Japan · Roadtrip · 10 Tage

Hokkaido Roadtrip

Leere Strassen, Lavendel bis zum Horizont, Fischmarkt um sieben Uhr morgens: Hokkaido ist das eine Stück Japan, in dem der Mietwagen die bessere Wahl ist.

Die Route, Tag für Tag

  1. Tag 1 bis 3

    Sapporo: Miso-Ramen, Bier und ein Auto auf dem Hotelparkplatz

    Du fliegst über Tokio nach Neu-Chitose, holst am Flughafen den Mietwagen (Kompaktklasse CHF 50 bis 60 pro Tag, mit ETC-Karte für die Maut) und fährst 50 Kilometer über die Autobahn nach Sapporo, eine knappe Stunde. In der Stadt brauchst du das Auto nicht, also ein Hotel mit Parkplatz (CHF 10 bis 15 pro Nacht), Businesshotel mit Onsen-Bad nahe Susukino, CHF 100 bis 140 für zwei. Tag 2: Odori-Park, Uhrturm, Nijo-Markt, mittags Miso-Ramen in der Ramen Yokocho, nachmittags Sapporo-Biermuseum mit Dschingis-Khan-Lamm im Biergarten, abends Susukino. Tag 3: mit dem Auto 40 Minuten nach Jozankei Onsen in die Schlucht, Tagesbad CHF 6 bis 10, zurück über den Moerenuma-Park von Isamu Noguchi. Die erste Fahrt im Linksverkehr machst du so auf ruhigen Strassen. Weiter nach Otaru: 40 Kilometer über die Sasson-Autobahn in 50 Minuten oder auf der Route 5 der Küste entlang in einer Stunde.

    Touren an diesem Stopp: Sapporo Food-Tour ↗Jozankei Onsen Tagesbad ↗

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  2. Tag 4

    Otaru: Kanal, Glas und das beste Sushi Hokkaidos

    Otaru ist der Tagesausflug aller Reisegruppen, und genau deshalb bleibst du über Nacht: Nach 17 Uhr ist der Kanal beleuchtet und leer, morgens um 8 Uhr gehst du allein über die Promenade. Parkieren kostet am Kanal CHF 5 bis 10 pro Tag, einige Hotels haben eigene Plätze. Tagsüber läufst du die Sakaimachi-Strasse mit den Glasbläsereien und Spieluhren-Läden entlang, schaust ins alte Bankenviertel und isst mittags Sushi an der Theke: nicht in den Lokalen mit Fotos an der Tür, sondern dort, wo das Set für CHF 25 bis 40 auf einer Tafel steht. Nachmittags eine Fahrt an die Kaps Shukutsu und Takashima, zehn Minuten nördlich, mit Blick über die Bucht. Hotel am Kanal CHF 90 bis 130 für zwei. Weiter nach Furano: 160 Kilometer, über die Autobahn an Sapporo vorbei bis Takikawa, dann die Route 38 das Sorachi-Tal hinauf, rund drei Stunden mit Pause, Maut etwa CHF 20.

    Touren an diesem Stopp: Otaru Sushi-Kochkurs ↗

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  3. Tag 5 bis 7

    Furano und Biei: Lavendel, Hügel und ein blauer Teich

    Furano und Biei sind der Grund für den Mietwagen: Lavendelfarmen, Patchwork-Hügel, ein blauer Teich und Pensionen zwischen den Feldern, die ohne Auto unerreichbar sind. Wohn drei Nächte in einer Pension in Biei oder Naka-Furano, CHF 100 bis 160 für zwei mit Frühstück aus dem Garten. Tag 5: Farm Tomita am späten Nachmittag, wenn die Busse weg sind, der Lavendel blüht von Anfang bis Ende Juli, Eintritt und Parkplatz gratis, Lavendel-Softeis CHF 3. Tag 6: die Panoramastrasse in Biei mit den berühmten Bäumen, der Blaue Teich bei Shirogane (Parkplatz CHF 3) und der Shirahige-Wasserfall, abends Furano-Käse und Wein. Tag 7: hinauf nach Tokachidake Onsen auf 1'280 Metern zum Bad mit Vulkanblick oder zur Asahidake-Seilbahn im Daisetsuzan-Nationalpark, 90 Minuten Fahrt. Weiter nach Hakodate: 370 Kilometer, fünf bis sechs Stunden, über die Doo-Autobahn Richtung Sapporo und dann südwärts über Tomakomai und Oshamambe, mit Mittagspause am Toya-See. Das ist der lange Tag der Route, fahr früh los.

    Touren an diesem Stopp: Lavendelfelder Furano Tour ↗Biei Hügel und Blauer Teich ↗

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  4. Tag 8 bis 10

    Hakodate: Morgenmarkt um sieben und die Nachtsicht

    Hakodate ist die entspannteste Stadt der Insel, klein, am Meer, mit einer Tram, die überall hinfährt, deshalb steht das Auto hier meist. Wohn drei Nächte beim Bahnhof oder am Hafen bei den roten Backsteinlagerhäusern, CHF 90 bis 140 für zwei, Parkplatz CHF 8 bis 12. Tag 8: Ankunft am Abend, dann sofort mit der Seilbahn auf den Hakodate-Berg (hin und zurück CHF 10) für die Nachtsicht über die Landenge; mit dem Auto darfst du in der Saison abends nicht hinauf. Tag 9: Morgenmarkt um 7 Uhr mit Seeigel-Schale (CHF 20 bis 35) oder Tintenfisch-Angeln, dann die Hänge von Motomachi mit Kirchen und Konsulaten, nachmittags die sternförmige Festung Goryokaku mit Turm (CHF 6), abends Shio-Ramen und Yunokawa Onsen. Tag 10: Rückreise. Du gibst den Wagen am Flughafen Hakodate ab (Einwegzuschlag innerhalb Hokkaidos CHF 40 bis 80), fliegst in 80 Minuten nach Haneda und weiter nach Hause, oder nimmst den Hokkaido-Shinkansen ab Shin-Hakodate-Hokuto in vier Stunden nach Tokio.

    Touren an diesem Stopp: Hakodate Morgenmarkt und Motomachi Rundgang ↗Hakodate Nachtsicht Tour ↗

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Was die Route kostet

Grobe Gesamtkosten pro Person in CHF für die ganze Route, Mittelklasse, zu zweit unterwegs. Flüge und Hotels schwanken saisonal, Details stehen auf den Reiseziel-Seiten.

  • Anreise 1'100 CHF
  • Unterkunft 480 CHF
  • Essen 420 CHF
  • Mobilität vor Ort 430 CHF
2'430 CHF
Gesamt pro Person · 10 Tage

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Yen (JPY). 1'000 Yen sind ungefähr CHF 6. Kartenzahlung funktioniert in Städten und Hotels, kleine Lokale, Tempel und Landbahnhöfe wollen oft Bargeld. Die IC-Karte (Suica oder ICOCA) auf dem Handy zahlt Bahn, Bus und Konbini.

Mietwagen für diese Route

Mietwagen-Vergleich folgt, sobald der Partnerlink freigeschaltet ist. Bis dahin: direkt beim Vermieter oder am Zielflughafen vergleichen.

Tipps für die Route

Ohne internationalen Führerschein nach dem Genfer Abkommen von 1949 bekommst du in Japan kein Auto, auch nicht mit dem EU-Kartenführerschein. Schweiz, Deutschland und Österreich stellen ihn aus (Strassenverkehrsamt, TCS, ADAC oder ÖAMTC, CHF 20 bis 40, ein Jahr gültig). Nimm beide Dokumente mit, der Vermieter kopiert beide. Ohne das Papier hilft kein Argument am Schalter, und die Reservation verfällt.

Linksverkehr in Japan ist einfacher als erwartet: Automatik, leere Strassen, höfliche Fahrer. Die Blinker sitzen rechts am Lenkrad, du wirst die ersten Tage den Scheibenwischer einschalten. Tempolimit 60 ausserorts und 100 auf der Autobahn, Blitzer stehen angekündigt. An Bahnübergängen hält jeder an, auch ohne Zug. Abends laufen Füchse und Hirsche über die Strasse, ab Dämmerung langsamer fahren.

Maut und ETC: Die Autobahnen auf Hokkaido kosten, Sapporo nach Takikawa rund CHF 20. Bestell beim Vermieter eine ETC-Karte, dann fährst du durch die violetten Spuren, und frag nach dem Hokkaido Expressway Pass für ausländische Mieter, einer Pauschale von rund CHF 50 bis 70 für sieben Tage. Auf dieser Route lohnt er sich knapp, bei zusätzlichen Abstechern deutlich. Tanken ist mit CHF 1.10 pro Liter günstig, die Tankwarte füllen auf («mantan»).

Im Juli ist Furano voll, und das ist nicht übertrieben: Rund um die Farm Tomita staut es am Wochenende, Pensionen sind ab April ausgebucht. Fahr die Felder vor 9 Uhr oder nach 16 Uhr an und buch die Unterkunft im Winter. Wer dem Lavendel ausweicht, kommt im September: Sonnenblumen und Herbstfarben in Biei, halbe Preise, leere Strassen, und das Meer vor Hakodate ist noch warm genug für Seeigel.

Du kannst die Route umdrehen und in Hakodate starten, etwa mit dem Shinkansen ab Tokio, dann endet sie am Flughafen Neu-Chitose, was die Rückflüge vereinfacht. Im Winter ist die Strecke nur mit Winterreifen und Erfahrung zu empfehlen: Die Vermieter montieren sie von November bis April automatisch, die Autobahnen sind geräumt, aber die Passstrasse nach Tokachidake und viele Nebenstrassen in Biei sind dann Schnee.

Parkieren in den Städten ist das einzige, was in Hokkaido teurer ist als erwartet: In Sapporo zahlst du im Hotel CHF 10 bis 15 pro Nacht, auf Stadtparkplätzen CHF 2 bis 3 pro Stunde. Plan Sapporo und Hakodate als Fusstage und lass das Auto stehen. Ausserhalb ist Parken fast überall gratis, auch an den Lavendelfarmen, nur die Privatparkplätze in den Nachbarfeldern kassieren CHF 5 bis 10, und 300 Meter weiter steht man umsonst.

Häufige Fragen zur Route Hokkaido Roadtrip

Reichen zehn Tage für einen Hokkaido-Roadtrip?

Für den Westen und Süden der Insel ja: drei Tage Sapporo, eine Nacht Otaru, drei Nächte Furano und Biei, drei Tage Hakodate. Den Osten mit Shiretoko und den Kraterseen schaffst du in zehn Tagen nicht dazu, dafür brauchst du zwei Wochen oder eine zweite Reise. Lieber weniger Ziele und einen Tag ohne Fahren.

Wann ist die beste Reisezeit?

Juli für den Lavendel, der von Anfang bis Ende Juli blüht, mit dem Höhepunkt um den 20. Juli. Juni ist grün und ruhig, August warm mit Sonnenblumen, September mit Herbstfarben und halben Preisen der Geheimtipp. Hokkaido hat keine Regenzeit und kaum Taifune, dafür kühle Abende: Eine Jacke gehört auch im Juli ins Gepäck.

Geht Hokkaido auch ohne Mietwagen?

Sapporo, Otaru und Hakodate ja, mit dem Zug. Furano und Biei nur halb: Der Zug fährt bis Furano und Biei, die Hügel, der Blaue Teich und die Pensionen liegen aber kilometerweit auseinander, und die Ausflugsbusse im Sommer sind voll. Wer nicht fahren will, mietet für die zwei Tage in Biei ein E-Bike oder nimmt die Taxi-Rundfahrt für CHF 60 pro Stunde.

Was kostet der Roadtrip?

Pro Person rund CHF 2'430: Flug über Tokio nach Neu-Chitose CHF 1'100, neun Nächte zu zweit CHF 480, Essen CHF 420 und Auto mit Benzin, Maut, Parkplätzen und Einwegzuschlag CHF 430. Der Mietwagen selbst kostet CHF 50 bis 60 pro Tag, bei zwei Personen also CHF 25 bis 30 pro Kopf, das ist günstiger als die Bahn auf derselben Strecke.

Wie ist das Fahren in Japan für Schweizer?

Entspannt. Automatik ist Standard, Navigation per Google Maps auf Deutsch, Strassenschilder zweisprachig. Die Japaner fahren langsam und defensiv, hupen nie, blinken früh. Ungewohnt sind die kurzen Grünphasen, das Rechtsabbiegen über die Gegenspur und die Regel, dass du an Bahnübergängen immer anhältst. Alkohol am Steuer ist null Toleranz, auch ein Glas Bier ist zu viel.

Kann ich die Route kürzen oder verlängern?

Kürzer: Otaru als Tagesausflug ab Sapporo und nur zwei Nächte in Hakodate, dann sind es acht Tage. Länger: zwei Nächte im Daisetsuzan-Nationalpark bei Asahidake oder Sounkyo nach Furano, oder einen Tag am Toya-See mit Vulkan Usu auf dem Weg nach Hakodate. Mit 14 Tagen schaffst du den Bogen über Obihiro und Noboribetsu.

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