Takayama

Japan · Chūbu · Reiseguide

Takayama

Was ein paar Tage in der Holzstadt der Japanischen Alpen wirklich kosten, wann die Altstadt leer ist, wo das Hida-Rind bezahlbar bleibt und wie du von hier nach Shirakawa-go weiterkommst.

Foto: Alan Wang / Pexels

Was kostet deine Reise nach Takayama?

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3'144 CHF
≈ 1'572 CHF pro Person
  • Flüge 2'000 CHF
  • Unterkunft 500 CHF
  • Essen 450 CHF
  • Transport vor Ort 50 CHF
  • Limited Express Hida ab Nagoya (hin und zurück) 144 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Flüge & Hotels schwanken saisonal stark – aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Yen (JPY). 1'000 Yen sind ungefähr CHF 6. Kartenzahlung funktioniert in Städten und Hotels, kleine Lokale, Tempel und Landbahnhöfe wollen oft Bargeld. Die IC-Karte (Suica oder ICOCA) auf dem Handy zahlt Bahn, Bus und Konbini. Flugzeit: 12 bis 14 Stunden, meist mit einem Umstieg.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Dormy Inn Takayama

Bahnhof Takayama, Takayama

Businesshotel beim Bahnhof mit Onsen-Bad, Sauna und gratis Ramen am Abend, der Standard der Kette. Zimmer klein, Lage für Busse nach Shirakawa-go perfekt, zur Altstadt zehn Gehminuten.

ab CHF 85 / Nacht Ansehen →

Country Hotel Takayama

Bahnhof Takayama, Takayama

Einfaches, günstiges Hotel direkt gegenüber dem Bahnhof, mehr nicht, aber sauber und mit Fahrradverleih. Für eine Nacht vor dem frühen Bus nach Shirakawa-go die praktischste Adresse.

ab CHF 60 / Nacht Ansehen →

K's House Takayama Oasis

Hanasato-machi, Takayama

Hostel der bekannten Kette in einem umgebauten Ryokan, mit Gemeinschaftsbad im Onsen-Stil und Küche. Fünf Minuten vom Bahnhof, Privatzimmer mit Tatami und Schlafsäle. Gut für Alleinreisende.

ab CHF 35 / Nacht pro Person Ansehen →

Mittelklasse

Oyado Koto No Yume

Hanasato-machi, Takayama

Kleines Ryokan mit 23 Zimmern zwei Gehminuten vom Bahnhof, englischsprachig, mit zwei privaten Onsen-Bädern, die du gratis reservieren kannst. Abendessen mit Hida-Rind optional. Freundlich und unkompliziert.

ab CHF 160 / Nacht Ansehen →

Hida Hotel Plaza

Hanaoka-machi, Takayama

Grosses Stadthotel mit Onsen-Bad auf dem Dach, westlichen und japanischen Zimmern, fünf Minuten vom Bahnhof. Nicht charmant, aber verlässlich, mit gutem Frühstücksbuffet und Preisen unter dem Ryokan-Niveau.

ab CHF 130 / Nacht Ansehen →

HOTEL WOOD TAKAYAMA

Kami-Ninomachi, Takayama

Neueres Designhotel aus Hida-Holz am Rand der Altstadt Sanmachi, mit Onsen-Bad und Lounge mit Gratis-Getränken am Abend. Ruhig, modern, für alle, die Tatami nicht brauchen, aber Holz und Bad schätzen.

ab CHF 150 / Nacht Ansehen →

Luxus

Honjin Hiranoya Kachoan

Honmachi, Takayama

Das Ryokan am Fluss gegenüber dem Jinya, mit Onsen-Bad im obersten Stock und Hida-Rind-Kaiseki im Zimmer. Sehr persönlicher Service, Lage direkt an der Altstadt. Preise pro Person mit Halbpension.

ab CHF 320 / Nacht pro Person mit Halbpension Ansehen →

Hoshino Resorts KAI Okuhida

Hirayu Onsen, Okuhida, Takayama

Onsen-Ryokan der Hoshino-Gruppe im Bergdorf Hirayu, im September 2024 eröffnet, rund eine Stunde mit dem Bus von Takayama. Zimmer mit Hida-Handwerk, Kaiseki mit Hida-Rind, Onsen und Kulturprogramm am Abend. Ideal mit der Shinhotaka-Seilbahn.

ab CHF 380 / Nacht pro Person mit Halbpension Ansehen →

Wanosato

Ichinomiya-machi, Takayama

Ein 160 Jahre altes Bauernhaus am Miya-Fluss, 20 Minuten ausserhalb, mit nur acht Zimmern, Irori-Feuerstelle und Kaiseki aus Fluss und Bergen. Kostenloser Shuttle ab Bahnhof. Für die eine Nacht, die man nicht vergisst.

ab CHF 450 / Nacht pro Person mit Halbpension Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

Altstadt Sanmachi vor 9 Uhr

Drei Gassen mit dunklen Holzhäusern, Sake-Brauereien und Kanälen aus der Edo-Zeit. Gratis, aber nur früh oder nach 17 Uhr ohne Gruppen. Sake-Degustation in den Brauereien CHF 2 bis 4.

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Morgenmärkte Jinya-mae und Miyagawa

Täglich 7 bis 12 Uhr, Bäuerinnen mit Eingelegtem, Äpfeln, Blumen und Sarubobo-Puppen. Mitarashi-Dango vom Grill CHF 1, eingelegte Hida-Rüben CHF 3 bis 5. Der Jinya-Markt ist der echtere.

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Takayama Jinya

Der einzige erhaltene Amtssitz des Tokugawa-Shogunats in Japan, mit Amtsräumen, Verhörkammer und dem grössten Reisspeicher des Landes. Eintritt CHF 3, englische Gratisführung auf Anfrage am Eingang.

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Festwagen-Halle Yatai Kaikan

Vier der elf Herbstfest-Wagen im Wechsel ausgestellt, vergoldet, mit Lack und Karakuri-Puppen, Eintritt CHF 6 inklusive Nikko-Modellhalle. Wer nicht zum Matsuri kommt, sieht die Wagen hier.

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Hida no Sato Freilichtmuseum

Dreissig alte Bauernhäuser aus der Region um einen Teich, darunter Gassho-Häuser, mit Handwerksvorführungen. Eintritt CHF 4, Bus ab Bahnhof 10 Minuten. Die ruhige Alternative zu Shirakawa-go.

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Hida-Rind-Kochkurs oder Yakiniku-Erlebnis

Hoba-Miso mit Hida-Rind selber auf dem Magnolienblatt grillen oder einen Hida-Rind-Yakiniku-Abend buchen, CHF 50 bis 90 pro Person. Die einfachste Art, das Fleisch richtig zu essen.

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Higashiyama-Tempelweg

Gut 3 Kilometer durch ein Dutzend Tempel am Hang hinter der Altstadt bis zum Burgpark, gratis und fast menschenleer. Dauer 1,5 bis 2 Stunden, gute Schuhe, im Winter rutschig.

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Tagesausflug Shirakawa-go

Das Gassho-Dorf in 50 Minuten mit dem Nohi-Bus, CHF 28 hin und zurück, Reservation Pflicht. Organisierte Halbtagestouren ab CHF 60 inklusive Bus, die Busplätze sind sonst schnell weg.

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Shinhotaka-Seilbahn und Okuhida Onsen

Japans einzige Doppelstock-Gondel auf 2156 Meter mit Blick auf die Nordalpen, CHF 20 hin und zurück, Bus ab Takayama 90 Minuten. Danach Freiluftbad in Hirayu Onsen für CHF 4 bis 8.

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Essen & Trinken

Die Hida-Küche ist Bergküche: Rind von kleinen Höfen, Flussfisch, Wildgemüse, Miso vom Magnolienblatt und Sake aus sieben Brauereien innerhalb von drei Gassen. Dazu ein Frühstück am Morgenmarkt für wenige Franken. Takayama isst deftiger als Kyoto und ehrlicher als Tokio.

Hida-Rind (Hida-gyu)

Maruaki (eigene Metzgerei) oder Kyoya in der Altstadt, Spiesse an den Ständen in Sanmachi

Marmoriertes Wagyu aus der Präfektur Gifu, A4 und A5, schmilzt wie Butter. Als Spiess am Stand CHF 4 bis 8, als Mittags-Set mit Yakiniku oder Sukiyaki CHF 20 bis 35, als Steak am Abend ab CHF 50.

Tipp:Mittags essen, dasselbe Set kostet abends oft das Doppelte.

Hoba-Miso

Kyoya in der Altstadt oder in fast jedem Ryokan-Frühstück

Miso mit Lauch und Pilzen, auf einem getrockneten Magnolienblatt über Holzkohle gegrillt, bis es blubbert. Dazu Reis. Herzhaft und rauchig. CHF 8 bis 12, mit Hida-Rind-Streifen CHF 15 bis 20.

Tipp:Das Blatt nicht essen, den Reis in das Miso tunken.

Takayama-Ramen (Chuka Soba)

Masagosoba (seit 1938) oder Menya Shirakawa, beide nahe der Altstadt

Dünne, gewellte Nudeln in klarer Soja-Brühe aus Huhn und Fisch, mit Chashu und Lauch. Leicht und altmodisch, die Brühe wird mit der Sauce zusammen gekocht. CHF 5 bis 8.

Tipp:Bei Menya Shirakawa vor 11.30 Uhr kommen, die Schlange ist berühmt.

Mitarashi-Dango

Stände an den Morgenmärkten und an der Nakabashi-Brücke

Reisklösschen am Spiess, über Holzkohle gegrillt und in Sojasauce gewendet. Anders als in Kyoto nicht süss, sondern salzig und knusprig. Ein Spiess CHF 1 bis 1.50.

Tipp:Frisch vom Grill, der Spiess, der schon liegt, ist zäh.

Sake aus Sanmachi

Funasaka, Harada oder Hirase in Sanmachi, alle mit Probierbecher

Sieben Brauereien in der Altstadt, erkennbar an der Zedernkugel (Sugidama) über dem Eingang. Hida-Sake ist trocken und klar, aus dem kalten Bergwasser. Degustation von drei bis fünf Sorten CHF 2 bis 4, eine Flasche ab CHF 10.

Tipp:Im Januar und Februar öffnen die Brauereien reihum ihre Kellerräume für Führungen.

Hida-Soba

Soba-Lokale rund um die Altstadt, etwa Ebisu Honten (seit 1898) oder in Hida Furukawa

Handgemachte Buchweizennudeln aus Bergbuchweizen, kalt als Zaru-Soba mit Dip oder warm in Brühe mit Wildgemüse. Kernig und nussig. CHF 7 bis 12.

Tipp:Am Ende das heisse Nudelkochwasser (Sobayu) in den Dip giessen und trinken.

Keichan

Izakaya rund um den Bahnhof und in Hida Furukawa

Poulet, in Miso oder Soja mariniert, mit Kohl auf der Eisenplatte gebraten. Das Alltagsgericht der Hida-Region, deftig, zum Bier. CHF 8 bis 12 als Gericht, oft in Izakaya.

Tipp:Mit Reis bestellen, die Sauce ist der Grund für das Gericht.

Food-Tour buchen: Takayama

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Takayama liegt auf 570 Metern in einem Hochtal der Hida-Berge, das jahrhundertelang nur über Pässe erreichbar war. Weil der Boden wenig Reis hergab, zahlte die Provinz Hida ihre Steuern an den Kaiserhof in Nara und Kyoto seit dem 8. Jahrhundert in Form von Arbeitskraft: Die Hida no Takumi, die Zimmerleute von Hida, bauten Tempel und Paläste in den Hauptstädten und brachten ihr Können zurück. Daraus wurde eine Tradition, die bis heute die Stadt prägt. 1586 errichtete Kanamori Nagachika eine Burg und legte die Stadt nach Kyotoer Vorbild mit rechtwinkligem Strassennetz an. 1692 nahm das Tokugawa-Shogunat die Provinz wegen ihrer Wälder und Erzvorkommen in direkte Verwaltung und schleifte die Burg. Das Takayama Jinya, der Amtssitz des Shogunats-Gouverneurs, steht noch und ist das einzige erhaltene Gebäude dieser Art in Japan. Die reichen Holz- und Sake-Händler in Sanmachi bauten im 18. und 19. Jahrhundert die dunklen Holzhäuser mit Gitterfenstern, die heute die Altstadt ausmachen. Das Takayama Matsuri mit seinen vergoldeten Festwagen, erstmals um 1650 erwähnt, gilt als eines der drei schönsten Feste Japans. 1934 kam die Bahn über die Hida-Schlucht, 1979 der ausgebaute Kiefernholz-Bahnhof, 2016 der heutige. Seit die Stadt ab den 1980er-Jahren systematisch um ausländische Gäste warb, ist Takayama mit rund 60 Prozent internationalen Übernachtungen die am stärksten auf Ausländer ausgerichtete Kleinstadt Japans.

Insider-Tipps

Anreise: der Hida-Express ab Nagoya ist die Strecke, nicht der Weg

Von Nagoya fährt der Limited Express Hida in 2 Stunden 30 Minuten durch die Hida-Schlucht nach Takayama, die einfache Fahrt kostet rund CHF 36 mit Sitzplatz. Setz dich auf die linke Seite ab Nagoya (ab Gifu wechselt der Fluss, dann rechts), die Strecke entlang des smaragdgrünen Hida-Flusses gehört zu den schönsten in Japan, mit Aussichtshalt am Felsen von Nakayama Shichiri. Seit 2023 fahren die neuen Hybridzüge HC85 mit Panoramafenstern. Ab Tokio bist du mit Shinkansen bis Nagoya und Hida insgesamt 4 Stunden 15 Minuten unterwegs für rund CHF 105, oder du nimmst den Hokuriku-Shinkansen bis Toyama (2 Stunden 10 Minuten) und den Hida von Norden (weitere 90 Minuten), zusammen rund CHF 100, das ist die Route, wenn du danach nach Kanazawa willst. Der Nohi-Bus fährt ab Nagoya, Kanazawa, Toyama, Matsumoto und Shinjuku in Tokio direkt nach Takayama, jeweils CHF 20 bis 45, Reservation online. In der Stadt brauchst du kein Verkehrsmittel, alles liegt im Radius von 20 Gehminuten um den Bahnhof. Für Hida no Sato oder die Tempel im Osten gibt es den Sarubobo-Bus (CHF 1.30 pro Fahrt) oder Leihvelos für CHF 6 bis 10 am Tag.

Unterkunft: Ryokan ja, aber östlich des Flusses

Takayama ist eine der besten Städte Japans für eine erste Ryokan-Nacht: viele Häuser, englischsprachige Gastgeber, Preise unter Kyoto-Niveau. Die Frage ist, auf welcher Seite des Miyagawa-Flusses du wohnst. Westlich liegen Bahnhof, Businesshotels und die grossen Ryokan-Betriebe mit Bussen vor der Tür, östlich die Altstadt Sanmachi, die kleinen Ryokan und die Tempel am Higashiyama-Weg. Wer kann, wohnt östlich oder direkt am Fluss, dann bist du in der Altstadt, bevor die Gruppen um 9 Uhr aus den Hotels kommen. Ein Businesshotel (Dormy Inn, Toyoko Inn, Country Hotel) kostet CHF 70 bis 100, ein einfaches Ryokan ohne Essen CHF 90 bis 150, mit Abendessen und Frühstück CHF 150 bis 250 pro Person. Das Hida-Rind-Kaiseki in den Ryokan ist meist besser und günstiger als dasselbe im Restaurant. Die Luxus-Ryokan am Stadtrand und in Okuhida Onsen, 50 Minuten mit dem Bus Richtung Norikura, kosten CHF 300 bis 600 pro Person, haben dafür Aussenbäder mit Bergblick. Zum Takayama Matsuri (14./15. April und 9./10. Oktober) sind alle Zimmer Monate im Voraus weg und kosten das Doppelte.

Kosten-Fallen: Hida-Rind-Spiesse, Sarubobo und der Gruppen-Lunch

Das Hida-Rind ist das Thema der Stadt, und darum ranken sich die Fallen. Die Spiesse (Kushiyaki) an den Ständen in Sanmachi kosten CHF 4 bis 8 für zwei kleine Würfel, Sushi mit Hida-Rind auf einem Reiscracker CHF 5 bis 6 für zwei Stück. Als Snack okay, als Mahlzeit teuer. Ein richtiges Hida-Rind-Steak im Restaurant beginnt bei CHF 50 und geht bis CHF 120. Der ehrliche Weg: Mittags ein Hida-Rind-Set im Yakiniku- oder Sukiyaki-Lokal für CHF 20 bis 35, oder Hoba-Miso mit Rindstreifen für CHF 12 bis 18. Zweite Falle: Sarubobo, die gesichtslosen roten Affenpuppen, kosten im Souvenirladen CHF 5 bis 30, am Morgenmarkt handgenäht oft weniger. Dritte Falle: Die Restaurants entlang der Hauptgasse in Sanmachi zwischen 11.30 und 13.30 Uhr, wenn die Busgruppen essen. Zwei Gassen weiter ist es leer und günstiger. Die Sake-Brauereien in Sanmachi (erkennbar an der Zedernkugel über der Tür) lassen dich für CHF 2 bis 4 drei bis fünf Sorten probieren, das ist einer der fairsten Posten der Stadt. Eintritte sind moderat: Jinya CHF 3, Festwagen-Halle CHF 6, Hida no Sato CHF 4.

Timing: Matsuri oder Ruhe, beides geht nicht

Takayama hat zwei Gesichter. Zum Frühlingsfest Sanno Matsuri (14./15. April) und zum Herbstfest Hachiman Matsuri (9./10. Oktober) ziehen je elf oder zwölf Yatai, vergoldete, mit Lackarbeiten und Karakuri-Mechanikpuppen bestückte Festwagen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, durch die Stadt, abends mit Laternen. Es ist eines der grossen Feste Japans und lohnt die Planung, aber dann sind 200'000 Menschen in einer Stadt mit 85'000 Einwohnern, und ohne Zimmerreservation ein halbes Jahr vorher wirst du in Gero oder Toyama schlafen. Ausserhalb der Feste ist der Rhythmus einfach: Ende Oktober bis Mitte November Herbstlaub in den Bergen ringsum, dann Nebel über dem Fluss am Morgen. Dezember bis Februar Schnee, oft ein Meter, die Altstadt mit weissen Dächern ist das schönste Bild der Stadt, und die Zahl der Gäste sinkt stark. Kirschblüte spät, Mitte bis Ende April, oft mit dem Frühlingsfest zusammen. Der Sommer ist angenehmer als in den Städten (25 bis 30 Grad), aber im August zur Obon-Woche voll. Golden Week meiden. Unabhängig von der Saison gilt: Die Altstadt ist vor 9 Uhr und nach 17 Uhr fast leer, dazwischen ein Umzug.

Unterschätzt: Higashiyama-Weg, Hida Furukawa und die Jinya-Küche

Hinter der Altstadt beginnt der Higashiyama-Tempelweg, ein 3,5 Kilometer langer Spaziergang durch ein Dutzend Tempel und Schreine am Hang, angelegt nach dem Vorbild des Kyotoer Higashiyama. Es ist gratis, es gibt keine Souvenirs, und du triffst Katzen, Mönche und sonst niemanden. Oben am Shiroyama-Park stehen die Grundmauern der geschleiften Burg. Zweiter Tipp: Hida Furukawa, 15 Minuten mit dem Zug nördlich (CHF 1.50). Dieselbe Architektur, weisse Speicherwände am Kanal mit tausend Karpfen, eine Kerzenmacherei, die seit 1782 Wachskerzen von Hand zieht, und kein einziger Reisebus. Die Stadt wurde als Kulisse für den Anime «Your Name» bekannt, was ein paar junge Japaner anlockt, aber kaum Ausländer. Dritter Tipp: Im Takayama Jinya nicht nur die Amtsräume und die Verhörkammer anschauen, sondern die riesige Küche mit den Herden und den Reisspeicher aus dem Jahr 1600, der grösste erhaltene Reisspeicher Japans. Dort verstehst du, worum es in der Verwaltung ging: um Reis als Währung. Und wenn du am Morgenmarkt vor dem Jinya warst, geh danach noch zum zweiten am Miyagawa-Fluss, er ist länger und hat mehr Gemüsestände als Souvenirs.

Tagesausflug: Shirakawa-go, Okuhida oder Gero Onsen

Der klassische Ausflug ist Shirakawa-go: Der Nohi-Bus fährt in 50 Minuten für CHF 16 einfach (CHF 28 hin und zurück), Reservation online Pflicht, die Morgenbusse um 8 und 9 Uhr sind Wochen vorher weg. Du brauchst dort 3 bis 4 Stunden, mehr dazu auf der eigenen Seite. Zweite Option: Okuhida Onsen, die fünf Thermalorte nördlich im Tal Richtung Norikura. Mit dem Bus in 60 bis 90 Minuten (CHF 15 bis 20) zur Shinhotaka-Seilbahn, Japans einziger Doppelstock-Gondel, die dich für CHF 20 auf 2156 Meter mit Blick auf die Hotaka-Gipfel bringt. Danach ein Bad im Freiluft-Onsen von Hirayu (CHF 4 bis 8) und zurück. Dritte Option, für Regentage: Gero Onsen, 45 Minuten mit dem Hida-Express Richtung Nagoya (CHF 12), eines der drei berühmten Thermalbäder Japans seit der Edo-Zeit. Mit dem Yumeguri-Tegata, einer Holzmarke für CHF 8, darfst du in drei Hotelbäder deiner Wahl. Die Quelle ist alkalisch, die Haut fühlt sich danach seifig an, das ist gewollt. Alle drei Ausflüge lassen sich auch als Zwischenstopp auf der Weiterreise einbauen, mit Gepäckaufbewahrung am Bahnhof oder Busterminal.

Häufige Fragen zu Takayama

Wie viele Nächte in Takayama?

Zwei Nächte sind das Minimum, damit du einen Morgen in der leeren Altstadt und einen Abend im Ryokan hast. Mit Shirakawa-go als Tagesausflug drei Nächte. Wer nur eine Nacht bleibt, sieht die Stadt genau dann, wenn alle anderen auch da sind, und das ist schade um den weiten Weg.

Wann sind die Morgenmärkte und lohnen sie sich?

Täglich von etwa 7 bis 12 Uhr, im Winter ab 8 Uhr, vor dem Jinya und am Ostufer des Miyagawa. Der Jinya-Markt ist kleiner und hat mehr Gemüse und Eingelegtes von Bäuerinnen, der Miyagawa-Markt ist länger und touristischer. Ja, sie lohnen sich, aber vor 9 Uhr. Eingelegte Hida-Rüben, Mitarashi-Dango vom Grill und Apfelstücke kosten je CHF 1 bis 3.

Was kostet Hida-Rind wirklich?

Als Spiess am Strassenstand CHF 4 bis 8 für zwei Würfel, als Nigiri auf Reiscracker CHF 5 bis 6, als Mittags-Set mit Yakiniku oder Sukiyaki CHF 20 bis 35, als Steak am Abend CHF 50 bis 120. Mein Rat: Mittags im Set, oder im Ryokan-Kaiseki, wo es inbegriffen ist. Das Fleisch ist marmoriert wie Kobe-Rind, A5-Qualität, und schmeckt nach Butter.

Ist Takayama ohne Japanisch machbar?

Leichter als fast jede andere japanische Kleinstadt. Die Stadt bewirbt sich seit 40 Jahren bei Ausländern, Speisekarten sind auf Englisch, das Touristenbüro am Bahnhof spricht mehrere Sprachen, Beschilderung ist zweisprachig. In den Ryokan erklärt man dir Onsen-Regeln und Yukata geduldig. Ein paar Worte Japanisch, etwa «Oishii» für lecker, bringen trotzdem ein Lächeln.

Brauche ich einen Rail Pass für die Route Tokio, Takayama, Kanazawa, Kyoto?

Rechne nach. Tokio bis Nagoya CHF 68, Nagoya bis Takayama CHF 36, Takayama bis Kanazawa mit Bus CHF 25 oder Zug über Toyama CHF 50, Kanazawa bis Kyoto CHF 45. Zusammen etwa CHF 175 bis 200 für die Einzeltickets, der 7-Tage-Rail-Pass kostet rund CHF 310. Der Pass lohnt sich nur, wenn du zusätzlich nach Hiroshima oder zurück nach Tokio fährst. Der Takayama-Hokuriku Area Pass (5 Tage, rund CHF 110) deckt genau diese Strecke ab Nagoya oder Osaka und ist meist die bessere Wahl.

Wie funktioniert die erste Ryokan-Nacht?

Du kommst zwischen 15 und 17 Uhr an, ziehst am Eingang die Schuhe aus, bekommst Tee im Zimmer und einen Yukata, den du im ganzen Haus tragen darfst. Vor dem Abendessen gehst du ins Bad: erst gründlich waschen, dann in die Wanne, ohne Badekleidung. Abendessen um 18 oder 19 Uhr, oft im Zimmer oder im Speisesaal, danach werden die Futons gelegt. Frühstück um 7.30 oder 8 Uhr, Abreise bis 10 Uhr. Trinkgeld gibt es nicht.

Routen mit diesem Ziel

Aktivitäten in der Region

Veranstaltungen

Apr 14

Takayama Matsuri (Frühlings- und Herbstfest)

Fest

14. April 2027 14. und 15. April (Sanno Matsuri) sowie 9. und 10. Oktober (Hachiman Matsuri), jedes Jahr

Eines der drei schönsten Feste Japans und UNESCO-Kulturerbe: Reich vergoldete Festwagen (Yatai) aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, im Frühling zwölf, im Herbst elf, werden durch die Altstadt gezogen, auf einigen führen mechanische Puppen (Karakuri) kleine Theaterstücke auf. Im Frühling gehört das Fest dem Hie-Schrein im Süden der Altstadt, im Herbst dem Hachiman-Schrein im Norden. Höhepunkt ist jeweils der Abendumzug am ersten Tag mit hundert Laternen pro Wagen. Bei Regen bleiben die Wagen in ihren Garagen und sind dort zu besichtigen. Zuschauen ist gratis, es gibt wenige kostenpflichtige Sitzplätze.

Für Reisende: Takayama hat wenige Betten und ist an den Festtagen ein Jahr im Voraus gebucht; alternativ in Gero Onsen oder Hida-Furukawa übernachten oder Tagesausflug ab Nagoya mit dem Hida-Express (zweieinhalb Stunden).

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