Backpackers Villa Sonnenhof
Gepflegtes Hostel in einer alten Villa direkt am Höhematte-Park mit Jungfraublick, Schlafsäle und Doppelzimmer, Frühstück inklusive, Garten und Küche. Seit Jahren eines der bestbewerteten Hostels der Schweiz.
Schweiz · Bern & Berner Oberland · Reiseguide
Was die Fahrt aufs Jungfraujoch wirklich kostet, wann sie sich lohnt und wann nicht, und warum Interlaken selbst nur die Basis ist, nicht das Ziel.
Foto: Baublewave / Pexels
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Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.
Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Schweizer Franken (CHF). Karten und Twint funktionieren praktisch überall, auch auf der Alp. Viele Läden nehmen Euro an, geben aber Franken zurück, zu einem schlechten Kurs. Trinkgeld ist im Preis inbegriffen, Aufrunden ist üblich. Anreise: Anreise mit Bahn (SBB) oder Auto, ab Zürich 1 bis 4 Stunden.
Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.
Budget
Gepflegtes Hostel in einer alten Villa direkt am Höhematte-Park mit Jungfraublick, Schlafsäle und Doppelzimmer, Frühstück inklusive, Garten und Küche. Seit Jahren eines der bestbewerteten Hostels der Schweiz.
Das älteste Hostel der Schweiz, seit 1945 in Matten, 15 Minuten zu Fuss vom Bahnhof West. Schlafsäle, Zelte im Sommer, eigener Club im Keller. Für junge Rucksackreisende, die Leute kennenlernen wollen, nicht für Ruhesuchende.
Moderne Jugendherberge direkt neben dem Bahnhof Interlaken Ost, Mehrbett- und Familienzimmer, Frühstücksbuffet, Zugang zum Hallenbad nebenan. Praktischer geht es für frühe Bergbahnen nicht.
Mittelklasse
Das älteste Hotel der Stadt, seit 1491 beherbergt es Gäste, darunter Byron und Mendelssohn. Renovierte Zimmer, japanischer Garten, zwischen Höhematte und Bahnhof Ost. Geschichte zum Mittelklassepreis.
Familiengeführtes Haus von 1789 direkt an der Aare mit eigener Gartenterrasse am Fluss, fünf Minuten vom Bahnhof West. Ruhiger als der Höheweg, und Unterseen mit seinen Beizen liegt nebenan.
Traditionshaus am Höheweg mit grosszügigen, teils frisch renovierten Zimmern, Terrasse mit Jungfraublick und beliebter Küche. Gute Wahl für Familien, die zentral wohnen und nicht das Grandhotel zahlen wollen.
Luxus
Das Grandhotel der Schweiz schlechthin, seit 1865 an der Höhematte, mit 5'500 Quadratmetern Spa, Jungfraublick aus den Südzimmern und Service alter Schule. Wer einmal im Leben Belle-Époque-Hotel will, ist hier richtig.
Belle-Époque-Haus von 1874 am oberen Ende des Höhewegs, mit Spa, Garten zur Aare und Blick auf die Jungfrau. Etwas günstiger und persönlicher als das Victoria-Jungfrau, bei fast gleicher Lage.
Das Märchenhotel von 1875 oberhalb des Brienzersees neben den Giessbachfällen, mit eigener Standseilbahn vom Schiffsteg, Jugendstilsaal und Terrasse über dem Wasser. Nur April bis Oktober, kein Spa, dafür Romantik, die kein Neubau nachmacht.
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Mit Bahn und Eiger Express ab Interlaken Ost in zwei Stunden auf 3'454 Meter, Sphinx-Terrasse, Eispalast und Aletschgletscher. Rund CHF 250 retour, mit Halbtax CHF 125, plus Reservation CHF 10. Fünf bis sechs Stunden, nur bei klarer Sicht.
Acht Minuten Standseilbahn ab Interlaken auf den Hausberg mit der Aussichtsplattform über beide Seen und Eiger, Mönch und Jungfrau. CHF 44 retour, Halbtax CHF 22, Berner Oberland Pass inklusive. Abends bei Sonnenuntergang am schönsten, zwei Stunden.
Nostalgische Zahnradbahn ab Wilderswil in 50 Minuten auf 1'967 Meter, Alpengarten mit 650 Arten, Panoramaweg zum Oberberghorn. CHF 70 retour, mit Halbtax CHF 35, nur Juni bis Oktober. Halber bis ganzer Tag.
Ab Interlaken Ost über Iseltwald und Giessbach nach Brienz, 75 Minuten pro Richtung, auch mit dem Dampfschiff Lötschberg. CHF 60 bis 70 Rundfahrt ohne Ermässigung, mit Halbtax und Pässen halb oder gratis. Am Giessbach aussteigen und die Wasserfälle sehen.
Tandemflug ab Beatenberg oder Amisbühl mit Landung auf der Höhematte, 15 bis 20 Minuten in der Luft, CHF 180 bis 200. Ganzjährig bei ruhigem Wetter, morgens am stabilsten. Mit Transfer und Einweisung zwei Stunden.
Über 100 historische Häuser aus allen Landesteilen auf 66 Hektaren bei Brienz, mit Handwerk, Bauernhoftieren und Vorführungen. Eintritt CHF 32, Bus ab Brienz. Vier Stunden bis ein ganzer Tag, Mitte April bis Ende Oktober.
Die letzte täglich dampfbetriebene Zahnradbahn der Schweiz fährt ab Brienz in einer Stunde auf 2'244 Meter, oben Blick auf den See und die Alpen bis zum Titlis. CHF 96 retour, Halbtax CHF 48. Juni bis Oktober, halber Tag.
Ein Kilometer begehbare Tropfsteinhöhle mit Wasserfällen, der Legende nach die Drachenhöhle des heiligen Beatus. Eintritt CHF 20, konstant 8 bis 10 Grad, Jacke mitnehmen. Mit Schiff oder Bus ab Interlaken, zwei bis drei Stunden.
Interlaken ist die Outdoor-Hauptstadt der Schweiz: Canyoning im Saxetenbach oder Rafting auf der Lütschine, halbtags ab CHF 120 bis 180 inklusive Ausrüstung. Mai bis Oktober, Schwimmen Pflicht, ab 14 Jahren.
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Interlaken kocht für die Welt, und das schmeckt man: Fondue neben Sushi neben Kebab am Höheweg. Die ehrliche Oberländer Küche findest du in Unterseen, in den Dörfern an den Seen und auf den Alpen: Brienzersee-Fisch, Alpkäse, Meringues aus Meiringen, Rösti. Mittags in den Beizen essen, abends die Fonduepreise vergleichen.
Der Brienzersee ist klar und nährstoffarm, der Fisch entsprechend fein: Felchen gebraten mit Mandelbutter oder Egli-Filets im Teig, CHF 32 bis 45 in Seerestaurants. Nicht immer aus dem See, nachfragen.
Tipp:Wenn die Karte «aus dem Brienzersee» sagt, ist es saisonal und teurer; «Egli-Filets» ohne Herkunft kommen oft aus Osteuropa.
Das Baiser stammt der Legende nach aus Meiringen im Haslital, 40 Minuten östlich. Mit dickem Oberländer Rahm und Glace CHF 9 bis 14, in Meiringen etwas günstiger.
Tipp:In Meiringen ist das Sherlock-Holmes-Museum gleich nebenan, Reichenbachfall inklusive.
Halb Gruyère, halb Vacherin, mit Kirsch und Knoblauch, im Oberland oft mit lokalem Alpkäse. CHF 28 bis 45 pro Person, am Höheweg am teuersten.
Tipp:Fondue ist ein Winteressen; im Juli bei 28 Grad bestellen es nur Touristen, und die Küche weiss das.
Berner Alpkäse von den Sommeralpen rund um das Joch, hart, würzig, als Hobelkäse hauchdünn gerollt. CHF 3 bis 4 pro 100 g in Käsereien, auf den Alpen direkt beim Senn.
Tipp:Auf der Alp kaufen, da ist er am günstigsten und du siehst, woher er kommt.
Rösti aus Gschwellti, überbacken mit Alpkäse, dazu Spiegelei oder Speck. Das Mittagessen auf jeder Bergbeiz, CHF 20 bis 28.
Tipp:Auf dem Berg ist die Rösti das beste Preis-Leistungs-Verhältnis der Karte.
Dünne Honiglebkuchen aus dem Haslital, Mitbringsel ohne Kühlpflicht, CHF 5 bis 10 pro Packung. In Brienz, dem Holzschnitzerdorf, gibt es auch Gebäck in Formen.
Tipp:Besser als die Schokolade vom Höheweg, und zur Hälfte des Preises.
Hörnli, Kartoffeln, Rahm, Käse und Röstzwiebeln, dazu Apfelmus. Das Essen nach der Wanderung, CHF 20 bis 26 in Bergbeizen.
Tipp:Mit Apfelmus essen, auch wenn es seltsam klingt: Das gehört dazu.
Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.
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Interlaken heisst, was es ist: zwischen den Seen. Auf dem Schwemmland zwischen Thuner- und Brienzersee gründeten Augustiner-Chorherren um 1133 ein Kloster, aus dessen Gütern nach der Reformation 1528 der Berner Landvogteisitz wurde; die Klosterkirche und das Schloss stehen heute noch neben dem Höhematte-Park. Der Ort selbst hiess bis 1891 Aarmühle, der Name Interlaken wurde erst übernommen, als die Fremden längst so dahin fuhren. Denn der Tourismus begann früh: Nach 1800 kamen Maler und Schriftsteller, Byron und Mendelssohn schwärmten von der Jungfrau, und ab 1835 fuhren Dampfschiffe über den Thunersee, ab 1839 über den Brienzersee, bevor es überhaupt eine Bahn gab. Die kam 1872 über die Bödelibahn und 1893 mit dem Anschluss an das Netz der Berner Oberland-Bahnen, und die Höheweg-Promenade mit ihren Grandhotels, dem Victoria-Jungfrau an der Spitze, entstand in jenen Jahrzehnten für die englische Oberschicht. Das Jungfraujoch ist das Werk des Zürcher Industriellen Adolf Guyer-Zeller, der 1893 auf einer Wanderung die Idee hatte, die Bahn durch den Eiger und den Mönch zu bohren. Der Bau dauerte von 1896 bis 1912, kostete 30 Arbeitern das Leben und endete nicht wie geplant auf dem Jungfraugipfel, sondern auf dem Joch auf 3'454 Metern, bis heute der höchste Bahnhof Europas. Die Sphinx-Forschungsstation kam 1937 dazu, der Eispalast schon 1934. Seit 2001 gehört die Region Jungfrau-Aletsch zum UNESCO-Welterbe, und der Eiger Express von 2020 hat die Fahrt auf das Joch um 47 Minuten verkürzt. Heute besuchen über eine Million Menschen pro Jahr das Jungfraujoch, die Hälfte davon aus Asien, und Interlaken ist mit rund 5'700 Einwohnern eine der international geprägtesten Kleinstädte der Schweiz.
Ab Bern fährt der IC in 50 Minuten nach Interlaken Ost, ab Zürich in zwei Stunden, ab Basel in 2 Stunden 10, jede Stunde direkt. Mit Halbtax kostet Zürich retour rund CHF 70, Sparbillette gibt es ab CHF 25 pro Strecke. Interlaken hat zwei Bahnhöfe: West liegt näher an den meisten Hotels, Ost ist der Umsteigebahnhof nach Grindelwald, Lauterbrunnen, Brienz und zur Schynige Platte, und die Schiffe legen an beiden ab. Mit dem Auto bist du ab Zürich in zwei Stunden da, Vignette CHF 40, aber in Interlaken selbst kostet Parken CHF 20 bis 30 pro Tag, und die Dörfer Wengen und Mürren sind ohnehin autofrei. Wer nur die Jungfrauregion macht, lässt das Auto zu Hause; wer Thunersee-Dörfer, Beatushöhlen und Brienzer Rothorn verbinden will, hat mit Auto mehr Freiheit. Die eigentliche Entscheidung ist das Bahnticket. Der Berner Oberland Pass kostet CHF 240 für drei Tage in der 2. Klasse mit Halbtax (ohne Halbtax CHF 300) und deckt Schiffe, die meisten Bergbahnen bis zur Kleinen Scheidegg und Mürren sowie 50 Prozent aufs Jungfraujoch. Der Jungfrau Travel Pass kostet ähnlich und ist auf die Jungfraubahnen zugeschnitten. Mit zwei Bergtagen hast du die Pässe raus; wer nur einmal hochfährt, kauft Einzelbillette mit Halbtax. Hotelgäste bekommen die Gästekarte mit gratis Ortsbus.
Die Fahrt Interlaken Ost bis Jungfraujoch und zurück kostet im Sommer rund CHF 250 ohne Ermässigung, mit Halbtax rund CHF 125, mit dem Good-Morning-Ticket (erste Bahnen, Rückfahrt bis 13 Uhr, nur Nebensaison) günstiger. Dazu kommt die Sitzplatzreservation für den Abschnitt Eigergletscher bis Joch, CHF 10, die du in der Hochsaison brauchst, sonst stehst du zwei Stunden an. Rechne für zwei Personen mit Halbtax also mit CHF 270, ohne Halbtax mit CHF 500, und dafür bekommst du den höchsten Bahnhof Europas, die Sphinx-Terrasse mit Blick auf den 22 Kilometer langen Aletschgletscher, den Eispalast und einen Schneeplatz, auf dem im Juli Ostasiaten den ersten Schnee ihres Lebens anfassen. Es ist eindrücklich, und es ist das Teuerste, was du in der Schweiz an einem Tag ausgeben kannst, ohne zu schlafen. Unsere ehrliche Regel: Nur bei klarem Wetter hochfahren, die Webcams morgens prüfen, bei Wolken ist das Joch ein weisses Nichts für CHF 250. Wer unsicher ist, fährt stattdessen auf die Schynige Platte (CHF 70 retour, mit Halbtax CHF 35) oder zur Kleinen Scheidegg (CHF 90) und sieht Eiger, Mönch und Jungfrau von vorn statt von oben. Höhe ernst nehmen: Auf 3'454 Metern wird manchen übel, langsam gehen, viel trinken, nicht mit Kleinkindern.
Ein Mittelklasse-Doppelzimmer kostet in Interlaken im Sommer CHF 180 bis 240, die Grandhotels am Höheweg CHF 400 bis 800. Die Stadt hat eine der höchsten Hoteldichten der Schweiz und ist von Juni bis September und zwischen Weihnachten und Neujahr trotzdem voll; buch drei Monate voraus. Die Preisfalle sind «Jungfraublick»-Zimmer am Höheweg: Die Jungfrau siehst du vom Höhematte-Park genauso, gratis. Günstiger und schöner wohnst du ausserhalb. Wilderswil, fünf Minuten mit der Bahn, ist ein ruhiges Dorf mit Hotels um CHF 140 und dem Bahnhof der Schynige Platte. Bönigen und Iseltwald am Brienzersee, Unterseen auf der anderen Aareseite mit Altstadtgassen und Beizen, Matten mit Hostels und Jugendherberge. Wer die Berge will, schläft in Grindelwald, Wengen oder Mürren und fährt gar nicht erst nach Interlaken hinunter; dort bist du morgens als Erster an den Bahnen und zahlst ähnlich viel. Interlaken lohnt sich als Basis, wenn du Seen und Berge mischen willst und nicht jeden Tag umziehen magst. Hostels kosten CHF 45 bis 60 pro Bett und sind im Sommer von Rucksackreisenden aus aller Welt voll, dafür mit Bar und Ausflugsschalter.
Die Region lebt davon, dass du nicht rechnest. Also rechnen wir. Halbtax (CHF 190 pro Jahr) lohnt sich schon bei einem Oberland-Wochenende, auch für Besucher aus Deutschland und Österreich, weil jede Bergbahn damit halb so viel kostet. Die Schiffe auf Thuner- und Brienzersee fahren mit GA, Halbtax und Berner Oberland Pass, eine Rundfahrt kostet sonst CHF 60 bis 70; die Strecke Interlaken Ost bis Brienz oder Thun ist auch eine Zugstrecke, du kannst also hinfahren per Schiff und zurück per Bahn. Harder Kulm, der Hausberg über Interlaken, kostet CHF 44 retour (Halbtax CHF 22) für acht Minuten Standseilbahn; die Aussichtsplattform ist schön, der Aufstieg zu Fuss in zweieinhalb Stunden gratis. Essen: Auf dem Höheweg zahlst du CHF 25 bis 30 für ein Mittagessen und CHF 45 für Fondue; in Unterseen und Matten CHF 20 bis 25. Coop und Migros am Bahnhof West haben Takeaway, und am Brienzersee picknicken ist das günstigste Mittagessen mit der besten Aussicht. Die Paragliding-Flüge über der Höhematte (CHF 180 bis 200 für 15 bis 20 Minuten) sind seriös und sicher, aber die Buchung über das Hostel oder direkt bei den Anbietern am Flugplatz spart gegenüber dem Hotelconcierge.
Juli und August sind die vollsten Monate, mit Wartezeiten an den Jungfraubahnen, Hotelpreisen am oberen Ende und Gewittern am Nachmittag. Die besten Wochen sind Mitte Juni bis Anfang Juli (Alpenblumen, lange Tage, Schnee auf den Pässen weg) und September bis Mitte Oktober (stabiles Hochdruckwetter, klare Sicht, Herbstfarben, Alpabzüge). Das Jungfraujoch ist ganzjährig offen; im Winter ist die Sicht oft besser als im Sommer, und die Hälfte der Besucher fehlt. Zwischen Mitte Oktober und Mitte Dezember sowie im April und Mai sind viele Bergbahnen und Hotels wegen Revision geschlossen, dafür ist Interlaken dann fast leer und die Schiffe fahren noch oder schon. Die Schynige Platte fährt nur von Juni bis Oktober. Im Winter ist Interlaken selbst kein Skiort, sondern die Basis für Grindelwald-Wengen und Mürren, 30 bis 40 Minuten entfernt; wer Skifahren will, wohnt besser dort. Zwei feste Termine: das Unspunnenfest alle zwölf Jahre (zuletzt 2017, das nächste wurde auf 2029 verschoben) und die Tellspiele im Freilichttheater Matten, Juli und August, seit 1912. Jeden Morgen die Webcams der Jungfraubahnen prüfen, nicht die Prognose: Interlaken im Nebel heisst oft Sonne ab 1'500 Metern.
Die Schynige Platte ist für uns der schönste Aussichtsberg der Region: Eine Zahnradbahn von 1893 schnauft ab Wilderswil in 50 Minuten auf 1'967 Meter, oben ein Alpengarten mit 650 Arten, ein Hotel von 1899 und die klassische Panoramawanderung über Faulhorn zum First in sechs Stunden, oder der Rundweg Oberberghorn in zwei. CHF 70 retour, mit Halbtax CHF 35, nur Juni bis Oktober. Am Brienzersee liegt Iseltwald, ein Fischerdorf, das seit einer koreanischen Fernsehserie am Steg Eintritt für Fotos verlangt (CHF 5); schöner ist es, mit dem Schiff weiterzufahren zum Giessbach, wo 14 Wasserfallstufen neben dem Grandhotel Giessbach von 1875 in den See stürzen; die Standseilbahn vom Steg kostet CHF 6, die Terrasse ist öffentlich. Der Thunersee hat die Schlösser Oberhofen und Spiez, die Beatushöhlen (CHF 20) und das Dorf Spiez mit Rebberg. Auf dem Brienzer Rothorn fährt die letzte Dampfzahnradbahn der Schweiz täglich (CHF 96 retour, Halbtax CHF 48), und in Ballenberg stehen 100 historische Häuser aus der ganzen Schweiz im Freilichtmuseum (CHF 32). Keiner dieser Orte braucht Reservation, keiner kostet mehr als ein Drittel des Jungfraujochs.
Mit der Bahn ab Bern in 50 Minuten, ab Zürich in zwei Stunden, ab Basel in gut zwei Stunden, stündlich direkt nach Interlaken Ost. Mit Halbtax kostet Zürich retour rund CHF 70. Mit dem Auto über die A8 ab Zürich in zwei Stunden, Parken in Interlaken CHF 20 bis 30 pro Tag. Für die Jungfrauregion brauchst du kein Auto, weil Wengen und Mürren autofrei sind und alles ab Interlaken Ost fährt; für Thunersee-Dörfer und Brienzer Rothorn ist es praktisch.
Ab Interlaken Ost und zurück rund CHF 250 pro Person ohne Ermässigung im Sommer, mit Halbtax rund CHF 125, mit Berner Oberland Pass oder Jungfrau Travel Pass 50 Prozent Rabatt ab Grindelwald oder Wengen. Dazu CHF 10 Sitzplatzreservation, die du von Juni bis September brauchst. Kinder bis 15 fahren mit Junior-Karte gratis. Im Winter und mit Good-Morning-Ticket in der Nebensaison ist es günstiger.
Bei klarem Himmel ja, einmal im Leben: Aletschgletscher, Sphinx-Terrasse, Eispalast und das Gefühl, in einem Bahnhof auf 3'454 Metern zu stehen. Bei Wolken ist es CHF 250 für ein weisses Nichts, also morgens die Webcams prüfen und spontan entscheiden. Wer das Budget schonen will, bekommt auf Schynige Platte, Kleiner Scheidegg oder Männlichen den besseren Blick auf die Dreiergruppe Eiger, Mönch und Jungfrau für ein Drittel des Preises.
Drei volle Tage sind ein gutes Mass: ein Tag Jungfraujoch oder Schynige Platte, ein Tag Grindelwald oder Lauterbrunnental, ein Tag Seen mit Schiff, Giessbach oder Ballenberg. Mit dem Berner Oberland Pass für drei Tage ist das auch finanziell die sinnvollste Dauer. Wer wandert, bleibt eine Woche und zieht nach zwei Nächten ins Tal hoch nach Wengen oder Mürren.
Mit Halbtax und zwei oder mehr Bergtagen plus Schiff den Berner Oberland Pass für drei Tage (CHF 240 mit Halbtax), er deckt Seen, Harder Kulm, Schynige Platte, Mürren, Kleine Scheidegg und gibt 50 Prozent aufs Joch. Wer nur das Jungfraujoch und Grindelwald macht, fährt mit Halbtax und Einzelbilletten günstiger. Ohne Halbtax lohnt sich das Halbtax selbst (CHF 190) schon ab dem ersten Wochenende; Besucher aus dem Ausland können es online kaufen.
Mitte Juni bis Anfang Juli und September bis Mitte Oktober: offene Bahnen, stabile Sicht, weniger Menschen als im August. Juli und August sind voll und gewittrig am Nachmittag, also früh hochfahren. Das Jungfraujoch lohnt sich auch im Winter, dann mit klarerer Luft und halb so vielen Besuchern. Zwischen Mitte Oktober und Dezember sowie im April und Mai sind viele Bahnen und Hotels wegen Revision geschlossen, vorher prüfen.
Zürich · Luzern · Interlaken · Zermatt · Lausanne und Montreux · Bern · Basel
Die offizielle Grand Tour ist 1'600 Kilometer lang und braucht drei Wochen. Diese Version nimmt die besten 900 Kilometer davon: Seen, Matterhorn, Weinterrassen und zwei Altstädte in zwei Wochen, mit sieben Quartieren statt täglichem Zügeln.
Luzern · Interlaken · Aletsch · Lugano · St. Moritz
Sieben Pässe, vier Sprachregionen und kein einziges Hotel: Mit dem Camper fährst du von Luzern über die grossen Alpenstrassen ins Tessin und zurück ins Engadin, schläfst auf TCS-Plätzen und Stellplätzen und frühstückst mit Gletscherblick.
Interlaken · Grindelwald · Lauterbrunnen · Gstaad
Vier Quartiere, sieben Tagesetappen und die berühmteste Bergkulisse der Schweiz: Du wanderst unter der Eiger-Nordwand, über dem Lauterbrunnental und am Ende durch die stillen Wiesen des Saanenlands, mit Bahnen, die dich hinaufbringen, damit du nur noch hinunter musst.
Luzern · Interlaken · Grindelwald
Eine Woche, drei Quartiere und jeden Tag etwas, das Kinder wirklich wollen: Zahnradbahn, Schiff, Trottinett bergab, Rodelbahn und ein Museum, das man anfassen darf. Ohne Auto, weil Kinder mit der Junior-Karte gratis Bahn fahren.
Was ein Wochenende in der Bundesstadt wirklich kostet, warum du im Sommer die Badehose einpackst und wie du Bern in zwei Tagen gründlich siehst, ohne dich zu verzetteln.
Was eine Woche unter der Eiger-Nordwand im Sommer und im Winter wirklich kostet, welche Bergbahn welche Aussicht bringt und warum du den First vor 9 Uhr nimmst.
Was das Tal der 72 Wasserfälle wirklich kostet, warum du oben in Mürren oder Wengen schlafen solltest statt unten im Dorf, und wie du Lauterbrunnen trotz Instagram-Ansturm für dich hast.
Was eine Woche im Saanenland im Sommer und im Winter wirklich kostet, warum Gstaad günstiger sein kann, als sein Ruf, und wo du die Berge ohne Pelzmantel bekommst.