Geschichte & Hintergrund
Niseko war bis vor 25 Jahren ein unbekanntes Bauerndorf am Fuss des Vulkans Yotei, der mit seinen 1'898 Metern dem Fuji so ähnlich sieht, dass man ihn Ezo-Fuji nennt. Der erste Skilift am Berg Niseko Annupuri lief 1961, in den 1980er Jahren fuhren hier Japaner aus Sapporo und Tokio, als der Skiboom mit der Blasenwirtschaft 1991 platzte, standen die Lifte halb leer. Dass Niseko heute eine Weltmarke ist, liegt an einem Zufall: Um 2000 entdeckten australische Skifahrer, die nach dem 11. September 2001 nicht mehr nach Nordamerika wollten, dass Hokkaido in ihrer Zeitzone liegt und 15 Meter Pulverschnee pro Winter bekommt. Der Schnee entsteht, weil sibirische Winterluft über das Japanische Meer zieht, sich mit Feuchtigkeit vollsaugt und an den ersten Bergen Hokkaidos abregnet, als extrem trockener, leichter Schnee. Australische Investoren kauften ab 2003 Pensionen und bauten Apartments, 2008 folgten Hongkong und Singapur, 2020 eröffnete das Park Hyatt in Hanazono. Das Dorf Hirafu wurde zu einem Ort, in dem Englisch die Verkehrssprache ist, die Immobilienpreise mit Tokio mithalten und die Gemeinde Kutchan daneben die höchsten Grundstückszuwächse Japans meldet. Seit 2019 verbindet ein Skipass die vier Gebiete Hanazono, Grand Hirafu, Niseko Village und Annupuri zu «Niseko United». Die Einheimischen leben weiterhin von Kartoffeln, Milch und dem Yotei-Quellwasser, das in Kyogoku kostenlos aus dem Fels sprudelt.