach Nara: Kintetsu Limited Express ab Kyoto in 35 Minuten für CHF 8, Ausstieg Kintetsu-Nara direkt am Park.

    Touren an diesem Stopp: Fushimi Inari und Arashiyama am frühen Morgen ↗Teezeremonie in Kyoto ↗

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  4. Tag 10

    Nara: Hirsche, Grosser Buddha und ein leerer Park

    Die meisten machen Nara in vier Stunden ab Kyoto, du bleibst eine Nacht, und das ist der Unterschied. Gepäck ins Hotel in Naramachi oder am Kintetsu-Bahnhof, Businesshotel ab CHF 60 für zwei, dann in den Park: Kofuku-ji mit der fünfstöckigen Pagode, Todai-ji mit dem Grossen Buddha (CHF 4 Eintritt, rechne mit Schulklassen), Kasuga-Taisha mit den Steinlaternen durch den Wald. Die Hirsche verbeugen sich für Kekse, die du für CHF 1.30 kaufst, und sie schubsen, wenn du zu langsam bist: Kekse hochhalten, leere Hände zeigen, fertig. Ab 17 Uhr fahren die Busse weg, und du hast den beleuchteten Kofuku-ji und die Hirsche in der Dämmerung fast allein. Abends Naramachi, die Altstadt mit Holzhäusern, Sake-Brauereien und kleinen Lokalen, zum Essen Kakinoha-Sushi in Persimonenblättern. Weiter nach Osaka: Kintetsu-Schnellzug ab Kintetsu-Nara nach Osaka-Namba, 40 Minuten, CHF 4, ohne Zuschlag.

    Touren an diesem Stopp: Nara Rundgang mit Todai-ji und Kasuga-Taisha ↗

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  5. Tag 11 bis 12

    Osaka: essen, lachen, abfliegen

    Osaka zum Schluss ist richtig, weil die Stadt laut ist und du nach Kyoto Lust auf laut hast, und weil der Flughafen Kansai vor der Tür liegt. Wohn in Namba, Businesshotel ab CHF 90 für zwei, alles zu Fuss erreichbar. Tag 11: Burg Osaka am Morgen, Kuromon-Markt zum Mittagessen, nachmittags Shinsekai mit Kushikatsu und dem Tsutenkaku-Turm, abends Dotonbori, aber iss eine Gasse weiter in Hozenji Yokocho. Takoyaki, Okonomiyaki, Kushikatsu, in dieser Reihenfolge und über zwei Abende verteilt, sonst schaffst du es nicht. Tag 12: Rückreise. Für einen Vormittagsflug nimmst du den Nankai Rapi:t ab Namba, 40 Minuten bis zum Flughafen Kansai für CHF 9, oder den normalen Nankai-Express für CHF 6. Wer am Abend fliegt, hat noch Zeit für das Umeda Sky Building oder einen letzten Markt. Das Restguthaben der Suica brauchst du im Konbini auf, die Karte behältst du für das nächste Mal.

    Touren an diesem Stopp: Street-Food-Tour durch Dotonbori und Shinsekai ↗

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Was die Route kostet

Grobe Gesamtkosten pro Person in CHF für die ganze Route, Mittelklasse, zu zweit unterwegs. Flüge und Hotels schwanken saisonal, Details stehen auf den Reiseziel-Seiten.

  • Anreise 1'000 CHF
  • Unterkunft 780 CHF
  • Essen 520 CHF
  • Mobilität vor Ort 270 CHF
2'570 CHF
Gesamt pro Person · 12 Tage

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Yen (JPY). 1'000 Yen sind ungefähr CHF 6. Kartenzahlung funktioniert in Städten und Hotels, kleine Lokale, Tempel und Landbahnhöfe wollen oft Bargeld. Die IC-Karte (Suica oder ICOCA) auf dem Handy zahlt Bahn, Bus und Konbini.

Tipps für die Route

Du kannst die Route umdrehen und in Osaka starten, wenn der Flug nach Kansai günstiger ist. Dann liegt Tokio am Schluss, was den Nachteil hat, dass du die teuerste Stadt mit dem leersten Portemonnaie erreichst. Für die Fuji-Sicht in Hakone ist die Richtung egal, für den Jetlag ist Tokio als Start besser: Dort hast du Konbini und Metro vor der Tür und musst am ersten Tag nichts planen.

Rechne den Japan Rail Pass ehrlich durch: Die Strecke Odawara nach Kyoto kostet CHF 75, Kyoto nach Nara und weiter nach Osaka zusammen CHF 12, der Flughafenzug CHF 10. Das sind rund CHF 100 Bahnkosten für die ganze Route. Der 7-Tage-Pass kostet seit 2023 rund CHF 300, und er gilt weder für Kintetsu noch für die Odakyu-Linie nach Hakone. Kauf Einzeltickets, den Shinkansen online über SmartEX oder am Automaten.

Buch Hotels in Kyoto zuerst, dann den Rest. In der Kirschblüte (Ende März bis Mitte April) und im November sind die Preise doppelt so hoch und gute Häuser Monate vorher voll. Das Ryokan in Hakone brauchst du ebenfalls früh, besonders für Samstagnächte. Tokio und Osaka haben so viele Businesshotels, dass du dort drei Wochen vorher noch gut und bezahlbar unterkommst.

Schick das grosse Gepäck mit Takkyubin voraus: Jedes Hotel und jeder Konbini nimmt Koffer an, am nächsten Tag stehen sie im Zielhotel, CHF 12 bis 18 pro Stück. Auf der Golden Route lohnt sich das von Tokio nach Kyoto, weil du dann in Hakone nur mit Rucksack unterwegs bist. Im Shinkansen gibt es Platz für grosse Koffer nur hinter den letzten Sitzreihen, und diese Plätze musst du reservieren.

Die günstigste gute Reisezeit ist Mitte Januar bis Ende Februar: klar, kalt, trocken, der Fuji fast täglich sichtbar, Hotels in Kyoto zur Hälfte des Frühlingspreises. Wer Kirschblüte will, zahlt dafür mit Preisen und Menschenmassen. Juni ist Regenzeit, Juli und August sind heiss und schwül, dafür mit Festen wie dem Gion Matsuri in Kyoto. Oktober ist angenehm und liegt noch vor dem Ansturm aufs Herbstlaub.

Nimm Bargeld mit, auch wenn Karten in Hotels und Ketten funktionieren: Tempel, kleine Lokale und die Busse in Kyoto wollen Yen. Bankomaten in jedem 7-Eleven und bei der Post nehmen Schweizer Karten. Trinkgeld gibt es nicht, auch nicht im Ryokan. Im Zug telefoniert niemand, auf der Rolltreppe steht Tokio links und Osaka rechts, und gegessen wird nicht im Gehen.

Häufige Fragen zur Route Golden Route

Reichen zwölf Tage für die Golden Route?

Ja, mit zwölf Tagen hast du vier Tage Tokio, vier Tage Kyoto und je einen bis zwei Tage für Hakone, Nara und Osaka, ohne zu hetzen. Mit zehn Tagen streichst du eine Nacht in Tokio und eine in Kyoto. Unter neun Tagen wird die Route zur Besichtigungsliste, dann lieber nur Tokio und Kyoto.

Wann ist die beste Reisezeit?

Ende März bis Mitte April für die Kirschblüte und Mitte November für das Herbstlaub sind die schönsten, aber auch die vollsten und teuersten Wochen. Mai und Oktober sind der beste Kompromiss. Januar und Februar sind kalt, aber klar, günstig und mit der besten Fuji-Sicht. Juni bis September meide, wenn du Hitze und Regen schlecht verträgst.

Brauche ich einen Mietwagen?

Nein. Die Golden Route ist die am besten mit der Bahn erschlossene Strecke Japans: Shinkansen zwischen den Städten, Metro in Tokio und Osaka, Velo und Bus in Kyoto, Hakone Free Pass für die Rundtour. Ein Auto wäre in Tokio und Kyoto teurer und langsamer als jede Alternative, und das Parkieren kostet CHF 20 bis 40 pro Nacht.

Was kostet die Golden Route für zwölf Tage?

Rechne pro Person mit rund CHF 2'550 bis 2'700: Flug CHF 900 bis 1'200, elf Nächte Mittelklasse zu zweit rund CHF 780, Essen CHF 520 und Bahn vor Ort CHF 270. Darin steckt eine Ryokan-Nacht mit Halbpension in Hakone. Sparsam mit Hostel und Konbini kommst du mit CHF 2'000 aus, mit Luxushotels sind CHF 5'000 schnell erreicht.

Ist Japan sicher, und wie komme ich ohne Japanisch zurecht?

Japan gehört zu den sichersten Reiseländern der Welt, verlorene Portemonnaies landen bei der Polizei. Bahnhöfe und Züge sind auf Englisch beschriftet, Google Maps zeigt Gleis und Wagen an, und eine Übersetzungs-App löst den Rest. Ein paar Worte wie «Sumimasen» (Entschuldigung) und «Arigato gozaimasu» (Danke) öffnen Türen.

Wie kann ich die Route kürzen oder verlängern?

Kürzer: Hakone und Nara als Tagesausflüge ohne Übernachtung, dann sind es neun Tage. Länger: zwei Tage Hiroshima und Miyajima nach Kyoto einschieben (Shinkansen 1 Stunde 40 Minuten), oder zwischen Tokio und Hakone einen Tag Kamakura. Wer 16 Tage hat, hängt Kanazawa und Takayama an und nimmt den Alpenbogen mit.

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