Schweiz · Bahnreise · 8 Tage

Glacier und Bernina Express

Die zwei berühmtesten Bahnstrecken der Alpen in einer Runde: vom Matterhorn über den Oberalppass ins Engadin, über den Bernina nach Tirano und durch den Gotthard zurück. Kein Auto, kein Umsteigen mit Koffer im Regen, und du schläfst dort, wo die Panoramazüge nur durchfahren.

Die Route, Tag für Tag

  1. Tag 1 bis 2

    Zermatt: Ankommen unter dem Matterhorn

    Ab Zürich fährst du über Bern nach Visp und mit der Matterhorn Gotthard Bahn in gut drei Stunden nach Zermatt, mit Halbtax rund CHF 65 einfach, ab Basel ebenso lang. Nimm den Zug um acht, dann bist du mittags im Dorf, bringst den Koffer ins Hotel und läufst am Nachmittag durch den alten Kern mit den Stadeln auf Steinplatten und hinaus nach Zmutt, eine Stunde leicht ansteigend, Rückweg gleich. Der zweite Tag ist dein Matterhorn-Tag: erste Gornergratbahn gegen sieben Uhr, mit Halbtax rund CHF 65 retour, oben der Blick auf 29 Viertausender, dann ab Rotenboden zu Fuss zum Riffelsee und weiter nach Riffelberg, zwei Stunden bergab. Nachmittags Sunnegga und die Findeln-Weiler, oder bei schlechter Sicht das Matterhorn Museum. Schlafen in einem Mittelklassehotel im Dorfzentrum, Doppelzimmer CHF 250 bis 300, in Winkelmatten etwas ruhiger. Weiter nach Chur: Glacier Express ab Zermatt um neun oder zehn Uhr, Ankunft am späten Nachmittag, knapp sechs Stunden, oder die Regionalzüge mit Umsteigen in Andermatt und Disentis in derselben Zeit.

    Touren an diesem Stopp: Gornergratbahn Ticket ↗Dorfrundgang Zermatt ↗

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  2. Tag 3

    Chur: Mit dem Glacier Express über den Oberalp

    Der Glacier Express heisst langsamster Schnellzug der Welt, weil er 291 Kilometer in acht Stunden fährt; dein Teilstück bis Chur dauert knapp sechs. Du fährst durch das Mattertal hinunter nach Visp, das Rhonetal hinauf durch das Goms, mit der Zahnstange über den Oberalppass auf 2'033 Meter, das höchste Stück, und von Disentis durch die Rheinschlucht mit ihren weissen Felswänden nach Chur. Im Panoramawagen gibt es Mittagessen am Platz, drei Gänge rund CHF 50, die Reservation kostet CHF 44 bis 49, das Billett mit Halbtax rund CHF 75. Die Alternative: Regionalzüge der Matterhorn Gotthard Bahn und der Rhätischen Bahn auf exakt derselben Strecke, ohne Reservation, mit Fenstern zum Öffnen und Umsteigen in Andermatt und Disentis. Am Abend in Chur reicht die Zeit für die Altstadt zwischen Postplatz und Bischofshof und Capuns im Welschdörfli. Schlafen in einem kleinen Altstadthotel, Mittelklasse CHF 150 bis 180. Weiter nach St. Moritz: Rhätische Bahn über die Albulalinie, zwei Stunden, stündlich, mit Halbtax rund CHF 20.

    Touren an diesem Stopp: Glacier Express Reservation ↗Stadtführung Chur ↗

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  3. Tag 4 bis 5

    St. Moritz: Albulalinie, Seen und Diavolezza

    Die Albulalinie ist UNESCO-Welterbe und im Regionalzug genauso schön wie im Panoramawagen: Landwasserviadukt bei Filisur rechts im Fenster, die Kehrtunnels oberhalb Bergün, in denen der Zug dreimal unter sich selbst durchfährt, dann der Albulatunnel und das offene Hochtal. Steig in Bergün aus, wenn du Zeit hast, das Bahnmuseum Albula erklärt, was du gerade gesehen hast. Du schläfst nicht in St. Moritz selbst, sondern in Pontresina, zehn Bahnminuten weiter, Mittelklasse CHF 180 bis 220 statt 300. Am zweiten Tag entweder die Diavolezza-Bahn, mit Halbtax rund CHF 25, oben der Blick auf Piz Palü und Morteratschgletscher, und zu Fuss hinunter zur Station Morteratsch dem Gletscherlehrpfad entlang, oder die Seenwanderung von Sils nach Silvaplana mit dem Engadin Bus zurück. Abends St. Moritz Dorf anschauen, mehr brauchst du nicht. Weiter ins Puschlav: Bernina Express ab Pontresina oder St. Moritz, zwei Stunden bis Poschiavo, der Regionalzug braucht gleich lang, hält aber überall.

    Touren an diesem Stopp: Diavolezza Bergbahn ↗Engadiner Seenwanderung geführt ↗

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  4. Tag 6

    Bernina: Über den Pass nach Alp Grüm und Poschiavo

    Die Berninalinie überwindet 1'800 Höhenmeter ohne Zahnrad, und das merkst du am Kreisviadukt von Brusio, das der Zug im Kreis hinunterschraubt. Fahr am Vormittag ab Pontresina, steig am Ospizio Bernina auf 2'253 Metern aus, geh eine Stunde dem Lago Bianco entlang zur Alp Grüm, wo die Terrasse des Bahnhofrestaurants direkt über dem Palügletscher hängt, und nimm von dort den nächsten Regionalzug hinunter. Dann Cavaglia mit den Gletschermühlen, fünf Minuten vom Bahnhof, und am Nachmittag Poschiavo, ein Städtchen mit italienischen Palazzi, Kopfsteinpflaster und Pizzoccheri in den Osterie. Hier übernachtest du, Mittelklasse CHF 140 bis 170 das Doppelzimmer, während die Panoramazüge nach Tirano weiterrollen. Wer den Bernina Express will, zahlt CHF 36 Reservation und sitzt unter Glas, der Regionalzug kostet nur das Billett, mit Halbtax ab St. Moritz nach Poschiavo rund CHF 12, und hat im Sommer offene Aussichtswagen. Weiter nach Lugano: Zug nach Tirano, 40 Minuten, dann Bernina Express Bus dem Comersee entlang, drei Stunden, oder Regionalzüge über Mailand.

    Touren an diesem Stopp: Bernina Express Reservation ↗Gletschermühlen Cavaglia ↗

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  5. Tag 7 bis 8

    Lugano: Grotto, Gandria und zurück durch den Gotthard

    Der Bernina Express Bus fährt von Tirano über das Veltlin und das Westufer des Comersees nach Lugano, Reservation nötig, mit Billett und Zuschlag rund CHF 50, im Winter fährt er nur eingeschränkt, dann nimmst du Trenord nach Mailand und den Eurocity nach Lugano. Am späten Nachmittag bist du am See und läufst durch die Altstadt zum Quai, Gelato inklusive. Der letzte volle Tag gehört dem Wasser: Schiff nach Gandria, dreissig Minuten, Dorf ohne Strasse mit Treppengassen und Grotto-Terrassen über dem See, zurück zu Fuss auf dem Olivenweg nach Castagnola, eine Stunde. Nachmittags der Monte San Salvatore mit der Standseilbahn ab Paradiso, mit Halbtax CHF 16, oder bei Hitze einfach das Lido. Abends ein echtes Grotto ausserhalb des Zentrums, Polenta und Brasato für CHF 30 bis 40. Schlafen am Hang über der Stadt statt am Quai, Mittelklasse CHF 170 bis 200, das Ticino Ticket aus dem Hotel macht den ÖV gratis. Rückreise: Eurocity oder IC durch Ceneri- und Gotthard-Basistunnel, nach Zürich 1 Stunde 55, nach Basel drei Stunden.

    Touren an diesem Stopp: Schifffahrt Luganersee Gandria ↗Monte San Salvatore ↗Tessiner Grotto-Tour ↗

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Was die Route kostet

Grobe Gesamtkosten pro Person in CHF für die ganze Route, Mittelklasse, zu zweit unterwegs. Flüge und Hotels schwanken saisonal, Details stehen auf den Reiseziel-Seiten.

  • Anreise 100 CHF
  • Unterkunft 720 CHF
  • Essen 480 CHF
  • Mobilität vor Ort 380 CHF
1'680 CHF
Gesamt pro Person · 8 Tage

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Schweizer Franken (CHF). Karten und Twint funktionieren praktisch überall, auch auf der Alp. Viele Läden nehmen Euro an, geben aber Franken zurück, zu einem schlechten Kurs. Trinkgeld ist im Preis inbegriffen, Aufrunden ist üblich.

Tipps für die Route

Umgekehrt ist die Runde genauso gut und oft günstiger: Zürich nach Lugano durch den Gotthard, Bus nach Tirano, Bernina hinauf, Albula hinunter, Glacier Express nach Zermatt. Vorteil: Du beginnst mit dem günstigsten Ort und endest mit dem Matterhorn als Finale. Nachteil: Der Glacier Express fährt dann nachmittags ab Chur und kommt erst abends in Zermatt an, der Gornergrat rückt auf den nächsten Morgen.

Der Swiss Travel Pass gilt nur für Reisende mit Wohnsitz im Ausland, acht Tage kosten rund CHF 420 und decken alle Züge, Busse und Schiffe dieser Route plus Museen, nicht aber die Reservationen. Wer in der Schweiz wohnt, fährt mit Halbtax und Sparbilletten, die du ab 60 Tagen vorher auf der SBB-App kaufst: Zürich nach Zermatt gibt es dann ab CHF 35 statt 65.

Reservationen sind die einzige Pflicht: Glacier Express CHF 44 bis 49 pro Person und Richtung, Bernina Express CHF 36 im Sommer, der Bernina Express Bus Tirano nach Lugano CHF 16. Im Juli, August und an Oktober-Wochenenden sind die Panoramawagen vier bis acht Wochen vorher voll. Die Regionalzüge auf denselben Gleisen brauchen keine Reservation und haben im Sommer offene Wagen.

Gepäck ist das Thema jeder Bahnreise: Mit der SBB-Gepäckaufgabe schickst du den Koffer von Bahnhof zu Bahnhof für CHF 12 pro Stück, Tür zu Tür ab CHF 30, dann steigst du nur mit Rucksack aus und gehst am Ospizio Bernina spazieren. Aufgabe bis 19 Uhr, Ankunft übernächster Tag, also nur für Quartiere mit zwei Nächten.

Sitzplatzseite merken: Zermatt nach Chur sitzt du für das Rhonetal und die Rheinschlucht rechts, Chur nach St. Moritz für den Landwasserviadukt rechts, über den Bernina nach Poschiavo für Lago Bianco und Palügletscher rechts. Im Regionalzug wechselst du einfach die Seite, im Panoramawagen bist du festgenagelt. Fenster im Panoramawagen spiegeln, Fotos gelingen aus dem Regio besser.

Juni bis Oktober ist die Saison, Oktober mit goldenen Lärchen im Engadin der schönste Monat. Im Winter fährt alles ebenso, der Glacier Express durch Schneelandschaft ist ein eigenes Erlebnis, aber der Bus Tirano nach Lugano fällt teils aus und Poschiavo ist still. Zermatt und Pontresina haben im Mai und November Zwischensaison, dann schliessen Hotels und Bergbahnen für Wochen.

Häufige Fragen zur Route Glacier und Bernina Express

Wie lange braucht man für die Bahn-Rundreise?

Acht Tage sind der ehrliche Rahmen: zwei Nächte in Zermatt, eine in Chur, zwei im Engadin, eine im Puschlav, eine in Lugano. In sechs Tagen geht es, wenn du Chur und Poschiavo nur durchfährst, dann hast du aber drei Fahrtage am Stück. Mit zehn Tagen hängst du zwei Nächte in Lugano an oder bleibst länger am Albula.

Wann ist die beste Zeit für Glacier und Bernina Express?

Juni bis Mitte Oktober, weil dann die Wanderungen am Riffelsee, auf der Alp Grüm und bei Morteratsch schneefrei sind und die Regionalzüge offene Aussichtswagen führen. Der Oktober hat die goldenen Lärchen und weniger Gäste. Im Winter ist die Fahrt weiss und still, dann plan ohne Tirano-Bus und mit mehr Zeit in Zermatt und Pontresina.

Lohnt sich der Panoramawagen oder reicht der Regionalzug?

Der Regionalzug fährt auf denselben Gleisen, ohne Reservation, mit Fenstern zum Öffnen und Halt an jeder Station, und kostet nur das Billett. Der Panoramawagen hat Glasdach, Service am Platz und Reservationspflicht. Unser Rat: Glacier Express einmal als Erlebnis mit Mittagessen buchen, die Bernina im Regio fahren, aussteigen und wandern.

Was kostet die Rundreise pro Person?

Rechne mit rund CHF 1'680 pro Person zu zweit in der Mittelklasse: Anreise Zürich nach Zermatt und Lugano nach Zürich mit Halbtax 100, sieben Hotelnächte 720, Essen 480, Billette, Reservationen und Bergbahnen unterwegs 380. Ohne Halbtax kommen rund CHF 250 dazu, mit Swiss Travel Pass für Auslandsgäste zahlst du die Pauschale statt Einzelbillette.

Ist die Strecke mit Gepäck und Umsteigen stressig?

Nein. Schweizer Umsteigezeiten sind kurz, aber verlässlich, die Anschlüsse am selben Perron sind die Regel, und bei Verspätung wartet die Rhätische Bahn meist. Nimm einen Rucksack oder einen kleinen Rollkoffer, die Panoramawagen haben wenig Stauraum, oder schick den Koffer mit der SBB-Gepäckaufgabe voraus. Alle Bahnhöfe der Route haben Lifte oder Rampen.

Gibt es eine kürzere oder längere Variante?

Kürzer: Chur, Engadin und Bernina in vier Tagen, ohne Zermatt und Lugano, als Rundreise ab Zürich. Länger: Zwischen Zermatt und Chur in Andermatt übernachten und den Oberalp zu Fuss oder mit dem Velo ergänzen, oder nach Lugano zwei Tage im Centovalli anhängen, dessen Bahn nach Domodossola die dritte grosse Schmalspurstrecke der Schweiz ist.

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