Kanazawa

Japan · Chūbu · Reiseguide

Kanazawa

Was ein paar Tage in der Samurai- und Blattgoldstadt am Japanischen Meer wirklich kosten, wo du den besten Fisch des Landes isst und wie du Kenroku-en ohne Busgruppen siehst.

Foto: Lorenzo Castellino / Pexels

Was kostet deine Reise nach Kanazawa?

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3'340 CHF
≈ 1'670 CHF pro Person
  • Flüge 2'000 CHF
  • Unterkunft 500 CHF
  • Essen 450 CHF
  • Transport vor Ort 50 CHF
  • Hokuriku-Shinkansen ab Tokio (hin und zurück) 340 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Flüge & Hotels schwanken saisonal stark – aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Yen (JPY). 1'000 Yen sind ungefähr CHF 6. Kartenzahlung funktioniert in Städten und Hotels, kleine Lokale, Tempel und Landbahnhöfe wollen oft Bargeld. Die IC-Karte (Suica oder ICOCA) auf dem Handy zahlt Bahn, Bus und Konbini. Flugzeit: 12 bis 14 Stunden, meist mit einem Umstieg.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Dormy Inn Kanazawa

Bahnhof Kanazawa, Kanazawa

Businesshotel drei Minuten vom Bahnhof mit Onsen-Bad auf dem Dach und gratis Nachtramen. Zimmer klein, Betten gut, Preis-Leistung verlässlich. Für die Ankunft mit dem Shinkansen praktisch.

ab CHF 70 / Nacht Ansehen →

Toyoko Inn Kanazawa Kenrokuen Korinbo

Korinbo, Kanazawa

Günstigstes Haus in der besten Lage: zehn Gehminuten zum Kenroku-en, zu Nagamachi und zum Markt. Einfache Zimmer, Frühstück inklusive. Wer nur schläft, braucht nicht mehr.

ab CHF 60 / Nacht Ansehen →

Hotel Pacific Kanazawa

Katamachi, Kanazawa

Kleines, von jungen Leuten geführtes Hotel in einem renovierten Altbau mit Café im Erdgeschoss, zwischen Omicho-Markt und Kenroku-en. Zimmer schlicht, Atmosphäre persönlich.

ab CHF 65 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Mitsui Garden Hotel Kanazawa

Bahnhof Kanazawa, Kanazawa

Zwei Minuten vom Bahnhof, Grossbad im obersten Stock, ruhige Zimmer mit mehr Platz als im Businesshotel. Frühstück mit lokalem Fisch. Gute Wahl, wenn du nur zwei Nächte bleibst.

ab CHF 120 / Nacht Ansehen →

Sumiyoshiya

Omicho, Kanazawa

Familiengeführtes Stadt-Ryokan seit 1916, zwei Minuten vom Omicho-Markt. Tatami-Zimmer, Gemeinschaftsbad, freundliche Gastgeber, auf Wunsch Kaiseki-Abendessen. Das echte Ryokan-Gefühl ohne Luxuspreis.

ab CHF 130 / Nacht Ansehen →

Hotel Nikko Kanazawa

Bahnhof Kanazawa, Kanazawa

Das Hochhaus direkt am Bahnhof, Zimmer ab dem 17. Stock mit Blick über die Stadt bis zum Meer. Klassisches Stadthotel mit mehreren Restaurants, oft günstiger als der Standard vermuten lässt.

ab CHF 150 / Nacht Ansehen →

Luxus

Hyatt Centric Kanazawa

Bahnhof Kanazawa, Kanazawa

Modernes Designhotel von 2020 direkt am Bahnhof, mit Kunst aus Kanazawa in den Zimmern und einem Restaurant mit Blick auf das Tsuzumi-Tor. Für alle, die Komfort ohne Tatami wollen.

ab CHF 220 / Nacht Ansehen →

Kanazawa Tokyu Hotel

Korinbo, Kanazawa

Grosses, 2022 renoviertes Hotel im Zentrum von Korinbo, fünf Gehminuten zum Kenroku-en und zu Nagamachi. Geräumige Zimmer, gutes Frühstück, die beste Lage unter den grösseren Häusern.

ab CHF 200 / Nacht Ansehen →

Asadaya Ryokan

Jikkenmachi, Kanazawa

Ryokan seit 1867 mit nur fünf Zimmern, eines der angesehensten Kaiseki-Häuser der Stadt. Privater Service, Abendessen und Frühstück im Zimmer, Preise pro Person. Für den einen besonderen Abend.

ab CHF 450 / Nacht pro Person mit Halbpension Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

Kenroku-en zur Öffnung

Einer der drei grossen Landschaftsgärten Japans, 11 Hektar mit Teichen, Steinlaternen und der zweistämmigen Kotoji-Laterne. Eintritt CHF 2. Um 7 Uhr (Sommer) oder 8 Uhr (Winter) bist du fast allein.

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Omicho-Markt und Fischfrühstück

Rund 170 Stände mit Krabben, Austern und Gelbschwanz seit 1721. Kaisendon in den Marktrestaurants CHF 20 bis 35, an den Ständen gegrillte Jakobsmuscheln für CHF 4. Vor 10 Uhr kommen, nachmittags schliessen viele.

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Higashi Chaya und Teehaus Shima

Das grösste Teehausviertel mit Holzgitterfassaden aus der Edo-Zeit. Das Shima (CHF 3) zeigt, wie Geiko-Abende aussahen, das Kaikaro daneben hat ein Teezimmer mit Goldtatami. Vor 9 Uhr oder nach 17 Uhr kommen.

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21st Century Museum of Contemporary Art

Runder Glasbau von SANAA mit Leandro Erlichs «Swimming Pool», in dem du unter Wasser zu stehen scheinst. Aussenbereich und Teile gratis, Sonderausstellungen CHF 8 bis 12. Montags geschlossen.

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Blattgold-Workshop

Bei Hakuza oder Sakuda vergoldest du selbst ein Lackkästchen, Stäbchen oder einen Spiegel, 30 bis 60 Minuten, CHF 10 bis 25. Dabei lernst du, warum Kanazawa 99 Prozent des japanischen Blattgolds herstellt.

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Nagamachi und Nomura-Samurai-Haus

Lehmmauern, Kanäle und das restaurierte Haus der Familie Nomura mit kleinem Garten, Eintritt CHF 4. Danach im Teeraum im ersten Stock Matcha für CHF 2. Abends die Gassen ohne Gruppen.

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Myoryuji, der Ninja-Tempel

Tempel von 1643 mit versteckten Treppen, Falltüren und 23 Räumen auf scheinbar zwei Stockwerken, gebaut als Fluchtburg der Maeda. Nur mit Reservation per Telefon oder über das Hotel, CHF 7, Führung auf Japanisch mit englischem Heft.

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Kaga-Yuzen-Färberei oder Kutani-Porzellan bemalen

Zwei Handwerke der Maeda-Zeit zum Mitmachen: ein Taschentuch im Yuzen-Stil färben oder eine Kutani-Schale bemalen, CHF 15 bis 30, 1 bis 2 Stunden. Das Stück wird dir gebrannt nachgeschickt.

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Tagesausflug Eiheiji und Fukui

Haupttempel des Soto-Zen im Zedernwald, 1244 gegründet, mit über 100 trainierenden Mönchen. Shinkansen bis Fukui 20 Minuten, Bus 30 Minuten, Eintritt CHF 4. Kombinierbar mit dem Dinosauriermuseum.

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Essen & Trinken

Kanazawa hat die reichste Küche der Region: Fisch aus dem kalten Japanischen Meer, Kaga-Gemüse mit Herkunftsschutz, 350 Jahre alte Süsswarenhäuser aus der Teekultur der Maeda und Sake aus den Reisebenen ringsum. Die Stadt zählt pro Kopf mehr Sushi-Läden als Tokio, und die günstigen sind oft die besten.

Kaisendon am Omicho-Markt

Omicho-Markt, Restaurants im Obergeschoss oder die kleinen Theken zwischen den Ständen

Reisschale mit rohem Fisch der Saison: Garnelen, Lachsrogen, Seeigel, Gelbschwanz, im Winter Krabbenfleisch. Je nach Belag CHF 15 bis 35. Frischer geht nicht, der Fisch kommt vom Stand nebenan.

Tipp:Die Restaurants mit Schlange um 11 Uhr sind nicht besser als die ohne um 9 Uhr.

Nodoguro

Kaiten-Sushi wie Morimori Sushi oder Mori Mori im Bahnhof, oder die Izakaya in Katamachi

Schwarzmund-Barsch, rot geschuppt, fettig und zart, das Luxusstück der Küste. Gegrillt mit Salz oder als Sushi. Ein Stück Nigiri CHF 5 bis 8, der ganze gegrillte Fisch CHF 25 bis 40.

Tipp:Als Aburi (kurz abgeflämmt) bestellen, dann tritt das Fett hervor.

Zuwai-Krabbe (Kano-gani und Kobako-gani)

Omicho-Markt, viele Stände grillen oder kochen sie vor Ort

Von November bis März. Die männliche Kano-gani mit blauer Marke kostet CHF 60 bis 200, die kleine weibliche Kobako-gani mit Rogen und Innereien CHF 10 bis 15 und ist für Kenner das eigentliche Vergnügen.

Tipp:Kobako-gani wird kalt gegessen, der orange Rogen auf dem Rückenpanzer ist das Beste.

Jibuni

Traditionelle Kaga-Ryori-Restaurants wie Otomezushi oder die Lokale in Higashi Chaya, auch in vielen Ryokan-Abendessen

Das Kaga-Gericht: Entenfleisch in Mehl gewendet, mit Weizengluten (Sudare-fu), Shiitake und Kaga-Gemüse in Dashi und Soja geschmort, mit einem Klecks Wasabi. Samtig und mild. CHF 12 bis 20 als Gericht.

Tipp:Mittags im Set für CHF 15 bis 20 deutlich günstiger als abends.

Kaga-Yasai

Omicho-Markt (rohe Ware) oder die Tempura-Lokale rund um Korinbo

Fünfzehn geschützte Gemüsesorten der Region, darunter die Gorojima-Kintoki-Süsskartoffel, Kaga-Lotuswurzel und die dicke Kaga-Gurke. Als Tempura oder Nimono in jedem Set-Menü für CHF 10 bis 18.

Tipp:Nach Renkon-Manju fragen: gedämpfter Lotuswurzel-Kloss in Dashi, eine lokale Spezialität.

Wagashi und Matcha

Morihachi (seit 1625) oder Murakami, Hauptläden in der Stadt, Filialen im Bahnhof

Kanazawa gilt mit Kyoto und Matsue als Teesüssigkeiten-Hauptstadt. Nerikiri in Saisonformen, Fukusa-Mochi und Rakugan aus Zuckerpulver. Ein Stück CHF 2 bis 4, mit Matcha im Teehaus CHF 5 bis 8.

Tipp:Bei Morihachi kannst du in der Hinterwerkstatt selbst Rakugan pressen.

Blattgold-Softeis

Hakuichi in Higashi Chaya oder am Bahnhof

Vanille-Softeis, auf das ein ganzes Blatt Gold gelegt wird. Schmeckt wie Softeis, das Gold ist geschmacklos, aber das Foto ist Pflicht. CHF 6 bis 8.

Tipp:Bei Wind sofort essen, sonst fliegt das Gold davon.

Kanazawa-Curry

Champion Curry oder Go Go Curry, beide hier gegründet, Filialen in Korinbo und am Bahnhof

Dickes, dunkles, fast schwarzes Curry mit Tonkatsu, auf Edelstahlteller mit Gabel serviert, geraspelter Kohl daneben. Deftig und süss. CHF 7 bis 10. Das Fastfood der Stadt.

Tipp:Die Portion «S» reicht, «L» schaffst du nach dem Markt nicht mehr.

Food-Tour buchen: Kanazawa

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Kanazawa heisst «Goldsumpf», nach einer Legende, in der ein Bauer Goldflitter beim Kartoffelwaschen fand. Tatsächlich reich wurde die Stadt ab 1583, als Maeda Toshiie die Burg übernahm. Die Maeda regierten die Provinz Kaga fast 300 Jahre lang und waren mit einem Reisertrag von einer Million Koku der reichste Daimyo-Clan Japans nach den Tokugawa selbst. Weil sie dem Shogun in Edo nicht gefährlich erscheinen wollten, steckten sie ihr Geld statt in Waffen in Kunst: in Kutani-Porzellan, Kaga-Yuzen-Seidenfärberei, Lackarbeiten, Noh-Theater, Teezeremonie und die Blattgoldherstellung, die bis heute 99 Prozent der japanischen Produktion ausmacht. Der Garten Kenroku-en entstand ab 1676 als Aussengarten der Burg und wurde über 170 Jahre von mehreren Fürsten erweitert. Im Zweiten Weltkrieg blieb Kanazawa als eine der wenigen Grossstädte von Bombardierungen verschont, deshalb stehen die Samurai-Häuser in Nagamachi und die Teehausviertel Higashi und Nishi Chaya noch im Original. 2004 setzte das 21st Century Museum of Contemporary Art mit seinem runden Glasbau einen Gegenpol, und seit 2015 bringt der Hokuriku-Shinkansen Tokio auf 2 Stunden 30 Minuten heran. Seither hat sich die Zahl der Besucher vervielfacht, 2024 wurde die Strecke bis Tsuruga verlängert. Das Erdbeben auf der Noto-Halbinsel vom 1. Januar 2024 traf die Stadt selbst nur leicht, die Region nördlich davon dagegen schwer.

Insider-Tipps

Anreise und Fortbewegung: Shinkansen ab Tokio, Bus in der Stadt

Der Hokuriku-Shinkansen Kagayaki fährt ab Tokio in 2 Stunden 30 Minuten direkt nach Kanazawa, die einfache Fahrt mit Sitzreservation kostet rund CHF 85. Ab Kyoto oder Osaka nimmst du den Thunderbird-Express bis Tsuruga und steigst dort in den Shinkansen um, zusammen rund 2 Stunden 15 Minuten ab Kyoto für CHF 45. Wer die Rundreise Tokio, Kanazawa, Kyoto plant, fährt also im Dreieck und braucht keinen Rail Pass; der regionale Hokuriku Arch Pass (7 Tage, rund CHF 150) lohnt sich nur bei genau dieser Route mit Flughafentransfers. Der Flughafen Komatsu (KMQ) liegt 40 Minuten mit dem Bus südwestlich (CHF 8), er hat aber fast nur Inlandsflüge ab Tokio Haneda, für dich ist der Zug ab Tokio meist der direktere Weg. In der Stadt gibt es keine U-Bahn. Der Kanazawa Loop Bus fährt im 15-Minuten-Takt alle Sehenswürdigkeiten ab, Einzelfahrt CHF 1.30, Tageskarte CHF 5. Vieles ist ohnehin zu Fuss machbar, vom Bahnhof zum Kenroku-en sind es 25 Minuten. Leihvelos (Machi-nori) stehen an 70 Stationen, CHF 1 pro halbe Stunde, die Stadt ist flach.

Unterkunft: Korinbo statt Bahnhof, und einmal Ryokan

Der Bahnhof mit seinem Holztor Tsuzumi-mon ist spektakulär, aber als Wohnlage ungünstig: 25 Minuten zu Fuss zu allem, was du sehen willst. Besser wohnst du in Korinbo oder Katamachi, dem Zentrum zwischen Kenroku-en, Nagamachi und dem Omicho-Markt. Von dort ist alles in 10 bis 15 Minuten erreichbar und abends hast du die Izakaya-Gassen vor der Tür. Businesshotels wie Dormy Inn, Daiwa Roynet oder Mitsui Garden kosten in Korinbo CHF 80 bis 130 für ein Doppelzimmer. Wer einmal in Japan im Ryokan schlafen will, hat hier eine gute Gelegenheit, günstiger als in Kyoto: Ein einfaches Stadt-Ryokan wie Sumiyoshiya oder Murataya kostet CHF 90 bis 140 ohne Essen, die Kaiseki-Häuser in Higashi Chaya oder draussen in Yuwaku Onsen (30 Minuten mit dem Bus) CHF 300 bis 500 pro Person mit Abendessen und Frühstück. Das Zimmer mit Tatami und Futon ist dabei nicht der Punkt, das Abendessen ist es. Für die Kirschblüte und das Herbstlaub im November früh buchen, die Stadt hat weniger Betten als Besucher.

Kosten-Fallen: Goldblatt-Glace, Krabbensaison und Taxis zum Markt

Kanazawa ist günstiger als Kyoto, aber hat seine Tricks. Das berühmte Softeis mit einem ganzen Blattgold-Quadrat kostet CHF 6 bis 8 und schmeckt wie Softeis, das Gold ist geschmacklos. Einmal fürs Foto, mehr nicht. Teurer wird es beim Fisch: Von November bis März ist Kani-Saison, die Zuwai-Krabbe aus der Bucht wird als Kano-gani mit blauer Marke verkauft und kostet am Omicho-Markt CHF 60 bis 200 pro Tier. Die weibliche Kobako-gani ist mit CHF 10 bis 15 die günstige und für viele die bessere Variante. Am Markt selbst zahlst du bei den Restaurants im ersten Stock für Kaisendon (Fischschale) CHF 20 bis 35, zwei Strassen weiter kostet dasselbe CHF 12 bis 18. Die Souvenirläden in Higashi Chaya verkaufen Blattgold-Kosmetik und Gold-Sake für viel Geld; echtes Handwerk findest du bei Hakuza oder Sakuda, wo du ein Kästchen selbst vergolden kannst (CHF 10 bis 25). Der Kenroku-en kostet CHF 2 Eintritt, der kombinierte Pass mit Burgpalast CHF 3, mehr brauchst du nicht. Taxis sind mit CHF 5 bis 8 für Stadtfahrten fair, aber der Loop Bus tut es auch.

Timing: Winter ist die Saison, nicht der Sommer

Kanazawa liegt am Japanischen Meer und hat ein Wetter wie Bergen in Norwegen: Es regnet oder schneit an 180 Tagen im Jahr, die Einheimischen sagen, man könne das Mittagessen vergessen, aber nie den Schirm. Die klassische Reisezeit ist trotzdem der Winter: Von November bis März ist Krabbensaison, der Fisch ist am fettesten, und im Kenroku-en stehen die Yukitsuri, die kegelförmigen Seilgerüste, die die Kiefern vor Schneelast schützen. Mit Schnee ist der Garten am schönsten, Januar und Februar bringen oft 20 bis 40 Zentimeter. Die Kirschblüte fällt auf Anfang bis Mitte April, der Garten ist dann abends beleuchtet und eine Woche lang gratis. Das Herbstlaub kommt spät, Mitte bis Ende November. Golden Week meiden, dann ist Kanazawa seit dem Shinkansen so voll wie Kyoto. Der Sommer ist feucht und wenig lohnend, mit Ausnahme des Hyakumangoku-Festivals am ersten Juniwochenende, bei dem der Einzug Maeda Toshiies von 1583 mit tausend Kostümierten nachgespielt wird. Der Kenroku-en öffnet im Sommer um 7, im Winter um 8 Uhr: Komm zur Öffnung, bis 9 Uhr hast du ihn fast für dich.

Unterschätzt: Nishi Chaya, das D.T.-Suzuki-Museum und Nagamachi am Abend

Alle gehen nach Higashi Chaya, dem grössten der drei Teehausviertel mit den dunklen Holzgittern und dem vergoldeten Teehaus Shima (Eintritt CHF 3). Es ist schön, aber ab 10 Uhr eine Fotokulisse. Nishi Chaya im Südwesten ist eine einzige Gasse, kleiner, mit fast denselben Häusern und einem Zehntel der Besucher. Dazwischen liegt der Myoryuji, der sogenannte Ninja-Tempel, mit 23 Räumen, versteckten Treppen und Falltüren, nur mit Führung und Reservation (CHF 7), es lohnt sich, auch ohne Japanisch. Mein liebster Ort ist das D.T.-Suzuki-Museum, gewidmet dem Zen-Philosophen Daisetsu Suzuki, der Zen in den Westen brachte: ein Wasserhof in Beton von Taniguchi Yoshio, in dem du einfach sitzt und nichts tust, Eintritt CHF 2. Und Nagamachi, das Samurai-Viertel mit seinen Lehmmauern und Kanälen, solltest du nach 17 Uhr besuchen, wenn das Nomura-Haus geschlossen hat und die Reisegruppen weg sind. Dann hörst du nur das Wasser in den Kanälen, und die Gassen sehen aus wie 1800.

Tagesausflug: Noto-Halbinsel oder Eiheiji-Tempel

Zwei Richtungen bieten sich an. Die Noto-Halbinsel im Norden war bis zum Erdbeben vom Januar 2024 der Klassiker; Wajima mit seinem Morgenmarkt wurde schwer zerstört und baut langsam wieder auf. Stand 2026 ist ein Tagesausflug an die Westküste möglich und erwünscht, der Tourismus hilft der Region: Chirihama Beach, der einzige befahrbare Strand Japans, die Reisterrassen von Shiroyone Senmaida und das Keta-Taisha-Heiligtum. Ohne Mietwagen (CHF 60 bis 80 pro Tag) ist das mühsam, Bustouren ab Kanazawa kosten CHF 50 bis 80. Prüfe vor der Reise, welche Strassen offen sind. Die zweite Option ist entspannter: Eiheiji, der Haupttempel der Soto-Zen-Schule, 1244 von Dogen gegründet, im Zedernwald bei Fukui. Mit Shinkansen bis Fukui (20 Minuten, CHF 20) und Bus weitere 30 Minuten. Über 100 Mönche leben und trainieren dort, als Besucher läufst du auf Socken durch die verbundenen Holzgänge, Eintritt CHF 4. Wer will, bucht eine Übernachtung mit Zazen um 4 Uhr morgens im angeschlossenen Hakujukan (CHF 120 bis 160). Kombinierbar mit Fukuis Dinosauriermuseum, einem der besten der Welt.

Häufige Fragen zu Kanazawa

Wie viele Tage sind für Kanazawa richtig?

Zwei volle Tage für die Stadt: Kenroku-en, Burgpark, Higashi Chaya, Omicho-Markt und Nagamachi am ersten, Nishi Chaya, Ninja-Tempel, 21st Century Museum und D.T.-Suzuki-Museum am zweiten. Ein dritter Tag für Noto oder Eiheiji. Als Zwischenstopp zwischen Tokio und Kyoto reichen auch zwei Nächte, mit Gepäckaufbewahrung im Bahnhof sogar ein langer Tag.

Kanazawa oder Kyoto, wenn ich nur Zeit für eines habe?

Für die erste Japanreise Kyoto, die Dichte an Weltkulturerbe ist dort unerreicht. Für alle anderen ehrlich: Kanazawa. Du bekommst Garten, Teehäuser, Samurai-Viertel und Handwerk in Gehdistanz, isst besser und günstiger und stehst nirgends Schlange. Am besten beides, Kanazawa liegt zwischen Tokio und Kyoto und kostet auf der Rundreise kaum Umweg.

Was ist das Besondere am Fisch in Kanazawa?

Die Bucht vor der Stadt ist kalt und nährstoffreich, der Fisch aus dem Japanischen Meer gilt in Japan selbst als der beste. Im Winter Zuwai-Krabbe, Buri (Gelbschwanz) und Nodoguro, der rotgeschuppte Schwarzmund-Barsch, der hier als Luxus gilt. Ein Sushi-Mittagessen in einem Kaiten-Laden kostet CHF 15 bis 25 und ist auf dem Niveau teurer Tokioter Lokale.

Ist die Region nach dem Erdbeben 2024 sicher bereisbar?

Kanazawa selbst war nach wenigen Tagen wieder normal, Kenroku-en, Museen und Bahnhof hatten keine nennenswerten Schäden. Die Noto-Halbinsel nördlich war stark betroffen, Wajima und Suzu bauen noch auf. Die Westküste und der Süden von Noto sind seit 2025 wieder gut zugänglich. Informiere dich kurz vor Abreise über den Stand der Strassen, und wenn du hinfährst, gib Geld vor Ort aus.

Was kostet der Hokuriku-Shinkansen und muss ich reservieren?

Tokio bis Kanazawa kostet rund CHF 85 einfach, Kyoto bis Kanazawa mit Umstieg in Tsuruga rund CHF 45. Der Kagayaki ist ein reiner Reservationszug, du brauchst einen Sitzplatz, buchbar online über SmartEX oder Eki-net oder am Automaten. Die langsameren Hakutaka haben auch freie Wagen. An Wochenenden und Feiertagen ab Tokio früh buchen, die Fensterplätze auf der Bergseite (rechts) sind begehrt.

Kann ich im Kenroku-en an einer Teezeremonie teilnehmen?

Ja, im Teehaus Shigure-tei im Garten für rund CHF 5 inklusive Matcha und Süssigkeit, ohne Reservation, mit Blick auf den Garten. Formeller ist es im Gyokusen-an im Gyokusen-in-maru-Garten direkt neben der Burg, dort kostet Matcha mit Wagashi CHF 5 bis 8. Für eine ganze Zeremonie mit Erklärung buchst du eine Stunde in einem Teehaus in Higashi Chaya für CHF 25 bis 40.

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