Sapporo

Japan · Hokkaidō · Reiseguide

Sapporo

Was ein paar Tage in der Hauptstadt Hokkaidos wirklich kosten, wo du die beste Miso-Ramen isst und wie du Sapporo als Ausgangspunkt für die ganze Insel nutzt.

Foto: jason hu / Pexels

Was kostet deine Reise nach Sapporo?

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3'340 CHF
≈ 1'670 CHF pro Person
  • Flüge 2'200 CHF
  • Unterkunft 450 CHF
  • Essen 400 CHF
  • Transport vor Ort 50 CHF
  • Mietwagen für 3 Tage Hokkaido (pro Person bei 2) 240 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Flüge & Hotels schwanken saisonal stark – aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Yen (JPY). 1'000 Yen sind ungefähr CHF 6. Kartenzahlung funktioniert in Städten und Hotels, kleine Lokale, Tempel und Landbahnhöfe wollen oft Bargeld. Die IC-Karte (Suica oder ICOCA) auf dem Handy zahlt Bahn, Bus und Konbini. Flugzeit: 12 bis 14 Stunden, meist mit einem Umstieg.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Toyoko Inn Hokkaido Sapporo Susukino Minami

Susukino, Sapporo

Schlichtes Kettenhotel am Ostrand von Susukino, zwei Minuten zur U-Bahn Hosui-Susukino. Kleine Zimmer, aber sauber, mit gratis Frühstück und Waschmaschinen. Für ein Dach über dem Kopf mitten im Ausgehviertel schwer zu schlagen.

ab CHF 50 / Nacht Ansehen →

APA Hotel Sapporo Susukino Ekimae

Susukino, Sapporo

Direkt am Susukino-Kreuz, du stehst in zwei Minuten vor dem Ramen Yokocho. Zimmer sind APA-typisch eng, dafür neue Betten und gutes WLAN. Nachts kann es auf der Strasse laut sein, Zimmer nach hinten verlangen.

ab CHF 55 / Nacht Ansehen →

Dormy Inn Premium Sapporo

Minami 2 Nishi 6, Sapporo

Das Hotel, das jeder Japan-Reisende einmal braucht: Onsen-Bad und Sauna im obersten Stock, gratis Ramen am Abend, Eis am Stiel nach dem Bad. Zwischen Odori und Susukino, Preis knapp über Businesshotel-Niveau.

ab CHF 70 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Mitsui Garden Hotel Sapporo

Kita 5 Nishi 6, Sapporo

Drei Minuten vom Bahnhof, ruhig, mit grossem Gemeinschaftsbad und einem Frühstücksbuffet, das Hokkaido-Produkte zeigt (Milch, Lachs, Mais). Zimmer modern und grösser als bei den Budget-Ketten. Ideal, wenn du viele Ausflüge mit dem Zug machst.

ab CHF 95 / Nacht Ansehen →

Cross Hotel Sapporo

Kita 2 Nishi 2, Sapporo

Designhotel zwischen Bahnhof und Odori mit Dachbad und Blick über die Stadt. Zimmer in drei Stilen (Natural, Urban, Hip), gutes Restaurant, freundlicher Service. Preislich fair für das Niveau, beim Schneefestival früh buchen.

ab CHF 110 / Nacht Ansehen →

JR Tower Hotel Nikko Sapporo

Bahnhof, Sapporo

Direkt über dem Bahnhof in den Stockwerken 23 bis 34, die Zimmer schauen über die ganze Stadt bis zu den Bergen. Spa im 22. Stock mit Onsen-Wasser (Aufpreis). Für Ankunft spätabends oder frühe Züge nach Otaru und Furano perfekt.

ab CHF 150 / Nacht Ansehen →

Luxus

Sapporo Grand Hotel

Kita 1 Nishi 4, Sapporo

Das Grandhotel der Stadt seit 1934, zwischen Bahnhof und Odori. Klassisch eingerichtete Zimmer, mehrere Restaurants, eine der besten Hotelbäckereien Japans im Erdgeschoss. Nicht modern, aber würdevoll, mit Preisen, die für ein Haus dieser Klasse moderat sind.

ab CHF 180 / Nacht Ansehen →

Hotel Okura Sapporo

Minami 1 Nishi 5, Sapporo

Okura-typisch ruhig und zurückhaltend, zwei Schritte von der Odori-Station. Grosszügige Zimmer, exzellentes japanisches Frühstück, Service, der auch Fragen zu Mietwagen und Zugverbindungen geduldig klärt. Für die Lage das beste Preis-Leistungs-Verhältnis der Oberklasse.

ab CHF 200 / Nacht Ansehen →

Sapporo Prince Hotel

Minami 2 Nishi 11, Sapporo

Der runde Turm am Westrand des Zentrums, 28 Stockwerke, alle Zimmer mit Panoramablick auf Berge oder Stadt. Eigenes Onsen-Bad im Haus, grosses Frühstücksbuffet. Zehn Minuten zu Fuss nach Odori, ruhiger als die Hotels in der Mitte.

ab CHF 170 / Nacht Ansehen →

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Erlebnisse, die sich lohnen

Sapporo Schneefestival (Yuki Matsuri)

Anfang Februar, eine Woche lang, Eintritt frei. Die Skulpturen im Odori-Park sind abends beleuchtet, die Eisskulpturen in Susukino siehst du am besten nach 22 Uhr, wenn die Gruppen weg sind. Hotels ein halbes Jahr vorher buchen.

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Sapporo Biermuseum und Bierbrauerei

Im roten Backsteingebäude der alten Brauerei von 1890, Eintritt frei, Premium-Tour mit Verkostung CHF 10. Danach im Bier-Garten nebenan Genghis Khan vom Grill mit Bier. Mit dem Bus 88 ab Bahnhof oder 15 Minuten zu Fuss ab U-Bahn Higashi-Kuyakusho-mae.

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Odori-Park und Fernsehturm

Der 1,5 Kilometer lange Park teilt die Stadt, der Fernsehturm am Ostende kostet CHF 6 für die Aussichtsplattform. Besser: die Aussichtsetage T38 im JR Tower ist höher, kostet nur rund CHF 5 und zeigt die ganze Stadt bis zum Park.

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Nijo-Markt am Morgen

Kleiner Fischmarkt seit 1903, zehn Minuten östlich von Odori. Kaisendon (Reisschale mit rohem Fisch) ab CHF 15, gegrillte Krabbenbeine ab CHF 10, Melonenstücke im Sommer. Vor 9 Uhr hingehen, danach ist es ein Touristenbasar.

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Mount Moiwa Seilbahn bei Nacht

Seilbahn und Mini-Standseilbahn auf 531 Meter, hin und zurück CHF 13. Die Nachtsicht über die Stadt gilt als eine der drei schönsten Japans. Tram bis Ropeway Iriguchi, dann gratis Shuttlebus. Im Winter wegen Wind manchmal geschlossen.

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Shiroi Koibito Park (Schokoladenfabrik)

Die Fabrik des berühmten Hokkaido-Kekses, halb Museum, halb Vergnügungspark im Tudor-Stil. Eintritt CHF 5, Keks-Backkurs CHF 10 bis 15. Kitschig, aber mit Kindern ein guter halber Tag, Haltestelle Miyanosawa.

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Historisches Dorf Hokkaido (Kaitaku no Mura)

Freilichtmuseum mit 50 Gebäuden aus der Pionierzeit 1868 bis 1920, Eintritt CHF 5, im Winter Pferdeschlitten statt Pferdetram. Mit dem Hokkaido-Museum daneben ein voller Tag, Bus ab Shin-Sapporo.

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Tagestour Toya-See und Vulkan Usu

Geführte Bustouren ab Sapporo kombinieren Toya-See, Showa-Shinzan (einen Vulkan, der 1944 auf einem Acker entstand) und Noboribetsu mit dem Höllental, CHF 60 bis 90. Lang (11 Stunden), aber ohne Mietwagen die einzige Art, das an einem Tag zu sehen.

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Schneeschuh- oder Skitour im Umland

Von Dezember bis März führen Guides Halbtags-Schneeschuhtouren in den Wäldern bei Jozankei oder am Sapporo Kokusai Skigebiet, CHF 50 bis 80 inklusive Ausrüstung. Für alle, die Pulverschnee ohne Niseko-Preise sehen wollen.

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Essen & Trinken

Hokkaido ist die Speisekammer Japans: Milch, Butter, Mais, Kartoffeln, Lachs, Krabben, Seeigel. Sapporo hat daraus eine eigene Küche gemacht, deftiger und butterlastiger als der Rest des Landes, mit Miso-Ramen und gegrilltem Lamm als Wahrzeichen. Das Essen ist hier der Hauptgrund für die Reise, nicht die Beilage.

Miso-Ramen

Ramen Yokocho in Susukino, eine Gasse mit 17 winzigen Ramen-Lokalen

Die Erfindung Sapporos (1955, im Lokal Aji no Sanpei): kräftige Misobrühe, gelbe krause Nudeln, Mais, Sojasprossen, oft ein Stück Butter obendrauf. Wärmt bei minus zehn Grad durch. CHF 6 bis 9 pro Schüssel.

Tipp:Die Gasse ist touristisch, aber ehrlich: Setz dich dort hin, wo Japaner Schlange stehen, und meide das Lokal mit dem Anwerber draussen.

Genghis Khan (Jingisukan)

Sapporo Bier-Garten beim Biermuseum oder Daruma in Susukino

Lamm oder Hammel, auf einem gewölbten Gusseisengrill in der Tischmitte gebraten, dazu Zwiebeln, Sojasprossen und eine Soja-Apfel-Sauce. Das Nationalgericht Hokkaidos, nicht mongolisch, sondern aus der Schafzucht der 1930er Jahre entstanden. CHF 15 bis 25 pro Person mit Bier.

Tipp:Daruma hat fast immer eine Schlange, es gibt vier Filialen in Susukino, geh zur Honten (Haupthaus) nach 21 Uhr. Deine Jacke stinkt danach nach Lamm, Plastiksack für die Kleider verlangen.

Kaisendon mit Seeigel und Lachsrogen

Nijo-Markt, zum Beispiel im Lokal Donburi Chaya

Eine Schale warmer Reis, darauf Uni (Seeigel), Ikura (Lachsrogen), Krabbe, Jakobsmuschel, was die Saison hergibt. Süss, salzig, cremig. CHF 15 bis 35 je nach Belag, Seeigel treibt den Preis.

Tipp:Im Juni bis August ist Seeigel aus Hokkaido in Saison, dann lohnt sich die teure Variante. Sonst nimm Lachs und Rogen.

Suppen-Curry

Suage+ in Susukino oder Garaku nahe Odori

Zweite Sapporo-Erfindung (1970er Jahre): dünne, scharfe Currysuppe mit einem ganzen Hühnerschenkel und grob geschnittenem Gemüse, Reis separat. Du wählst die Schärfe von 1 bis 40. CHF 9 bis 13.

Tipp:Schärfe 3 bis 5 ist für Schweizer Gaumen genug; ab 10 zahlst du Aufpreis und schmeckst nichts mehr.

Königskrabbe (Taraba) und Haarkrabbe (Kegani)

Nijo-Markt oder das Krabbenrestaurant Kani Honke beim Bahnhof

Die Haarkrabbe ist klein, süss und die eigentliche Hokkaido-Spezialität, die Königskrabbe hat die dicken Beine. Gedämpft oder gegrillt, mit nichts als Zitrone. Ein Krabben-Menü CHF 60 bis 150, ein einzelnes gegrilltes Bein am Markt CHF 10 bis 20.

Tipp:Die berühmten Krabbenhäuser sind sehr teuer, am Markt testest du erst, ob dir Krabbe das Geld wert ist.

Soft-Ice aus Hokkaido-Milch

Milk Mura in Susukino (Softeis mit Likör) oder jeder Stand in der Tanukikoji-Einkaufsstrasse

Softeis gibt es in ganz Japan, aber die Milch von Hokkaido macht es fetter und frischer. Vanille, Melone oder Lavendel, CHF 2.50 bis 4. Auch im Winter, die Leute hier essen Eis bei minus fünf Grad im geheizten Café.

Tipp:Im Shiroi-Koibito-Park und bei Kinotoya Bake am Bahnhof gibt es die besten Versionen, bei Kinotoya auch den gebackenen Käsetörtchen für CHF 1.50.

Zangi (Hokkaido-Frittierhuhn)

Izakaya in Susukino, zum Beispiel die Kette Torikizoku oder Nijo-Markt-Stände

Wie Karaage, aber die Marinade mit Knoblauch, Ingwer und Soja ist kräftiger und die Stücke grösser. Entstanden in Kushiro, in Sapporo in jeder Izakaya. Portion CHF 4 bis 7, das perfekte Bierbegleitung.

Tipp:Als Konbini-Snack bei Seicomart (die Hokkaido-eigene Konbini-Kette) an der Hot-Theke für CHF 1.50 fast so gut.

Sapporo Classic Bier

Sapporo Bier-Garten beim Biermuseum, Odori-Biergarten im Sommer

Die Sorte, die es nur auf Hokkaido gibt, mit 100 Prozent Malz und etwas heller als das normale Sapporo. Ein Glas CHF 3 bis 5 im Lokal, die Dose im Konbini CHF 1.50. Dazu Edamame oder Zangi.

Tipp:Im Biergarten im Odori-Park (Juli bis August) stellen alle vier grossen Brauereien aus, der Sapporo-Block ist der grösste und wirkt tatsächlich wie München im Norden.

Food-Tour buchen: Sapporo

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Sapporo ist jung, jedenfalls für japanische Verhältnisse. Bis 1868 lebten in der Ebene am Fluss Toyohira fast nur Ainu, die Ureinwohner Hokkaidos; der Name kommt vom Ainu-Wort «sat poro pet», trockener grosser Fluss. Nach der Meiji-Restauration wollte die neue Regierung den Norden gegen Russland sichern und gründete 1869 die Entwicklungsbehörde Kaitakushi, die Sapporo 1871 zur Hauptstadt der Insel machte. Amerikanische Berater planten die Stadt im Schachbrett, mit der Odori-Strasse als Feuerschneise in der Mitte, deshalb findest du dich hier so leicht zurecht wie in keiner anderen japanischen Stadt. 1876 kam William S. Clark aus Massachusetts, um die Landwirtschaftsschule aufzubauen, aus der die Universität Hokkaido wurde; sein «Boys, be ambitious» steht heute auf halb Sapporo. Im selben Jahr eröffnete die Kaitakushi-Brauerei, die Vorläuferin von Sapporo Beer, weil das Klima dem von Bayern ähnelte und wilder Hopfen in der Gegend wuchs. 1972 richtete Sapporo die ersten Olympischen Winterspiele Asiens aus, bekam dafür die U-Bahn, den Fernsehturm bekam es schon 1957. Aus einer Siedlung mit sieben Häusern wurde in 150 Jahren eine Zwei-Millionen-Stadt, die fünftgrösste Japans. Das Schneefestival begann 1950 mit sechs Schneeskulpturen von Schülern im Odori-Park. Heute kommen dafür jeden Februar rund zwei Millionen Besucher.

Insider-Tipps

Anreise: via Tokio nach New Chitose, dann der Schnellzug

Ab Zürich fliegst du nach Tokio (Haneda oder Narita) und weiter nach New Chitose (CTS), zusammen 14 bis 16 Stunden, Preis CHF 1'000 bis 1'200. Die Inlandsstrecke Tokio nach Sapporo ist die meistgeflogene Route der Welt, JAL und ANA fliegen fast stündlich, Peach und Jetstar ab CHF 40. Tipp: Bei JAL oder ANA kannst du den Inlandsflug als Ausländer über den «Japan Explorer Pass» oder «Experience Japan Fare» für rund CHF 65 dazubuchen. Vom Flughafen fährt der JR Rapid Airport in 37 Minuten nach Sapporo (CHF 7). Der Shinkansen endet bis voraussichtlich 2038 in Hakodate, Tokio nach Sapporo per Bahn dauert acht Stunden und kostet CHF 170, das lohnt nur mit JR Pass. In der Stadt reichen drei U-Bahn-Linien und deine Suica- oder Kitaca-Karte, eine Fahrt kostet CHF 1.30 bis 2. Das Zentrum zwischen Bahnhof, Odori und Susukino läufst du in 20 Minuten ab, im Winter durch die beheizten unterirdischen Passagen.

Unterkunft: Businesshotel mit Onsen-Bad, nahe Susukino

Sapporo ist eine der wenigen japanischen Grossstädte, in denen ein Businesshotel-Zimmer noch CHF 50 bis 70 kostet, ausser im Februar. Die Ketten Dormy Inn, Vessel und La'gent haben hier fast alle ein öffentliches Bad (Daiyokujo) mit Sauna auf dem Dach, nach einem Tag bei minus zehn Grad ist das Gold wert, und Dormy Inn serviert um 21.30 Uhr gratis eine kleine Schüssel Ramen. Wohne zwischen Odori und Susukino: Du bist zu Fuss bei allen Restaurants und brauchst nachts kein Taxi. Rund um den Bahnhof ist es praktischer für Ausflüge, abends aber tot. Ryokan gibt es in der Stadt kaum; wenn du eines willst, fahr nach Jozankei, ein Onsen-Dorf 50 Minuten mit dem Bus im Süden, ab CHF 150 pro Person mit Abendessen. Beim Schneefestival (Anfang Februar) verdreifachen sich die Preise und alles ist Monate vorher weg, buch spätestens im Oktober.

Kosten-Fallen: Susukino-Bars, Krabben-Menüs und Taxis im Schnee

Susukino ist mit 4'000 Bars und Lokalen das grösste Vergnügungsviertel nördlich von Tokio und meist harmlos. Zwei Dinge solltest du wissen: Viele Bars verlangen eine Sitzgebühr (Otoshi) von CHF 3 bis 6 pro Person, die mit einem kleinen Teller kommt, das ist normal und kein Betrug. Was du meidest, sind die Anwerber auf der Strasse, die dich in «Girls Bars» oder Clubs lotsen; dort kostet der Abend schnell CHF 200. Zweite Falle: Königskrabbe. Die grossen Krabbenrestaurants mit dem riesigen Krabbenmodell an der Fassade verlangen für ein Menü CHF 80 bis 150 pro Person. Am Nijo-Markt kriegst du ein Bein Zuwai-Krabbe gegrillt für CHF 10 bis 15 und weisst dann, ob dir das reicht. Dritte Falle: Taxis bei Schneefall. Die Strassen stehen still, der Taxameter läuft, CHF 25 für drei Kilometer sind dann normal. Nimm die U-Bahn, sie fährt immer.

Timing: Schneefestival, Sommerflucht und der Herbst dazwischen

Das Sapporo Yuki Matsuri läuft rund eine Woche Anfang Februar: im Odori-Park riesige Schneeskulpturen, in Susukino Eisskulpturen, in Tsudome Rutschbahnen für Kinder. Eintritt frei, Hotels dreifach so teuer, Temperaturen minus 5 bis minus 12 Grad. Komm zwei Tage vor der offiziellen Eröffnung, dann siehst du die fertigen Skulpturen ohne Gedränge. Der Rest des Winters (Dezember bis März) ist für Skifahrer, mehr dazu bei Niseko. Der Sommer ist die zweite grosse Saison: Wenn Tokio bei 35 Grad und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit kocht, hat Sapporo 24 Grad und trockene Luft, dazu das Biergarten-Festival im Odori-Park (Mitte Juli bis Mitte August) und das Yosakoi-Soran-Tanzfestival im Juni. Die Obon-Woche Mitte August meidest du wegen Inlandsreisenden. Der Herbst (Mitte Oktober) färbt den Hokkaido-Universitätscampus und den Maruyama-Park. Golden Week (29. April bis 5. Mai) ist hier weniger schlimm als in Kyoto, aber die Kirschen blühen erst dann.

Unterschätzt: Moerenuma-Park und der Hokkaido-Universitätscampus

Der Moerenuma-Park im Nordosten ist das letzte Werk des Bildhauers Isamu Noguchi, der 1988 starb, bevor die ehemalige Mülldeponie 2005 als Park eröffnet wurde. Eine gläserne Pyramide, ein 62 Meter hoher künstlicher Berg, ein Kirschbaumwald mit 2'600 Bäumen, Brunnen, die stündlich 25 Meter hoch schiessen. Eintritt frei, Leihvelo CHF 2 pro Stunde, mit U-Bahn und Bus (Linie Toho bis Kanjo-dori-higashi, dann Bus 69 oder 79) in 40 Minuten erreichbar. Kaum ein Ausländer kommt hierher. Zweiter Tipp direkt am Bahnhof: der Campus der Hokkaido-Universität, 1,8 Quadratkilometer Pappelallee, Gingko-Baumreihen (Ende Oktober leuchtend gelb), die alten Gebäude der Landwirtschaftsschule und eine Mensa, in der du für CHF 4 isst. Im Hokkaido-Universitätsmuseum (frei) siehst du, was die Insel geologisch und biologisch von Honshu unterscheidet. Beide Orte kosten nichts und zeigen das Sapporo, das die Leute hier selbst mögen.

Tagesausflug: Jozankei Onsen oder mit dem Mietwagen Richtung Toya

Wer kein Auto will, nimmt den Bus Kappa Liner (CHF 8, 60 Minuten, reservieren) nach Jozankei: ein Onsen-Dorf in einer Schlucht, im Oktober mit roten Ahornhängen, Tagesbad in einem der grossen Hotels CHF 8 bis 15, der Fussbad-Platz am Fluss ist gratis. Mit dem Mietwagen (ab CHF 45 pro Tag bei Toyota Rent a Car oder Times, internationaler Führerschein zwingend) öffnet sich die Insel: Der Toya-See mit dem aktiven Vulkan Usu ist zwei Stunden entfernt, der Shikotsu-See mit seinem klaren Wasser eine Stunde, und die Autobahngebühren halten sich auf Hokkaido in Grenzen (Sapporo nach Toya rund CHF 20). Im Winter bekommst du automatisch Winterreifen, fahr trotzdem langsam, Blitzeis ist auf Hokkaido normal. Nimm den Wagen erst, wenn du Sapporo verlässt, in der Stadt kostet Parken CHF 15 bis 25 pro Nacht und bringt nichts.

Häufige Fragen zu Sapporo

Wie viele Tage sollte man für Sapporo einplanen?

Für die Stadt selbst reichen zwei volle Tage: einer für Odori, Fernsehturm, Nijo-Markt und Susukino, einer für Biermuseum, Moerenuma oder Maruyama. Sinn macht Sapporo als Basis für eine Woche Hokkaido: zwei Tage Stadt, ein Tag Otaru, dann weiter nach Furano, Niseko oder Hakodate. Zum Schneefestival planst du drei Tage, weil du abends die beleuchteten Skulpturen und tagsüber die Details sehen willst.

Wann ist die beste Reisezeit für Sapporo?

Das hängt vom Zweck ab. Februar für das Schneefestival und Pulverschnee, dann aber kalt und teuer. Juni bis September für milde Sommertage, Lavendel in Furano und den Biergarten, mit Juli als bestem Monat. Oktober für Herbstfarben und wenig Touristen. November und April sind die ungünstigsten Monate: grau, matschig, weder Schnee noch Blüten, dafür sind die Hotels dann am billigsten.

Wie kommt man ab der Schweiz nach Sapporo?

Es gibt keinen Direktflug nach Hokkaido. Üblich ist Zürich nach Tokio mit Swiss, ANA oder JAL und Anschlussflug nach New Chitose, oder ein Umstieg in Helsinki, Seoul oder Doha. Gesamtzeit 14 bis 18 Stunden, Preis CHF 1'000 bis 1'200. Alternativ fliegst du nach Tokio, reist durch Honshu und fliegst nur den Rückweg ab Sapporo, das ist mit Gabelflug kaum teurer.

Braucht man in Sapporo einen Mietwagen?

In der Stadt nein, die U-Bahn und die Füsse reichen. Für Hokkaido ausserhalb der Achse Sapporo, Otaru, Furano und Hakodate ja, Busse fahren selten und Züge wurden in den letzten Jahren vielerorts eingestellt. Du brauchst einen internationalen Führerschein nach dem Genfer Abkommen von 1949; den Schweizer Ausweis allein akzeptiert niemand. Ein Kleinwagen kostet CHF 45 bis 70 pro Tag, im Winter mit Winterreifen inklusive.

Wie kalt wird es im Winter wirklich?

Im Januar und Februar liegen die Tagestemperaturen um minus 4 Grad, nachts minus 10, bei rund sechs Metern Schneefall pro Winter. Das fühlt sich wegen der trockenen Luft weniger schlimm an als 0 Grad in Zürich im Nebel. Wichtig sind Schuhe mit Profil, die Gehsteige sind vereist; Spikes zum Überziehen gibt es im Konbini für CHF 8. Innen ist alles stark geheizt, Zwiebelprinzip statt dicker Jacke.

Ist Sapporo teurer als Tokio?

Nein, im Schnitt günstiger. Hotels kosten 20 bis 30 Prozent weniger, Ramen und Izakaya ebenso, und die Portionen sind grösser. Teurer sind nur Meeresfrüchte in Touristenlokalen und alles rund um das Schneefestival. Ein normaler Tag mit Businesshotel, zwei Restaurantbesuchen, U-Bahn und einem Museum kommt auf CHF 100 bis 130 pro Person. Der grosse Posten ist der Flug, nicht der Aufenthalt.

Routen mit diesem Ziel

Aktivitäten in der Region

Veranstaltungen

Feb 4

Sapporo Schneefestival (Yuki Matsuri)

Kultur

4. Februar 2027 Anfang Februar, rund eine Woche; 2027 voraussichtlich 4. bis 11. Februar

Das grösste Winterfest Japans, seit 1950: Im Odori-Park stehen auf anderthalb Kilometern rund 200 Schnee- und Eisskulpturen, darunter einige gebäudegrosse Werke, die die Selbstverteidigungsstreitkräfte in wochenlanger Arbeit aufschichten, abends mit Projektionen angestrahlt. In Susukino glitzern Eisskulpturen zwischen den Bars, auf dem Tsudome-Gelände gibt es Rutschbahnen für Kinder. Dazu Essstände mit Hokkaido-Krabben, Ramen und heissem Sake. Der Eintritt ist frei, zwei Millionen Besucher kommen in einer Woche, bei Temperaturen zwischen minus zwei und minus zehn Grad. Rutschfeste Schuhe oder Spikes sind Pflicht, die Gehwege sind blankes Eis.

Für Reisende: Hotels in Sapporo kosten in der Festwoche das Doppelte und sind Monate vorher weg, Otaru (40 Minuten) ist die Alternative und feiert gleichzeitig sein Laternenfest; Niseko liegt zwei Stunden entfernt für Skitage davor oder danach.

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