Bern

Schweiz · Bern & Berner Oberland · Reiseguide

Bern

Was ein Wochenende in der Bundesstadt wirklich kostet, warum du im Sommer die Badehose einpackst und wie du Bern in zwei Tagen gründlich siehst, ohne dich zu verzetteln.

Foto: Süheyla Demir / Pexels

Was kostet deine Reise nach Bern?

Schieb die Werte auf deine Reise zurecht – der Rechner aktualisiert live (CHF).

1'680 CHF
≈ 840 CHF pro Person
  • Anreise 80 CHF
  • Unterkunft 900 CHF
  • Essen 600 CHF
  • Transport vor Ort 40 CHF
  • Zentrum Paul Klee und Kunstmuseum 60 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Schweizer Franken (CHF). Karten und Twint funktionieren praktisch überall, auch auf der Alp. Viele Läden nehmen Euro an, geben aber Franken zurück, zu einem schlechten Kurs. Trinkgeld ist im Preis inbegriffen, Aufrunden ist üblich. Anreise: Anreise mit Bahn (SBB) oder Auto, ab Zürich 1 bis 4 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Bern Backpackers Hotel Glocke

Altstadt, Bern

Hostel in der Rathausgasse mitten in der unteren Altstadt, zwei Minuten vom Zytglogge. Schlafsäle und einfache Doppelzimmer, Gemeinschaftsküche, Dachterrasse. Für Solo-Reisende und alle, die lieber die Lage als das Bad bezahlen.

ab CHF 45 / Nacht Ansehen →

Bern Youth Hostel

Marzili, Bern

Die Jugendherberge unterhalb des Bundeshauses am Aareufer, mit Mehrbettzimmern und schlichten Doppelzimmern, Frühstück inklusive. Zwei Minuten zum Marzilibad, zehn Minuten die Treppen hinauf zur Altstadt. Im Sommer unschlagbar gelegen.

ab CHF 55 / Nacht Ansehen →

ibis budget Bern Expo

Wankdorf, Bern

Kleine, saubere Kettenzimmer beim Messegelände und dem Stadion Wankdorf, Tram 9 fährt in zwölf Minuten in die Altstadt. Keine Romantik, aber planbare Preise, wenn die Altstadthotels voll oder zu teuer sind.

ab CHF 85 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Hotel Goldener Schlüssel

Altstadt, Bern

Traditionsgasthof an der Rathausgasse mit 30 Zimmern über einer Berner Beiz. Die Zimmer sind renoviert und ruhig zum Innenhof, die Lage in der unteren Altstadt ist perfekt. Für alle, die Bern aus der Gasse heraus erleben wollen.

ab CHF 160 / Nacht Ansehen →

Hotel Savoy Bern

Bahnhof, Bern

Familiengeführtes Haus an der Neuengasse, drei Minuten vom Bahnhof, mit grosszügigen Zimmern und gutem Frühstück. Ruhig trotz der zentralen Lage, praktisch für Tagesausflüge ins Oberland.

ab CHF 190 / Nacht Ansehen →

Hotel Bären am Bundesplatz

Bundesplatz, Bern

Direkt neben dem Bundeshaus, Schwesterhaus des Hotels Bristol. Klassische Stadthotelzimmer, Bar im Erdgeschoss, der Samstagsmarkt findet vor der Haustür statt. Gut für ein erstes Bern-Wochenende.

ab CHF 200 / Nacht Ansehen →

Luxus

Hotel Schweizerhof Bern & Spa

Bahnhofplatz, Bern

Das Grandhotel am Bahnhofplatz, 2011 komplett erneuert, mit Spa auf dem Dach, Sky Terrace und Jack's Brasserie, einer Berner Institution für das Wienerschnitzel. Für ein Wochenende, an dem der Weg vom Zug ins Bett 50 Meter betragen darf.

ab CHF 380 / Nacht Ansehen →

Bellevue Palace Bern

Kochergasse, Bern

Das Gästehaus des Bundesrats neben dem Bundeshaus, Jugendstil von 1913, Terrasse mit Blick auf Aare und Alpen. Hier übernachten Staatsgäste, und das Frühstück auf der Terrasse ist ein Berner Erlebnis für sich.

ab CHF 450 / Nacht Ansehen →

Swissôtel Kursaal Bern

Kornhausstrasse, Bern

Grosses Haus mit Casino und Kursaal jenseits der Kornhausbrücke, seit 2020 als Swissôtel geführt (früher Hotel Allegro), viele Zimmer mit Blick auf Altstadt und Alpen, mehrere Restaurants und Bar. Für Preisbewusste, die Luxuslage mit Aussicht wollen: oft deutlich günstiger als die beiden Grandhotels.

ab CHF 220 / Nacht Ansehen →

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Erlebnisse, die sich lohnen

Altstadtführung unter den Lauben

Eine geführte Runde durch die UNESCO-Altstadt erklärt Brunnenfiguren, Kellertüren, Zytglogge und Münster, 90 Minuten ab CHF 25 pro Person. Die Stadtführung von Bern Welcome startet beim Bahnhof, die Zytglogge-Innenführung (CHF 20) zeigt das Uhrwerk von 1530.

Ansehen & buchen →

Zytglogge und Figurenspiel

Das Figurenspiel beginnt vier Minuten vor jeder vollen Stunde und dauert drei Minuten, gratis von der Kramgasse aus. Die Innenführung durch das Uhrwerk kostet CHF 20, dauert eine Stunde und lohnt sich für Technikinteressierte.

Ansehen & buchen →

Bärenpark und Aareufer

Die Berner Bären leben seit 2009 auf 6'000 Quadratmetern am Aarehang statt im alten Bärengraben. Eintritt gratis, rund um die Uhr zugänglich, am aktivsten sind die Bären morgens und zur Fütterung. Mit Rosengarten kombinieren, 15 Minuten den Hang hinauf.

Ansehen & buchen →

Zentrum Paul Klee

Renzo Pianos Wellenbau mit der grössten Klee-Sammlung der Welt, wechselnde Hängung aus 4'000 Werken. Eintritt CHF 20, mit Tram 9 bis zur Endstation, zwei Stunden einplanen, Dienstag bis Sonntag geöffnet.

Ansehen & buchen →

Gurten: Berner Hausberg

Standseilbahn ab Wabern (CHF 12 retour, mit Bern Ticket gratis) in fünf Minuten auf 860 Meter. Oben Aussichtsturm, Grillstellen, Spielplatz, Restaurants und der Blick vom Jura bis zu Eiger, Mönch und Jungfrau. Halber Tag, im Juli das Gurtenfestival.

Ansehen & buchen →

Bundeshaus-Führung

Gratis Führung durch Kuppelhalle, Nationalrats- und Ständeratssaal, täglich ausser in Sessionswochen, eine Stunde. Online reservieren, Ausweis mitnehmen. Während der Sessionen kannst du stattdessen von der Tribüne zuschauen.

Ansehen & buchen →

Aareschwimmen ab Eichholz

Von Juli bis September treibst du vom Camping Eichholz in 30 bis 40 Minuten ins Marzilibad, gratis und das Berner Sommerritual. Nur für sichere Schwimmer; ein geführtes Aareschwimmen mit Einweisung kostet ab CHF 40 und ist für den ersten Mal eine gute Idee.

Ansehen & buchen →

Münster und Turmbesteigung

Der höchste Kirchturm der Schweiz, 344 Stufen bis zur oberen Plattform auf 64 Metern, Eintritt CHF 5. Das Hauptportal mit dem Jüngsten Gericht von 1495 ist gratis zu sehen. Mit der Münsterplattform dahinter eine Stunde.

Ansehen & buchen →

Tagesausflug Emmental und Käserei

Mit Bahn oder Auto in 40 Minuten nach Affoltern zur Schaukäserei Emmentaler, Eintritt gratis, Käseerlebnis-Rundgang CHF 10 bis 15. Dazu Hügel, Bauernhöfe und Meringues im Kemmeriboden-Bad, zwei Stunden entfernt im hintersten Emmental. Ein voller Tag.

Ansehen & buchen →

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Essen & Trinken

Berner Küche ist deftig, bäuerlich und ohne Schnörkel: Fleisch, Sauerkraut, Rösti, Emmentaler und Rahm aus den Voralpen. Dazu kommen die Kellerbeizen unter den Lauben und die Quartierlokale in Lorraine und Breitenrain, in denen die Berner selber essen. Mittags günstig, abends ehrlich teuer.

Berner Platte

Traditionsbeizen in der Altstadt, etwa Restaurant Harmonie an der Hotelgasse

Rippli, Zungenwurst, Speck, Siedfleisch und Schüfeli auf Sauerkraut, Dörrbohnen und Salzkartoffeln, ein Berg für Hungrige. CHF 40 bis 50 pro Person, oft nur im Winterhalbjahr auf der Karte.

Tipp:Mittags ist die Platte zu viel; am Abend bestellen und das Mittagessen ausfallen lassen.

Meringues mit Nidle

Confiserien in der Altstadt oder im Emmental, Kemmeriboden-Bad

Luftiges Baiser aus Meiringen mit dickem, süssem Rahm aus dem Emmental, dazu oft Vanilleglace. CHF 9 bis 14 als Dessert, eine Portion reicht für zwei.

Tipp:Die Nidle muss so dick sein, dass der Löffel steht, sonst ist es nicht Berner Art.

Emmentaler vom Markt

Samstagsmarkt auf Bundesplatz und Bärenplatz, 7 bis 12 Uhr

Der Käse mit den Löchern, in Bern direkt von den Dorfkäsereien, von mild bis 18 Monate gereift. CHF 2 bis 3.50 pro 100 g am Marktstand, eine Käseplatte in der Beiz CHF 18 bis 25.

Tipp:Nach dem «Höhlengereiften» fragen: dunkler, kräftiger, nichts wie der Supermarkt-Emmentaler.

Rösti mit Spiegelei

Kellerbeizen unter den Lauben der Kramgasse und Gerechtigkeitsgasse

Goldbraun gebratene Kartoffeln, in Bern mit Speck, Käse oder Spiegelei, das einfachste gute Essen der Stadt. CHF 18 bis 26 in der Beiz.

Tipp:Die Rösti ist in Bern eine Hauptspeise, keine Beilage, und als Mittagsmenü am günstigsten.

Zibelechueche und Chäschüechli

Bäckereien in der Altstadt, am Zibelemärit auf dem ganzen Bundesplatz

Zwiebelkuchen mit Rahm und Speck sowie kleine Käseküchlein aus Blätterteig, der Berner Znüni. CHF 4 bis 7 das Stück in der Bäckerei, am Zibelemärit an jeder Ecke.

Tipp:Am Zibelemärit mit einem Glühwein, am restlichen Jahr frisch aus dem Ofen ab 10 Uhr.

Berner Haselnusslebkuchen

Confiserien in der Altstadt rund um Spitalgasse und Marktgasse

Flacher, saftiger Lebkuchen aus Haselnüssen, Honig und Gewürzen, mit einem Bär aus Zuckerguss. CHF 6 bis 12 pro Stück, das haltbare Mitbringsel aus Bern.

Tipp:Hält wochenlang, und der kleine Bär passt in jedes Handgepäck.

Suure Mocke

Quartierbeizen in Lorraine und Breitenrain

Rindsbraten, tagelang in Rotwein und Essig eingelegt, dann geschmort, mit Kartoffelstock oder Rösti. Berner Sonntagsessen, CHF 30 bis 40.

Tipp:Steht oft nur am Wochenende oder im Winter auf der Karte; nachfragen lohnt sich.

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Geschichte & Hintergrund

Bern wurde 1191 von Herzog Berchtold V. von Zähringen auf einer Halbinsel in einer Aareschlaufe gegründet, dem idealen Platz für eine Stadt, die von drei Seiten durch den Fluss geschützt war. Der Legende nach benannte der Herzog die Stadt nach dem ersten Tier, das er bei der Jagd erlegte, einem Bären, und das Wappentier begleitet Bern seither auf jedem Brunnen und jeder Fahne. Nach dem Aussterben der Zähringer 1218 wurde Bern freie Reichsstadt und wuchs in Etappen die Halbinsel hinauf, was du heute an den drei Stadtteilen und den beiden Toren, dem Zytglogge und dem Käfigturm, ablesen kannst. 1353 trat Bern der Eidgenossenschaft bei und wurde in den folgenden Jahrhunderten zum grössten Stadtstaat nördlich der Alpen, der von Genfersee bis an die Reuss regierte. Der Stadtbrand von 1405 zerstörte die Holzstadt fast vollständig, und der Wiederaufbau in Sandstein schuf die Altstadt, die du heute siehst: sechs Kilometer Lauben, Keller mit Türen zur Gasse, die elf Figurenbrunnen aus dem 16. Jahrhundert. Das Münster, 1421 begonnen, bekam seinen Turm erst 1893 und ist mit 100 Metern der höchste Kirchturm der Schweiz. 1848 wurde Bern Bundesstadt der neuen Eidgenossenschaft, bewusst nicht Hauptstadt genannt, und das Bundeshaus von 1902 thront seither über der Aare. Albert Einstein wohnte von 1903 bis 1905 an der Kramgasse 49 und schrieb hier seine Arbeiten zum Wunderjahr, darunter die spezielle Relativitätstheorie. Seit 1983 steht die Altstadt auf der UNESCO-Welterbeliste, und mit 135'000 Einwohnern ist Bern bis heute eine Stadt, die sich zu Fuss erschliesst.

Insider-Tipps

Anreise und Mobilität: zu Fuss ist schneller als alles andere

Bern ist der Bahnknoten der Schweiz: Ab Zürich fährt der IC in 56 Minuten, ab Basel in einer Stunde, ab Genf in 1 Stunde 45, ab Luzern in einer Stunde. Mit Halbtax zahlst du Zürich retour rund CHF 50, ein Sparbillet gibt es schon ab CHF 15 pro Strecke, wenn du ein paar Tage vorher buchst. Aus Deutschland kommst du mit dem ICE von Frankfurt über Basel in vier Stunden, aus Wien mit dem Railjet nach Zürich und dann weiter. Das Auto lass zu Hause oder am Stadtrand stehen: Die Altstadt ist weitgehend autofrei, die Parkhäuser kosten CHF 3 bis 4 pro Stunde, und Park-and-Ride Neufeld liegt am Autobahnausgang. In der Stadt brauchst du praktisch keinen ÖV. Vom Bahnhof zum Bärenpark sind es 20 Minuten zu Fuss durch die Lauben, zum Bundeshaus fünf Minuten. Wer im Hotel schläft, bekommt das Bern Ticket gratis und fährt damit Bus, Tram und die Gurtenbahn kostenlos; das Ticket gilt ab dem Check-in-Tag bis zum Abreisetag und spart dir die Tageskarte für CHF 10. Das Tram 9 bringt dich zum Zentrum Paul Klee und zum Wankdorf, der Bus 12 zum Bärenpark und das Tram 6 zum Dählhölzli-Tierpark.

Unterkunft: Altstadt oder Bahnhofsnähe, nicht Länggasse

Bern hat vergleichsweise wenige Hotels, und an Sessionswochen des Parlaments sowie bei Messen in der BERNEXPO sind sie voll. Ein Mittelklasse-Doppelzimmer kostet CHF 160 bis 220, in der Altstadt eher CHF 200. Die beste Lage ist die untere Altstadt rund um Kramgasse, Gerechtigkeitsgasse und Rathausplatz: abends ruhig, alles zu Fuss, am Morgen die Lauben für dich allein. Rund um den Bahnhof wohnst du praktisch für Tagesausflüge ins Oberland und zahlst meist CHF 20 bis 40 weniger. Die Quartiere Länggasse und Breitenrain sind nett zum Wohnen, aber für ein Wochenende unnötig weit weg. Buch bei Sessionen (März, Juni, September, Dezember) sechs Wochen voraus, sonst reichen zwei. Hostels gibt es zwei gute, beide zentral, Betten ab CHF 45. Eine Preisfalle sind «Zimmer mit Aareblick», die oft nur eine Ecke des Flusses zeigen und CHF 60 Aufpreis kosten; die Aussicht hast du besser gratis von der Münsterplattform. Die Kurtaxe von CHF 5 pro Nacht kommt zum Preis dazu und finanziert das Bern Ticket.

Kostenfallen und Spartricks: Museen, Beizen, Gurten

Ein Mittagessen in einer Altstadtbeiz kostet CHF 22 bis 32, ein Abendessen mit Getränk CHF 40 bis 60, ein Kaffee CHF 5. Das ist Schweizer Normalpreis, nicht Berner Aufschlag. Sparen kannst du an drei Stellen. Erstens Mittagsmenüs: Die meisten Beizen haben von 11.30 bis 14 Uhr ein Tagesmenü mit Suppe oder Salat für CHF 20 bis 25, abends kostet dasselbe Gericht CHF 35. Zweitens der Museumspass: Der Bern Museums Pass kostet CHF 28 für 24 Stunden und bezahlt sich mit Zentrum Paul Klee (CHF 20) und Kunstmuseum (CHF 10) schon. Das Bundeshaus kannst du gratis besichtigen, Führungen täglich, online reservieren, Pass mitnehmen. Drittens der Gurten: Die Gurtenbahn ab Wabern kostet CHF 12 retour, mit Bern Ticket nichts, und oben gibt es Grillstellen, Kinderspielplatz und den besten Blick auf Stadt und Alpen. Teuer und verzichtbar: Die Stadtrundfahrten im Bus, weil die Altstadt auf 1,5 Kilometern alles zeigt, und die Schokoladenläden am Bärenplatz, wo du für dieselbe Tafel das Doppelte des Coop-Preises zahlst.

Timing und Saison: Aare ab Juli, Zibelemärit im November

Bern ist eine Vier-Jahreszeiten-Stadt, aber eine Saison ist besonders. Von Juli bis Anfang September hat die Aare 18 bis 22 Grad, und die halbe Stadt treibt nach Feierabend von der Schönausteg oder vom Eichholz bis ins Marzili. Das Marzilibad ist gratis, das Lorrainebad auch, und mit dem wasserdichten Aare-Sack (CHF 25 im Sportladen) nimmst du die Kleider mit. Nur wer sicher schwimmt, geht rein: Die Strömung ist stark, Ausstiege sind markiert, und jedes Jahr gibt es Unfälle. Mai, Juni und September sind die besten Monate für die Stadt selbst, mild, grün und ohne die Hitze, die sich im Sommer unter den Lauben staut. Der vierte Montag im November ist Zibelemärit, der Zwiebelmarkt, ab 5 Uhr morgens mit Zwiebelzöpfen, Konfetti und Zwiebelkuchen, ein echtes Volksfest und der vollste Tag des Jahres. Im Dezember stehen Weihnachtsmärkte auf Münsterplatz und Waisenhausplatz, ruhiger als in Basel oder Zürich. Der Winter ist grau und nebelfrei, aber kalt; Januar und Februar sind die günstigsten Hotelmonate, viele Häuser liegen dann bei CHF 130.

Unterschätzt: Münsterplattform, Rosengarten, Matte und Zentrum Paul Klee

Der Zytglogge mit seinem Figurenspiel vier Minuten vor jeder vollen Stunde und der Bärenpark am Aareufer stehen bei allen auf der Liste; die Bären siehst du gratis von der Nydeggbrücke oder vom Weg am Fluss. Was viele verpassen, ist die Münsterplattform hinter der Kirche: eine Terrasse über der Aare mit Kastanien, Bänken und Blick auf die Alpen, perfekt für den Takeaway-Kaffee. Von dort fährt ein kleiner Lift (CHF 1.50) hinunter in die Matte, das alte Handwerkerquartier am Fluss mit eigenem Dialekt, einigen Beizen und dem Tych-Kanal. Der Rosengarten auf der anderen Aareseite ist der klassische Postkartenblick über die Altstadtdächer, am schönsten im Juni, wenn 220 Rosensorten blühen, und abends mit einem Bier aus dem Restaurant. Das Zentrum Paul Klee im Osten der Stadt ist ein Wellenbau von Renzo Piano mit der grössten Klee-Sammlung der Welt, rund 4'000 Werke, von denen jeweils 120 bis 150 hängen; Eintritt CHF 20, Tram 9 bis Endstation, zwei Stunden. Das Einstein-Haus an der Kramgasse (CHF 7) ist in 30 Minuten gesehen, die Einstein-Ausstellung im Historischen Museum (CHF 18) ist die bessere Wahl, wenn dich die Person interessiert.

Essen und Besonderheit: Berner Platte, Meringues und die Märkte

Berner Küche ist Bauernküche: viel Fleisch, Sauerkraut, Rösti, Käse. Die Berner Platte ist das Festessen, ein Berg aus Rippli, Zungenwurst, Speck und Siedfleisch auf Sauerkraut und Dörrbohnen, erfunden 1798 zur Feier eines Sieges über die Franzosen, heute CHF 40 bis 50 pro Person und nichts für den Mittag. Das zweite Berner Heiligtum sind Meringues mit Nidle, luftiges Baiser mit dickem Rahm aus dem Emmental, in Beizen CHF 9 bis 14 als Dessert. Der Samstagsmarkt auf dem Bundesplatz und dem Bärenplatz ist von 7 bis 12 Uhr der beste Ort, um Emmentaler direkt vom Käser, Berner Zungenwurst und im Herbst Zwetschgen und Baumnüsse zu kaufen. Zum Ausgehen zieht es die Berner in die Lorraine und ins Breitenrain, zwei Quartiere nördlich der Aare mit Quartierbeizen, in denen das Abendessen CHF 25 bis 35 kostet statt CHF 45 in der Altstadt. Die Kellerlokale unter den Lauben, erkennbar an den schrägen Klapptüren im Trottoir, sind die eigentliche Berner Gastroszene: Theater, Bars und Beizen, zwei Meter unter der Strasse.

Häufige Fragen zu Bern

Wie komme ich nach Bern, und brauche ich ein Auto?

Mit der Bahn: IC ab Zürich in 56 Minuten, ab Basel in 60 Minuten, ab Genf in 1 Stunde 45, mit Halbtax ab Zürich rund CHF 50 retour, Sparbillette ab CHF 15 pro Strecke. Mit dem Auto über die A1 in 1 Stunde 20 ab Zürich, aber die Altstadt ist autofrei und Parkhäuser kosten CHF 3 bis 4 pro Stunde. Ein Auto brauchst du in Bern nicht, auch nicht für Tagesausflüge ins Oberland, die ab Bahnhof direkt fahren.

Wie viele Tage sollte man für Bern einplanen?

Zwei volle Tage reichen für Altstadt, Bundeshaus, Münster, Bärenpark, Rosengarten und ein Museum. Wer im Sommer kommt, nimmt einen dritten Tag für Aare und Gurten dazu. Bern ist auch eine gute Basis: Thun, Interlaken, Freiburg, Murten und das Emmental sind in 20 bis 60 Minuten mit der Bahn erreichbar, dann lohnt sich eine Woche.

Was kostet ein Wochenende in Bern?

Für zwei Personen mit zwei Nächten in der Mittelklasse (CHF 360), Essen (CHF 240), Museen (CHF 60) und Anreise ab Zürich mit Halbtax (CHF 100) landest du bei rund CHF 760, also CHF 380 pro Person. Mit Hostel, Mittagsmenüs und Sparbilletten geht es für CHF 200 pro Person, mit Bellevue Palace und Abendessen in der Altstadt schnell für CHF 800.

Kann man wirklich in der Aare schwimmen?

Ja, von Juli bis Anfang September bei 18 bis 22 Grad Wassertemperatur, und es ist das Beste an Bern im Sommer. Einstieg beim Eichholz oder an der Schönausteg, Ausstieg im Marzili an den markierten Treppen und Stangen. Die Strömung ist stark, deshalb nur für sichere Schwimmer, nie allein beim ersten Mal, kein Alkohol vorher. Die Bäder Marzili und Lorraine sind gratis.

Kann ich das Bundeshaus besichtigen?

Ja, und gratis. Es gibt täglich Führungen in Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch, ausser während der Sessionen; dann kannst du stattdessen auf der Tribüne die Debatten verfolgen. Online reservieren, Pass oder ID mitnehmen, Sicherheitskontrolle wie am Flughafen. Die Kuppelhalle mit dem Mosaik der Kantone und der Nationalratssaal sind die Höhepunkte, eine Stunde einplanen.

Wann ist die beste Reisezeit für Bern?

Mai, Juni und September sind ideal: mild, grün, Märkte im Freien und noch kein Hochsommer. Juli und August sind heiss, dafür schwimmst du in der Aare. Der Zibelemärit am vierten Montag im November ist der besondere Tag des Jahres, den du mit frühem Aufstehen (ab 5 Uhr) erlebst. Dezember hat Weihnachtsmärkte, Januar und Februar die günstigsten Hotelpreise bei kaltem, oft grauem Wetter.

Routen mit diesem Ziel

Aktivitäten in der Region

Weitere Reiseziele in Bern & Berner Oberland