Grindelwald

Schweiz · Bern & Berner Oberland · Reiseguide

Grindelwald

Was eine Woche unter der Eiger-Nordwand im Sommer und im Winter wirklich kostet, welche Bergbahn welche Aussicht bringt und warum du den First vor 9 Uhr nimmst.

Foto: Bryan Dijkhuizen / Pexels

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3'000 CHF
≈ 1'500 CHF pro Person
  • Anreise 160 CHF
  • Unterkunft 1'050 CHF
  • Essen 600 CHF
  • Transport vor Ort 350 CHF
  • Skipass Jungfrau Ski Region (6 Tage) 840 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Schweizer Franken (CHF). Karten und Twint funktionieren praktisch überall, auch auf der Alp. Viele Läden nehmen Euro an, geben aber Franken zurück, zu einem schlechten Kurs. Trinkgeld ist im Preis inbegriffen, Aufrunden ist üblich. Anreise: Anreise mit Bahn (SBB) oder Auto, ab Zürich 1 bis 4 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Mountain Hostel Grindelwald

Grund, Grindelwald

Hostel unten im Grund, direkt neben Bahnhof und Talstationen von Eiger Express und Männlichenbahn. Schlafsäle und Doppelzimmer, Küche, Bar, Skiraum. Für Skifahrer und Wanderer, die als Erste in der Bahn sitzen wollen.

ab CHF 50 / Nacht Ansehen →

Grindelwald Youth Hostel

Terrassenweg, Grindelwald

Jugendherberge am sonnigen Terrassenweg oberhalb des Dorfes mit direktem Eigerblick aus dem Speisesaal, Familienzimmer, Frühstück inklusive. Zehn Minuten bergauf vom Bahnhof, dafür die beste Aussicht der Budgetklasse.

ab CHF 55 / Nacht Ansehen →

Hotel Lauberhorn

Dorfstrasse, Grindelwald

Einfaches, sauberes Hotel am oberen Dorfende an der Oberen Gletscherstrasse, 15 Gehminuten zur Firstbahn, schlichte Zimmer mit Balkon, Frühstück inklusive. Keine Extras, aber für ein Grindelwald-Hotel mit Eigerblick erstaunlich günstig.

ab CHF 110 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Hotel Kirchbühl

Kirchbühl, Grindelwald

Familiengeführtes Chalet-Hotel in ruhiger Lage am Kirchbühl, fünf Minuten über dem Dorf, mit Eigerblick von fast jedem Balkon, Spa und gutem Restaurant. Für alle, die abends Ruhe und morgens die Nordwand im Fenster wollen.

ab CHF 200 / Nacht Ansehen →

Hotel Spinne Grindelwald

Dorfzentrum, Grindelwald

Mitten im Dorf an der Dorfstrasse, mit Restaurants, Bar und kleinem Wellnessbereich. Zimmer zur Südseite mit Eigerblick, nachts kann es laut werden. Für alle, die zentral wohnen und abends ausgehen wollen.

ab CHF 190 / Nacht Ansehen →

Hotel Bernerhof Grindelwald

Bahnhof, Grindelwald

Direkt gegenüber dem Bahnhof, solide Zimmer, viele mit Balkon zum Eiger, Restaurant mit Oberländer Küche. Praktisch für Anreise mit Gepäck und Tagesausflüge mit der Bahn, ohne Schnickschnack.

ab CHF 180 / Nacht Ansehen →

Luxus

Romantik Hotel Schweizerhof Grindelwald

Dorfzentrum, Grindelwald

Traditionshaus im Chaletstil, seit Generationen in Familienbesitz, mit grossem Spa, Hallenbad, Gourmetrestaurant und Garten mit Eigerblick. Für ein Grindelwald in gediegener Oberländer Art, nicht in Design.

ab CHF 350 / Nacht Ansehen →

Hotel Belvedere Grindelwald

Dorfstrasse, Grindelwald

Hoch über dem Bahnhof, Familienhotel in fünfter Generation, mit Spa, Pool und Panoramaterrasse auf Eiger und Wetterhorn. Zimmer klassisch und grosszügig, Halbpension lohnt sich hier.

ab CHF 330 / Nacht Ansehen →

Bergwelt Grindelwald Alpine Design Resort

Dorfstrasse, Grindelwald

Neues Designresort von 2021 mit Residenzen und Hotelzimmern, Infinity-Pool auf dem Dach mit Blick auf die Nordwand, Spa und zwei Restaurants. Für alle, denen die Chalet-Romantik zu viel Holz ist.

ab CHF 400 / Nacht Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

First mit Cliff Walk und Bachalpsee

Gondel in 25 Minuten auf 2'168 Meter, oben der Cliff Walk am Felsen (gratis) und die Wanderung zum Bachalpsee in einer Stunde. CHF 72 retour, Halbtax CHF 36, Berner Oberland Pass inklusive. Vor 9 Uhr fahren, halber Tag.

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Eiger Express und Eiger-Trail

In 15 Minuten ab Grund zum Eigergletscher auf 2'320 Meter, direkt unter der Nordwand. Von dort der Eiger-Trail nach Alpiglen, zwei Stunden bergab am Wandfuss, zurück mit der Wengernalpbahn. CHF 64 retour, Halbtax CHF 32. Vier Stunden.

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Männlichen und Panoramaweg zur Kleinen Scheidegg

Gondel ab Grund auf 2'343 Meter, Royal Walk zum Gipfel in 20 Minuten, dann der fast ebene Panoramaweg zur Kleinen Scheidegg in 90 Minuten mit Eiger, Mönch und Jungfrau vor der Nase. CHF 68 retour, Halbtax CHF 34, mit Kinderwagen machbar.

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Gletscherschlucht Grindelwald

Stege durch eine 100 Meter tiefe Klamm am Ende des Dorfes, mit dem Spiderweb-Seilnetz über dem Fluss. Eintritt CHF 19, eine Stunde, auch bei Regen. Mai bis Oktober, mit Bus 122 oder 20 Minuten zu Fuss ab Bahnhof.

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Pfingstegg mit Sommerrodelbahn

Kleine Luftseilbahn auf 1'391 Meter, oben Rodelbahn (CHF 7 pro Fahrt), Flyline und Weg zur Bäregg-Hütte mit Gletscherblick in 90 Minuten. CHF 32 retour, Halbtax CHF 16. Der günstige Familienhalbtag.

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First Flieger, Glider und Mountain Cart

Am Seil 800 Meter vom First nach Schreckfeld (Flieger CHF 31), dann Mountain Cart nach Bort (CHF 21) und Trottibike ins Dorf (CHF 21), Kombi ab CHF 70. Mit Firstbahn ein voller Tag, ab 10 Jahren, im Sommer früh buchen.

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Jungfraujoch ab Grindelwald

Mit Eiger Express und Jungfraubahn ab Grund in 45 Minuten auf 3'454 Meter. Rund CHF 210 retour ohne Ermässigung, mit Halbtax CHF 105, Reservation CHF 10. Nur bei klarer Sicht, vier bis fünf Stunden.

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Schlittelbahn Faulhorn und Bussalp

Im Winter mit 15 Kilometern die längste Schlittelbahn der Alpen: Aufstieg zu Fuss ab First zur Faulhorn-Hütte in zweieinhalb Stunden, dann Abfahrt nach Grindelwald. Schlitten mieten CHF 15. Kürzer und mit Postauto: Bussalp, acht Kilometer.

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Skitag Grindelwald-Wengen mit Lauberhorn

Hundert Pistenkilometer zwischen Männlichen, Kleiner Scheidegg und Wengen, mit der Lauberhorn-Weltcupabfahrt zum Nachfahren. Tagespass online ab CHF 75, an der Kasse bis CHF 90, Mietski ab CHF 45. Dezember bis April.

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Essen & Trinken

Grindelwald isst, was auf den Alpen wächst und was nach einem Bergtag sättigt: Alpkäse, Rösti, Älplermagronen, Trockenfleisch, dazu Meringues mit Rahm. Die Bergrestaurants an den Bahnen sind teuer und gut besucht, die Beizen im Dorf unterhalb der Dorfstrasse etwas günstiger. Picknick mit Käse vom Senn ist das beste Mittagessen der Region.

Grindelwalder Alpkäse

Alpkäserei im Dorf oder direkt auf den Alpen Bussalp und Grosse Scheidegg

Hartkäse von den Sommeralpen rund ums Dorf, nach einem Jahr kräftig, nach zwei Jahren scharf. CHF 3 bis 4 pro 100 g direkt in der Alpkäserei, als Platte in der Beiz CHF 18 bis 25.

Tipp:Auf der Alp kaufen und am Bachalpsee essen, das ist das Picknick, das du nicht vergisst.

Rösti mit Spiegelei und Speck

Bergrestaurants auf First, Männlichen und Kleiner Scheidegg

Das Grundnahrungsmittel der Bergbeizen, goldbraun aus der Eisenpfanne, mit Speck, Käse oder Spiegelei. CHF 22 bis 28 auf dem Berg, CHF 20 bis 24 im Dorf.

Tipp:Die Rösti auf der Terrasse der Kleinen Scheidegg mit Eiger im Rücken ist der Klassiker, mittags voll.

Älplermagronen

Berghäuser wie die Bäregg-Hütte oder das Berghaus Bort

Hörnli mit Kartoffeln, Rahm, Alpkäse und Röstzwiebeln, dazu Apfelmus. Das wärmste Essen nach einem kalten Tag, CHF 20 bis 26.

Tipp:Eine Portion reicht nach der Wanderung, davor nicht.

Meringues mit Nidle

Cafés und Confiserien an der Dorfstrasse

Das Oberländer Dessert aus Meiringen, luftiges Baiser mit dickem Rahm. CHF 9 bis 14, oft als Portion für zwei.

Tipp:Die Nidle muss vom Oberländer Rahm sein, nicht aus der Sprühdose.

Trockenfleisch und Hobelkäse

Beizen im Dorfzentrum und Metzgereien an der Dorfstrasse

Luftgetrocknetes Rind, Bauernspeck und hauchdünn gehobelter Berner Hobelkäse als Plättli zum Apéro. CHF 22 bis 30 als Platte für zwei.

Tipp:Als Apéro mit einem Glas Oberländer Bier vom Rugenbräu aus Interlaken.

Käsefondue

Hotelrestaurants an der Dorfstrasse, nicht die Bergbeizen

In Grindelwald oft als «Fondue mit Alpkäse» mit lokalem Käse statt Gruyère und Vacherin. CHF 28 bis 42 pro Person, abends in fast jedem Hotelrestaurant.

Tipp:Im Winter nach dem Skitag, im Sommer ist es zu schwer.

Oberländer Suppe und Gerstensuppe

Jede Bergbeiz, besonders auf der Kleinen Scheidegg und am Männlichen

Kräftige Gerstensuppe mit Gemüse und Speck, in Bergbeizen oft das günstigste warme Gericht. CHF 10 bis 14 mit Brot.

Tipp:Mit einem Stück Brot und Alpkäse ein Mittagessen für CHF 15.

Food-Tour buchen: Grindelwald

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Grindelwald liegt auf gut 1'000 Metern in einem Talkessel, über dem die Nordwand des Eigers 1'800 Meter senkrecht aufsteigt, und diese Wand hat die Geschichte des Dorfes bestimmt. Walser und Oberländer Bauern siedelten hier im Mittelalter, das Kloster Interlaken hatte die Grundherrschaft, und bis ins 18. Jahrhundert lebte man von Alpwirtschaft und Käse. Dann kamen die Gletscher in Mode: Der Untere und der Obere Grindelwaldgletscher reichten um 1850 bis fast ins Dorf hinunter, und englische Reisende kamen, um das Eis anzufassen. Das erste Gasthaus eröffnete 1820, das Hotel Bär 1850, und 1890 brachte die Berner Oberland-Bahn die Gäste direkt ins Dorf. 1858 bestieg der Ire Charles Barrington mit den Grindelwalder Führern Christian Almer und Peter Bohren den Eiger erstmals über die Westflanke, und Almer wurde zum berühmtesten Bergführer seiner Zeit. Die Wengernalpbahn zur Kleinen Scheidegg fuhr ab 1893, die Jungfraubahn durch den Eiger ab 1912, die Firstbahn als damals längster Sessellift Europas ab 1947. Die Nordwand aber blieb das «letzte Problem der Alpen». 1935 und 1936 starben acht Bergsteiger in der Wand, unter ihnen Toni Kurz, der 1936 wenige Meter über seinen Rettern im Seil hängend erfror; die Tragödie wurde zum Mythos. Am 24. Juli 1938 durchstiegen Anderl Heckmair, Ludwig Vörg, Heinrich Harrer und Fritz Kasparek die Wand in drei Tagen. Heute dauert die Rekordzeit unter drei Stunden. Die Gletscher haben sich seit 1850 um mehrere Kilometer zurückgezogen, der Untere Grindelwaldgletscher ist vom Dorf aus nicht mehr zu sehen. 2020 eröffnete mit dem Eiger Express die teuerste Seilbahn der Schweiz, und Grindelwald mit seinen rund 3'800 Einwohnern zählt über eine Million Logiernächte im Jahr.

Insider-Tipps

Anreise und Mobilität: autofrei ist es nicht, aber fast

Ab Interlaken Ost fährt die Berner Oberland-Bahn halbstündlich in 35 Minuten nach Grindelwald, ab Zürich bist du mit einem Umstieg in 2 Stunden 45 da, ab Bern in 1 Stunde 30, ab Basel in drei Stunden. Mit Halbtax kostet Zürich retour rund CHF 80, Sparbillette ab CHF 30 pro Strecke. Seit 2020 gibt es den Terminal Grindelwald Grund mit Bahnhof, Parkhaus (CHF 20 bis 30 pro Tag) und den Talstationen von Eiger Express und Männlichenbahn, du kannst also mit Auto oder Zug direkt dort ankommen. Mit dem Auto ab Zürich 2 Stunden 30, Vignette CHF 40, in der Hochsaison am Samstag Stau ab Interlaken. Im Dorf selbst brauchst du kein Auto: Die Dorfstrasse ist zwei Kilometer lang, die Bergbahnen liegen an beiden Enden (First oben im Dorf, Pfingstegg beim Gletscherschluchtweg, Eiger Express und Männlichen im Grund), und der Ortsbus fährt mit der Gästekarte gratis. Für Wengen und Mürren lässt du das Auto ohnehin stehen, beide sind autofrei. Wer mit Auto kommt, nutzt es für den Grimsel- und Sustenpass oder den Thunersee, nicht fürs Tal. Mit dem Berner Oberland Pass (CHF 240 für drei Tage mit Halbtax) sind die Wengernalpbahn bis zur Kleinen Scheidegg, Männlichen und First inklusive, der Eiger Express kostet mit Pass noch 50 Prozent.

Unterkunft: Dorfzentrum mit Eigerblick oder Grund mit Bahnanschluss

Ein Mittelklasse-Doppelzimmer kostet im Sommer und im Winter CHF 180 bis 260, in der Zwischensaison CHF 120 bis 160. Grindelwald hat zwei Hochsaisons, und die Hotels sind zwischen Weihnachten und Mitte März sowie im Juli und August drei Monate im Voraus zu buchen; Weihnachten und Sportferien im Februar sechs Monate. Die Lage macht den Unterschied: Das Dorfzentrum zwischen Bahnhof und Firstbahn hat die Restaurants, den Eigerblick aus den Südzimmern und abends Leben. Der Grund unten im Tal ist näher an Eiger Express und Männlichen, aber 100 Höhenmeter tiefer und abends tot; wer Ski fährt, wohnt dort richtig, wer wandert, oben. Preisfalle «Eigerblick»: Fast jedes Haus hat ihn, der Aufpreis von CHF 30 bis 60 für die Südseite lohnt sich nur, wenn du morgens auf dem Balkon frühstücken willst. Günstiger wohnst du in Ferienwohnungen für vier Personen ab CHF 180 pro Nacht, die ab einer Woche vermietet werden, in den Berghäusern auf First, Männlichen und Kleiner Scheidegg (Halbpension ab CHF 120 pro Person, dafür Sonnenaufgang ohne Bahnfahrt) oder in Wilderswil unten im Tal. Die Kurtaxe von CHF 4 bis 6 pro Nacht ist nicht im Preis und bringt die Gästekarte mit Ortsbus und Rabatten auf Sportzentrum und einigen Bahnen.

Kostenfallen und Spartricks: Bahnen, Pässe, Skipass

Grindelwald hat vier Bergbahnen, und die Preise unterscheiden sich stark. First: CHF 72 retour ohne Ermässigung, mit Halbtax CHF 36, mit Berner Oberland Pass gratis, inklusive Cliff Walk. Eiger Express zum Eigergletscher: CHF 64 retour, mit Halbtax CHF 32, der schnellste Weg zum Jungfraujoch (Aufpreis rund CHF 120 mit Halbtax). Männlichen: CHF 68 retour, Halbtax CHF 34. Pfingstegg: CHF 32 retour, Halbtax CHF 16, die kleinste und oft die beste Bahn für Familien. Ohne Halbtax und Pass zahlst du für drei Bergtage leicht CHF 250 pro Person, mit beidem CHF 100. Also: Halbtax kaufen (CHF 190, auch für Deutsche und Österreicher online), Pass rechnen, oder einen Berg zu Fuss gehen, denn von Bort bis First sind es zweieinhalb Stunden Wanderung und die Talfahrt kostet nur die Hälfte. Der Skipass Grindelwald-Wengen kostet CHF 75 pro Tag im Vorverkauf online, an der Kasse CHF 80 bis 90, sechs Tage für die ganze Jungfrau Ski Region CHF 400 bis 450; die dynamischen Preise sind in der zweiten Januarhälfte und im März am tiefsten. Essen in Bergrestaurants: Rösti CHF 24, Suppe CHF 12, Bier CHF 7. Coop im Dorf hat alles für Picknick. Die First-Aktivitäten (Flieger, Glider, Mountain Cart, Trottibike) kosten einzeln CHF 20 bis 35, als Kombi CHF 70 bis 100; der Cliff Walk ist gratis. Bei Nebel keine Bergbahn kaufen, sondern Hallenbad oder Gletscherschlucht.

Timing und Saison: zwei Hochsaisons, zwei stille Zeiten

Grindelwald ist ein Ganzjahresort mit zwei vollen und zwei leeren Zeiten. Die Wandersaison läuft von Mitte Juni, wenn die Höhenwege schneefrei sind, bis Mitte Oktober; Juli und August sind voll, mit Schlangen am First ab 9.30 Uhr und am Eiger Express ab 8.30 Uhr. Die beste Zeit ist September bis Mitte Oktober: klare Luft, Herbstfarben, warme Tage, Alpabzüge, Hotels zehn bis zwanzig Prozent günstiger. Die Skisaison geht von Anfang Dezember bis Mitte April; die Pisten liegen zwischen 1'000 und 2'500 Metern, also schneesicher oben, unten im März oft braun. Zwischen Weihnachten und Neujahr und in den Sportferien (Mitte Februar) ist alles voll und teuer, Mitte Januar und März sind ruhig und günstig. Im Januar steht das World Snow Festival mit Schneeskulpturen im Dorf, im Oktober der Grindelwald-Berglauf. Die stillen Zeiten sind Mitte April bis Mitte Juni und Mitte Oktober bis Anfang Dezember: Viele Hotels und Bergbahnen schliessen wochenweise für Revision, First und Pfingstegg stehen still, dafür zahlst du für ein Zimmer CHF 120 und hast das Dorf für dich. Die Nordwand selbst ist im Winter oft am schönsten zu sehen, weil die Luft klar ist; im Sommer bilden sich ab Mittag Wolken, also morgens auf den Berg und nachmittags ins Tal.

Die Bahnen im Vergleich: First, Eiger Express, Männlichen, Pfingstegg

Der First auf 2'168 Metern ist die Erlebnisbahn: Cliff Walk am Felsen (gratis, 20 Minuten), Wanderung zum Bachalpsee in einer Stunde (das Postkartenfoto mit Schreckhorn im Wasser), First Flieger und Glider an Seilen talwärts, Mountain Carts und Trottibikes ab Schreckfeld und Bort. Im Sommer das vollste Ziel des Dorfes; vor 9 Uhr hoch, dann hast du Cliff Walk und Bachalpsee ohne Schlange. Der Eiger Express ist eine 3S-Bahn, die in 15 Minuten vom Grund zum Eigergletscher auf 2'320 Metern schwebt, direkt unter der Nordwand; oben beginnt der Eiger-Trail hinunter nach Alpiglen, zwei Stunden entlang des Wandfusses, die beste Wanderung der Region, und die Verbindung zum Jungfraujoch in 45 Minuten. Der Männlichen auf 2'343 Metern hat den klassischen Dreiblick auf Eiger, Mönch und Jungfrau und den Panoramaweg zur Kleinen Scheidegg, 90 Minuten fast eben, der meistbegangene Weg der Schweiz und mit Kinderwagen machbar; der Royal Walk zum Gipfel dauert 20 Minuten. Die Pfingstegg auf 1'391 Metern ist klein, günstig und für Familien: Rodelbahn im Sommer (CHF 7 pro Fahrt), Weg zur Gletscherschlucht und zur Bäregg-Hütte mit Blick in die Gletscherschlucht des Unteren Grindelwaldgletschers, 90 Minuten Aufstieg. Reihenfolge für drei Tage: Männlichen bei bestem Wetter, Eiger Express mit Eiger-Trail, First am frühen Morgen.

Unterschätzt: Gletscherschlucht, Bäregg, Grosse Scheidegg und der Winter abseits der Piste

Die Gletscherschlucht am Ende des Dorfes (Eintritt CHF 19, Bus 122 oder 20 Minuten zu Fuss) führt auf Stegen einen Kilometer in eine Klamm mit 100 Meter hohen Wänden und einem Spinnennetz aus Seilen über dem Fluss, eine Stunde, auch bei Regen. Der Aufstieg zur Bäregg-Hütte (1'775 Meter, zweieinhalb Stunden ab Pfingstegg oder ab Dorf) zeigt den Rückzug des Unteren Grindelwaldgletschers mit eigenen Augen und endet mit Rösti auf der Terrasse. Die Grosse Scheidegg ist der Pass nach Meiringen: Das Postauto fährt ab Grindelwald in 40 Minuten hinauf (CHF 15 mit Halbtax), oben Blick zurück auf die Nordwand und die Wanderung zum First über den Höhenweg in zweieinhalb Stunden, viel leerer als von unten. Im Winter ist Grindelwald auch ohne Ski gut: 80 Kilometer Winterwanderwege, die Schlittelbahn von der Faulhorn-Hütte nach Grindelwald ist mit 15 Kilometern die längste der Alpen (Aufstieg zu Fuss ab First zweieinhalb Stunden, Schlitten mieten CHF 15), Bussalp hat eine Schlittelbahn mit Postauto hinauf, und die Eisbahn im Sportzentrum ist gratis mit Gästekarte. Das Dorf Wengen auf der anderen Seite der Kleinen Scheidegg ist mit der Wengernalpbahn in einer Stunde erreichbar und im Januar Schauplatz des Lauberhornrennens, des längsten Abfahrtsrennens im Weltcup; Tribünenplätze kosten CHF 20 bis 50, die Stimmung am Hundschopf ist gratis.

Häufige Fragen zu Grindelwald

Wie komme ich nach Grindelwald, und brauche ich ein Auto?

Mit der Bahn ab Zürich in 2 Stunden 45 mit Umstieg in Interlaken Ost, ab Bern in 1 Stunde 30, ab Basel in drei Stunden, Halbtax-Retourbillett ab Zürich rund CHF 80. Mit dem Auto 2 Stunden 30 ab Zürich, Parken im Terminal Grund CHF 20 bis 30 pro Tag. Ein Auto brauchst du nicht: Dorf, Bahnen und Ortsbus sind zu Fuss oder mit Gästekarte erreichbar, Wengen und Mürren sind autofrei. Für Pässe und Thunersee ist es praktisch.

Wie viele Tage sollte man für Grindelwald einplanen?

Drei bis vier Tage im Sommer: ein Tag First mit Bachalpsee, ein Tag Männlichen mit Panoramaweg zur Kleinen Scheidegg, ein Tag Eiger Express mit Eiger-Trail oder Jungfraujoch, ein Reservetag für Wetter oder Gletscherschlucht. Im Winter eine Woche mit Skipass. Grindelwald taugt auch als Basis für Lauterbrunnen, Mürren und Interlaken, alles unter einer Stunde.

Was kostet eine Woche in Grindelwald?

Im Sommer für zwei Personen: sieben Nächte Mittelklasse (CHF 1'470), Essen (CHF 840), Berner Oberland Pass plus Jungfraujoch-Zuschlag (CHF 700), Anreise ab Zürich mit Halbtax (CHF 160), zusammen rund CHF 3'200, also CHF 1'600 pro Person. Im Winter kommt der Skipass mit CHF 420 pro Person dazu. Mit Hostel, Picknick und einem Bergtag zu Fuss geht es für CHF 900 pro Person.

First oder Männlichen oder Eiger Express: welche Bahn, wenn nur eine?

Für die Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau der Männlichen mit dem Panoramaweg zur Kleinen Scheidegg. Für Erlebnis und Familien der First mit Cliff Walk, Bachalpsee und den Fliegern. Für Bergsteiger-Atmosphäre und die beste Wanderung der Eiger Express mit dem Eiger-Trail direkt unter der Nordwand. Wer aufs Jungfraujoch will, nimmt automatisch den Eiger Express. Pfingstegg ist die günstige Familienbahn für einen halben Tag.

Ist Grindelwald im Winter ein gutes Skigebiet?

Ja, mit Einschränkungen. Grindelwald-Wengen bietet 100 Pistenkilometer zwischen 1'000 und 2'500 Metern, meist rot und breit, mit dem Lauberhorn als Prestigeabfahrt; zusammen mit Mürren-Schilthorn sind es 200 Kilometer. Für Könner ist es weniger steil als Zermatt oder St. Moritz, für Familien und Geniesser mit Aussicht ideal. Der Tagespass kostet CHF 75 bis 90, die Lage unter 1'500 Metern bedeutet im März unten oft wenig Schnee.

Wann ist die beste Reisezeit für Grindelwald?

September bis Mitte Oktober für Wandern: stabile Sicht, Herbstfarben, weniger Besucher und tiefere Hotelpreise. Mitte Juni bis Anfang Juli für Alpenblumen und lange Tage. Für Ski Mitte Januar und März, wenn die Ferienwochen vorbei sind. Juli, August, Weihnachten und Februar sind voll und teuer. Mitte April bis Mitte Juni und Mitte Oktober bis Anfang Dezember sind viele Bahnen und Hotels geschlossen.

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