St. Moritz und Engadin

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St. Moritz und Engadin

Was eine Woche im Oberengadin wirklich kostet, warum du nicht in St. Moritz selbst schlafen musst und wie du Diavolezza, Seenwanderung und Bergbahnen bezahlst, ohne dich zu ärgern.

Foto: Jean-Paul Wettstein / Pexels

Was kostet deine Reise nach St. Moritz und Engadin?

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2'435 CHF
≈ 1'218 CHF pro Person
  • Anreise 220 CHF
  • Unterkunft 1'100 CHF
  • Essen 650 CHF
  • Transport vor Ort 225 CHF
  • Bergbahnen (Corviglia und Diavolezza, 2 Tage) 240 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Schweizer Franken (CHF). Karten und Twint funktionieren praktisch überall, auch auf der Alp. Viele Läden nehmen Euro an, geben aber Franken zurück, zu einem schlechten Kurs. Trinkgeld ist im Preis inbegriffen, Aufrunden ist üblich. Anreise: Anreise mit Bahn (SBB) oder Auto, ab Zürich 1 bis 4 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

St. Moritz Youth Hostel

St. Moritz Bad, St. Moritz

Die Jugendherberge am Waldrand von St. Moritz Bad, Doppel- und Familienzimmer mit eigenem Bad, Halbpension inklusive. Für Familien und Wanderer die mit Abstand günstigste Art, im Engadin zu schlafen.

ab CHF 60 / Nacht Ansehen →

Hotel Chesa Rosatsch

Celerina, Engadin

Engadiner Haus am Inn in Celerina, zehn Minuten mit Bus oder Bahn von St. Moritz, mit guter Küche und Garten am Fluss. Im Sommer deutlich günstiger als im Dorf, ideal als Basis für Wanderungen.

ab CHF 140 / Nacht Ansehen →

Hotel Station Pontresina

Bahnhof, Pontresina

Einfaches, sauberes Hotel direkt beim Bahnhof Pontresina, Ausgangspunkt für Diavolezza, Morteratsch und Berninapass. Kleine Zimmer, faire Preise, ein Restaurant mit Tagesmenü unten im Haus.

ab CHF 120 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Hotel Saratz Pontresina

Dorf, Pontresina

Grosses Haus mit Park, Hallenbad und Blick ins Rosegtal, ein Teil Jugendstil, ein Teil modern. Gute Küche, entspannter als die St. Moritzer Hotels, für Familien und Wanderer eine der besten Adressen im Tal.

ab CHF 220 / Nacht Ansehen →

Hotel Waldhaus Sils

Sils Maria, Engadin

Das Schlosshotel über Sils Maria, seit 1908 in Familienbesitz, mit Lesesälen, Pool und Lärchenwald vor der Tür. Offiziell fünf Sterne, aber mit Halbpension im Sommer fair und bewusst unprätentiös. Für Ruhe und Seen die erste Wahl.

ab CHF 280 / Nacht Ansehen →

Hotel Laudinella

St. Moritz Bad, St. Moritz

Grosses Kulturhotel in St. Moritz Bad mit mehreren Restaurants, Konzerten und Kursen, fünf Minuten vom See. Die günstigste solide Mittelklasse in St. Moritz selbst, viele Zimmer mit Blick auf Corvatsch.

ab CHF 190 / Nacht Ansehen →

Luxus

Badrutt's Palace Hotel

Dorf, St. Moritz

Das Schlosshotel über dem See, seit 1896 das Wahrzeichen von St. Moritz, mit Turm, Hallenbad und Bars, in denen sich das halbe Dorf trifft. Wer den St. Moritzer Mythos sucht, findet ihn hier, zu einem Preis ohne Obergrenze.

ab CHF 700 / Nacht Ansehen →

Kulm Hotel St. Moritz

Dorf, St. Moritz

Hier begann 1864 der Wintertourismus, hier brannte 1878 das erste elektrische Licht der Schweiz. Grosses Spa, eigener Golfplatz, Eisbahn und der Cresta Run vor der Tür. Etwas klassischer und ruhiger als das Palace.

ab CHF 600 / Nacht Ansehen →

Grand Hotel Kronenhof

Dorf, Pontresina

Neubarockes Grandhotel von 1848 in Pontresina mit bemalten Sälen, grossem Spa und Blick auf den Rosegg-Gletscher. Luxus ohne St. Moritzer Trubel, im Sommer mit Kinderprogramm, im Winter mit eigener Eisbahn.

ab CHF 500 / Nacht Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

Diavolezza und Piz Palü Panorama

In acht Minuten auf 2'978 Meter, direkt vor Piz Palü, Piz Bernina und dem Persgletscher. Bergfahrt rund CHF 45, mit Halbtax die Hälfte, zwei Stunden mit Rundweg oben. Früh fahren, am Nachmittag ziehen Wolken auf.

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Gletscherwanderung Morteratsch

Geführt mit Seil und Steigeisen von der Diavolezza über den Persgletscher nach Morteratsch, rund 4 Stunden, ab CHF 90 pro Person inklusive Ausrüstung. Ohne Führer bleibt dir der Gletscherweg im Tal, gratis und mit Tafeln, die den Rückzug zeigen.

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Muottas Muragl bei Sonnenuntergang

Die Standseilbahn von 1907 fährt auf 2'456 Meter zum besten Blick auf die Seenkette. Hin und zurück rund CHF 40, Abendfahrt mit Essen im Panoramarestaurant ab CHF 80. Im Winter mit Schlittelbahn hinunter, 4,2 Kilometer.

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Seenwanderung Sils bis Maloja

Dem Silsersee entlang über die Halbinsel Chastè nach Maloja, 2 bis 3 Stunden fast flach, gratis. Zurück mit dem Kursschiff (Juni bis Oktober, rund CHF 20) oder dem Postauto. Nachmittags bläst der Malojawind, also am Morgen starten.

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Segantini Museum

Der runde Kuppelbau von 1908 zeigt das Alpentriptychon «Werden, Sein, Vergehen» im Licht, für das es gemalt wurde. Eintritt CHF 15, eine Stunde, der beste Regentag in St. Moritz. Montags geschlossen, in der Zwischensaison ganz.

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Nietzsche-Haus Sils Maria

Das Haus, in dem Nietzsche sieben Sommer wohnte und schrieb, mit Originalzimmer und wechselnden Ausstellungen. Eintritt CHF 10, 45 Minuten, nachmittags offen. Danach zum Nietzsche-Stein am Silvaplanersee spazieren.

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Corviglia und Piz Nair

Standseilbahn ab St. Moritz Dorf auf Corviglia, Luftseilbahn weiter auf den Piz Nair (3'057 Meter). Im Sommer mit Gästekarte inklusive, sonst rund CHF 70 hin und zurück. Oben Höhenwege und Mountainbike-Trails, im Winter das Hauptskigebiet.

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White Turf Pferderennen

An drei Sonntagen im Februar galoppieren Pferde über den gefrorenen St. Moritzersee, mit Skikjöring als Höhepunkt. Eintritt rund CHF 20, Tribüne ab CHF 70, ein halber Tag. Früh kommen und warm anziehen, der See liegt im Schatten.

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E-Bike-Tour durch das Oberengadin

Von Maloja dem Inn entlang bis Zuoz, 35 Kilometer leicht abwärts auf Radwegen, mit dem Zug zurück. E-Bike-Miete ab CHF 50 pro Tag, geführte Touren ab CHF 90. Die beste Art, alle Dörfer und Seen an einem Tag zu sehen.

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Essen & Trinken

Das Engadin isst bündnerisch mit einem Schuss Italien aus dem nahen Veltlin und Puschlav: Capuns, Pizokel und Bündnerfleisch neben Pizzoccheri und Polenta. In St. Moritz zahlst du für die Kulisse, in Pontresina, Samedan und Sils für das Essen. Die Nusstorte kommt eigentlich aus dem Engadin, nicht aus Chur, und ist überall gut.

Capuns

Dorfbeizen in Pontresina und Samedan

Spätzliteig mit Salsiz- und Bündnerfleisch-Stückchen, in Mangoldblätter gewickelt, in Bouillon und Rahm gegart, mit Käse überbacken. Das Bündner Nationalgericht, CHF 24 bis 32 als Hauptgang.

Tipp:Jede Familie hat ihr Rezept, frag, ob sie hausgemacht sind, bei Tiefkühlware merkst du es an der Wicklung.

Pizokel

Bergrestaurants wie Alp Languard oder Morteratsch

Dicke, unregelmässige Teignocken aus Buchweizen oder Weissmehl, mit Speck, Kabis und Bergkäse in der Pfanne geschwenkt. Deftiger als Capuns, CHF 22 bis 28.

Tipp:Nach einer Wanderung die richtige Portion, am Abend im Hotel eher zu schwer.

Bündnerfleisch und Bündner Teller

Metzgereien und Beizen in Samedan, Zuoz und Sils

Luftgetrocknetes Rindfleisch, hauchdünn geschnitten, mit Salsiz, Rohschinken, Bergkäse und Essiggurken als Platte. CHF 22 bis 30 als Vorspeise für zwei oder leichtes Abendessen.

Tipp:Echtes Bündnerfleisch ist nicht billig, bei CHF 12 pro Platte ist es keines.

Engadiner Nusstorte

Konditorei Hanselmann, St. Moritz Dorf, oder Hauser in St. Moritz

Mürbeteig gefüllt mit karamellisierten Baumnüssen und Rahm, schwer und haltbar, ursprünglich das Reiseproviant der Engadiner Zuckerbäcker. Ein Stück CHF 5 bis 7, eine ganze Torte ab CHF 25.

Tipp:Die kleine Torte übersteht die Heimreise problemlos und hält Wochen, das beste Mitbringsel aus dem Tal.

Pizzoccheri

Italienisch geprägte Lokale in St. Moritz Bad und Pontresina

Kurze Buchweizennudeln mit Wirz, Kartoffeln, Käse und brauner Salbeibutter, aus dem Veltlin über den Berninapass eingewandert. CHF 22 bis 28.

Tipp:Noch besser im Puschlav selbst, wenn du den Bernina Express fährst.

Gerstensuppe

Jede Alp- und Bergbeiz, etwa auf Muottas Muragl

Bündner Gerstensuppe mit Rauchfleisch, Wurzelgemüse und Rahm, das Standardmittagessen der Berghütten. CHF 12 bis 16, mit Brot sättigend.

Tipp:Das günstigste warme Essen auf dem Berg, oft die bessere Wahl als die teuren Hauptgänge.

Hirsch und Wild im Herbst

Restaurants in Zuoz, Pontresina und S-chanf

Ab September Hirschpfeffer, Rehschnitzel oder Gämsragout mit Spätzli, Rotkraut und Marroni, das Wild kommt aus der Bündner Hochjagd. CHF 38 bis 55 als Hauptgang, nicht billig, aber ehrlich lokal.

Tipp:Frag nach einheimischem Wild, nicht jedes «Wildmenü» kommt aus dem Tal.

Food-Tour buchen: St. Moritz und Engadin

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Das Oberengadin liegt auf rund 1'800 Metern, höher als die meisten Alpenpässe, und war deshalb bis ins 19. Jahrhundert ein abgelegenes Hochtal, in dem Rätoromanisch gesprochen wurde und noch heute gesprochen wird. Die Quellen von St. Moritz kannte man schon in der Bronzezeit, 1535 lobte sie Paracelsus, und im 19. Jahrhundert kamen die ersten Kurgäste wegen des eisenhaltigen Wassers. Der eigentliche Wendepunkt war der Winter 1864/65: Hotelier Johannes Badrutt wettete mit englischen Sommergästen, dass sie im Winter in Hemdsärmeln auf seiner Terrasse sitzen könnten, sonst zahle er die Reise. Die Engländer kamen, blieben bis Ostern und erfanden nebenbei den Wintertourismus. Es folgten der Cresta Run (1885), die erste Bobbahn der Welt, das erste elektrische Licht der Schweiz im Kulm Hotel (1878) und zwei Olympische Winterspiele, 1928 und 1948. Pontresina und Sils waren parallel Sommerfrische für Künstler und Denker: Friedrich Nietzsche verbrachte sieben Sommer in Sils Maria und schrieb dort grosse Teile von «Also sprach Zarathustra», Giovanni Segantini malte das Licht des Engadins, bis er 1899 auf dem Schafberg starb. Die Rhätische Bahn erreichte St. Moritz 1904 über die Albulalinie, 1910 folgte die Berninabahn nach Tirano, beide heute UNESCO-Welterbe. Heute lebt das Tal vom Kontrast: Grandhotels und Privatjets in St. Moritz, dreihundert Meter weiter Engadiner Häuser mit Sgraffito-Fassaden, Lärchenwälder und Seen, an denen im Winter Pferderennen auf dem Eis stattfinden.

Insider-Tipps

Anreise: Albulalinie statt Autobahn

Ab Zürich fährst du mit dem IC nach Chur und steigst dort in die Rhätische Bahn um, über die Albulalinie mit Landwasserviadukt und Kehrtunnels bis St. Moritz. Insgesamt 3 Stunden 20 Minuten, Vollpreis einfach rund CHF 80, mit Halbtax CHF 40, Sparbillette ab CHF 25, wenn du zwei bis drei Wochen vorher buchst. Ab Basel und Bern rechnest du eine Stunde mehr, ab München fährst du über Lindau und Landquart in rund 5 Stunden. Die Strecke ab Thusis ist UNESCO-Welterbe, setz dich rechts in Fahrtrichtung. Mit dem Auto sind es ab Zürich 2 Stunden 45 Minuten über den Julierpass (ganzjährig offen) oder durch den Vereinatunnel mit Autoverlad ab Klosters (CHF 32 bis 44 pro Auto), plus Vignette CHF 40. Vor Ort brauchst du das Auto nicht: Die Engadin Bus-Linien und die RhB verbinden alle Dörfer im Halbstundentakt, und mit der Gästekarte der Unterkunft fährst du ab der zweiten Nacht gratis, im Sommer sind sogar die Bergbahnen inbegriffen. Parkplätze in St. Moritz kosten CHF 2 bis 4 pro Stunde.

Unterkunft: Pontresina, Sils und Samedan statt Dorf

St. Moritz Dorf hat im Winter kaum Betten unter CHF 300. Dreihundert Meter tiefer in St. Moritz Bad wird es etwas günstiger, aber die klügeren Basen liegen daneben. Pontresina ist 10 Bahnminuten entfernt, hat ein echtes Dorfzentrum, direkten Zugang zu Diavolezza und Morteratsch und Mittelklasse-Doppelzimmer ab CHF 180 im Winter, ab CHF 150 im Sommer. Sils Maria am anderen Ende der Seen ist ruhig, für Wanderer und Langläufer die beste Lage, mit Zimmern ab CHF 160. Samedan und Celerina sind die Preisbrecher mit Pensionen ab CHF 120 und der Jugendherberge in St. Moritz Bad ab CHF 60 pro Person inklusive Frühstück und Abendessen. Buchen: Für Weihnachten bis Neujahr und Februar bis Anfang März mindestens vier Monate vorher, viele Häuser verlangen dann sieben Nächte Mindestaufenthalt. Januar nach dem 6. und die zweite Märzhälfte sind deutlich günstiger und oft sonniger. Im Sommer reicht ein Monat Vorlauf, ausser in der zweiten Augusthälfte.

Winterpreise, ehrlich gerechnet

Ein Tagesskipass für Corviglia, Corvatsch und Diavolezza zusammen kostet rund CHF 90 bis 100 im Hochwinter, dynamisch, im Vorverkauf online und an schwachen Tagen auch mal CHF 65. Der Sechstagepass liegt bei CHF 450 bis 500. Dazu kommen Mietski (CHF 45 bis 60 pro Tag) und das Mittagessen auf der Piste, das auf Corviglia schnell CHF 35 bis 50 kostet. Ein Winterskitag im Engadin ist also mit CHF 150 bis 200 pro Person realistisch, bevor du schläfst. Günstiger wird es so: Mit Gästekarte gibt es ab der zweiten Übernachtung in vielen Hotels den Skipass für CHF 45 pro Tag (Hotel-Skipass, bei der Buchung fragen, das ist der wichtigste Spartipp im Tal). Mittagessen packst du ein oder gehst ins Tal: In Pontresina oder St. Moritz Bad isst du ein Tagesmenü für CHF 22 bis 28. Wer nicht Ski fährt, braucht keinen Pass: Die Winterwanderwege um die Seen, die Loipen (CHF 10 pro Tag, Saisonkarte CHF 70) und die Schlittelbahn Muottas Muragl sind die ehrlich günstigen Wintererlebnisse.

Corviglia, Diavolezza, Muottas Muragl: welche Bahn wofür

Corviglia ist der Hausberg von St. Moritz, Standseilbahn ab Dorf, Berg- und Talfahrt rund CHF 50 ohne Ermässigung. Im Winter Hauptskigebiet, im Sommer gute Höhenwege und der Blick auf die Seenkette. Diavolezza bei Pontresina ist die Gletscherbahn: in acht Minuten auf 2'978 Meter, direkt vor Piz Palü und Piz Bernina, Bergfahrt rund CHF 40 bis 45, mit Halbtax die Hälfte. Im Sommer gibt es Gletscherwanderungen mit Führer zum Morteratsch für etwa CHF 90, im Winter die zehn Kilometer lange Gletscherabfahrt. Muottas Muragl, Standseilbahn zwischen Samedan und Pontresina, ist die schönste Aussicht auf das ganze Tal, besonders bei Sonnenuntergang vom Restaurant aus, hin und zurück rund CHF 40. Corvatsch bei Silvaplana ist mit 3'303 Metern die höchste Bahn und im Winter die längste beleuchtete Nachtpiste der Schweiz (freitags). Spartipp: Im Sommer mit Gästekarte ab der zweiten Nacht sind alle diese Bahnen inklusive, der Engadiner Bergbahnen-Sommer ist für Wanderer der beste Deal der Schweizer Alpen. Im Winter Halbtax mitnehmen, es gilt auch an den Bergbahnen.

Die Seen: Silsersee, Silvaplanersee, Stazersee

Das Engadin wäre ohne die Seen nur ein hohes Tal mit teuren Hotels. Der Silsersee ist der grösste, umrundest du ihn, sind das 16 Kilometer in 4 Stunden, fast flach, mit der Halbinsel Chastè, wo Nietzsche sass. Kürzer: Das Kursschiff ab Sils nach Maloja fährt von Juni bis Oktober, einfache Fahrt rund CHF 20, und du gehst am Ufer zurück. Der Silvaplanersee ist im Sommer die Kitesurf-Arena wegen des Malojawinds, der jeden Nachmittag ab 13 Uhr bläst, und das heisst für dich: Am Vormittag baden oder wandern, am Nachmittag zuschauen. Der Stazersee bei Pontresina ist der kleinste und wärmste, im Juli bis 22 Grad, mit Liegewiese und einem Restaurant im Wald, von St. Moritz in 40 Minuten zu Fuss. Im Winter friert alles zu: Pferderennen White Turf auf dem St. Moritzersee an drei Februarsonntagen, Eintritt rund CHF 20, und Langlauf auf dem Silsersee. Der Engadin Skimarathon im März führt über alle drei Seen, dann sind die Betten voll.

Sommer und Herbst: wann das Tal leer und golden ist

Hochsaison im Sommer ist die zweite Julihälfte bis Mitte August, da kosten Hotels fast Winterpreise und die Seenwege sind voll. Die bessere Zeit ist September bis Mitte Oktober: Die Lärchen werden ab Ende September gelb, das Licht ist das von Segantini, die Preise fallen um ein Viertel, und die Bergbahnen fahren noch bis Mitte, teils Ende Oktober. Ein Herbsttag auf Muottas Muragl mit Höhenweg nach Alp Languard über Pontresina ist die beste Wanderung des Tals: 3 Stunden, kaum Steigung, Murmeltiere, am Ende die Sesselbahn hinunter. Juni ist grün und ruhig, aber einige Bahnen laufen erst ab Mitte Juni, und oben liegt noch Schnee. Zwischensaison heisst hier Mitte April bis Anfang Juni und Ende Oktober bis Anfang Dezember: Viele Hotels schliessen ganz, Bergbahnen stehen still, Restaurants haben Betriebsferien. Komm dann nicht, es sei denn, du suchst nur Ruhe und Langlauf oder Wandern ohne Bahn. Das Segantini Museum in St. Moritz (CHF 15) und das Nietzsche-Haus in Sils (CHF 10) sind die beiden Regentage-Programme, mehr Kultur gibt es nicht, und das ist ehrlich.

Häufige Fragen zu St. Moritz und Engadin

Wie komme ich am besten nach St. Moritz, und brauche ich ein Auto?

Mit der Bahn: ab Zürich 3 Stunden 20 Minuten über Chur und die Albulalinie, mit Halbtax rund CHF 80 hin und zurück, mit Sparbilletten ab CHF 50. Mit dem Auto ab Zürich 2 Stunden 45 Minuten über den Julierpass, der ganzjährig offen ist. Vor Ort brauchst du kein Auto: Mit der Gästekarte der Unterkunft fährst du Bus und RhB im ganzen Tal gratis, im Sommer auch die Bergbahnen. Parkieren in St. Moritz ist teuer und knapp.

Was kostet eine Woche im Engadin wirklich?

Im Sommer kommst du zu zweit in einem Mittelklassehotel in Pontresina mit Bergbahnen inklusive, Mittagessen aus dem Rucksack und einem Abendessen in der Beiz auf CHF 1'600 bis 2'000 für sieben Nächte. Im Winter mit Skipass, Mietski und Pistenverpflegung sind es realistisch CHF 2'800 bis 3'500 zu zweit, in St. Moritz Dorf ohne Obergrenze. Die Jugendherberge mit Halbpension drückt den Sommer auf unter CHF 1'000.

Lohnt sich St. Moritz auch, wenn ich nicht Ski fahre?

Ja, der Winter ist ohne Ski sogar entspannter: 150 Kilometer gewalzte Winterwanderwege, Langlauf über die gefrorenen Seen, die Schlittelbahn von Muottas Muragl, Eisbahnen und die Pferderennen auf dem See im Februar. Du zahlst keinen Skipass, nur Loipenpass oder einzelne Bergfahrten. Im Sommer ist das Tal ohnehin ein Wander- und Seenziel, das Thema Ski spielt dann keine Rolle.

Pontresina, Sils oder St. Moritz: wo soll ich schlafen?

Pontresina, wenn du Diavolezza, Morteratsch und Berninapass im Blick hast und ein echtes Dorf willst. Sils Maria, wenn du Ruhe, Seen und Wandern suchst und am Abend nichts mehr brauchst. St. Moritz Dorf nur, wenn du das Grandhotel-Erlebnis willst und es dir leisten kannst. St. Moritz Bad liegt dazwischen: günstiger, Jugendherberge, Bad, und der See ist vor der Tür.

Wie teuer ist Essen im Engadin, und wo spart man?

Ein Tagesmenü am Mittag kostet CHF 22 bis 30, ein Abendessen mit Hauptgang und Getränk CHF 40 bis 60, auf Corviglia und in den St. Moritzer Hotelrestaurants deutlich mehr. Sparen tust du mit Halbpension im Hotel (meist CHF 35 bis 50 Aufpreis, günstiger als auswärts), mit dem Coop in St. Moritz Bad und Pontresina für Picknick und mit den Bergrestaurants der Alpen (Alp Languard, Morteratsch), wo Suppe und Wurst noch CHF 15 bis 20 kosten.

Wird im Engadin Rätoromanisch gesprochen?

In St. Moritz hörst du vor allem Deutsch, Italienisch und Englisch, aber in Pontresina, Samedan, Sils und Zuoz ist Rätoromanisch (Puter) noch Alltagssprache, die Ortstafeln sind zweisprachig. «Allegra» ist der Gruss, «grazcha fich» heisst vielen Dank. Niemand erwartet, dass du es sprichst, aber ein «Allegra» beim Betreten der Beiz wird gern gehört. Deutsch versteht und spricht jeder.

Routen mit diesem Ziel

Aktivitäten in der Region

Veranstaltungen

Mär 14

Engadin Skimarathon

Sport

14. März 2027 Zweiter Sonntag im März; 2027: 14. März

Der grösste Langlaufanlass der Schweiz: Rund 14 000 Läuferinnen und Läufer starten in Maloja und laufen 42 Kilometer Skating über die gefrorenen Seen von Sils und Silvaplana, an St. Moritz vorbei bis nach S-chanf. Der Massenstart auf dem zugefrorenen Silsersee bei Sonnenaufgang ist ein Bild, das auch Zuschauer sehen sollten, die Strecke ist von der Bahn und den Dörfern aus gut zugänglich. Startplätze kosten rund CHF 130 bis 160 und sind ab Vorverkaufsstart im Herbst innerhalb weniger Wochen weg, am Vortag läuft der Halbmarathon ab Maloja, am Mittwoch zuvor der Frauenlauf. Das Engadin ist an diesem Wochenende ausgebucht, Hotels verlangen Mindestaufenthalte, auch für Nicht-Läufer. Das Wetter kann alles sein, von minus 20 Grad bis Sulz.

Für Reisende: Als Zuschauer am besten per Bahn nach Pontresina oder Zuoz, die Loipe liegt dort direkt am Bahnhof; mit dem Auto ist die Talstrasse am Renntag gesperrt.

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