Otaru

Japan · Hokkaidō · Reiseguide

Otaru

Was ein Tag oder eine Nacht in der alten Hafenstadt kostet, wo du das beste Sushi Hokkaidos isst und warum du nach 17 Uhr bleiben solltest, wenn die Busse weg sind.

Foto: Jeffry Surianto / Pexels

Was kostet deine Reise nach Otaru?

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3'230 CHF
≈ 1'615 CHF pro Person
  • Flüge 2'200 CHF
  • Unterkunft 425 CHF
  • Essen 450 CHF
  • Transport vor Ort 75 CHF
  • Sushi-Menü in der Sushi-Strasse 80 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Flüge & Hotels schwanken saisonal stark – aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Yen (JPY). 1'000 Yen sind ungefähr CHF 6. Kartenzahlung funktioniert in Städten und Hotels, kleine Lokale, Tempel und Landbahnhöfe wollen oft Bargeld. Die IC-Karte (Suica oder ICOCA) auf dem Handy zahlt Bahn, Bus und Konbini. Flugzeit: 12 bis 14 Stunden, meist mit einem Umstieg.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Dormy Inn Premium Otaru

Bahnhof, Otaru

Direkt neben dem Bahnhof, mit Onsen-Bad und Sauna im obersten Stock, gratis Ramen am Abend und einem Frühstück mit Kaisendon zum Selbstbelegen. Zimmer kompakt, aber für Preis und Lage kaum zu schlagen. Zehn Minuten zu Fuss zum Kanal.

ab CHF 70 / Nacht Ansehen →

Hotel Vibrant Otaru

Ironai, Otaru

In der ehemaligen Hokkaido-Bank von 1923 an der Bankenstrasse, Tresortür in der Lobby, hohe Decken, einfache Zimmer. Zwischen Bahnhof und Kanal, fünf Minuten zu beidem. Günstig, charaktervoll und etwas in die Jahre gekommen.

ab CHF 55 / Nacht Ansehen →

Tabist THE GREEN OTARU

Inaho, Otaru

Einfaches Businesshotel an der Hauptstrasse zwischen Bahnhof und Kanal, mit Hauptgebäude und Nebengebäude; die Zimmer im Hauptgebäude sind renoviert. Frühstück inklusive, Preise auch im Februar moderat. Für eine Nacht, in der du nur ein Bett brauchst.

ab CHF 50 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Hotel Sonia Otaru

Kanal, Otaru

Das Hotel direkt am Kanal, aus den Zimmern zur Kanalseite siehst du die Lagerhäuser und die Gaslaternen. Einrichtung im europäischen Stil mit Holzmöbeln, Onsen-Bad im Haus, Frühstück mit Hokkaido-Produkten. Kanalzimmer kosten Aufpreis und sind das Geld wert.

ab CHF 100 / Nacht Ansehen →

Unwind Hotel & Bar Otaru

Ironai, Otaru

Im ehemaligen Hotel Echigoya von 1931, dem ersten westlichen Hotel Otarus, mit Kamin in der Lobby, Bar und abendlicher Wein-Stunde für Gäste. Zimmer in Holz und warmen Farben, fünf Minuten zum Kanal. Eines der stimmungsvollsten Hotels Hokkaidos.

ab CHF 120 / Nacht Ansehen →

Authent Hotel Otaru

Bahnhof, Otaru

Grosses Stadthotel zwischen Bahnhof und Kanal, Zimmer geräumig und ruhig, Frühstücksbuffet mit lokalem Fisch, Parkplatz für Mietwagen. Weniger Charme als Sonia oder Unwind, dafür verlässlich und oft günstiger.

ab CHF 90 / Nacht Ansehen →

Luxus

Grand Park Otaru

Chikko, Otaru

Hochhaushotel am Yachthafen beim Einkaufszentrum Wing Bay, alle Zimmer mit Blick auf Meer oder Berge, Fitnesscenter und zwei Restaurants. Zwei Zugstationen vom Zentrum (Otaru-Chikko), dafür die grössten Zimmer der Stadt und Preise unter Grossstadtniveau.

ab CHF 150 / Nacht Ansehen →

Otaru Asarigawa Onsen Hotel Musashitei

Asarigawa Onsen, Otaru

Grosses Onsen-Ryokan im Tal hinter Otaru, mit Aussenbädern, Kaiseki und japanischen Zimmern mit Blick auf den Wald. 20 Minuten mit dem Bus vom Bahnhof, im Winter neben dem Skigebiet Asari. Für die klassische Ryokan-Nacht mit Krabbe und Yukata.

ab CHF 220 / Nacht Ansehen →

Otaru Furukawa

Kanal, Otaru

Kleines Hotel im japanischen Stil direkt am Kanal, mit Zimmern mit Tatami-Bereich, Onsen-Bad mit Blick auf den Kanal und einem Restaurant mit Hokkaido-Kaiseki. Eher Ryokan als Hotel, ruhig und persönlich. Die teuerste Adresse am Wasser und die schönste.

ab CHF 180 / Nacht Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

Otaru-Kanal und Lagerhäuser

Der 1,3 Kilometer lange Kanal mit Gaslaternen und Steinlagerhäusern, frei zugänglich, abends beleuchtet. Bootsfahrt CHF 12 bis 14 für 40 Minuten, nett, aber nicht nötig. Der nördliche, schmalere Teil hinter der Chuo-Brücke ist leer und schöner.

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Sakaimachi-Strasse und Kitaichi-Glas

Die 900 Meter lange Ladenstrasse mit Glasbläsereien, LeTAO, Orgel-Museum und Kitaichi Glass. Die Kitaichi Hall mit 167 Petroleumlampen ist ein Café (Kaffee CHF 5), um 9 Uhr werden die Lampen angezündet, das ist der Moment.

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Glasbläser-Workshop

Eigenen Becher oder Vase blasen, CHF 20 bis 35 inklusive Material, 20 bis 30 Minuten, Abholung am Folgetag oder Versand. Für Kinder ab 6 mit Hilfe. Im Februar und im Sommer reservieren.

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Seilbahn Tenguyama

CHF 9 hin und zurück, Bus ab Bahnhof CHF 2, oben Aussicht über Bucht und Stadt, Chipmunk-Park im Sommer, Skigebiet im Winter (Tagespass CHF 25). Zum Sonnenuntergang hochfahren, die Nachtsicht gilt als eine der drei besten Hokkaidos.

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Nikka-Whisky-Destillerie Yoichi

25 Minuten mit dem Zug (CHF 3), Führung frei mit drei Proben, online reservieren, Museum und Steinhäuser von 1934 frei zugänglich. Der Whisky aus Yoichi kostet in der Destillerie weniger als im Duty-free, die limitierten Flaschen gibt es nur hier.

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Shakotan-Halbinsel und Kap Kamui

Geführte Tagestour ab Sapporo mit Otaru-Halt CHF 70 bis 100, mit Mietwagen 1,5 Stunden ab Otaru. Kap Kamui 40 Minuten zu Fuss auf dem Grat (Juni bis Oktober), Glasbodenboot CHF 10, Seeigel-Schale CHF 25 bis 40 im Sommer.

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Heringsschloss und Shukutsu

Bus ab Bahnhof 20 Minuten (CHF 1.50), Nishin Goten CHF 2, die Villa eines Heringsbarons von 1897 mit Blick auf die Bucht, daneben das Aquarium (CHF 10) und im Sommer der Strand. Kaum ausländische Besucher.

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Schneelichtweg (Yuki Akari no Michi)

Zehn Tage Mitte Februar, 17 bis 21 Uhr, Tausende Kerzen in Schneelaternen am Kanal und auf der Temiya-Bahntrasse, Eintritt frei. Unter der Woche kommen, warme Schuhe, danach Sushi. Abendtouren ab Sapporo mit Zug und Guide ab CHF 40.

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Essen & Trinken

Otaru hat die höchste Sushi-Dichte Hokkaidos und den Fisch direkt vor der Tür: Seeigel aus Shakotan, Hering, Tintenfisch, Jakobsmuscheln und Lachsrogen aus der Ishikari-Bucht. Dazu kommt die Süsswaren-Tradition der Stadt, von LeTAO bis zu den Rumkugeln von Amato, und das Bier aus der Kanal-Brauerei.

Sushi an der Theke

Sushi-Strasse (Sushiya-dori), zum Beispiel Masazushi Honten oder Ise Sushi

Nigiri mit Fisch aus der Bucht: Botan-Ebi (süsse Garnele), Hotate (Jakobsmuschel), Uni, Ikura, Hering im Frühling. Ein Set mit zehn bis zwölf Stück CHF 25 bis 40 mittags, Omakase am Abend CHF 60 bis 120. Der Reis ist in Otaru etwas süsser als in Tokio.

Tipp:Masazushi hat auch eine Filiale in der Sakaimachi-Strasse mit kürzerer Schlange, mittags um 11.30 Uhr kommen, um 12.30 Uhr stehst du 45 Minuten an.

Kaisendon im Sankaku-Markt

Sankaku-Markt am Bahnhof Otaru, Lokale wie Takinami Shokudo

Die Fisch-Reisschale in der engen Markthalle neben dem Bahnhof: Lachsrogen, Krabbe, Jakobsmuschel, Seeigel, je nach Budget CHF 12 bis 35. Weniger elegant als die Sushi-Strasse, gleicher Fisch, halber Preis.

Tipp:Die Händler grillen dir ein Krabbenbein oder eine Jakobsmuschel auf Wunsch für CHF 5 bis 10, du isst im Stehen am Stand.

Nishin-Soba (Hering auf Buchweizennudeln)

Soba-Lokale im Zentrum und das Restaurant im Nishin Goten-Gelände in Shukutsu

Das Gericht der Heringsstadt: süss-salzig geschmorter Hering auf heissen Soba in Brühe, Erbe der Zeit, als Hering hier billiger war als Reis. CHF 9 bis 12. Im Frühling gibt es frisch gegrillten Hering (Nishin-yaki) in den Izakaya.

Tipp:Die Schale mit Soba ist in Otaru gross, teil sie mit jemandem, wenn danach noch Sushi kommt.

LeTAO Doppel-Käsekuchen (Double Fromage)

LeTAO Hauptgeschäft am Merchen-Platz am Ende der Sakaimachi-Strasse

Zwei Schichten, gebackener und ungebackener Käsekuchen aus Hokkaido-Mascarpone und Frischkäse, gefroren verkauft, aufgetaut cremig. Stück im Café CHF 5, ganze Torte CHF 12. Die bekannteste Süssigkeit Otarus seit 1998.

Tipp:Im Café im ersten Stock gibt es ein Set mit Kuchen und Tee für CHF 9, der Turm oben hat eine freie Aussichtsplattform.

Softeis von Kitakaro und Rumkugeln von Amato

Kitakaro Otaru Honkan in der Sakaimachi-Strasse, Amato Honten an der Miyako-dori

Kitakaro macht in der ehemaligen Bank riesige Windbeutel (Yume-fuwari, CHF 2) und Softeis (CHF 3), Amato seit 1929 Rumkugeln mit Rosinen und Marzipan (CHF 1.50 das Stück) und Pfannkuchen mit Rotbohnenpaste. Beides sind Otaru-Marken, die es sonst kaum gibt.

Tipp:Das Amato-Café ist in den 1950ern stehengeblieben und hat Cream-Zenzai (Rotbohnensuppe mit Eis) für CHF 5, ein Mittagessen der Otaru-Grossmütter.

Otaru-Bier in der Kanal-Brauerei

Otaru Soko No. 1 direkt am Kanal

Deutsches Bier nach Reinheitsgebot (Pils, Dunkel, Weiss) aus der Brauerei im Lagerhaus Nr. 1 am Kanal, gebraut von einem deutschen Braumeister seit 1995. Glas CHF 5 bis 7, Bierhalle mit langen Tischen und Würsten.

Tipp:Die Brauerei bietet eine kostenlose 20-Minuten-Führung an, danach ein Weissbier auf der Terrasse zum Kanal zwischen 16 und 17 Uhr, wenn die Gruppen gehen.

Zangi und Hokke in der Izakaya

Izakaya im Hanazono-Viertel südlich des Bahnhofs

Abends gehen die Einheimischen in die Izakaya in der Hanazono-Strasse hinter dem Bahnhof: gegrillte Hokke (Atka-Makrele, ein ganzer Fisch mit Rettich, CHF 8 bis 12), Zangi (CHF 5), Kartoffeln mit Butter, dazu Sapporo Classic für CHF 4.

Tipp:Hanazono wirkt abends dunkel und leer, die Lokale liegen in Seitengassen und Hinterhöfen, geh einfach rein, wo die roten Laternen leuchten.

Food-Tour buchen: Otaru

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Otaru war einmal reicher als Sapporo, und das sieht man noch. Der Hafen an der Ishikari-Bucht wurde ab 1865 zum Umschlagplatz für Hering, der im Frühling in solchen Mengen kam, dass das Meer weiss wurde; die Heringsbarone bauten sich Villen wie das Nishin Goten in Shukutsu, und der Fisch wurde als Dünger nach Honshu verschifft. 1880 eröffnete die erste Eisenbahn Hokkaidos zwischen Otaru und Sapporo, um Kohle aus Horonai zum Hafen zu bringen. Um 1900 hatte Otaru Filialen aller japanischen Grossbanken, eine Börse und die Niederlassung der Bank of Japan, deren Gebäude von 1912 heute ein Museum ist; die Strasse heisst bis heute «Wall Street des Nordens». 1923 wurde der Kanal fertig, 1,3 Kilometer lang, auf dem Leichter die Fracht von den Schiffen zu den Lagerhäusern brachten. Der Hering blieb ab 1955 aus, die Häfen von Tomakomai und Muroran übernahmen, und Otaru verfiel. In den 1970er Jahren wollte die Stadt den Kanal zuschütten und eine Strasse bauen; eine Bürgerbewegung kämpfte zehn Jahre dagegen, 1986 blieb die Hälfte mit Gaslaternen und Promenade erhalten, der Rest wurde schmaler. Die Glasindustrie kam durch die Fischerei: Die Firma Kitaichi stellte ab 1901 Petroleumlampen und Glaskugeln für Heringsnetze her und wandelte sich in den 1980er Jahren zur Kunstglas-Manufaktur. Heute leben 110'000 Menschen in Otaru, halb so viele wie 1964.

Insider-Tipps

Anreise: 30 Minuten ab Sapporo, am Meer entlang

Ab Sapporo fährt der JR Rapid Airport (der gleiche Zug, der vom Flughafen kommt) in 32 Minuten nach Otaru, Einzelfahrt CHF 4.50, alle 15 bis 30 Minuten, Suica reicht. Setz dich rechts in Fahrtrichtung: Ab Zenibako fährt der Zug direkt am Meer entlang, im Winter mit Eis an den Felsen. Vom Flughafen New Chitose gibt es den gleichen Zug direkt in 75 Minuten (CHF 11), Otaru als erster Halt in Hokkaido funktioniert also auch. Steig nicht in Otaru aus, sondern eine Station früher in Minami-Otaru, wenn du zuerst zur Glas-Strasse (Sakaimachi) willst; von dort läufst du bergab durch die Läden zum Kanal und nimmst am Ende den Zug ab Otaru-Bahnhof, so gehst du nie bergauf. In der Stadt brauchst du keinen Bus, alles liegt in einem Kilometer um den Kanal; der Otaru-Rundbus (CHF 1.50) hilft nur für Shukutsu und das Heringsschloss (20 Minuten). Taxis zum Tenguyama kosten CHF 10, der Bus CHF 2. Mietwagen ist für Otaru unnötig, für die Shakotan-Halbinsel dahinter sinnvoll.

Unterkunft: übernachten lohnt sich, am Kanal oder in Asarigawa

Fast alle machen Otaru als Tagesausflug, und genau deshalb ist eine Nacht hier so gut: Nach 17 Uhr sind die Gruppen im Zug nach Sapporo, der Kanal ist beleuchtet, die Sushi-Lokale haben Platz, und morgens um 8 Uhr gehst du über eine leere Promenade. Hotels am Kanal: das Hotel Sonia direkt am Wasser (CHF 90 bis 130) und das Unwind Hotel in einem Gebäude von 1931 (CHF 110 bis 160, abends gratis Wein). Beim Bahnhof stehen die Businessketten (Dormy Inn mit Onsen, Hotel Vibrant in einer ehemaligen Bank, CHF 55 bis 85). Hostels gibt es wenige, dafür billige Businesshotels. Die dritte Option ist Asarigawa Onsen, 20 Minuten mit dem Bus im Tal hinter Otaru: zwei, drei grosse Onsen-Hotels (Hotel Musashitei, Otaru Asarigawa Onsen Hotel Kurage, ab CHF 120 pro Person mit Abendessen), im Winter mit dem kleinen Skigebiet Asari und Pulverschnee für Sapporo-Pendler. Die Preise sind in Otaru stabil, nur beim Schneelichtweg im Februar und im Sommer am Wochenende steigen sie. Wer von Niseko kommt, ist mit dem Bus in 1,5 Stunden da.

Kosten-Fallen: Sushi-Strasse, Spieluhr-Souvenirs und Kanal-Bootsfahrt

Die Sushi-Strasse (Sushiya-dori) hat rund 20 Lokale, einige davon mit englischen Speisekarten, Fotos und Preisen von CHF 60 bis 100 für ein Set, das anderswo CHF 30 kostet. Faustregel: Keine Fotos an der Tür, kein Anwerber, dafür ein Theken-Set für CHF 25 bis 40 auf einer Tafel. Die traditionsreichen Häuser Masazushi, Ise Sushi und Nihonbashi sind teurer (Omakase CHF 60 bis 120), aber das Geld wert; für CHF 15 bis 20 isst du in der Markthalle Sankaku-Markt eine Kaisendon-Schale, die den Touristenlokalen in nichts nachsteht. Souvenirs: Die Spieluhren im Orgel-Museum (Otaru Orgel Doh) kosten CHF 15 bis 300, Glas bei Kitaichi CHF 10 bis 500, die gleichen Stücke stehen an fünf Stellen in der Strasse, vergleich erst. Die Kanal-Bootsfahrt (CHF 12 am Tag, CHF 14 am Abend, 40 Minuten) ist hübsch, aber der Kanal ist 1,3 Kilometer lang, du siehst vom Boot nichts anderes als vom Weg. LeTAO verkauft seinen Doppel-Käsekuchen (CHF 12 für eine ganze Torte) in jedem Flughafen, kauf ihn nicht hier, wenn du ihn durch Japan tragen musst.

Timing: Schneelichtweg im Februar, Sommerabende und die tote Mitte des Tages

Die beste Tageszeit ist nicht verhandelbar: vor 10 Uhr oder nach 16.30 Uhr. Dazwischen steht die Sakaimachi-Strasse voll mit Gruppen aus Sapporo-Hotels und Kreuzfahrtschiffen, die im Sommer im Hafen liegen (der Terminal ist 2023 neu gebaut worden). Der Otaru Yuki Akari no Michi (Schneelichtweg) läuft zehn Tage Mitte Februar parallel zum Sapporo-Schneefestival: Tausende Kerzen in Schneelaternen am Kanal und auf der alten Bahntrasse Temiya-Linie, von 17 bis 21 Uhr, kostenlos und das schönste Winterbild Hokkaidos. Komm unter der Woche, am Wochenende ist der Kanalweg eine Schlange. Im Sommer (Juli, August) hat Otaru 24 Grad und Meeresbrise, die Strände bei Zenibako und Ranshima sind für Sapporo das Meer, am letzten Juli-Wochenende feiert der Ushio-Matsuri mit Feuerwerk. Juni ist der Monat für Seeigel aus Shakotan, Oktober für Herbstfarben am Tenguyama und wenig Leute. November und April sind grau, aber Sushi schmeckt dann genauso.

Unterschätzt: die Bankenstrasse, der Tenguyama und das Heringsschloss

Hinter dem Kanal, in der Ironai-Strasse, stehen die Bankpaläste aus der Zeit um 1910, als Otaru das Finanzzentrum Hokkaidos war. Die ehemalige Bank of Japan (Eintritt frei, mit Tresorraum und Ausstellung) und das Nippon Yusen-Gebäude zeigen den Reichtum, den die Glasläden übertünchen. Von dort gehst du in zehn Minuten zum Bahnhof, hinter dem der Bus (oder Taxi, CHF 10) zum Tenguyama fährt: Seilbahn CHF 9 hin und zurück, oben ein Blick über Stadt, Hafen und die Bucht bis Sapporo, der nachts zu den drei grossen Nachtsichten Hokkaidos zählt und viel weniger besucht ist als der Moiwa in Sapporo oder der Hakodate-Berg. Im Winter ein kleines Skigebiet mit Pulverschnee (Tagespass CHF 25). Dritte Ecke: Shukutsu, 20 Minuten mit dem Bus nach Norden, mit dem Nishin Goten (Heringsschloss, CHF 2), der Villa eines Heringsbarons von 1897 mit Schlafsälen für 120 Fischer, und dem Aquarium (CHF 10, mit Pinguinen, die nicht gehorchen). Daneben, im Sommer, der Strand Shukutsu mit klarem Wasser. Das ist das Otaru, das die Sapporo-Leute am Wochenende besuchen.

Tagesausflug: Shakotan-Halbinsel und Yoichi-Whisky

Westlich von Otaru beginnt die Shakotan-Halbinsel, Hokkaidos einziger Meeres-Nationalpark: Steilküste, Kaps mit Wanderwegen (Kap Kamui, 40 Minuten zu Fuss auf dem Grat, Juni bis Oktober) und ein Blau, das die Japaner «Shakotan-Blau» nennen. Mit Mietwagen ab Otaru (CHF 50 pro Tag) in 1,5 Stunden am Kap, Glasbodenboot in Bikuni CHF 10, Seeigel-Schale in der Saison Juni bis August CHF 25 bis 40 (dann ist der Seeigel frisch aus dem Wasser vor dem Lokal). Mit dem Bus ab Otaru geht es auch (CHF 15 einfach, 2 Stunden, wenige Fahrten), geführte Tagestouren ab Sapporo mit Otaru-Halt kosten CHF 70 bis 100. Auf halbem Weg liegt Yoichi, 25 Minuten mit dem Zug ab Otaru (CHF 3): die Nikka-Whisky-Destillerie von 1934, von Masataka Taketsuru nach schottischem Vorbild gebaut, Führung frei mit drei Gläsern zur Probe, online reservieren, Steinhäuser, Kohlefeuer-Brennblasen und ein Museum. Yoichi ist im Winter auch mit dem Zug machbar, wenn Shakotan unter Schnee liegt. Zusammen mit dem Sushi am Abend ist das ein voller, günstiger Tag.

Häufige Fragen zu Otaru

Reicht ein Tagesausflug ab Sapporo für Otaru?

Für Kanal, Glas-Strasse, Orgel-Museum, Bankenstrasse und ein Sushi-Mittagessen ja: Fahr um 8.30 Uhr los, steig in Minami-Otaru aus, lauf bergab, iss um 12 Uhr, bevor die Lokale voll sind, und fahr gegen 16 Uhr zurück oder bleib bis zum beleuchteten Kanal. Wer Tenguyama, Shukutsu oder Yoichi dazunimmt, braucht eine Nacht. Die Nacht lohnt sich allein schon für den leeren Kanal am Abend.

Wo isst man in Otaru das beste Sushi?

Für das Erlebnis an der Theke: Masazushi (Haupthaus in der Sushi-Strasse, Omakase ab CHF 60), Ise Sushi oder Nihonbashi, alle mit Reservierung. Für das Preis-Leistungs-Verhältnis: der Sankaku-Markt am Bahnhof oder die Lokale abseits der Hauptstrasse mit Tagesset für CHF 25 bis 40. Der Fisch kommt aus Otaru, Shakotan und Yoichi, Seeigel im Sommer, Hering im Frühling, Krabbe und Lachsrogen im Winter.

Was kostet ein Tag in Otaru?

Zug ab Sapporo hin und zurück CHF 9, Eintritte (Bank of Japan frei, Orgel-Museum frei, Kitaichi-Glas frei, Tenguyama CHF 9) rund CHF 10, Sushi-Mittagessen CHF 30 bis 40, Kaffee in einem Lagerhaus CHF 5, Glas-Souvenir CHF 15. Macht CHF 70 bis 90 pro Person ohne Übernachtung. Mit Businesshotel (CHF 70) und einem Izakaya-Abend (CHF 30) rund CHF 180.

Lohnt sich Otaru im Winter?

Ja, besonders Mitte Februar während des Schneelichtwegs, wenn Kanal und alte Bahntrasse abends mit Schneelaternen beleuchtet sind. Auch sonst ist der Kanal mit Schnee auf den Lagerhausdächern das schönere Bild als im Sommer. Rechne mit minus 5 Grad, Wind vom Meer und glatten Wegen, Spikes für die Schuhe gibt es im Konbini. Die Sushi-Lokale sind im Winter leerer und der Fisch fetter.

Kann man in Otaru selbst Glas blasen?

Ja, mehrere Werkstätten an der Sakaimachi-Strasse und am Kanal bieten Kurse an: Glasblasen eines Bechers oder einer Vase CHF 20 bis 35 inklusive Material, 20 bis 30 Minuten, das Stück kühlt über Nacht ab und wird gegen Gebühr nachgeschickt oder am nächsten Tag abgeholt. Sandstrahl-Gravur und Perlenarbeiten sind günstiger (CHF 10 bis 15) und sofort fertig. Reservieren im Sommer und im Februar, sonst spontan.

Wie kombiniert man Otaru mit Niseko oder Hakodate?

Otaru liegt auf dem Weg: Vom Flughafen New Chitose mit dem Zug direkt nach Otaru (75 Minuten), dann mit dem Bus (CHF 15, 1,5 Stunden) oder dem Lokalzug über Kutchan (2 Stunden) nach Niseko. Nach Hakodate fährst du von Otaru zurück nach Sapporo und dann mit dem Hokuto (4 Stunden), oder mit dem Mietwagen über die Shakotan-Halbinsel und die Westküste (5 bis 6 Stunden, sehr schön, im Sommer).

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