Schweiz · Wandern · 8 Tage

Berner Oberland Wandern

Vier Quartiere, sieben Tagesetappen und die berühmteste Bergkulisse der Schweiz: Du wanderst unter der Eiger-Nordwand, über dem Lauterbrunnental und am Ende durch die stillen Wiesen des Saanenlands, mit Bahnen, die dich hinaufbringen, damit du nur noch hinunter musst.

Die Route, Tag für Tag

  1. Tag 1

    Interlaken: Ankommen und auf den Harder Kulm einlaufen

    Du fährst mit dem Zug ab Zürich in zwei Stunden nach Interlaken Ost, ab Basel in 2 Stunden 10, mit Halbtax rund CHF 35 einfach. Der erste Tag ist zum Einlaufen: Lass den Rucksack im Hotel, geh über die Höhematte mit dem Blick auf die Jungfrau und steig zu Fuss auf den Harder Kulm, 750 Höhenmeter in zwei Stunden durch Wald, oben die Aussichtsplattform Zwei-Seen-Steg über Thuner- und Brienzersee, hinunter mit der Standseilbahn, mit Halbtax rund CHF 20. Wer die Beine schonen will, nimmt sie auch hinauf. Nachmittags ein Bad im Brienzersee bei Bönigen, der kälter und klarer ist als der Thunersee, oder das Schiff nach Iseltwald. Abends Einkaufen für die Zwischenverpflegung der nächsten Tage, Coop beim Bahnhof West, in den Bergdörfern ist alles teurer. Schlafen in Unterseen oder Matten in einem Mittelklassehotel, CHF 180 bis 220, eine Nacht reicht, Interlaken ist Durchgang. Weiter nach Grindelwald: Berner Oberland-Bahn ab Interlaken Ost, 35 Minuten, halbstündlich, mit Halbtax rund CHF 6.

    Touren an diesem Stopp: Harder Kulm Standseilbahn ↗Brienzersee Schifffahrt ↗

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  2. Tag 2 bis 4

    Grindelwald: Eiger Trail, Männlichen und First

    Drei Nächte unter der Nordwand, drei Etappen. Tag zwei: Mit dem Eiger Express ab Terminal zur Station Eigergletscher und den Eiger Trail hinunter nach Alpiglen, sechs Kilometer, zwei bis drei Stunden, die Wand so nah, dass du Kletterer siehst; ab Alpiglen mit der Wengernalpbahn zurück. Tag drei: Gondel nach Männlichen, Panoramaweg zur Kleinen Scheidegg, anderthalb Stunden fast flach mit Eiger, Mönch und Jungfrau vor dir, dann weiter hinunter über Wengernalp nach Wengen oder zurück nach Grindelwald, vier Stunden total; wer das Jungfraujoch will, hängt es hier an, mit Halbtax rund CHF 120 ab Scheidegg. Tag vier: Erste Gondel auf den First um acht, Cliff Walk, Bachalpsee in einer Stunde, weiter auf das Faulhorn und über die Schynige Platte hinunter nach Wilderswil, sechs Stunden, die Königsetappe, oder kürzer zurück zum First. Schlafen im Dorfzentrum zwischen Bahnhof und Firstbahn, Mittelklasse CHF 180 bis 260, Zwischensaison günstiger. Weiter nach Lauterbrunnen: Zug über Zweilütschinen, 40 Minuten, mit Halbtax rund CHF 7, dann Seilbahn und Bergbahn hinauf nach Mürren.

    Touren an diesem Stopp: First Cliff Walk und Bachalpsee ↗Eiger Express Gondel ↗Jungfraujoch ab Grindelwald ↗

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  3. Tag 5 bis 6

    Lauterbrunnen: Oben in Mürren, hinunter nach Gimmelwald

    Das Tal der 72 Wasserfälle siehst du von unten am Ankunftstag, Staubbachfall zehn Minuten vom Bahnhof, Trümmelbachfälle im Berginnern für CHF 14, dann fährst du hinauf: Seilbahn ab Lauterbrunnen zur Grütschalp und Bergbahn nach Mürren, autofrei auf 1'650 Metern, mit Halbtax rund CHF 7. Hier schläfst du zwei Nächte, Mittelklasse CHF 180 bis 240, abends ist das Dorf still, weil die Tagesgäste weg sind. Tag sechs beginnt mit dem Northface Trail: Standseilbahn auf den Allmendhubel, dann in drei Stunden über Alpweiden mit Tafeln zu den Erstbesteigungen zurück nach Mürren. Nachmittags der Weg hinunter nach Gimmelwald, 45 Minuten, ein Dorf mit Holzhäusern, Ziegen und einer Terrasse mit Blick ins Sefinental, zurück mit der Schilthornbahn für CHF 6 oder zu Fuss in einer Stunde. Wer das Schilthorn will, zahlt mit Halbtax rund CHF 45 ab Mürren, bei Nebel lass es. Weiter nach Gstaad: Bergbahn nach Lauterbrunnen, Zug nach Interlaken Ost, dort der GoldenPass Express Richtung Montreux mit Halt in Gstaad, insgesamt 2 Stunden 30, mit Halbtax rund CHF 30.

    Touren an diesem Stopp: Schilthorn Piz Gloria ↗Trümmelbachfälle ↗

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  4. Tag 7 bis 8

    Gstaad: Lauenensee und die stille Seite des Oberlands

    Der GoldenPass Express bringt dich durch das Simmental, über Zweisimmen und das Saanenmöser hinauf ins Saanenland, und mit jedem Kilometer wird es ruhiger. In Gstaad wohnst du nicht an der Promenade, sondern in Saanen oder Schönried, Mittelklasse CHF 180 bis 250 im Sommer, mit Gästekarte, die Ortsbusse und viele Bergbahnen im Sommer gratis macht. Tag sieben ist die sanfteste Etappe der Woche: Postauto nach Lauenen, 25 Minuten, dann eine Stunde dem Bach entlang zum Lauenensee, Moorlandschaft, Seerosen, die Geltenschuss-Wasserfälle am Talende in einer weiteren Stunde, zurück zum See und Mittagessen im Berghaus, rund vier Stunden total. Am letzten Vormittag die Wispile mit der Gondel und der Höhenweg zur Lauenen-Seite oder das Dorf Saanen mit der Kirche und ihren Fresken, dann ein Stück Saanenkäse aus dem Käsekeller als Souvenir. Rückreise: Ab Gstaad über Zweisimmen und Spiez nach Bern in 1 Stunde 45, nach Zürich in 2 Stunden 45, nach Basel drei Stunden, oder in die andere Richtung mit dem GoldenPass nach Montreux in 1 Stunde 45.

    Touren an diesem Stopp: Wispile Gondelbahn ↗Glacier 3000 Ausflug ↗

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Was die Route kostet

Grobe Gesamtkosten pro Person in CHF für die ganze Route, Mittelklasse, zu zweit unterwegs. Flüge und Hotels schwanken saisonal, Details stehen auf den Reiseziel-Seiten.

  • Anreise 80 CHF
  • Unterkunft 720 CHF
  • Essen 480 CHF
  • Mobilität vor Ort 250 CHF
1'530 CHF
Gesamt pro Person · 8 Tage

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Schweizer Franken (CHF). Karten und Twint funktionieren praktisch überall, auch auf der Alp. Viele Läden nehmen Euro an, geben aber Franken zurück, zu einem schlechten Kurs. Trinkgeld ist im Preis inbegriffen, Aufrunden ist üblich.

Tipps für die Route

Umgekehrt ab Gstaad funktioniert die Route ebenso, vor allem für Gäste vom Genfersee: GoldenPass ab Montreux hinauf, dann Mürren, Grindelwald und zum Schluss Interlaken. Vorteil: Du beginnst mit leichten Etappen und steigerst dich bis zum Faulhorn. Nachteil: Die Nordwand kommt zuletzt, und wer müde ist, kürzt dort, wo es am schönsten ist.

Bergbahnen sind der Posten, der diese Woche teuer macht: First CHF 72 retour, Männlichen CHF 68, Eiger Express CHF 64, alles halb mit Halbtax. Der Berner Oberland Pass für drei bis zehn Tage deckt die meisten Bahnen und Züge dieser Route, rechne nach: Ab drei Bahntagen in Folge lohnt er sich, mit Halbtax gibt es ihn günstiger. Jungfraujoch und Schilthorn sind darin nur ermässigt.

Früh aufstehen ist der wichtigste Spartipp, und er kostet nichts: Die erste Gondel um acht hat keine Schlange, die Wege bis zehn Uhr kaum Menschen, und am Nachmittag ziehen im Sommer regelmässig Wolken auf. Wer um sieben frühstückt, hat Bachalpsee und Männlichen fast für sich und ist zurück, bevor es am First zur Wartezeit von einer Stunde kommt.

Ausrüstung: Knöchelhohe Wanderschuhe, Regenjacke auch bei Sonne, Mütze für die Höhe, 1,5 Liter Wasser, das du an jedem Brunnen nachfüllst. Stöcke schonen die Knie auf den langen Abstiegen vom Eiger Trail und vom Faulhorn. Der Rucksack bleibt klein, weil du vier Quartiere hast; den Koffer schickst du mit der SBB-Gepäckaufgabe für CHF 12 von Interlaken nach Gstaad voraus.

Juli bis Mitte September ist die sichere Saison für alle Etappen, der Faulhorn-Weg ist oft erst ab Anfang Juli schneefrei. Juni hat Blumen und wenig Leute, aber Restschnee über 2'300 Metern. Ende September bis Mitte Oktober ist Herbst mit klarer Sicht und halbvollen Hotels, aber einige Bahnen stellen Mitte Oktober auf Revision um, prüf die Betriebszeiten.

Hütten und Bergrestaurants kosten CHF 20 bis 30 für Suppe und Rösti, eine Flasche Wasser CHF 6. Pack ein Picknick aus dem Coop in Interlaken oder Grindelwald und iss am Bachalpsee. Abends in Grindelwald und Mürren rechne mit CHF 35 bis 50 pro Person mit Getränk, Halbpension im Hotel ist oft günstiger als Einzelessen. Gstaad ist im Sommer überraschend normal bepreist.

Häufige Fragen zur Route Berner Oberland Wandern

Wie lange braucht man für die Wanderwoche im Berner Oberland?

Acht Tage mit sieben Etappen und einem Einlauftag sind ehrlich geplant, du hast keinen Ruhetag, aber jede Etappe endet am frühen Nachmittag. In fünf Tagen schaffst du Grindelwald und Mürren ohne Gstaad. Mit zehn Tagen baust du in Grindelwald und Mürren je einen freien Tag ein oder hängst die Jungfraujoch-Fahrt an.

Wann ist die beste Zeit zum Wandern?

Juli bis Mitte September, dann sind alle Höhenwege bis zum Faulhorn schneefrei und alle Bahnen in Betrieb. Juni ist blumig und leer, aber über 2'300 Metern noch weiss. Der September hat die klarste Sicht, kühlere Nächte und 20 Prozent günstigere Hotels. Im Oktober enden einige Bahnbetriebe, dann nur mit Fahrplancheck.

Braucht man ein Auto für die Route?

Nein, und Mürren ist ohnehin autofrei. Züge und Bahnen fahren halbstündlich, und alle Etappen beginnen oder enden an einer Station. Ein Auto würde in Grindelwald CHF 20 bis 30 pro Tag Parkhaus kosten und in Lauterbrunnen an Sommertagen keinen Platz finden. Der Koffer reist mit der Gepäckaufgabe, du mit dem Tagesrucksack.

Was kostet die Wanderwoche pro Person?

Rechne mit rund CHF 1'530 pro Person zu zweit in der Mittelklasse: Anreise ab Zürich und Rückfahrt ab Gstaad mit Halbtax 80, sieben Hotelnächte 720, Essen 480, Bergbahnen und Züge unterwegs mit Halbtax 250. Jungfraujoch oder Schilthorn kommen mit CHF 45 bis 120 obendrauf. Ohne Halbtax verdoppelt sich der Bahnposten.

Wie schwierig sind die Etappen?

Alle Wege sind rot-weiss markierte Bergwanderwege, trittsicher, aber ohne Kletterei. Der Eiger Trail und der Weg nach Gimmelwald sind reine Abstiege, Männlichen und Lauenensee fast flach. Die Faulhorn-Etappe ist mit sechs Stunden und 600 Höhenmetern hinauf die einzige lange, du kannst sie am Bachalpsee abkürzen. Wetter täglich prüfen, bei Gewitter unten bleiben.

Gibt es eine kürzere oder längere Variante?

Kürzer: Grindelwald und Mürren in fünf Tagen, Anreise direkt bis Grindelwald. Länger: Nach Mürren zwei Tage in Kandersteg mit Oeschinensee und Gemmipass einschieben, dann über Spiez nach Gstaad, oder von Gstaad mit dem GoldenPass weiter nach Montreux und zwei Tage am Genfersee anhängen. Dann wird die Woche zu zehn oder zwölf Tagen.

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