Lugano

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Lugano

Was ein verlängertes Wochenende am Luganersee wirklich kostet, welcher der beiden Hausberge zu dir passt, wie du mit Schiff und Postauto nach Gandria und Morcote kommst und wo das Grotto noch ein Grotto ist.

Foto: Santiago Bernhard / Pexels

Was kostet deine Reise nach Lugano?

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1'970 CHF
≈ 985 CHF pro Person
  • Anreise 260 CHF
  • Unterkunft 900 CHF
  • Essen 550 CHF
  • Transport vor Ort 150 CHF
  • Schiff und Bergbahnen (Tageskarte und San Salvatore) 110 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Schweizer Franken (CHF). Karten und Twint funktionieren praktisch überall, auch auf der Alp. Viele Läden nehmen Euro an, geben aber Franken zurück, zu einem schlechten Kurs. Trinkgeld ist im Preis inbegriffen, Aufrunden ist üblich. Anreise: Anreise mit Bahn (SBB) oder Auto, ab Zürich 1 bis 4 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Lugano Savosa Youth Hostel

Savosa, Lugano

Jugendherberge in einer Villa mit Park und Freibad auf dem Hügel in Savosa, 15 Minuten mit dem Bus vom Zentrum. Doppel- und Familienzimmer, ruhig, mit Ticino Ticket für den Bus. Die günstigste Art, in Lugano zu schlafen.

ab CHF 50 / Nacht Ansehen →

ibis Lugano Paradiso

Paradiso, Lugano

Standard-Ibis in Paradiso, fünf Minuten von der San-Salvatore-Bahn und vom See, mit Parkplätzen und Bus ins Zentrum. Kleine, saubere Zimmer zu einem Preis, den es in Lugano sonst kaum gibt.

ab CHF 110 / Nacht Ansehen →

Hotel Pestalozzi Lugano

Zentrum, Lugano

Jugendstilhaus von 1910 zwischen Bahnhof und See, alkoholfrei und mit einfachem Restaurant, einfache Zimmer teils mit Etagenbad. Zentral, ehrlich, günstig, für alle, die abends in der Altstadt sein wollen.

ab CHF 120 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Hotel Walter au Lac

Quai, Lugano

Familiengeführtes Dreisternhaus direkt an der Seepromenade neben der Piazza Manzoni, viele Zimmer mit Balkon und Seeblick zum halben Preis der Luxushäuser nebenan. Schiffsanlegestelle und Altstadt vor der Tür.

ab CHF 190 / Nacht Ansehen →

Hotel Lugano Dante

Altstadt, Lugano

Viersternhaus mitten in der Altstadt an der Piazza Cioccaro, am Fuss der Standseilbahn vom Bahnhof. Moderne Zimmer, gutes Frühstück, persönlicher Service, die praktischste Lage für Bahnreisende.

ab CHF 220 / Nacht Ansehen →

Hotel Delfino Lugano

Cassarate, Lugano

Familienhotel in Cassarate zwischen Parco Ciani und der Monte-Brè-Bahn, mit Dachterrasse, kleinem Pool und Blick auf den See. Ruhiger als das Zentrum, zu Fuss zehn Minuten zum Quai, Lido um die Ecke.

ab CHF 180 / Nacht Ansehen →

Luxus

Hotel Splendide Royal

Riva Caccia, Lugano

Das Grandhotel von 1887 an der Riva Caccia mit Kronleuchtern, Marmor, Pool und Restaurant mit Seeblick. Klassischer Luxus zwischen Zentrum und Paradiso, für Paare, die Lugano wie vor hundert Jahren wollen.

ab CHF 450 / Nacht Ansehen →

Villa Principe Leopoldo

Collina d'Oro, Lugano

Ehemalige Fürstenvilla auf dem Hügel über Lugano mit Park, Pool, Spa und einem der besten Restaurants des Tessins. Blick über See und Berge, zehn Minuten mit dem Shuttle ins Zentrum. Ruhe statt Quai.

ab CHF 420 / Nacht Ansehen →

The View Lugano

Paradiso, Lugano

Designhotel am Hang von Paradiso mit 18 Suiten, Infinity-Pool und einem Blick auf See und San Salvatore, der dem Namen gerecht wird. Modern, klein, mit Spa, für alle, die Aussicht über Tradition stellen.

ab CHF 480 / Nacht Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

Monte San Salvatore und Wanderung nach Morcote

Standseilbahn ab Paradiso auf 912 Meter, hin und zurück CHF 32, mit Halbtax CHF 16, oben Rundblick und Kirchendach. Abstieg über Carona nach Morcote 2 Stunden 30 Minuten, zurück mit dem Schiff. Ein voller Tag für die beste Wanderung Luganos.

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Monte Brè und Steindorf Brè

Standseilbahn ab Cassarate auf 925 Meter, rund CHF 27 hin und zurück, oben das Dorf Brè mit Kunst an den Mauern und zwei Grotti. Abstieg nach Gandria 90 Minuten. Am Abend für den Sonnenuntergang fahren, im Sommer gibt es Abendfahrten.

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Schiff nach Gandria und Olivenweg

Auf dem Olivenweg ab Castagnola in 45 Minuten dem Ufer entlang nach Gandria, durch Treppengassen und Bögen über dem Wasser, Mittag im Grotto, zurück mit dem Schiff für rund CHF 12. Zollmuseum gegenüber in Cantine di Gandria gratis.

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Morcote mit Parco Scherrer

Das schönste Dorf am See mit Arkaden, der Treppe zur Kirche Santa Maria del Sasso und dem Parco Scherrer (CHF 7). Schiff 50 Minuten oder Postauto 30 Minuten, mit Ticino Ticket gratis. Unter der Woche am Nachmittag, nicht am Sonntag.

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Schifffahrt Luganersee Tageskarte

Tageskarte für alle Kurse rund CHF 55, mit Halbtax CHF 27, mit Ticino Ticket ermässigt. Gandria, Morcote, Melide und Campione an einem Tag, die Rundfahrt um den ganzen See dauert 3 Stunden. Im Winter nur am Wochenende.

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Monte Generoso mit Fiore di Pietra

Zahnradbahn ab Capolago auf 1'704 Meter, CHF 60 hin und zurück, mit Halbtax die Hälfte, 40 Minuten Fahrt. Oben Mario Bottas Steinblume mit Restaurant und bei klarem Wetter der Blick von den Walliser Alpen bis Mailand. Halber Tag, nur bei gutem Wetter.

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LAC Lugano Arte e Cultura

Das Kulturzentrum am See mit dem Museo d'arte della Svizzera italiana (CHF 15) und Konzerten. 90 Minuten, montags geschlossen, mit Ticino Ticket ermässigt. Danach fünf Minuten weiter zum Luini-Fresko in Santa Maria degli Angioli, gratis.

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Hermann-Hesse-Museum Montagnola

In der Casa Camuzzi, wo Hesse 43 Jahre lebte, mit Schreibtisch, Aquarellen und Garten. Bus ab Lugano 20 Minuten (Ticino Ticket), Eintritt CHF 10, eine Stunde, dazu der Hesse-Spazierweg zum Grab in Gentilino. Für Leser ein halber Tag.

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Food Tour und Grotto-Abend

Geführte Tour durch Altstadtmärkte und Bars mit Formaggini, Luganighe, Merlot und Nocino, 3 Stunden ab CHF 90, oder ein Grotto-Abend mit Polenta und Brasato auf eigene Faust für CHF 45 bis 60. Dienstag und Freitag ist Markt auf der Piazza della Riforma.

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Essen & Trinken

Lugano isst lombardisch mit Schweizer Preisen: Polenta aus dem Kupferkessel, Risotto mit Luganighe, Brasato im Merlot, Formaggini aus den Alpen und Kastanien im Herbst. Am Quai zahlst du für die Palmen, in den Grotti am Hang und am Ufer für das Essen. Und der Kaffee kostet an der Bar im Stehen CHF 3, am Tisch mit Seeblick CHF 6.

Polenta e Brasato

Grotti in Gandria, auf dem Monte Brè und in Carona

Stundenlang im Kupferkessel gerührte Maispolenta mit im Merlot geschmortem Rindfleisch, das Grotto-Gericht schlechthin. Auch mit Luganighe, Gorgonzola oder Pilzen. CHF 24 bis 32 im Grotto, am Quai bis CHF 40.

Tipp:Am Sonntagmittag reservieren, dann rührt der Grotto-Wirt den grossen Kessel für die Tessiner Familien.

Luganighe mit Risotto

Trattorien in der Altstadt rund um die Via Pessina und Grotti am Hang

Grobe Schweinswurst mit Rotwein und Gewürzen, auf Safran- oder Merlot-Risotto, die Tessiner Alltagsküche. CHF 22 bis 28, in Grotti oft als Tagesteller.

Tipp:Luganiga vom Metzger an der Via Pessina mitnehmen, sie hält gekühlt drei Tage.

Formaggini und Zincarlin

Markt auf der Piazza della Riforma (Dienstag und Freitag) und jedes Grotto

Kleine Frischkäse aus Kuh- oder Ziegenmilch mit Pfeffer und Olivenöl, Zincarlin ist die gereifte, scharfe Variante aus dem Mendrisiotto. Als Vorspeise oder Zvieri CHF 8 bis 14.

Tipp:Mit Brot und einem Deziliter Merlot ist das ein günstiges Mittagessen im Grotto.

Merlot del Ticino im Boccalino

Grotti und Weingüter im Mendrisiotto und auf der Collina d'Oro

Der Tessiner Merlot, rot oder als weiss gekelterter Bianco di Merlot, im bemalten Keramikkrug ausgeschenkt. Ein Deziliter CHF 3 bis 4.50 im Grotto, Flasche vom Weingut ab CHF 15.

Tipp:Den Boccalino darfst du nicht mitnehmen, kaufen kannst du ihn in der Via Nassa für CHF 15 bis 25.

Marroni und Castagnate im Herbst

Stände an der Piazza Manzoni, Castagnate in Ascona, Morcote und den Dörfern der Collina d'Oro

Geröstete Kastanien vom Stand am Quai ab Oktober, CHF 6 bis 8 die Tüte, und in den Dörfern die Castagnate, Kastanienfeste mit Marroni, Wein und Musik, meist gratis.

Tipp:Die Daten der Castagnate stehen bei Ticino Turismo, der Oktober ist voll davon.

Torta di pane

Grotti und Pasticcerie in der Altstadt

Brotkuchen aus altem Brot, Milch, Kakao, Rosinen, Pinienkernen und Amaretti, das Dessert der Tessiner Grossmütter. Ein Stück CHF 6 bis 8 im Grotto, in Bäckereien günstiger.

Tipp:Dazu ein Nocino, der Walnusslikör, oder ein Caffè corretto mit Grappa.

Gelato und Aperitivo auf der Piazza

Bars rund um die Piazza della Riforma und die Via Pessina

Gelato ab CHF 4 die Kugel in der Altstadt, Aperitivo um 18 Uhr auf der Piazza della Riforma mit Spritz für CHF 10 bis 12, der Teller mit Oliven, Chips und Häppchen ist inbegriffen und ersetzt manchmal das Abendessen.

Tipp:Im Stehen an der Bar kostet derselbe Kaffee die Hälfte, das ist in Lugano wie in Italien.

Pesce di lago

Lokale in Gandria und Morcote direkt am Wasser

Felchen (Coregone) und Barsch (Persico) aus dem See, gebraten mit Butter und Salbei oder als Risotto. CHF 28 bis 38, nicht billig, aber frisch, wenn die Karte den See nennt.

Tipp:Fragen, ob der Fisch aus dem Ceresio kommt, Zuchtfisch aus dem Ausland ist häufig.

Food-Tour buchen: Lugano

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Lugano liegt in einer Bucht des Ceresio, wie der Luganersee auf Italienisch heisst, zwischen den beiden Hausbergen Monte Brè und Monte San Salvatore. Der Ort wird 804 erstmals erwähnt, war im Mittelalter Streitobjekt zwischen Como und Mailand und kam 1512 als Untertanengebiet an die Eidgenossen, die hier Landvögte einsetzten und Steuern einzogen, bis 1798 die Helvetik und 1803 der Kanton Tessin die Tessiner zu gleichberechtigten Schweizern machte. Die Kirche Santa Maria degli Angioli am Seeufer bewahrt das grösste Renaissancefresko der Schweiz, die Kreuzigung von Bernardino Luini aus dem Jahr 1529, und der Dom San Lorenzo über der Altstadt zeigt eine Fassade aus derselben Zeit. Lugano war im 19. Jahrhundert Zufluchtsort italienischer Freiheitskämpfer, Mazzini druckte hier Flugblätter, und 1882 brachte die Gotthardbahn die ersten Touristen aus dem Norden, die Palmen und Hotelpaläste am Quai folgten. Hermann Hesse lebte von 1919 bis zu seinem Tod 1962 in Montagnola oberhalb des Sees und schrieb hier den «Steppenwolf», das Museum in der Casa Camuzzi erinnert an ihn. Im 20. Jahrhundert wuchs Lugano zum drittgrössten Finanzplatz der Schweiz, mit Banken am Quai und einer Villenlandschaft am Hang, was die Stadt wohlhabender und teurer machte als den Rest des Tessins. Mit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels 2016 und des Ceneri-Basistunnels 2020 rückte Lugano auf zwei Stunden an Zürich heran und wurde zum Wochenendziel, das 2015 mit dem Kulturzentrum LAC am See auch architektonisch nachgezogen hat. Heute hat die Stadt rund 63'000 Einwohner, ist die grösste italienischsprachige Stadt ausserhalb Italiens und lebt davon, dass hier die Schweiz pünktlich und Italien gemütlich zugleich sind.

Insider-Tipps

Anreise: zwei Stunden durch den Gotthard, und das Auto bleibt daheim

Seit dem Gotthard- und dem Ceneri-Basistunnel fährst du ab Zürich HB mit dem IC oder EC in 1 Stunde 55 Minuten bis Lugano, stündlich, teils halbstündlich, Vollpreis einfach rund CHF 65, mit Halbtax CHF 33, Sparbillette ab CHF 20, wenn du zwei Wochen vorher buchst. Ab Basel sind es 3 Stunden, ab Bern 2 Stunden 50 Minuten über Luzern, ab Luzern 1 Stunde 50 Minuten. Aus Deutschland kommst du über Zürich oder Basel, aus Österreich über Zürich, und die EC-Züge fahren weiter nach Mailand in 1 Stunde 15 Minuten. Wer die Landschaft will, fährt die alte Gotthard-Bergstrecke mit dem Treno Gottardo ab Zürich über Arth-Goldau, Göschenen und Airolo, eine Stunde länger, dieselben Billette gelten, keine Reservation. Mit dem Auto sind es ab Zürich 2 Stunden 30 Minuten durch den Gotthard-Strassentunnel, Vignette CHF 40, aber an Wochenenden und Feiertagen stehst du vor dem Tunnel eine bis drei Stunden im Stau, und in Lugano kostet das Parkhaus CHF 25 bis 35 pro Tag, Hotels verlangen bis CHF 30. Vor Ort brauchst du das Auto nicht: Der Bahnhof liegt oberhalb der Altstadt, die Standseilbahn Sassellina bringt dich in zwei Minuten hinunter zur Piazza Cioccaro, Stadtbusse und Schiffe erreichen alles, und die Ticino Ticket der Unterkunft macht den ÖV im ganzen Kanton gratis und gibt Rabatt auf Schiffe und Bergbahnen.

Monte Brè oder Monte San Salvatore: welcher Berg

Lugano hat zwei Hausberge mit Standseilbahnen, und du musst nicht beide machen. Der Monte San Salvatore steht wie ein Zuckerhut südlich der Stadt, 912 Meter, Standseilbahn ab Paradiso in zwölf Minuten, hin und zurück CHF 32, mit Halbtax CHF 16, oben ein Rundblick über den ganzen See bis zu den Walliser Alpen und ins Mailänder Flachland, eine Kirche auf dem Gipfel, auf deren Dach du steigen darfst. Von oben wanderst du in 2 Stunden 30 Minuten über Carona nach Morcote hinunter, das ist die beste Wanderung Luganos, und nimmst das Schiff zurück. Der Monte Brè im Osten, 925 Meter, Standseilbahn ab Cassarate in 20 Minuten, hin und zurück rund CHF 27, gilt als sonnigster Berg der Schweiz, oben das Dorf Brè mit Steinhäusern, Kunstwerken an den Mauern und zwei Grotti, von denen du nach Gandria absteigen kannst (90 Minuten) und mit dem Schiff heimfährst. San Salvatore für die Aussicht und die Wanderung nach Morcote, Brè für das Dorf, den Sonnenuntergang und den Weg nach Gandria. Mit dem Ticino Ticket gibt es auf beide rund 30 Prozent Rabatt. Der dritte Berg, Monte Generoso mit Zahnradbahn ab Capolago (CHF 60 hin und zurück), ist der höchste und bei klarem Wetter der beste Blick.

Gandria, Morcote und das Schiff als Verkehrsmittel

Die Schiffe der Società Navigazione del Lago di Lugano sind kein Ausflug, sondern das sinnvollste Verkehrsmittel am See. Die Tageskarte kostet rund CHF 55, mit Halbtax CHF 27, mit Ticino Ticket ermässigt, einzelne Fahrten CHF 10 bis 25. Gandria liegt 30 Minuten östlich am Steilufer, ein Fischerdorf ohne Strasse im Kern, mit Treppengassen, Bögen über dem Wasser und zwei, drei Grotti mit Terrassen über dem See. Du gehst hin auf dem Olivenweg ab Castagnola, 45 Minuten flach dem Ufer entlang, und fährst mit dem Schiff zurück, oder umgekehrt. Gegenüber in Cantine di Gandria liegt das Zollmuseum (gratis) in einem alten Grenzposten, nur per Schiff erreichbar. Morcote im Süden, 50 Minuten mit dem Schiff oder 30 mit dem Postauto, ist das schönste Dorf am See: Arkaden am Ufer, die Treppe mit 404 Stufen zur Kirche Santa Maria del Sasso, der Parco Scherrer mit exotischen Pflanzen und Pavillons (CHF 7). Am Wochenende ist es voll, unter der Woche am Nachmittag gehört es dir. Wer die Tageskarte hat, hängt Melide mit der Swissminiatur (CHF 21, für Kinder) oder die Fahrt bis Ponte Tresa an die italienische Grenze an. Im Winter fahren die Schiffe nur am Wochenende und mit kleinem Fahrplan, dann nimmst du Postauto und Bus.

Grotti: wo das Tessin noch echt isst

Ein Grotto war ursprünglich ein Felsenkeller, in dem Wein und Käse kühl lagerten, davor stellte man Granittische unter Kastanien, und daraus wurde das Tessiner Gasthaus. Die echten Grotti liegen nicht am Quai, sondern in den Dörfern am Hang und am Ufer: in Gandria, auf dem Brè, in Cantine di Gandria, in Carona, Morcote und den Dörfern der Collina d'Oro. Du erkennst sie an Granittischen draussen, einer kurzen Karte auf der Tafel und daran, dass der Wein im Boccalino kommt, dem bemalten Keramikkrug, ein Deziliter für CHF 3 bis 4, Merlot aus dem Tessin, nichts anderes. Gegessen wird, was im Kessel ist: Polenta mit Brasato (geschmortes Rindfleisch), mit Luganighe (Schweinswurst), mit Gorgonzola oder Pilzen, Risotto, Coniglio (Kaninchen), Formaggini (kleine Frischkäse) mit Pfeffer und Öl, zum Schluss Torta di pane und ein Nocino. Hauptgang CHF 22 bis 32, ein ganzes Essen mit Wein CHF 45 bis 60, günstiger als am Quai und besser. Viele Grotti sind nur von Ostern bis Oktober offen, mittags und abends, am Montag oft zu, und am Sonntagmittag reservierst du besser, dann kommen die Tessiner Familien. Barzahlung ist in abgelegenen Grotti noch üblich, Twint geht fast überall. Wer nur ein Grotto macht, nimmt eines auf dem Brè oder in Gandria mit Blick auf den See.

Unterkunft und Preisfallen: Quai, Paradiso, Hang

Lugano ist das teuerste Pflaster des Tessins: Mittelklasse-Doppelzimmer kosten CHF 160 bis 220, am Quai mit Seeblick ab CHF 250, die Fünfsternhäuser ab CHF 400. Die Altstadt zwischen Piazza della Riforma und Via Nassa ist die beste Lage zum Flanieren und Essen, Paradiso am Fuss des San Salvatore ist zehn Minuten mit dem Bus entfernt, hat den gleichen Seeblick für CHF 40 bis 60 weniger und die Standseilbahn vor der Tür. Die Hotels am Hang oberhalb des Bahnhofs sind günstiger, aber du gehst abends bergauf. Die Jugendherberge in Savosa mit Pool (ab CHF 50 pro Person) und das Ibis in Paradiso (ab CHF 110) sind die Budgetanker. Preisfallen: Das Frühstück ist in vielen Dreisternhäusern nicht inbegriffen und kostet CHF 18 bis 25, dann frühstückst du besser in einer Bar für CHF 8. Seeblick ist oft nur «seitlicher Seeblick», frag nach. Kurtaxe CHF 3 bis 5 pro Nacht, dafür bekommst du das Ticino Ticket, das sich ab dem ersten Tag rechnet. Hochsaison ist Juli und August, dazu Ostern, Pfingsten und die Wochenenden im Mai, Juni und September, dann drei bis vier Wochen vorher buchen. Oktober und April sind oft sonnig und 20 Prozent günstiger. November bis Februar ist Lugano still, viele Grotti zu, dafür Hotels ab CHF 120 und Kamelien, die im Februar blühen.

Timing, Wetter und was du auslassen kannst

Das Tessin hat Schweizer Wetter mit italienischem Thermometer: Im Juli und August sind 30 Grad normal, die Schwüle am See drückt, und nachmittags gewittert es oft heftig, aber kurz. Mai, Juni, September und Oktober sind die besten Monate mit 20 bis 26 Grad, badbar ist der See von Juni bis September (Lido di Lugano CHF 10, Lido Riva Caccia gratis). Im Herbst kommen die Kastanien, im Oktober Castagnate in den Dörfern mit gerösteten Marroni, und das Licht auf dem See ist golden. Der Nordföhn bringt im Winter tagelang Sonne, während Zürich im Nebel liegt, das ist der eigentliche Wintertipp für Lugano. Was du auslassen kannst: die Via Nassa mit den Uhren- und Schmuckgeschäften, die Swissminiatur ohne Kinder, Pizza am Quai für CHF 24. Was du nicht auslassen solltest: das LAC mit dem Museo d'arte della Svizzera italiana (CHF 15), das Luini-Fresko in Santa Maria degli Angioli (gratis, fünf Minuten, umwerfend), der Parco Ciani am Morgen, das Hesse-Museum in Montagnola mit dem Bus (CHF 10) und ein Aperitivo auf der Piazza della Riforma um 18 Uhr, Spritz CHF 10 bis 12, der kleine Teller dazu ist inbegriffen. Drei Nächte reichen, mit einem Tag Monte Generoso oder Bellinzona vier.

Häufige Fragen zu Lugano

Wie komme ich nach Lugano, und brauche ich ein Auto?

Ab Zürich mit dem IC durch Gotthard- und Ceneri-Basistunnel in 1 Stunde 55 Minuten, mit Halbtax rund CHF 65 hin und zurück, Sparbillette ab CHF 40. Ab Basel 3 Stunden, ab Bern 2 Stunden 50 Minuten. Mit dem Auto 2 Stunden 30 Minuten plus Stau vor dem Gotthard an Wochenenden. Vor Ort brauchst du es nicht: Das Ticino Ticket der Unterkunft macht Busse, Bahnen und Postautos gratis, Schiffe und Bergbahnen ermässigt, und Parkieren kostet CHF 25 bis 35 pro Tag.

Was kostet ein verlängertes Wochenende in Lugano?

Zu zweit mit drei Nächten im Mittelklassehotel in Paradiso, Bahnfahrt ab Zürich mit Halbtax, Schiffstageskarte, San Salvatore, zwei Grotto-Abenden und Mittagessen in Bars kommst du auf CHF 1'100 bis 1'400. Mit Jugendherberge, Picknick aus dem Migros und Wandern statt Bahn sind es CHF 600 bis 750. Am Quai im Fünfsternhaus mit Seeblick verdoppelt sich die erste Zahl leicht.

Monte Brè oder San Salvatore?

San Salvatore, wenn du nur einen machst: der bessere Rundblick, die Kirche mit begehbarem Dach und die schönste Wanderung Luganos hinunter nach Carona und Morcote. Monte Brè für den Abend, das Steindorf Brè mit zwei Grotti und den Abstieg nach Gandria. Bei klarem Wetter ist der Monte Generoso mit der Zahnradbahn ab Capolago beiden überlegen, kostet aber das Doppelte und einen halben Tag.

Was ist das Ticino Ticket, und lohnt es sich?

Jede Unterkunft im Tessin, die Kurtaxe erhebt, gibt dir für die Dauer des Aufenthalts das Ticino Ticket: Alle Busse, Bahnen und Postautos im Kanton sind gratis, Schiffe, Bergbahnen und viele Museen um 20 bis 30 Prozent ermässigt. Es ist in der Kurtaxe enthalten, du musst nichts extra zahlen, nur beim Check-in danach fragen oder den QR-Code aufs Handy laden. Mit einer Fahrt nach Morcote und zurück hat es sich gerechnet.

Wann ist die beste Reisezeit für Lugano?

Mai, Juni und September für warmes, meist stabiles Wetter, Baden ab Juni und Grotti, die alle offen sind. Oktober für Kastanien, goldenes Licht und tiefere Hotelpreise. Juli und August sind heiss, schwül, voll und teuer, mit Gewittern am Nachmittag. Der Winter ist still und oft sonnig, wenn im Norden Nebel liegt, aber Schiffe fahren nur am Wochenende und viele Grotti sind zu. Ostern und Pfingsten sind kleine Hochsaisons.

Kann ich von Lugano aus nach Italien?

Ja, Mailand ist mit dem EC in 1 Stunde 15 Minuten erreichbar, mit Halbtax rund CHF 30 einfach, als Tagesausflug machbar, Pass oder ID mitnehmen. Der Comersee liegt mit Bus und Bahn über Menaggio oder Como in 60 bis 90 Minuten, und Ponte Tresa am Ende des Sees ist die Grenze zum italienischen Teil des Luganersees. Wer nur kurz italienischen Boden will, fährt mit dem Schiff nach Campione d'Italia, der italienischen Enklave am Ostufer mit dem Casino.

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Aktivitäten in der Region

Veranstaltungen

Aug 4

Locarno Film Festival

Kultur

4. August 2027 Erste Augusthälfte, elf Tage; 2027 voraussichtlich 4. bis 14. August

Das wichtigste Filmfestival der Schweiz und eines der ältesten der Welt, bekannt für sein Herzstück: die Piazza Grande, auf der jeden Abend bis zu 8000 Menschen unter freiem Himmel vor einer der grössten Leinwände Europas sitzen, Premieren und Klassiker gemischt. Daneben läuft der Wettbewerb um den Goldenen Leoparden in den Kinos der Stadt, mit Autorenfilm aus aller Welt, oft in Originalsprache mit Untertiteln. Karten für die Piazza kosten rund CHF 30 bis 40, Festivalpässe ab CHF 200, die Piazza ist bei grossen Namen ausverkauft, sonst gut zu bekommen. Locarno ist in diesen elf Tagen voll und teuer, Ascona ebenso, Lugano (30 Minuten Zug) oder Bellinzona sind günstiger. Bei Gewitter, im Tessiner August keine Seltenheit, wird die Vorstellung in die Säle verlegt, der Regenschutz gehört in die Tasche.

Für Reisende: Verbinde den Festivalbesuch mit Badetagen am Lago Maggiore und einem Ausflug ins Verzasca- oder Maggiatal, morgens wandern, abends Kino; Piazza-Karten gibt es auch für Einzelabende online.

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