Geschichte & Hintergrund
Bern wurde 1191 von Herzog Berchtold V. von Zähringen auf einer Halbinsel in einer Aareschlaufe gegründet, dem idealen Platz für eine Stadt, die von drei Seiten durch den Fluss geschützt war. Der Legende nach benannte der Herzog die Stadt nach dem ersten Tier, das er bei der Jagd erlegte, einem Bären, und das Wappentier begleitet Bern seither auf jedem Brunnen und jeder Fahne. Nach dem Aussterben der Zähringer 1218 wurde Bern freie Reichsstadt und wuchs in Etappen die Halbinsel hinauf, was du heute an den drei Stadtteilen und den beiden Toren, dem Zytglogge und dem Käfigturm, ablesen kannst. 1353 trat Bern der Eidgenossenschaft bei und wurde in den folgenden Jahrhunderten zum grössten Stadtstaat nördlich der Alpen, der von Genfersee bis an die Reuss regierte. Der Stadtbrand von 1405 zerstörte die Holzstadt fast vollständig, und der Wiederaufbau in Sandstein schuf die Altstadt, die du heute siehst: sechs Kilometer Lauben, Keller mit Türen zur Gasse, die elf Figurenbrunnen aus dem 16. Jahrhundert. Das Münster, 1421 begonnen, bekam seinen Turm erst 1893 und ist mit 100 Metern der höchste Kirchturm der Schweiz. 1848 wurde Bern Bundesstadt der neuen Eidgenossenschaft, bewusst nicht Hauptstadt genannt, und das Bundeshaus von 1902 thront seither über der Aare. Albert Einstein wohnte von 1903 bis 1905 an der Kramgasse 49 und schrieb hier seine Arbeiten zum Wunderjahr, darunter die spezielle Relativitätstheorie. Seit 1983 steht die Altstadt auf der UNESCO-Welterbeliste, und mit 135'000 Einwohnern ist Bern bis heute eine Stadt, die sich zu Fuss erschliesst.