Schweiz · Bahnreise · 7 Tage

Engadin Winter mit der Bahn

Graubünden im Winter ohne Auto und ohne Skipass-Zwang: Du fährst mit der Rhätischen Bahn von Chur nach Davos, über die Albula ins Engadin und über den Bernina ins Puschlav, schlittelst sechs Kilometer von Preda nach Bergün und läufst Langlauf auf dem gefrorenen Silsersee. Ein Skitag ist drin, aber kein Muss.

Die Route, Tag für Tag

  1. Tag 1

    Chur: Ankommen in der Altstadt, Schlitteln auf Brambrüesch

    Ab Zürich bist du mit dem IC in 75 Minuten in Chur, mit Halbtax rund CHF 20, ab Basel in 2 Stunden 20, ab München über Lindau in gut dreieinhalb Stunden. Die Altstadt liegt zehn Minuten vom Bahnhof und ist im Winter still: Bischofshof mit Kathedrale, der Arcas-Platz, das Rätische Museum, dann Kaffee im Welschdörfli. Am Nachmittag Churs Besonderheit, die einzige Bergbahn der Schweiz aus einem Stadtzentrum: Gondel ab Kasernenplatz nach Brambrüesch, mit Halbtax rund CHF 15 retour, oben ein kleines Skigebiet, ein Winterwanderweg und die Schlittelbahn hinunter nach Känzeli, Schlittenmiete oben. Bei Nebel in der Stadt ist es dort oben oft sonnig. Abends Capuns oder Pizokel in einer Beiz, CHF 25 bis 35. Schlafen in einem kleinen Hotel in der Altstadt, Mittelklasse CHF 140 bis 170, im Winter günstiger als im Sommer. Weiter nach Davos: Rhätische Bahn über Landquart und Klosters, 1 Stunde 20, oder landschaftlich schöner über Filisur in 1 Stunde 40, mit Halbtax rund CHF 15.

    Touren an diesem Stopp: Brambrüesch Gondelbahn ↗Stadtführung Chur ↗

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  2. Tag 2 bis 3

    Davos: Langlauf im Flüelatal, Schatzalp und ein Skitag Parsenn

    Davos ist eine Stadt auf 1'560 Metern, nicht hübsch, aber mit einem Angebot, das für zwei Tage reicht und mit der Gästekarte den Ortsbus gratis macht. Tag zwei ist der Nicht-Ski-Tag: Langlaufausrüstung mieten für CHF 30 bis 40, die Loipe ab Davos Platz durch das Flüelatal Richtung Tschuggen, flach und sonnig, der Davoser Loipenpass kostet rund CHF 12 pro Tag. Nachmittags mit der Standseilbahn zur Schatzalp, dem Zauberberg-Hotel aus Thomas Manns Roman, Tee auf der Terrasse und die 2,8 Kilometer lange Schlittelbahn zurück ins Dorf, Schlittenmiete oben. Tag drei ist der Skitag, wenn du einen willst: Parsenn ab Davos Dorf mit der Standseilbahn aufs Weissfluhjoch, breite Pisten, Abfahrt bis Küblis mit zwölf Kilometern, Tageskarte rund CHF 80 bis 95 dynamisch, online günstiger, Mietski CHF 40 bis 55. Alternativ Schneeschuhtour im Sertigtal mit Postauto-Anfahrt. Schlafen in Davos Platz oder in Klosters, Mittelklasse CHF 180 bis 220, WEF-Woche im Januar ausgeschlossen. Weiter nach St. Moritz: Rhätische Bahn nach Filisur, Umstieg Richtung Albula, mit Schlittelhalt in Bergün, insgesamt ohne Halt 1 Stunde 50, mit Halbtax rund CHF 15.

    Touren an diesem Stopp: Langlaufkurs Davos ↗Schneeschuhtour Davos ↗Skipass Davos Klosters ↗

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  3. Tag 4 bis 5

    St. Moritz: Schlittelbahn Preda, Langlauf und Muottas Muragl

    Der Umzugstag ist der beste Tag der Woche: Ab Filisur fährst du die Albulalinie hinauf nach Bergün, mietest dort einen Schlitten für rund CHF 15, nimmst den Zug durch die Kehrtunnels nach Preda und schlittelst die gesperrte Passstrasse sechs Kilometer zurück nach Bergün, 20 Minuten pro Fahrt, so oft du willst, die Tageskarte Bergün bis Preda kostet rund CHF 30 bis 35, abends ist die Bahn beleuchtet. Mit dem Nachmittagszug durch den Albulatunnel ins Engadin, wo du in Pontresina schläfst, zehn Bahnminuten vor St. Moritz, Mittelklasse CHF 190 bis 240 statt 300 im Dorf. Tag fünf gehört den Seen: Langlauf von Sils über den gefrorenen Silsersee und Silvaplanersee nach St. Moritz, zwölf Kilometer flach, Loipenpass rund CHF 10 pro Tag, Ausrüstung CHF 30 bis 40, oder Winterwandern auf demselben Weg. Nachmittags mit der Standseilbahn auf Muottas Muragl, Sonnenuntergang über dem Tal, hinunter mit dem Schlitten auf 4,2 Kilometern. Wer Ski will, hat Corviglia und Diavolezza, Tageskarte CHF 90 bis 100. Weiter ins Puschlav: Berninalinie ab Pontresina nach Poschiavo, 1 Stunde 40, mit Halbtax rund CHF 12.

    Touren an diesem Stopp: Schlittelbahn Preda Bergün ↗Muottas Muragl Standseilbahn ↗Langlauf Engadin Kurs ↗

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  4. Tag 6 bis 7

    Bernina: Schneeschuhe am Pass, Pizzoccheri in Poschiavo

    Im Winter ist der Bernina die schönste Strecke der Rhätischen Bahn, weil der Zug als einziger Alpenübergang ohne Tunnel über 2'253 Meter fährt und die Schneefräsen vor ihm die Gleise freihalten. Du nimmst den Regionalzug, nicht den Bernina Express, der im Winter ab St. Moritz fährt und CHF 32 Reservation kostet, steigst am Ospizio Bernina aus und gehst auf dem präparierten Winterwanderweg über dem gefrorenen Lago Bianco zur Alp Grüm, eineinhalb Stunden, Schneeschuhe für die Seitenwege mietest du in Pontresina für CHF 25. Auf der Alp Grüm Mittagessen mit Blick auf den Palügletscher, dann Zug hinunter nach Poschiavo, wo plötzlich Italienisch gesprochen wird und die Palazzi am Dorfplatz stehen. Hier schläfst du, Mittelklasse CHF 130 bis 160, und isst Pizzoccheri, Buchweizennudeln mit Käse und Wirz, für CHF 25. Am letzten Morgen das Städtchen und der Lago di Poschiavo, bei Sonne das Kreisviadukt von Brusio mit dem Zug. Rückreise: Regionalzug über den Bernina nach St. Moritz oder Pontresina, Albulalinie nach Chur, IC nach Zürich, insgesamt rund fünf Stunden, mit Halbtax rund CHF 50, ab Chur nach Basel 2 Stunden 20.

    Touren an diesem Stopp: Bernina Express Winter ↗Schneeschuhtour Bernina ↗

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Was die Route kostet

Grobe Gesamtkosten pro Person in CHF für die ganze Route, Mittelklasse, zu zweit unterwegs. Flüge und Hotels schwanken saisonal, Details stehen auf den Reiseziel-Seiten.

  • Anreise 70 CHF
  • Unterkunft 550 CHF
  • Essen 420 CHF
  • Mobilität vor Ort 250 CHF
1'290 CHF
Gesamt pro Person · 7 Tage

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Schweizer Franken (CHF). Karten und Twint funktionieren praktisch überall, auch auf der Alp. Viele Läden nehmen Euro an, geben aber Franken zurück, zu einem schlechten Kurs. Trinkgeld ist im Preis inbegriffen, Aufrunden ist üblich.

Tipps für die Route

Umgekehrt beginnst du im Puschlav und endest in Chur, was Sinn macht, wenn du aus dem Tessin oder aus Mailand anreist: Trenord nach Tirano, Bernina hinauf, dann Engadin, Albula, Davos. Ab Zürich ist die jetzige Richtung besser, weil die Bernina als Finale kommt und die Rückfahrt ab Poschiavo zwar fünf Stunden dauert, aber die ganze Strecke noch einmal zeigt.

Skipässe sind die teuerste Position des Bündner Winters: Davos Klosters CHF 80 bis 95 pro Tag, Engadin St. Moritz CHF 90 bis 100, beide dynamisch, online im Voraus 15 bis 30 Prozent günstiger als an der Kasse, mit Mietski und Pistenessen CHF 150 bis 200 pro Skitag. Diese Route rechnet keinen Skitag ein. Langlauf, Schlitteln und Winterwandern kosten dagegen CHF 10 bis 40 pro Tag inklusive Miete.

Die Halbtax-Logik gilt auf der ganzen Rhätischen Bahn, inklusive Bergbahnen von Chur, Davos und Engadin, nur Skipässe sind ausgenommen. Mit Halbtax kostet die komplette Runde ab Zürich rund CHF 130 an Billetten, Sparbillette ab 60 Tagen vorher drücken das weiter. Auslandsgäste prüfen den Swiss Travel Pass für acht Tage, rund CHF 420, der auch die Bergbahnen von Chur und Muottas Muragl einschliesst.

Termine, die du kennen musst: Zwischen Weihnachten und dem 6. Januar sind Engadin und Davos ausgebucht und doppelt so teuer. Die WEF-Woche in Davos, Mitte bis Ende Januar, macht die Stadt zur Sperrzone mit Hotelpreisen ab CHF 500. Der Engadin Skimarathon am zweiten Märzsonntag füllt das Tal mit 14'000 Läufern. Die beste Zeit ist Anfang Dezember, Mitte Januar und März ausserhalb des Marathons.

Gepäck: Schlitteln in Preda und Schneeschuhlaufen am Bernina machst du mit Rucksack, den Koffer gibst du am Vortag an der SBB-Gepäckaufgabe für CHF 12 nach Pontresina oder Poschiavo auf, die RhB-Bahnhöfe nehmen ihn an. Winterschuhe mit Profil, Handschuhe und Sonnenbrille sind Pflicht, auf 2'000 Metern brennt die Sonne auch im Januar, und der Lago Bianco ist windig.

Essen im Bündner Winter: Mittagessen auf der Piste oder Alp Grüm CHF 25 bis 40, abends in Pontresina und Davos CHF 40 bis 60 pro Person, in Poschiavo und Chur CHF 25 bis 40. Halbpension im Hotel ist im Engadin fast immer günstiger als Einzelessen. Coop in Davos Platz, St. Moritz Bad und Pontresina für Picknick, Bündnerfleisch und Nusstorte als Mitbringsel aus der Bäckerei, nicht aus dem Souvenirladen.

Häufige Fragen zur Route Engadin Winter mit der Bahn

Wie lange braucht man für die Winter-Bahnrunde?

Sieben Tage mit einer Nacht in Chur, zwei in Davos, zwei im Engadin und einer im Puschlav sind eine runde Woche mit vier Umzügen, die alle Bahnfahrten von unter zwei Stunden sind. In fünf Tagen geht es ohne Davos, dann direkt über die Albula. Mit zehn Tagen hängst du Skitage in Davos oder im Engadin an oder bleibst zwei Nächte in Poschiavo.

Wann ist die beste Zeit für die Winterroute?

Mitte Januar bis Mitte März, wenn Seen und Loipen gefroren und die Schlittelbahnen offen sind, mit Ausnahme der WEF-Woche in Davos und des Engadin Skimarathons. Anfang Dezember ist günstig, aber Loipe und Schlittelbahn hängen vom Schnee ab. Die Zeit zwischen Weihnachten und Dreikönig ist ausgebucht und teuer. Ende März hat Sonne, aber die Seen tragen nicht mehr.

Braucht man ein Auto oder Winterreifen?

Nein, die Route ist für die Bahn gebaut: Die Rhätische Bahn fährt stündlich, oft halbstündlich, und die Schlittelbahn Preda nach Bergün funktioniert nur mit dem Zug. Ein Auto müsste über den Julier oder durch den Vereina-Autoverlad, hätte in Davos und St. Moritz CHF 20 bis 30 Parkgebühr pro Tag und Winterreifenpflicht faktisch überall. Lass es daheim.

Was kostet die Woche pro Person?

Rechne mit rund CHF 1'290 pro Person zu zweit in der Mittelklasse: Anreise mit Halbtax ab Zürich 70, sechs Hotelnächte 550, Essen 420, Billette der Rhätischen Bahn, Schlittelbahnen, Langlaufmiete und Bergbahnen 250. Jeder Skitag kommt mit CHF 150 bis 200 dazu. Zwischen Weihnachten und Neujahr steigt der Hotelposten auf das Doppelte.

Fährt die Bahn im Winter zuverlässig über den Bernina?

Ja, die Berninalinie ist seit 1910 ganzjährig in Betrieb, mit Schneefräsen und Lawinenverbauungen, Unterbrüche von wenigen Stunden gibt es nur nach extremen Schneefällen. Die Albulalinie führt durch den Tunnel und ist wetterunabhängig. Bei Lawinengefahr können Winterwanderweg und Schneeschuhrouten am Pass gesperrt sein, dann bleibst du im Zug bis Alp Grüm und geniesst die Terrasse.

Gibt es eine kürzere oder längere Variante?

Kürzer: Chur, Bergün mit Schlitteln und Engadin in vier Tagen, ohne Davos und Puschlav. Länger: Von Davos über den Vereina-Tunnel nach Scuol mit dem Mineralbad und zwei Nächten im Unterengadin, dann über Zernez nach Pontresina, oder nach Poschiavo weiter nach Tirano und mit dem Zug nach Mailand, dann wird die Woche zu zehn Tagen mit italienischem Finale.

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