Valley Hostel
Familiengeführtes Hostel an der Dorfstrasse mit Blick auf den Staubbachfall vom Balkon, Schlafsäle und Doppelzimmer, Küche, Waschmaschine, Garten. Fünf Minuten vom Bahnhof, für Rucksackreisende die erste Adresse im Tal.
Schweiz · Bern & Berner Oberland · Reiseguide
Was das Tal der 72 Wasserfälle wirklich kostet, warum du oben in Mürren oder Wengen schlafen solltest statt unten im Dorf, und wie du Lauterbrunnen trotz Instagram-Ansturm für dich hast.
Foto: Gotta Be Worth It / Pexels
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Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.
Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Schweizer Franken (CHF). Karten und Twint funktionieren praktisch überall, auch auf der Alp. Viele Läden nehmen Euro an, geben aber Franken zurück, zu einem schlechten Kurs. Trinkgeld ist im Preis inbegriffen, Aufrunden ist üblich. Anreise: Anreise mit Bahn (SBB) oder Auto, ab Zürich 1 bis 4 Stunden.
Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.
Budget
Familiengeführtes Hostel an der Dorfstrasse mit Blick auf den Staubbachfall vom Balkon, Schlafsäle und Doppelzimmer, Küche, Waschmaschine, Garten. Fünf Minuten vom Bahnhof, für Rucksackreisende die erste Adresse im Tal.
Legendäres Hostel im autofreien Bauerndorf Gimmelwald, Schlafsäle, Terrasse mit Blick auf die Wasserfälle gegenüber, Pizza und Bier am Abend, Hot Tub. Mit Seilbahn ab Stechelberg in fünf Minuten. Für alle, die das Tal von oben und günstig wollen.
Eines der ältesten Hotels im Tal, einfach und sauber, am Dorfende mit Blick auf den Staubbachfall aus den Südzimmern, Frühstück inklusive, Familienzimmer. Kein Luxus, aber ein echtes Hotel zum Hostel-nahen Preis.
Mittelklasse
Familienhotel direkt am Bahnhof Mürren, seit Generationen geführt, mit Hallenbad, Spa und Eiger, Mönch und Jungfrau vor den Fenstern. Zimmer klassisch bis renoviert, Halbpension gut. Für ein Mürren-Wochenende ohne Suchen die sichere Wahl.
Chalet-Hotel direkt neben der Talstation der Schilthornbahn in Mürren, Zimmer mit Balkon zur Jungfrau, Restaurant mit Sonnenterrasse. Praktisch für die erste Bahn aufs Schilthorn und abends ruhig.
Grosses Familienhotel im Zentrum von Wengen beim Bahnhof, mit Restaurant, Bar und Zimmern zum Jungfraumassiv. Für Familien im Sommer wie im Winter praktisch, Skipiste und Bahn vor der Tür.
Luxus
Viersternhaus mit Spa, Hallenbad und 42 Zimmern in einem Park oberhalb des Dorfzentrums von Wengen, Blick auf Jungfrau und Lauterbrunnental. Das Tal hat kein klassisches Fünf-Sterne-Haus, dafür diese Ruhe mit Aussicht, die kein Grandhotel bieten kann.
Belle-Époque-Haus von 1894 auf einer Anhöhe über Wengen mit Blick auf Jungfrau und Tal, Spa, Garten und Terrasse. Klassische Zimmer mit Patina, Service alter Schule. Für ein Wengen, wie es die Engländer vor hundert Jahren kannten.
Das beste Haus unten im Tal, gegenüber dem Bahnhof, mit renovierten Zimmern, Balkonen zum Staubbach und Restaurant. Luxus im Sinne von Lauterbrunnen: gepflegt, gut gelegen, keine Spa-Landschaft. Für die Nacht vor der frühen Bahn.
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Zehn Gletscherwasserfälle im Innern des Bergs, mit Tunnellift und Stegen erschlossen, bis zu 20'000 Liter pro Sekunde. Eintritt CHF 14, eine Stunde, Anfang April bis Anfang November, Postauto ab Lauterbrunnen oder 45 Minuten zu Fuss. Auch bei Regen.
297 Meter freier Fall über die Felswand am Dorfrand, gratis. Der kurze Felsweg hinauf führt in eine Nische hinter den Fall, 15 Minuten, nass und nur im Sommer offen. Vor 9 Uhr oder nach 17 Uhr für das Foto ohne Busse.
Mit der neuen Schilthornbahn ab Stechelberg über Mürren und Birg auf 2'970 Meter, Drehrestaurant, Bond World, Thrill Walk. Rund CHF 110 retour, Halbtax CHF 55, Berner Oberland Pass bis Birg. Drei bis vier Stunden, nur bei klarer Sicht.
Standseilbahn ab Mürren auf den Allmendhubel (CHF 14 retour mit Halbtax), oben Spielplatz, Restaurant und der zweistündige Nordwand-Trail zurück nach Mürren mit Eiger, Mönch und Jungfrau frontal. Mit Kindern machbar, halber Tag.
Mit der Wengernalpbahn ab Lauterbrunnen in 15 Minuten ins autofreie Wengen, weiter zur Kleinen Scheidegg (CHF 30 retour mit Halbtax), zurück zu Fuss von der Wengernalp durch den Wald in 90 Minuten. Halber bis ganzer Tag.
Tandemflug von Mürren mit Landung in Stechelberg oder Lauterbrunnen, 15 bis 25 Minuten vor der Jungfrau, CHF 180 bis 220. Ruhigere Luft und grösseres Panorama als in Interlaken. Morgens am stabilsten, zwei Stunden.
Seilbahn ab Stechelberg (CHF 6 mit Halbtax) ins Bauerndorf Gimmelwald, Hofladen mit Käse auf Vertrauensbasis, dann zu Fuss nach Mürren in 30 Minuten oder ins stille Sefinental zur Rotstockhütte in drei Stunden. Gratis bis auf die Seilbahn.
Sieben Kilometer flach durch den Talboden, vorbei an Staubbach, Trümmelbach und einem Dutzend weiterer Fälle, 90 Minuten, Kinderwagen möglich, zurück mit Postauto. Die beste Art, das Tal ohne Menschenmassen zu sehen.
Fünfzig Pistenkilometer bis 2'970 Meter, schneesicher und ruhig, mit der Inferno-Abfahrt mit 2'000 Höhenmetern bis Lauterbrunnen. Tagespass online ab CHF 70, Mietski ab CHF 45, Ende Januar das Inferno-Rennen. Dezember bis April.
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Das Lauterbrunnental isst wie das ganze Oberland: Alpkäse, Rösti, Meringues, Trockenfleisch. Die Besonderheit sind die Terrassendörfer: In Gimmelwald und Mürren bekommst du Käse direkt vom Bauern und Hüttenessen mit Aussicht, die kein Restaurant verkaufen kann. Lauterbrunnen Dorf hat Beizen für den Durchgangsverkehr, oben isst du besser.
Hart gereifter Käse von den Alpen über dem Tal, im Hofladen auf Vertrauensbasis mit Kasse zum Selberzahlen. CHF 3 bis 4 pro 100 g, Alpkäsebrot und Joghurt dazu.
Tipp:Bargeld einstecken, Kartenleser gibt es im Stall nicht.
Das Bergessen, in Mürren mit Blick auf die Jungfrau serviert. CHF 22 bis 28, auf dem Schilthorn CHF 30 und mehr.
Tipp:In Mürren statt auf dem Schilthorn essen, dasselbe Gericht für ein Drittel weniger.
Oberländer Baiser mit dickem Rahm, in Mürren und Wengen in fast jedem Hotelrestaurant. CHF 9 bis 14.
Tipp:Nach dem Nordwand-Trail auf der Terrasse, nachmittags um 15 Uhr sitzt du dann in der Sonne.
Dicke Suppe mit Gerste, Gemüse und Speck, das günstigste warme Mittagessen im Tal. CHF 10 bis 14, mit Brot und Käse CHF 18.
Tipp:In den Hütten ohne Strom kommt die Suppe vom Holzherd und schmeckt danach.
Fondue mit Alpkäse nach dem Skitag in Mürren oder Wengen, CHF 28 bis 42 pro Person. Unten im Tal etwas günstiger, aber ohne Aussicht.
Tipp:Im Winter abends reservieren, die Dörfer haben wenige Plätze und viele Gäste.
Luftgetrocknetes Rind und geräucherte Wurst vom Dorfmetzger, zum Picknick oder als Plättli. CHF 6 bis 9 pro 100 g, Plättli für zwei CHF 24 bis 30.
Tipp:Mit Brot aus der Bäckerei in Wengen das beste Picknick auf der Wengernalp.
Keine Oberländer Tradition, aber die günstigste warme Mahlzeit im Tal mit der besten Terrasse: Pizza ab CHF 15, Bier CHF 5, Sonnenuntergang gratis.
Tipp:Ab 18 Uhr kommt das halbe Dorf, früh kommen oder spät.
Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.
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Das Lauterbrunnental ist ein Trogtal, wie es im Lehrbuch steht: Gletscher der Eiszeiten haben einen Kilometer breiten, flachen Talboden zwischen 300 bis 500 Meter hohe Felswände gehobelt, und von den Hängetälern darüber stürzen die Bäche als Wasserfälle herab, 72 an der Zahl, wenn man alle zählt. Der Name heisst «lauter Brunnen», nichts als Quellen. Walliser Walser siedelten im 13. Jahrhundert in den Hochtälern Mürren und Gimmelwald, und die autofreien Dörfer auf den Terrassen sind bis heute die Orte, in denen das Tal am meisten nach sich selbst aussieht. Goethe stand 1779 vor dem Staubbachfall und schrieb darüber den «Gesang der Geister über den Wassern», Byron verarbeitete das Tal 1816 im «Manfred», und die Romantiker machten Lauterbrunnen zum Pflichtbesuch der Grand Tour. 1890 kam die Berner Oberland-Bahn ins Dorf, 1893 die Wengernalpbahn hinauf nach Wengen und zur Kleinen Scheidegg, 1891 die Standseilbahn nach Grütschalp mit Anschluss nach Mürren, und beide Dörfer blieben ohne Strasse, was sie bis heute vor dem Autotourismus schützt. Die Trümmelbachfälle, zehn Gletscherwasserfälle im Innern des Bergs, wurden ab 1913 mit Stollen und Liften zugänglich gemacht. Das Schilthorn bekam 1967 die Seilbahn, und weil das Drehrestaurant auf 2'970 Metern das Geld ausging, liess sich die Bahn 1968 für den James-Bond-Film «Im Geheimdienst Ihrer Majestät» als Piz Gloria vermieten; Bond rettete den Bau, und die Marke blieb. 2024 eröffnete die neue Schilthornbahn mit der steilsten Seilbahn der Welt ab Stechelberg. Seit 2001 gehört das Tal zum UNESCO-Welterbe Jungfrau-Aletsch. Lauterbrunnen selbst hat 2'400 Einwohner und an Sommertagen das Zehnfache an Besuchern.
Ab Interlaken Ost fährt die Berner Oberland-Bahn halbstündlich in 20 Minuten nach Lauterbrunnen, ab Zürich mit Umstieg in 2 Stunden 30, ab Bern in 1 Stunde 20, ab Basel in 2 Stunden 45. Mit Halbtax kostet Zürich retour rund CHF 80, Sparbillette ab CHF 30 pro Strecke. Mit dem Auto ab Zürich 2 Stunden 15, Vignette CHF 40, und dann das Problem: Das Parkhaus am Bahnhof hat 1'000 Plätze, kostet CHF 20 bis 30 pro Tag und ist im Sommer ab 10 Uhr voll; danach wird das Dorf gesperrt. Lauterbrunnen diskutiert seit 2024 eine Eintrittsgebühr für Tagesgäste mit Auto, bisher ohne Beschluss. Wer oben wohnt, lässt das Auto unten: Wengen erreichst du nur mit der Wengernalpbahn (15 Minuten, CHF 7 mit Halbtax), Mürren mit Standseilbahn nach Grütschalp und Bahn (30 Minuten) oder mit Postauto nach Stechelberg und Seilbahn über Gimmelwald. Beide Dörfer sind autofrei, Gepäck fährt im Elektrowagen des Hotels. Im Tal selbst fährt das Postauto von Lauterbrunnen über Trümmelbach nach Stechelberg, sieben Kilometer flach, die du auch zu Fuss (90 Minuten) oder mit dem Velo machst. Der Berner Oberland Pass (CHF 240 für drei Tage mit Halbtax) deckt Wengen, Mürren, Kleine Scheidegg und seit 2024 das Schilthorn bis Birg; der Jungfrau Travel Pass ähnlich. Ohne Pass sind Halbtax-Einzelbillette am günstigsten, weil die Bahnen im Tal kurz sind.
Lauterbrunnen ist seit etwa 2019 ein Ort, an dem die Einheimischen leiden. An Sommertagen kommen bis zu 20'000 Besucher in ein Dorf mit 2'400 Einwohnern, die meisten für zwei Stunden: Foto vom Staubbach mit Kirche, Spaziergang zur Fallwand, zurück zum Bus. Die Dorfstrasse ist dann eine Kolonne, Drohnen fliegen über Privatgärten, Camper stehen auf Feldern, und die Gemeinde hat Fotoverbotsschilder an Hausfassaden aufgestellt. Wir schreiben das, weil du es wissen solltest, und weil dein Verhalten den Unterschied macht. Konkret: Komm vor 9 Uhr oder nach 17 Uhr ins Dorf, da ist das Licht am Staubbach ohnehin besser. Schlaf nicht im Dorf, sondern in Mürren, Gimmelwald, Wengen oder Stechelberg, da bist du Gast und kein Durchgangsverkehr. Lass das Auto in Interlaken oder Wilderswil und komm mit der Bahn. Keine Drohnen über dem Dorf, das ist verboten und wird gebüsst. Iss im Tal statt mitgebrachtes Picknick vor der Kirche. Und der wichtigste Trick: Der Talboden Richtung Stechelberg ist schon einen Kilometer nach dem Dorf fast leer, mit Wasserfällen links und rechts. In den Terrassendörfern oben bist du willkommen, und das Geld bleibt im Tal.
Ein Mittelklasse-Doppelzimmer kostet im Sommer CHF 180 bis 240, im Winter ähnlich, in der Zwischensaison CHF 120 bis 150. Lauterbrunnen unten hat ein paar Hotels, zwei Hostels und den berühmten Camping Jungfrau, alles tagsüber laut und abends ruhig; die Schlucht bekommt im Winter nur wenige Stunden Sonne. Mürren auf 1'650 Metern liegt auf einer Terrasse mit Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau in Augenhöhe, hat 450 Einwohner, 2'000 Gästebetten, Hotels aus der Belle Époque und abends Stille; das ist die beste Basis für alle, die wandern und Ruhe wollen. Gimmelwald eine Station tiefer ist ein Bauerndorf mit zwei Hostels und einer Pension, die günstigste und ehrlichste Adresse im Tal. Wengen auf der anderen Talseite ist grösser, mit Dorfkern, Läden, Sonne bis am Abend und direktem Anschluss an das Skigebiet Kleine Scheidegg; für Familien und im Winter oft die bessere Wahl. Stechelberg am Talende hat zwei einfache Hotels und ist der Startpunkt für die Schilthornbahn. Buch für Juli, August und Weihnachten drei bis sechs Monate voraus; Mürren hat wenige Betten, und wenn die weg sind, bleibt nur das Tal. Die Kurtaxe von CHF 4 bis 6 pro Nacht gibt die Gästekarte mit Rabatten auf Sportzentrum und Ortsbahnen.
Das Schilthorn ist nach dem Jungfraujoch die zweitteuerste Bergfahrt der Region: Stechelberg bis Piz Gloria und zurück rund CHF 110 ohne Ermässigung, mit Halbtax CHF 55, mit Berner Oberland Pass bis Birg gratis und ab Birg mit Zuschlag. Dafür bekommst du das Drehrestaurant, Bond World, die Thrill Walk auf Birg und einen Blick über 200 Gipfel; bei Nebel bekommst du eine Bond-Ausstellung für CHF 110. Also wie überall: Webcam am Morgen. Ab Mürren kostet die Fahrt weniger, und wer in Mürren wohnt, nimmt die erste Bahn um 7.25 Uhr, wenn der Himmel klar und die Terrasse leer ist. Die Trümmelbachfälle kosten CHF 14, dafür siehst du zehn Wasserfälle im Berginnern, das ist jeden Franken wert und auch bei Regen gut. Der Staubbachfall ist gratis, der Weg hinter den Fall hinauf auch. Mürren und Wengen erreichst du mit Halbtax für CHF 7 bis 12, der Berner Oberland Pass lohnt sich im Tal erst, wenn du auch Schilthorn, Kleine Scheidegg und Schiffe auf den Seen machst. Essen: Ein Mittagessen in Mürren kostet CHF 22 bis 30, auf dem Schilthorn CHF 30 bis 45, im Dorfladen in Mürren gibt es Brot und Käse fürs Picknick. Die Hostel-Küchen in Gimmelwald sind die günstigste Küche im Tal. Kostenfalle Nummer eins ist das Auto: CHF 30 Parkhaus plus Zeitverlust plus die Gefahr, dass das Dorf gesperrt ist.
Die Wasserfälle sind im Mai und Juni am stärksten, wenn die Schneeschmelze läuft; der Staubbach hängt dann als dichter Schleier, im September ist er ein Faden, im Winter gefroren. Die Trümmelbachfälle öffnen Anfang April und schliessen Anfang November, im Juni donnern bis zu 20'000 Liter pro Sekunde durch den Berg. Die beste Zeit für das ganze Tal ist Mitte Juni bis Anfang Juli (Wasser, Blumen, lange Tage) und September bis Mitte Oktober (Stabilität, Farben, halb so viele Menschen). Juli und August sind die Monate des Overtourism, Lauterbrunnen Dorf dann nur früh oder spät. Im Winter ist Mürren mit dem Schilthorn-Skigebiet (50 Pistenkilometer, die Inferno-Abfahrt mit 2'000 Höhenmetern als längste Abfahrt der Schweiz) ein ruhiger, schneesicherer Skiort mit Blick statt Après-Ski, Wengen das Familien-Skidorf mit dem Lauberhornrennen Mitte Januar. Das Inferno-Rennen in Mürren Ende Januar ist das grösste Amateurskirennen der Welt, 1'850 Starter. Die Zwischensaison von Mitte April bis Anfang Juni und von Mitte Oktober bis Anfang Dezember legt Mürren und Wengen fast still, Hotels machen wochenweise zu, Bahnen fahren in Revision; dafür hast du im Mai das Tal mit den vollsten Wasserfällen fast allein, wenn du ein offenes Hotel findest.
Alle fahren zum Schilthorn, kaum jemand wandert von Mürren aus. Der Nordwand-Trail von Allmendhubel (Standseilbahn ab Mürren, CHF 14 retour mit Halbtax) nach Mürren ist eine zweistündige Terrassenrunde mit Eiger, Mönch und Jungfrau frontal, Infotafeln zu Erstbesteigungen und dem Blumental mit Alpenrosen im Juli. Der Mountain View Trail von Grütschalp nach Mürren ist ein fast ebener Höhenweg, eine Stunde, Kinderwagen möglich. Gimmelwald, 30 Minuten zu Fuss unterhalb von Mürren, ist ein Dorf mit 130 Einwohnern, Heuställen, einem Hofladen mit Käse und Alpkäsebrot auf Vertrauensbasis und einer Hostel-Terrasse, von der aus du die Wasserfälle gegenüber zählst. Das Sefinental hinter Gimmelwald ist ein stilles Seitental ohne Bahn mit Wegen zur Rotstockhütte (drei Stunden), wo du Alpkäse zur Suppe bekommst. Vom Talende Stechelberg steigt der Weg zum Berghotel Obersteinberg (1'778 Meter, drei Stunden), einem Gasthaus ohne Strom seit 1880 mit Kerzen am Abend und Blick auf den Breithorngletscher; Übernachtung mit Halbpension CHF 110, nur Juni bis September. Auf der Wengen-Seite führt der Weg von der Wengernalp nach Wengen durch den Wald an der Jungfrau entlang, 90 Minuten bergab, leer, während alle oben an der Kleinen Scheidegg Schlange stehen. Und wer den Staubbach wirklich sehen will, steigt den kurzen Felsweg hinter den Fall: nass, gratis, in 15 Minuten, und ab 17 Uhr ohne die Busse.
Mit der Bahn ab Interlaken Ost in 20 Minuten, ab Zürich in 2 Stunden 30, ab Bern in 1 Stunde 20, Halbtax-Retourbillett ab Zürich rund CHF 80. Mit dem Auto in 2 Stunden 15 ab Zürich, aber das Parkhaus kostet CHF 20 bis 30 pro Tag und ist im Sommer ab 10 Uhr voll. Ein Auto brauchst du nicht und kannst es nicht brauchen: Mürren und Wengen sind autofrei, das Tal hat Postauto und Wanderwege. Komm mit der Bahn.
Mürren für Ruhe, Panorama und Wanderungen, Wengen für Familien, Sonne und Skigebiet Kleine Scheidegg, Gimmelwald für das kleinste Budget und das echteste Dorf. Lauterbrunnen selbst ist tagsüber überlaufen, abends ruhig, liegt in der Schlucht mit wenig Sonne und ist nur praktisch, wenn du spät ankommst oder früh weg musst. Stechelberg am Talende ist still und der Start zur Schilthornbahn.
Für zwei Personen mit zwei Nächten in Mürren Mittelklasse (CHF 400), Essen (CHF 240), Schilthorn mit Halbtax (CHF 110), Trümmelbach (CHF 28), Ortsbahnen (CHF 50) und Anreise ab Zürich mit Halbtax (CHF 160) rund CHF 990, also CHF 500 pro Person. Mit Hostel in Gimmelwald, Picknick und Wandern statt Schilthorn geht es für CHF 250 pro Person.
Bei klarem Wetter ja: 360-Grad-Blick über 200 Gipfel vom Mont Blanc bis zum Schwarzwald, Drehrestaurant, Thrill Walk auf Birg und die neue steilste Seilbahn der Welt ab Stechelberg. Mit CHF 110 ohne Ermässigung, CHF 55 mit Halbtax, ist es halb so teuer wie das Jungfraujoch und oft die bessere Aussicht, weil du die Dreiergruppe von gegenüber siehst. Bei Nebel reicht Mürren mit Allmendhubel vollkommen, für CHF 14.
An Sommertagen zwischen 10 und 16 Uhr ja, mit bis zu 20'000 Besuchern im Dorf, Kolonnen auf der Dorfstrasse und vollem Parkhaus. Früh am Morgen, ab 17 Uhr, im Mai, Juni, September und Oktober sowie einen Kilometer hinter dem Dorf ist davon wenig zu spüren. Die Terrassendörfer Mürren, Gimmelwald und Wengen sind nie überfüllt. Wer mit der Bahn kommt, oben schläft und früh unterwegs ist, erlebt das Tal, nicht den Andrang.
Mitte Juni bis Anfang Juli für die vollsten Wasserfälle und Alpenblumen, September bis Mitte Oktober für klare Sicht, Herbstfarben und deutlich weniger Besucher. Mai hat das meiste Wasser, aber Höhenwege noch unter Schnee und viele Hotels in Mürren geschlossen. Im Winter ist Mürren ein ruhiger Skiort mit dem Inferno-Rennen Ende Januar, Wengen hat Mitte Januar das Lauberhorn. Juli und August meiden oder früh aufstehen.
Die längste Abfahrt im Weltcup: 4,5 Kilometer vom Lauberhorn hinunter nach Wengen, mit Hundschopf, Kernen-S und dem Zielsprung, bei dem die Fahrer über 150 km/h schnell sind. Das autofreie Wengen erreichst du nur mit der Zahnradbahn ab Lauterbrunnen, am Abfahrtssamstag kommen gegen 30 000 Zuschauer, die Bahn fährt im Dauerbetrieb und ist trotzdem voll. Stehplätze entlang der Strecke kosten rund CHF 50 bis 80, die Tribüne im Ziel mehr, Kinder meist gratis. Die Stimmung ist familiärer als in Kitzbühel, mit Kuhglocken statt Partyzelten, dafür ist es auf der Strecke lange kalt und ohne Sitzgelegenheit. Hotels in Wengen und Lauterbrunnen sind für dieses Wochenende ein Jahr im Voraus belegt und verlangen Mindestaufenthalte.
Für Reisende: Von Interlaken oder Grindelwald aus als Tagesausflug anreisen und früh starten, der Rückweg nach dem Rennen dauert wegen der Bahnwarteschlange gern zwei Stunden.
Was ein Wochenende in der Bundesstadt wirklich kostet, warum du im Sommer die Badehose einpackst und wie du Bern in zwei Tagen gründlich siehst, ohne dich zu verzetteln.
Was die Fahrt aufs Jungfraujoch wirklich kostet, wann sie sich lohnt und wann nicht, und warum Interlaken selbst nur die Basis ist, nicht das Ziel.
Was eine Woche unter der Eiger-Nordwand im Sommer und im Winter wirklich kostet, welche Bergbahn welche Aussicht bringt und warum du den First vor 9 Uhr nimmst.
Was eine Woche im Saanenland im Sommer und im Winter wirklich kostet, warum Gstaad günstiger sein kann, als sein Ruf, und wo du die Berge ohne Pelzmantel bekommst.