Chur Youth Hostel
Jugendherberge im ehemaligen Hotel Rosenhügel am Fuss des Brambrüesch, zehn Minuten vom Bahnhof, mit Doppel- und Familienzimmern und Garten. Für Bahnausflüge und Biker die günstigste Basis in Graubünden.
Schweiz · Graubünden & Tessin · Reiseguide
Was zwei, drei Tage in der ältesten Stadt der Schweiz kosten, warum Chur die klügste Basis für Rheinschlucht, Arosa und Berninabahn ist und wo du Capuns isst, die nicht aus der Tiefkühltruhe kommen.
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Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.
Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Schweizer Franken (CHF). Karten und Twint funktionieren praktisch überall, auch auf der Alp. Viele Läden nehmen Euro an, geben aber Franken zurück, zu einem schlechten Kurs. Trinkgeld ist im Preis inbegriffen, Aufrunden ist üblich. Anreise: Anreise mit Bahn (SBB) oder Auto, ab Zürich 1 bis 4 Stunden.
Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.
Budget
Jugendherberge im ehemaligen Hotel Rosenhügel am Fuss des Brambrüesch, zehn Minuten vom Bahnhof, mit Doppel- und Familienzimmern und Garten. Für Bahnausflüge und Biker die günstigste Basis in Graubünden.
Standard-Ibis fünf Minuten vom Bahnhof Richtung Rhein, saubere kleine Zimmer, Parkplätze, 24-Stunden-Rezeption. Nichts Besonderes, aber verlässlich günstig und für frühe Züge ins Engadin praktisch.
Traditionshaus mitten in der Altstadt am Reichsgässli, mit einfachen Zimmern und einer Gaststube, in der Churer essen. Für alle, die abends in der Altstadt bleiben wollen, ohne viel zu zahlen.
Mittelklasse
Dreisternhaus an der Kupfergasse mitten in der Altstadt, schlichte, saubere Zimmer über dem Restaurant Franziskaner, Frühstücksbuffet. Keine Dachterrasse, dafür ein fairer Preis zehn Gehminuten vom Bahnhof und mitten im Gassengewirr.
Zunfthaus von 1483 am Pfisterplatz mitten in der Altstadt, mit Restaurant, Bar und Zimmern vom Einzel- bis zum Familienzimmer, zehn Gehminuten vom Bahnhof. Zentral zwischen Postplatz und Martinsplatz, das Frühstück wird gelobt.
Viersternhaus in alten Stadthäusern an der Reichsgasse, mit modernen Zimmern, Lounge, Bar, Dachterrasse und ruhigem Innenhof, Frühstück im Gewölbe. Gute Wahl, wenn du Altstadtlage willst, aber keine Arvenstube brauchst.
Luxus
Historisches Hotel von 1677 am Rand der Altstadt mit Arvenholzzimmern, Dachterrasse und einem Restaurant, das als beste Adresse für Bündner Küche in Chur gilt: Capuns, Pizokel, Maluns. Gäste werden auf Wunsch mit dem Oldtimer am Bahnhof abgeholt. In Chur die gehobenste Adresse mit Tradition, Preise bleiben vergleichsweise human.
Modernes Viersternhaus direkt an der Altstadt beim Postplatz mit grosszügigen Zimmern, Restaurant und Bar. Für Geschäftsreisende und Paare, die neben der Altstadt schlafen wollen, ohne Knarren im Boden.
Viersternhaus direkt am Bahnhofplatz mit modernen Zimmern, Sauna und Blick auf die Arosabahn, die vor der Tür abfährt. Für alle, die Chur als Drehscheibe für Bahnausflüge nutzen und Komfort wollen.
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Geführter Rundgang vom Postplatz über Arcas und Martinsplatz zum Bischofshof mit der Kathedrale und ihrem Flügelaltar, 90 Minuten, ab CHF 15 über Chur Tourismus, samstags öffentlich. Auf eigene Faust gratis, Domschatz CHF 8.
Gondel aus der Altstadt auf 1'600 Meter in 20 Minuten, hin und zurück rund CHF 28, mit Halbtax CHF 14. Rundweg oben 90 Minuten, Bergrestaurant, im Sommer Bike-Trails, im Winter Schlittelbahn nach Chur. Fährt nicht in der Zwischensaison.
Segantini, Giacometti, Kauffmann und Kirchner in der Villa Planta und dem Betonkubus von Barozzi Veiga. Eintritt CHF 15, 90 Minuten, montags geschlossen. Der beste Regentag in Chur, mit Café im Garten.
Mit der RhB in 25 Minuten nach Versam-Safien, dem Vorderrhein entlang nach Valendas-Sagogn wandern, 2 Stunden flach, Bahn mit Halbtax rund CHF 14 hin und zurück. Rechts sitzen in Fahrtrichtung Ilanz. Aussichtsplattform Il Spir ab Flims als Zugabe.
Von Ilanz nach Reichenau durch den Swiss Grand Canyon, 4 Stunden auf dem Wasser, Stufe zwei bis drei, ab CHF 130 pro Person inklusive Ausrüstung, Mai bis Oktober. Für Anfänger und Familien ab zwölf machbar, Badekleider mitnehmen.
Ab Bahnhofplatz Chur in einer Stunde durch das Schanfigg nach Arosa, mit Halbtax rund CHF 18 hin und zurück, Seen und Bärenland gratis, Weisshornbahn rund CHF 45. Ein voller Tag mit Rundweg um Ober- und Untersee, links sitzen bei der Bergfahrt.
Mit der Bahn nach Thusis, Postauto zur Viamala, 321 Stufen hinunter in die 300 Meter tiefe Schlucht, Eintritt CHF 8, eine Stunde. Danach nach Zillis zur romanischen Kirchendecke von 1109 mit 153 bemalten Feldern, CHF 6. Halber bis ganzer Tag.
Mit der Bahn 15 Minuten nach Maienfeld, dann durch die Rebberge über Jenins und Malans mit Pinot Noir aus Graubünden, 2 bis 3 Stunden, Degustation in Torkeln ab CHF 15. Heidi-Dorf auf dem Weg (CHF 14), im Herbst zur Lese am schönsten.
Der schönste Teil des Glacier Express startet in Chur: Rheinschlucht, Disentis, Oberalppass, 2 Stunden 30 Minuten, Reservation CHF 44 plus Billett, mit Halbtax insgesamt rund CHF 75 einfach. Günstiger im Regionalzug bis Disentis und umsteigen, ohne Zuschlag.
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Chur ist die Stadt, in der die Bündner Küche ohne Skiort-Aufschlag auf den Tisch kommt: Capuns, Pizokel, Maluns, Bündnerfleisch und Gerstensuppe in Stuben, die seit Jahrhunderten kochen, dazu Pinot Noir aus der Bündner Herrschaft 15 Minuten nördlich. Die Altstadt hat auf engem Raum mehr gute Beizen als St. Moritz, und ein Mittagsmenü kostet noch CHF 20 bis 26.
Spätzliteig mit Salsiz, Bündnerfleisch und Kräutern, in Mangold gewickelt, in Bouillon und Rahm gegart und mit Bergkäse überbacken. In Chur in den Traditionsstuben hausgemacht, CHF 24 bis 30.
Tipp:Als Vorspeise mit zwei Wickeln bestellen, dann bleibt Platz für Pizokel.
Unregelmässige Teignocken mit Speck, Kabis und Käse aus der Pfanne, manchmal auch süss mit Apfelmus. CHF 22 bis 26, eine Churer Mittagsportion für Hungrige.
Tipp:Nach Brambrüesch oben essen, das ist eine der wenigen Bergbeizen mit Stadtpreisen.
Das luftgetrocknete Rindfleisch, hauchdünn aufgeschnitten, mit Essiggurken, Silberzwiebeln und Brot, als Bündner Teller mit Salsiz und Rohschinken. CHF 20 bis 28 als Vorspeise, beim Metzger CHF 9 bis 12 pro 100 g.
Tipp:Bündnerfleisch aus Churer Metzgereien ist das sinnvollste Mitbringsel, vakuumiert hält es Wochen.
Geriebene Kartoffeln mit Mehl in Butter geröstet, bis sie krümelig sind, dazu Apfelmus und Bergkäse. Das alte Bündner Armeleuteessen, in Chur noch auf vielen Karten, CHF 20 bis 25.
Tipp:Den Käse separat nehmen und selbst dosieren, sonst wird es schwer.
Rollgerste mit Rauchfleisch, Speck, Rüebli, Lauch und Rahm, langsam gekocht. CHF 11 bis 15, in der Altstadt als Mittagsteller mit Brot ein vollständiges Essen.
Tipp:Die günstigste warme Mahlzeit der Stadt, besonders im Winter vor dem Zug ins Engadin.
Röteli ist der Kirschlikör mit Zimt und Nelken, den Churer an Neujahr trinken, ein Glas CHF 5, eine Flasche ab CHF 25. Der Pinot Noir aus Fläsch, Maienfeld, Jenins und Malans gehört zu den besten der Schweiz, Glas CHF 7 bis 10.
Tipp:Im Herbst zur Weinlese die Torkelbeizen in Malans besuchen, offen samstags.
Die Baumnusstorte, die aus dem Engadin kommt und in Chur in jeder Bäckerei liegt. Ein Stück CHF 5 bis 6, eine ganze Torte ab CHF 20, günstiger als in St. Moritz.
Tipp:Als Reiseproviant für die Berninabahn, sie zerbröselt nicht.
Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.
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Chur nennt sich die älteste Stadt der Schweiz, und die Archäologen geben ihr recht: Unter dem Welschdörfli liegen Siedlungsspuren aus der Zeit um 3'900 vor Christus, also 5'000 Jahre durchgehende Besiedlung. Die Römer machten den Ort um 15 vor Christus zum Verwaltungssitz der Provinz Raetia prima, Curia Raetorum, weil hier die Pässe Julier, Septimer und Splügen ins Rheintal münden. Um 450 wird erstmals ein Bischof genannt, der älteste Bischofssitz nördlich der Alpen, und der Bischofshof oben auf dem Hügel ist bis heute eine eigene Welt mit Kathedrale, Mauern und Toren. Die Kathedrale St. Mariä Himmelfahrt wurde zwischen 1151 und 1272 gebaut, romanisch mit gotischem Chor, drinnen steht der grösste spätgotische Flügelaltar der Schweiz von Jakob Russ. Im Mittelalter rangen Bürger und Bischof um die Macht, 1464 brannte die Stadt ab, wurde mit Hilfe deutscher Handwerker wiederaufgebaut, die Deutsch mitbrachten und das Rätoromanische aus der Stadt verdrängten. 1524 schloss sich die Bürgerschaft der Reformation an, der Bischof blieb katholisch, und beide leben seither auf engem Raum nebeneinander. Chur war Transitstadt für Säumer, Postkutschen und ab 1858 die Bahn aus Zürich, ab 1889 Ausgangspunkt der Rhätischen Bahn, deren Netz heute 384 Kilometer umfasst. Angelika Kauffmann wurde hier 1741 geboren, H.R. Giger, der Schöpfer des Alien, 1940. Heute hat Chur rund 40'000 Einwohner, ist Hauptstadt des dreisprachigen Kantons Graubünden und für die meisten Reisenden nur der Umsteigebahnhof auf dem Weg ins Engadin, nach Davos oder Arosa. Das ist ein Fehler, aber ein verzeihlicher.
Der IC ab Zürich HB fährt halbstündlich und braucht 75 Minuten nach Chur, Vollpreis einfach rund CHF 40, mit Halbtax CHF 20, Sparbillette ab CHF 12. Ab Basel bist du in 2 Stunden 20 Minuten da, ab Bern in 2 Stunden 30 Minuten, ab St. Gallen über Sargans in 70 Minuten, ab München über Lindau und Bregenz in rund 3 Stunden 30 Minuten, ab Innsbruck über den Arlberg in 2 Stunden 45 Minuten. Mit dem Auto sind es ab Zürich 90 Minuten über die A3 und A13, Vignette CHF 40, Parkhäuser in Chur kosten CHF 1.50 bis 2.50 pro Stunde, die Altstadt ist autofrei. Chur ist die Drehscheibe der Rhätischen Bahn: Von hier fahren die Züge ins Engadin und nach St. Moritz, nach Davos, nach Arosa, nach Disentis und weiter nach Andermatt und Zermatt (Glacier Express) sowie ins Rheinwald und nach Bellinzona mit dem Postauto. Darum lohnt sich das Auto hier nicht: Alles, was du von Chur aus unternimmst, ist mit Bahn und Postauto besser erreichbar, und die Gästekarte, die Hotels in Chur abgeben, schliesst den Stadtbus ein. Vom Bahnhof zur Altstadt gehst du zehn Minuten die Bahnhofstrasse hinauf, mit Gepäck nimmst du den Bus bis Postplatz.
Die Altstadt liegt zwischen Postplatz und dem Hof und ist in einer Stunde durchlaufen, aber in zwei Tagen nicht ausgereizt. Oben der Bischofshof mit der Kathedrale (gratis, Domschatz CHF 8) und dem Rätischen Museum (CHF 6) im Haus Buol, das die 5'000 Jahre Churer Geschichte zeigt. Darunter der Arcas, ein dreieckiger Platz mit bunten Häusern, der die Churer am Abend versammelt, und die Gassen zum Martinsplatz mit der reformierten Kirche St. Martin und drei Fenstern von Augusto Giacometti. Das Bündner Kunstmuseum (CHF 15) in der Villa Planta und dem Neubau von Barozzi Veiga zeigt Segantini, Giovanni und Alberto Giacometti, Angelika Kauffmann und Kirchner, 90 Minuten, montags geschlossen. Das Welschdörfli unten am Hang ist das alte Vergnügungsviertel mit Bars und Clubs, wo die Römerstadt ausgegraben wurde, die Schutzbauten von Peter Zumthor zeigen die Fundamente, Schlüssel gibt es im Museum. Zumthors Atelier steht in Haldenstein nebenan, besichtigen kannst du es nicht. Am Samstagmorgen ist Wochenmarkt an der Bahnhofstrasse mit Bündner Bauern, Mai bis Oktober. Das Stadtbild wird vom Mittenberg und dem Pizokel überragt, Churs Hausberg Brambrüesch liegt auf der anderen Seite.
Chur ist die einzige Schweizer Stadt mit einer Bergbahn direkt aus dem Zentrum: Die Gondel startet am Kasernenplatz unterhalb der Altstadt und bringt dich in zwei Etappen über Känzeli auf Brambrüesch auf 1'600 Meter. Hin und zurück rund CHF 28, mit Halbtax CHF 14, mit Churer Gästekarte ermässigt. Oben gibt es einen Rundweg von 90 Minuten mit Blick auf das Rheintal, den Calanda und bis zum Säntis, ein Bergrestaurant mit Capuns für rund CHF 26 und im Sommer die Bike-Trails, für die Brambrüesch unter Mountainbikern bekannt ist (Velotransport CHF 10). Wanderer nehmen den Weg über das Dreibündenstein-Panorama nach Feldis, 3 Stunden 30 Minuten, und fahren mit der Seilbahn nach Rhäzüns hinunter und mit dem Zug zurück. Im Winter ist Brambrüesch ein kleines Skigebiet mit Tageskarte um CHF 45, nichts für Könner, aber für Familien aus der Stadt, und die Schlittelbahn hinunter nach Chur ist sechs Kilometer lang. Die Bahn fährt von Mai bis Oktober und Dezember bis März, in der Zwischensaison steht sie still. Für einen halben Tag ohne Zugfahrt ist Brambrüesch die ehrlichste Churer Attraktion.
Zwischen Ilanz und Reichenau hat sich der Vorderrhein durch die Trümmer des Flimser Bergsturzes gegraben, 400 Meter tief, mit weissen Felswänden, Auenwald und einer Bahn, die unten durchfährt. Von Chur fährst du mit der RhB in 25 Minuten nach Versam-Safien oder Valendas-Sagogn mitten in der Schlucht, mit Halbtax rund CHF 7 einfach. Die Bahn selbst ist der günstigste Blick: Setz dich rechts in Fahrtrichtung Ilanz, der Zug fährt 20 Minuten durch die Schlucht, der Glacier Express dieselbe Strecke mit Zuschlag. Zu Fuss: Von Versam-Safien dem Rhein entlang nach Valendas-Sagogn, 2 Stunden flach, oder hinauf zur Aussichtsplattform Il Spir bei Conn oberhalb von Flims, die über dem Abgrund schwebt, ab Flims eine Stunde, gratis. Im Boot: Rafting ab Ilanz nach Reichenau, 4 Stunden auf dem Wasser, ab CHF 130 pro Person, Mai bis Oktober, Stufe zwei bis drei, also machbar für Anfänger. Wer es ruhiger will, mietet in Ilanz ein Schlauchboot oder nimmt die geführte Kanutour ab CHF 90. Mit dem Tagespass Graubünden (CHF 50 mit Halbtax) oder einem Saver Day Pass sind Rheinschlucht, Flims und Rückfahrt in einem Tag drin, Postauto von Valendas nach Flims inklusive.
Die Arosabahn startet direkt vor dem Bahnhof Chur, fährt durch die Stadt wie ein Tram und dann in einer Stunde durch das Schanfigg über 40 Brücken auf 1'740 Meter nach Arosa, 1'200 Höhenmeter, mit Halbtax rund CHF 9 einfach. Oben Obersee, Untersee, Bärenland mit geretteten Bären (gratis, Bahn hinauf CHF 20 bis 30), Weisshorngipfel auf 2'653 Meter mit Rundblick (Bahn rund CHF 45 hin und zurück, im Sommer mit Arosa-Gästekarte gratis, als Tagesgast nicht). Für Wanderer die Runde um die Seen (eine Stunde) oder der Höhenweg nach Lenzerheide über das Urdenfürggli (Bahnverbindung Arosa Lenzerheide, 3 Stunden), zurück mit Postauto über Lenzerheide nach Chur. Die Berninabahn fährst du ab Chur mit dem Bernina Express oder dem Regionalzug über die Albulalinie bis Pontresina und Alp Grüm, als Tagesausflug sind es 2 Stunden 30 Minuten einfach bis Pontresina, mit Halbtax rund CHF 25; bis Tirano und zurück ist es für einen Tag zu viel, dann besser eine Nacht im Engadin. Der dritte Ausflug: Mit der Bahn nach Thusis und zu Fuss durch die Viamala-Schlucht (Eintritt CHF 8, 321 Treppenstufen, eine Stunde), weiter nach Zillis zur bemalten Kirchendecke von 1109, mit Postauto zurück. Alle drei Ausflüge sind mit der Tageskarte Graubünden zu CHF 50 mit Halbtax abgedeckt.
Chur hat keine Hochsaison im touristischen Sinn, dafür Messen, Kongresse und das Churer Fest im August, an denen die Hotels voll und teurer sind. Mittelklasse-Doppelzimmer kosten CHF 140 bis 190, die Jugendherberge ab CHF 45 pro Person, Ibis ab CHF 100. Die Altstadt ist die beste Lage zum Essen und Flanieren, der Bahnhof die beste für Ausflüge, dazwischen liegen zehn Minuten zu Fuss. Buchen kannst du kurzfristig, ausser in den Herbstferien und während des Churer Fests. Essen: Ein Tagesmenü in der Altstadt kostet CHF 20 bis 26, ein Abendessen mit Hauptgang und Glas Wein CHF 40 bis 55, Chur ist spürbar günstiger als St. Moritz oder Davos. Beste Zeit: Mai bis Oktober für Brambrüesch, Rheinschlucht und Markt, der Herbst mit Lärchen im Schanfigg und der Weinlese in der Bündner Herrschaft 15 Minuten nördlich. Im Winter ist Chur Basis für die Skigebiete Arosa Lenzerheide (Skipass rund CHF 80, Bahn eine Stunde), Flims Laax (Postauto 50 Minuten) und Brambrüesch, mit Hotelpreisen, die ein Drittel unter denen der Skiorte liegen. Dezember bringt den Christkindlimarkt in der Altstadt. Zwei Nächte reichen für Stadt, Brambrüesch und einen Ausflug, drei für alle drei.
Ab Zürich halbstündlich mit dem IC in 75 Minuten, mit Halbtax rund CHF 40 hin und zurück, Sparbillette ab CHF 24. Ab Basel 2 Stunden 20 Minuten, ab Bern 2 Stunden 30 Minuten, ab München 3 Stunden 30 Minuten. Mit dem Auto ab Zürich 90 Minuten, aber du brauchst es nicht: Chur ist Knotenpunkt der Rhätischen Bahn, Arosa, Rheinschlucht, Engadin und Davos erreichst du direkt ab Bahnhof, die Altstadt ist autofrei, und Parkhäuser kosten CHF 1.50 bis 2.50 pro Stunde.
Zwei Nächte sind der Richtwert: ein halber Tag für Altstadt, Kathedrale und Kunstmuseum, ein halber Tag Brambrüesch, ein ganzer Tag für die Rheinschlucht oder Arosa. Mit drei Nächten nimmst du beide Ausflüge und die Viamala mit. Als reiner Zwischenhalt auf dem Weg ins Engadin genügen zwei Stunden für Altstadt und ein Mittagessen, Gepäck ins Schliessfach am Bahnhof für CHF 6 bis 9.
Zu zweit mit zwei Nächten im Mittelklassehotel, Bahnfahrt ab Zürich mit Halbtax, einem Ausflug in die Rheinschlucht, Brambrüesch, Museen und Essen in der Altstadt kommst du auf CHF 700 bis 900. Mit Jugendherberge und Picknick auf dem Berg sind es unter CHF 500. Chur ist damit eines der günstigsten Wochenendziele in den Schweizer Bergen, auch weil die Bahnausflüge mit Halbtax selten mehr als CHF 20 kosten.
Bei gutem Wetter Arosa: eine Stunde spektakuläre Bahnfahrt, Seen, Bärenland und auf Wunsch das Weisshorn, für Familien die bessere Wahl. Die Rheinschlucht, wenn du wandern oder raften willst und Felsen statt Gipfel sehen magst, sie funktioniert auch bei durchzogenem Wetter, und die Bahnfahrt durch die Schlucht kostet mit Halbtax nur CHF 7. Im Herbst beides, dann ist das Schanfigg golden und die Schlucht leer.
Chur ist der Punkt, an dem der Glacier Express von St. Moritz kommend Richtung Zermatt abbiegt. Die Strecke Chur bis Andermatt durch Rheinschlucht und Oberalppass ist der schönste Teil der ersten Hälfte, 2 Stunden 30 Minuten, Reservation CHF 44 im Sommer plus Billett. Wer nur die Aussicht will, fährt dieselbe Strecke mit dem Regionalzug bis Disentis und der Matterhorn Gotthard Bahn weiter, ohne Zuschlag und mit Fenstern zum Öffnen.
Im Alltag kaum, Chur ist seit dem 15. Jahrhundert deutschsprachig, aber die Stadt ist Hauptstadt eines dreisprachigen Kantons: Strassenschilder, Behörden und das Radio sind auch rätoromanisch und italienisch, und viele Churer verstehen eine der beiden Sprachen. In den Beizen hörst du Bündnerdeutsch mit rollendem R. Rätoromanisch im Alltag erlebst du in der Surselva ab Ilanz, 30 Minuten weiter, und im Engadin.
Zermatt · Chur · St. Moritz · Bernina · Lugano
Die zwei berühmtesten Bahnstrecken der Alpen in einer Runde: vom Matterhorn über den Oberalppass ins Engadin, über den Bernina nach Tirano und durch den Gotthard zurück. Kein Auto, kein Umsteigen mit Koffer im Regen, und du schläfst dort, wo die Panoramazüge nur durchfahren.
Zürich · Schaffhausen · Appenzell · Chur
Die Schweiz, die zwischen Zürich und den Bergen liegt und die die meisten nur durchfahren: der grösste Wasserfall Europas, ein Städtchen mit bemalten Fassaden, das Hügelland der Appenzeller und am Ende die Schlucht, die der Rhein in den Flimser Bergsturz gegraben hat. Kurze Etappen, viel Zeit vor Ort.
Chur · Davos · St. Moritz · Bernina
Graubünden im Winter ohne Auto und ohne Skipass-Zwang: Du fährst mit der Rhätischen Bahn von Chur nach Davos, über die Albula ins Engadin und über den Bernina ins Puschlav, schlittelst sechs Kilometer von Preda nach Bergün und läufst Langlauf auf dem gefrorenen Silsersee. Ein Skitag ist drin, aber kein Muss.
Was eine Woche im Oberengadin wirklich kostet, warum du nicht in St. Moritz selbst schlafen musst und wie du Diavolezza, Seenwanderung und Bergbahnen bezahlst, ohne dich zu ärgern.
Was eine Woche in der höchstgelegenen Stadt Europas wirklich kostet, welcher Berg zu dir passt, warum Klosters oft die bessere Basis ist und wann du Davos auf keinen Fall buchen solltest.
Was die berühmteste Bahnfahrt der Alpen wirklich kostet, warum der Regionalzug mit offenem Fenster oft besser ist als der Panoramawagen und weshalb du im Puschlav übernachten solltest statt nur durchzufahren.
Was ein verlängertes Wochenende am Luganersee wirklich kostet, welcher der beiden Hausberge zu dir passt, wie du mit Schiff und Postauto nach Gandria und Morcote kommst und wo das Grotto noch ein Grotto ist.