Historic Hotel Albrici
Palazzo von 1682 direkt an der Piazza von Poschiavo, mit Stuckdecken, knarrenden Böden und einem Restaurant mit Puschlaver Küche. Einfache Zimmer, viel Geschichte, faire Preise, fünf Minuten vom Bahnhof.
Schweiz · Graubünden & Tessin · Reiseguide
Was die berühmteste Bahnfahrt der Alpen wirklich kostet, warum der Regionalzug mit offenem Fenster oft besser ist als der Panoramawagen und weshalb du im Puschlav übernachten solltest statt nur durchzufahren.
Foto: ILOVESwitzerland / Pexels
Schieb die Werte auf deine Reise zurecht – der Rechner aktualisiert live (CHF).
Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.
Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Schweizer Franken (CHF). Karten und Twint funktionieren praktisch überall, auch auf der Alp. Viele Läden nehmen Euro an, geben aber Franken zurück, zu einem schlechten Kurs. Trinkgeld ist im Preis inbegriffen, Aufrunden ist üblich. Anreise: Anreise mit Bahn (SBB) oder Auto, ab Zürich 1 bis 4 Stunden.
Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.
Budget
Palazzo von 1682 direkt an der Piazza von Poschiavo, mit Stuckdecken, knarrenden Böden und einem Restaurant mit Puschlaver Küche. Einfache Zimmer, viel Geschichte, faire Preise, fünf Minuten vom Bahnhof.
Traditionshaus im Zentrum von Samedan, dem Bahnknoten des Engadins, mit grosser Beiz und guter Bündner Küche. Günstiger als Pontresina oder St. Moritz, direkte Züge auf die Bernina und die Albula.
Direkt am Bahnhof Pontresina, wo die Berninazüge halten, einfache Zimmer und ein Restaurant mit Tagesmenü. Wer früh in den Aussichtswagen will, startet hier, bevor die Züge voll sind.
Mittelklasse
Historisches Kurhotel direkt am Lago di Poschiavo, mit Park, eigenem Badeplatz, Tennis und Restaurant am Wasser. Die Berninazüge halten vor dem Haus, im Sommer die schönste Lage im ganzen Tal.
Familiengeführtes Dreisternhaus mitten in Poschiavo mit einer der besten Küchen des Tals, Pizzoccheri und Wild aus der Region. Ruhige Zimmer im Neubau, gute Basis für zwei Nächte im Puschlav.
Solides italienisches Hotel direkt gegenüber dem Bahnhof von Tirano, mit Restaurant und Veltliner Weinen. Praktisch, wenn du spät ankommst oder am nächsten Morgen nach Mailand weiterfährst, Preise in Euro und deutlich tiefer als in der Schweiz.
Luxus
Neubarockes Grandhotel von 1848 mit bemalten Sälen, Spa und Gletscherblick, zehn Minuten vom Bahnhof Pontresina und damit vom Einstieg in die Berninastrecke. Luxus ohne St. Moritzer Trubel.
Jugendstilhotel von 1907 an der Hauptstrasse von Pontresina, mit Spa, Garten und einem Restaurant, das zu den besten des Engadins zählt. Persönlicher und kleiner als die Grandhotels, Preise entsprechend fair.
Das Ursprungshaus des Wintertourismus über dem St. Moritzersee, mit grossem Spa, Golfplatz und Eisbahn. Der Bernina Express startet auch ab St. Moritz, zehn Minuten zu Fuss vom Hotel.
Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.
Die volle UNESCO-Fahrt in Panoramawagen über Albula und Bernina, 4 Stunden 15 Minuten, CHF 102 Vollpreis einfach inklusive Reservation, mit Halbtax CHF 69. Linke Seite ab Pontresina, früh buchen, Essen einpacken.
Dieselbe Strecke ab Pontresina oder St. Moritz nach Tirano im Regionalzug mit offenen Wagen (Sommer), ohne Zuschlag und Reservation, mit Halbtax rund CHF 17 ab Pontresina. Jederzeit aussteigen, nächster Zug in einer Stunde. Jacke mitnehmen, oben ist es kalt.
Vom höchsten Bahnhof der Strecke dem Lago Bianco entlang zur Alp Grüm, 2 Stunden, flach, mit Palü-Gletscher vor Augen, gratis. Auf der Terrasse des Bahnhofsrestaurants Alp Grüm mit Blick ins Puschlav Mittag essen, CHF 25 bis 35.
Der Gletschergarten bei der Station Cavaglia mit bis zu 30 Meter tiefen Strudellöchern aus der Eiszeit, Eintritt gratis, 45 Minuten Rundweg. Von Alp Grüm in 2 Stunden hinunterwandern oder direkt mit dem Zug anreisen.
Der berühmte Kreisviadukt, auf dem der Zug eine volle Schleife über sich selbst fährt. Vom Bahnhof Brusio in 15 Minuten zu Fuss erreichbar, von der Wiese aus siehst du den Zug besser als von innen, gratis, eine Stunde mit Wartezeit auf den nächsten Zug.
Piazza mit Palazzi der Zuckerbäcker, Stiftskirche San Vittore, das bunte Spanische Viertel und die Dorfmühle. Zu Fuss 90 Minuten, geführte Rundgänge ab CHF 15 über das Tourismusbüro. Abends, wenn die Züge weg sind, am schönsten.
Vom Bahnhof Le Prese in den See springen (im August rund 21 Grad), dann dem Ufer entlang nach Miralago, 90 Minuten flach, mit Blick zurück auf die Berninagruppe. Gratis, Pedalos und Kanus am Steg ab CHF 15 pro Stunde.
Zwei Stunden in Italien: die Wallfahrtsbasilika von 1505, die Altstadt und ein Espresso für CHF 1.50. Bernina-Züge enden direkt neben der Basilika, Pass mitnehmen. Mittagessen mit Pizzoccheri und Bresaola CHF 20 bis 30.
Der rote Bus fährt im Sommer am Nachmittag ab Tirano dem Comersee entlang nach Lugano, 3 Stunden, Reservation CHF 16 plus Billett, mit Halbtax rund CHF 35. Verbindet die Berninastrecke mit dem Tessin, nur Februar bis Oktober.
Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.
Auf der Berninastrecke isst du dich von Graubünden nach Italien: oben Capuns, Pizokel und Gerstensuppe, unten im Puschlav Pizzoccheri, Polenta und Veltliner Wein, in Tirano Bresaola zum halben Preis. Das Puschlav ist biologisches Pioniertal mit Bergkäse und Brasciadela-Brot, und die Nusstorte ist auch hier zu Hause, weil die Zuckerbäcker aus dem Tal kamen.
Buchweizenbandnudeln mit Wirz, Kartoffeln, Käse und brauner Salbeibutter, das Gericht des Veltlins und des Puschlavs. CHF 20 bis 26 in Poschiavo, in Tirano CHF 12 bis 15.
Tipp:Im Puschlav kommt oft noch Knoblauch dazu, frag, wenn du am nächsten Tag Zug fährst.
Mangoldwickel mit Spätzliteig und Bündnerfleisch, im Engadiner Teil der Strecke das Standardgericht. CHF 24 bis 32 als Hauptgang.
Tipp:Vor der Fahrt in Pontresina essen, auf der Passhöhe ist die Auswahl klein.
Dicke Teignocken mit Speck, Kabis und Bergkäse, in der Pfanne geschwenkt, kräftig und wärmend. CHF 22 bis 28, oben am Pass das passende Mittagessen.
Tipp:Auf Alp Grüm die Terrasse nehmen, auch wenn drinnen schneller serviert wird.
Zweimal luftgetrocknetes Rindfleisch, einmal Bündner Art, einmal Veltliner Bresaola mit Zitrone und Olivenöl. Als Vorspeise CHF 18 bis 26, in Tirano ab CHF 10, zum Mitnehmen beim Metzger pro 100 g CHF 8 bis 12 beziehungsweise CHF 4 bis 5.
Tipp:Bresaola in Tirano kaufen, Freimenge beim Zoll beachten.
Buchweizen-Mais-Polenta mit Butter und Bergkäse verrührt, dazu Pilze, Wild oder Luganighe-Wurst. CHF 22 bis 30 im Puschlav, in Tirano CHF 12 bis 16.
Tipp:Im Herbst mit Hirsch oder Steinpilzen aus dem Tal, dann ist es am besten.
Bündner Gerstensuppe mit Rauchfleisch und Gemüse, das günstige warme Essen am Pass. CHF 12 bis 16, mit Brasciadela-Brot aus dem Puschlav noch besser.
Tipp:Bei Nebel oben die Suppe nehmen und auf den nächsten Zug warten, die Terrasse lohnt dann nicht.
Die Nusstorte der Engadiner Zuckerbäcker, viele davon aus dem Puschlav, und Brasciadela, ein dunkles Ringbrot mit Anis, das zum Käse gehört. Torte CHF 5 bis 7 das Stück, Brot CHF 4 bis 6.
Tipp:Nusstorte und Brot überstehen die Rückfahrt, Bergkäse vakuumiert ebenso.
Nebbiolo aus den Terrassen des Veltlins, hier Chiavennasca genannt: Sassella, Grumello, Inferno und der kräftige Sforzato. Glas CHF 6 bis 9 im Puschlav, in Tirano CHF 3 bis 5, Flasche ab CHF 15 im Laden.
Tipp:Fünf Liter pro Person sind zollfrei, eine Kiste Sassella also knapp.
Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.
Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.
Die Berninabahn wurde zwischen 1908 und 1910 gebaut, als private Gesellschaft, die den Kurort St. Moritz mit dem italienischen Veltlin verbinden wollte. Sie ist eine Adhäsionsbahn ohne Zahnstange, obwohl sie von Tirano auf 429 Metern bis zum Ospizio Bernina auf 2'253 Meter steigt, mit Neigungen bis sieben Prozent, den steilsten der Alpen für eine Bahn ohne Zahnrad. Die Ingenieure lösten das mit engen Kurven, Kehrtunneln und dem Kreisviadukt von Brusio, auf dem der Zug einen vollen Kreis über sich selbst fährt, um Höhe zu verlieren. Die Albulalinie von Thusis nach St. Moritz war schon 1903 fertig, mit dem 65 Meter hohen Landwasserviadukt bei Filisur und den Kehrtunneln zwischen Bergün und Preda, wo die Bahn auf zwölf Kilometern Luftlinie 400 Höhenmeter überwindet. Die beiden Strecken zusammen sind seit 2008 UNESCO-Welterbe, eine von nur drei Bahnen weltweit mit diesem Status. Die Berninabahn fuhr von Anfang an elektrisch und im Winter, was damals als unmöglich galt; die Schneeschleudern von 1910 stehen heute noch im Einsatz. 1943 übernahm die Rhätische Bahn die defizitäre Gesellschaft, seit 1973 fährt der Bernina Express als touristischer Zug mit Panoramawagen. Das Puschlav selbst, das Tal zwischen Berninapass und Tirano, ist italienischsprachig, gehört seit 1512 zu Graubünden und lebte vom Säumerhandel, von Auswanderern, die als Zuckerbäcker in ganz Europa reich wurden und Palazzi nach Poschiavo heimbrachten, und seit 1910 von der Bahn. Heute ist es mit knapp 4'500 Einwohnern eines der ruhigsten Täler der Schweiz, biologisch bewirtschaftet und mit einem See, dessen Farbe du nicht vergisst.
Der Bernina Express fährt von Chur über Thusis, die Albulalinie, Samedan, Pontresina, den Berninapass und das Puschlav nach Tirano, rund 4 Stunden 15 Minuten für 144 Kilometer, 55 Tunnels und 196 Brücken. Ab Zürich bist du mit dem IC in 75 Minuten in Chur, ab Basel und Bern in rund 2 Stunden 30 Minuten, ab München über Zürich oder Lindau in 4 Stunden. Der Bernina Express fährt im Sommer zwei- bis dreimal täglich ab Chur, dazu ab St. Moritz und Davos, im Winter einmal täglich. Mit dem Auto über Julier oder Bernina zu fahren, ist nur sinnvoll, wenn du eine Rundreise machst und einen Teil der Bahn als Ausflug einbaust, etwa Pontresina bis Alp Grüm. Zurück von Tirano fährst du entweder gleich mit der Bahn, mit dem Bernina Express Bus über den Comersee nach Lugano (nur Sommer, 3 Stunden, Reservation nötig) oder mit der italienischen Bahn nach Mailand in 2 Stunden 30 Minuten und von dort mit dem EC durch den Gotthard nach Hause. Das ergibt eine Rundreise Zürich, Chur, Tirano, Mailand, Zürich an zwei bis drei Tagen für rund CHF 200 mit Halbtax.
Du zahlst zwei Dinge: das normale Billett für die Strecke und den Reservationszuschlag für den Panoramawagen. Chur bis Tirano kostet 2. Klasse rund CHF 66 Vollpreis, mit Halbtax CHF 33, mit GA gratis, Interrail gilt mit Zuschlag. Der Sitzplatz im Bernina Express ist Pflicht und kostet im Sommer CHF 36 pro Person und Richtung (Mai bis Oktober), im Winter CHF 32, 1. Klasse gleich viel Zuschlag, aber teureres Grundbillett (rund CHF 115 Vollpreis). Mit Halbtax bist du also bei rund CHF 70 einfach, ohne Halbtax bei CHF 100, zu zweit hin und zurück CHF 280 bis 400. Das ist ehrlich viel Geld für vier Stunden Zug. Reservieren musst du auf sbb.ch oder rhb.ch, im Sommer für Wochenenden drei bis vier Wochen vorher, sonst sind die Fensterplätze auf der linken Seite (in Fahrtrichtung Tirano) weg. Panoramawagen haben Fenster bis zur Decke, die du nicht öffnen kannst: Bei Sonne spiegeln sie, zum Fotografieren sind sie schlecht, und die Klimaanlage ist Glückssache. Dafür gibt es Kommentare in vier Sprachen über Kopfhörer und Minibar am Platz. Die Aussicht ist dieselbe wie im Regionalzug.
Dieselbe Strecke fährt stündlich der normale Regionalzug der RhB, ohne Zuschlag, ohne Reservation, mit Fenstern, die du öffnen kannst, und im Sommer mit offenen Aussichtswagen ohne Dach zwischen Pontresina oder St. Moritz und Tirano (ohne Aufpreis, nach Verfügbarkeit, meist im hinteren Teil des Zuges). Du kannst aussteigen, wo du willst, zwei Stunden auf der Alp Grüm bleiben, den nächsten Zug nehmen, und zahlst nur das Streckenbillett, mit Halbtax CHF 33 ab Chur. Mit dem Saver Day Pass der SBB (ab CHF 52 mit Halbtax, früh buchen) fährst du sogar ab Zürich bis Tirano und zurück für diesen Preis, inklusive aller Umwege, nur nicht im Panoramazug. Die Albulalinie ab Chur bis Samedan nimmst du ebenso mit dem IR oder RE, die stündlich fahren. Faustregel: Wer fotografieren und aussteigen will, nimmt den Regionalzug. Wer vier Stunden bequem sitzen und erklärt bekommen will, was draussen passiert, nimmt den Express. Die meisten Reisenden wären mit dem Regionalzug und einem Zwischenhalt glücklicher. Im Regionalzug ab Pontresina ist am Morgen vor 10 Uhr noch Platz am Fenster, ab Mittag sind die Aussichtswagen voll.
Die drei Zwischenhalte, die sich lohnen, liegen alle oben am Pass. Ospizio Bernina auf 2'253 Metern ist der höchste Punkt der Strecke, zwischen dem Lago Bianco, der milchig ist vom Gletscherwasser und in den Po entwässert, und dem Lej Nair, der in den Inn fliesst, die Wasserscheide verläuft zwischen den Gleisen. Vom Bahnhof gehst du in 2 Stunden dem Lago Bianco entlang zur Alp Grüm, flach, ohne Steigung, mit dem Palü-Gletscher vor der Nase. Alp Grüm auf 2'091 Metern hat ein Bahnhofsrestaurant mit Terrasse, von der du 1'000 Meter hinunter ins Puschlav siehst, Lago di Poschiavo inklusive, Kaffee und Kuchen rund CHF 10, Mittagessen CHF 25 bis 35, es gibt auch einfache Zimmer für CHF 100 bis 150 im Doppel. Von Alp Grüm wanderst du in 2 Stunden hinunter nach Cavaglia zu den Gletschermühlen, 30 Meter tiefen Strudellöchern aus der Eiszeit, Eintritt gratis, dann weiter mit dem Zug. Wer nur einen Halt macht, nimmt Alp Grüm. Zwischen Cavaglia und Poschiavo schraubt sich die Bahn in Kehren 700 Meter hinunter, hier gehört der Platz links in Fahrtrichtung dir.
Poschiavo ist ein italienischer Flecken auf Schweizer Boden: Piazza mit Palazzi der zurückgekehrten Zuckerbäcker, Barockkirche, spanisches Viertel mit bunten Villen aus dem 19. Jahrhundert, Beizen mit Pizzoccheri und Veltliner Wein. Mittelklasse-Doppelzimmer kosten CHF 130 bis 180, weniger als im Engadin, und am Abend, wenn der letzte Bernina Express durch ist, gehört das Dorf den Einheimischen. Von hier fährst du am nächsten Morgen in 15 Minuten zum Lago di Poschiavo (Baden ab Le Prese, 21 Grad im August), gehst dem See entlang nach Miralago (90 Minuten) und nimmst den Zug zum Kreisviadukt von Brusio, den du von der Strasse aus in Ruhe anschaust, statt ihn aus dem Fenster zu verpassen. Tirano in Italien ist der Endpunkt, mit Basilika Madonna di Tirano und dem Bahnhof, an dem die RhB-Gleise neben den italienischen liegen. Zwei Stunden reichen: Altstadt, Espresso für CHF 1.50 statt CHF 4.50, Mittagessen für CHF 20 bis 30 mit Pizzoccheri und Bresaola aus dem Veltlin. Pass oder ID mitnehmen, du überquerst eine Grenze. Zurück im Puschlav übernachten ist entspannter als abends noch vier Stunden nach Chur zu fahren.
Die beste Zeit ist Mitte Juni bis Mitte Oktober, wenn die offenen Wagen fahren, die Wanderwege oben schneefrei sind und der Lago Bianco türkis statt gefroren ist. Der Herbst ab Ende September mit gelben Lärchen im Puschlav ist die schönste Fahrt, der Juli die vollste. Im Winter fährt der Bernina Express nur einmal täglich, dafür ist die Passhöhe eine weisse Wüste mit Schneewänden neben dem Zug, und der Zuschlag ist etwas günstiger. Bei Nebel oder Regen auf der Passhöhe siehst du nichts, also am Morgen den Wetterbericht für Bernina Pass prüfen, der Regionalzug lässt dich umdisponieren, der Express nicht. Sitzplatz: Chur bis Samedan ist die rechte Seite besser (Landwasserviadukt, Albulatal), ab Pontresina bis Tirano die linke (Morteratsch, Lago Bianco, Puschlav, Brusio). Verpflegung im Express gibt es nur als Minibar mit CHF 5 für Kaffee und CHF 12 für Sandwich, pack Essen ein oder iss auf Alp Grüm. In den Aussichtswagen ist es kalt und windig, auch im August, Jacke mitnehmen. Und: Gepäck lässt du für den Tagesausflug im Hotel oder im Schliessfach in Chur oder St. Moritz, in den offenen Wagen ist kein Platz dafür.
Ab Zürich in 75 Minuten mit dem IC nach Chur, dort startet der Bernina Express. Ab Basel oder Bern rund 2 Stunden 30 Minuten bis Chur. Wer die volle UNESCO-Strecke will, steigt in Chur ein, Albula und Bernina zusammen dauern 4 Stunden 15 Minuten. Wer nur den spektakulärsten Teil will, fährt mit dem normalen Zug bis Pontresina oder St. Moritz und nimmt von dort den Bernina Express oder Regionalzug nach Tirano, das sind 2 Stunden 15 Minuten. Ein Auto brauchst du nicht, es stünde in Tirano am falschen Ort.
Chur bis Tirano 2. Klasse: rund CHF 66 Billett plus CHF 36 Reservation im Sommer, also CHF 102 einfach, mit Halbtax CHF 69, mit GA nur die CHF 36. Zu zweit hin und zurück bist du bei CHF 280 bis 400. Der Regionalzug auf derselben Strecke kostet nur das Billett, mit Halbtax CHF 33, mit Saver Day Pass ab Zürich und zurück ab CHF 52. Die Reservation ist der Aufpreis für Panoramafenster und Kommentar, nicht für die Aussicht.
Im Bernina Express ja, die Sitzplatzreservation ist Pflicht und kostet CHF 32 bis 36 pro Richtung, buchbar auf sbb.ch, rhb.ch oder am Schalter. Im Sommer an Wochenenden drei bis vier Wochen vorher, unter der Woche reichen oft wenige Tage, im Winter geht es meist kurzfristig. Im Regionalzug reservierst du nichts, steigst ein und setzt dich hin, auch in die offenen Aussichtswagen, die nach Verfügbarkeit ohne Aufpreis mitfahren.
Für Fotografen, Wanderer und alle, die aussteigen wollen, der Regionalzug: Fenster zum Öffnen, offene Wagen im Sommer, stündlich, kein Zuschlag, freie Zwischenhalte. Für alle, die vier Stunden bequem sitzen, Erklärungen hören und am Zielort ankommen wollen, der Express mit garantiertem Platz. Die Strecke und die Aussicht sind identisch. Unsere ehrliche Empfehlung: Regionalzug mit Halt auf Alp Grüm, das Geld für die Reservation in eine Nacht in Poschiavo stecken.
Ja, aber es wird lang: Abfahrt Zürich um 7 Uhr, Chur 8.30, Tirano um 13 Uhr, zwei Stunden Tirano, zurück mit dem Regionalzug über St. Moritz nach Zürich gegen 21 Uhr, das sind 14 Stunden, davon 10 im Zug. Besser ist eine Nacht in Poschiavo oder Pontresina und die Rückfahrt am nächsten Tag, oder die Rundreise über Mailand und den Gotthard. Als Tagesausflug lohnt sich eher Pontresina bis Alp Grüm und zurück.
Tirano liegt in Italien, nimm Pass oder Identitätskarte mit, kontrolliert wird selten, aber es kommt vor. Bezahlt wird in Euro, Karten gehen fast überall, Bargeld brauchst du für kleine Bars. Im Puschlav gilt der Franken, viele Lokale nehmen auch Euro. Beim Rückweg in die Schweiz darfst du zollfrei Waren im Wert von CHF 150 pro Person mitbringen, Wein 5 Liter, Fleisch 1 Kilogramm, das Veltliner Bresaola also mit Mass einkaufen.
Zermatt · Chur · St. Moritz · Bernina · Lugano
Die zwei berühmtesten Bahnstrecken der Alpen in einer Runde: vom Matterhorn über den Oberalppass ins Engadin, über den Bernina nach Tirano und durch den Gotthard zurück. Kein Auto, kein Umsteigen mit Koffer im Regen, und du schläfst dort, wo die Panoramazüge nur durchfahren.
Chur · Davos · St. Moritz · Bernina
Graubünden im Winter ohne Auto und ohne Skipass-Zwang: Du fährst mit der Rhätischen Bahn von Chur nach Davos, über die Albula ins Engadin und über den Bernina ins Puschlav, schlittelst sechs Kilometer von Preda nach Bergün und läufst Langlauf auf dem gefrorenen Silsersee. Ein Skitag ist drin, aber kein Muss.
Was eine Woche im Oberengadin wirklich kostet, warum du nicht in St. Moritz selbst schlafen musst und wie du Diavolezza, Seenwanderung und Bergbahnen bezahlst, ohne dich zu ärgern.
Was eine Woche in der höchstgelegenen Stadt Europas wirklich kostet, welcher Berg zu dir passt, warum Klosters oft die bessere Basis ist und wann du Davos auf keinen Fall buchen solltest.
Was zwei, drei Tage in der ältesten Stadt der Schweiz kosten, warum Chur die klügste Basis für Rheinschlucht, Arosa und Berninabahn ist und wo du Capuns isst, die nicht aus der Tiefkühltruhe kommen.
Was ein verlängertes Wochenende am Luganersee wirklich kostet, welcher der beiden Hausberge zu dir passt, wie du mit Schiff und Postauto nach Gandria und Morcote kommst und wo das Grotto noch ein Grotto ist.