Japan · Städte & Kultur · 10 Tage

Setouchi & Shikoku

Fähren zwischen Hunderten Inseln, Kunst in Betonbunkern, ein Badehaus aus dem 19. Jahrhundert und eine Velobrücke übers Meer: Westjapan ohne Shinkansen-Hektik.

Die Route, Tag für Tag

  1. Tag 1 bis 2

    Hiroshima: Friedenspark ohne Zeitdruck

    Du fliegst nach Osaka Kansai und fährst mit dem Haruka nach Shin-Osaka, dort in den Shinkansen Nozomi, 85 Minuten nach Hiroshima für CHF 64, oder über Tokio mit knapp vier Stunden Shinkansen. Wohn zwei Nächte in Hatchobori oder an der Hondori, mitten im Zentrum, Businesshotel mit Onsen-Bad CHF 90 bis 120 für zwei. Tag 1: Ankunft am Nachmittag, Spaziergang zum Atombombendom im Abendlicht, abends Okonomiyaki im Okonomimura, einem Haus mit 25 Ständen (CHF 8 bis 12). Tag 2: das Friedensmuseum um 8.30 Uhr zur Öffnung (CHF 1.20), rechne mit drei Stunden, danach der Park und die Kinder-Friedensstatue, nachmittags der Garten Shukkei-en (CHF 2) oder, wenn die Carp spielen, ein Baseballspiel im Mazda-Stadion (CHF 15 bis 30). Weiter nach Miyajima: JR-Sanyo-Linie 25 Minuten nach Miyajimaguchi (CHF 2.50), Fähre zehn Minuten (CHF 1.20, plus CHF 0.60 Inselgebühr), das grosse Gepäck lässt du im Schliessfach in Hiroshima oder schickst es nach Kurashiki.

    Touren an diesem Stopp: Friedenspark Rundgang mit Guide ↗Okonomiyaki-Kochkurs ↗

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  2. Tag 3

    Miyajima: das Torii nach 17 Uhr

    Miyajima zwischen 10 und 16 Uhr ist ein Torii und viele Hinterköpfe, Miyajima nach 17 Uhr gehört dir. Deshalb eine Nacht im Ryokan auf der Insel, CHF 250 bis 400 für zwei mit Abendessen aus Austern und Conger-Aal, oder einfacher in einem Minshuku ab CHF 130. Nach der Ankunft am Vormittag gehst du zum Itsukushima-Schrein (CHF 2), schaust die Gezeiten an: Bei Flut steht das Torii im Wasser, bei Ebbe läufst du hin und berührst es, beides an einem Tag ist möglich. Mittags gegrillte Austern an der Omotesando (zwei Stück CHF 4), dann mit der Seilbahn auf den Misen (hin und zurück CHF 12) und zu Fuss über den Daisho-in-Tempel zurück, zwei Stunden bergab. Am Abend ist das Torii bis 23 Uhr beleuchtet, und die Hirsche legen sich vor den Schrein. Weiter nach Kurashiki: Fähre und JR zurück nach Hiroshima, Shinkansen nach Okayama (35 Minuten, CHF 35), JR-Sanyo-Linie 17 Minuten nach Kurashiki, insgesamt gut zwei Stunden.

    Touren an diesem Stopp: Miyajima Kajak-Tour zum Torii ↗

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  3. Tag 4 bis 5

    Kurashiki und Okayama: Kanal, Jeans und der Korakuen

    Kurashiki ist 300 Meter Kanal mit Weiden, weissen Speicherhäusern und einem Museum, das Monet, El Greco und Gauguin zeigt, und zwischen 10 und 16 Uhr ist es voll. Du wohnst zwei Nächte im Bikan-Viertel selbst, in einem umgebauten Speicher oder einem kleinen Ryokan, CHF 100 bis 160 für zwei, und hast die Gassen morgens und abends leer. Tag 4: Ankunft, Ohara-Museum (CHF 12), abends Sawara-Fisch und Okayama-Sake in einem Izakaya am Kanal. Tag 5: nach Kojima zur Jeans Street, 25 Minuten mit der Bahn, wo Momotaro, Japan Blue und Big John ihre Fabrikläden haben, Jeans ab CHF 120, dann zurück über Okayama in den Korakuen-Garten (CHF 3), einen der drei grossen Gärten Japans, mit der schwarzen Burg daneben. Reservier heute Abend die Fähre für morgen nicht, sie braucht keine, aber prüf die Abfahrten. Weiter nach Naoshima: Bahn ab Okayama nach Uno, 50 Minuten mit Umsteigen in Chayamachi (CHF 3.50), Fähre 20 Minuten nach Miyanoura (CHF 1.80), etwa stündlich.

    Touren an diesem Stopp: Kurashiki Bikan-Viertel Rundgang ↗Kojima Jeans-Werkstatt ↗

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  4. Tag 6 bis 7

    Naoshima: Kunst im Beton und ein Fischerdorf

    Naoshima ist keine Insel mit Museum, sondern ein Fischerdorf, in das Tadao Ando Beton und James Turrell Licht gebracht haben. Zwei Nächte, weil die Fähren den Tag zerschneiden: entweder im Benesse House mit den Kunstwerken vor der Zimmertür (ab CHF 350 für zwei, Monate voraus) oder in einem Minshuku in Honmura ab CHF 120. Miet am Hafen Miyanoura ein E-Bike (CHF 10 pro Tag), die Busse sind selten und voll. Tag 6: Chichu-Museum zum reservierten Zeitfenster (CHF 13, online Wochen vorher, keine Kasse vor Ort), dann Lee-Ufan-Museum und Benesse House Museum entlang der Südküste, abends der gelbe Kürbis von Yayoi Kusama im Sonnenuntergang. Tag 7: Art House Project in Honmura (CHF 6.50 für sechs Häuser), Pflicht ist Minamidera, dann das Badehaus I Love Yu (CHF 4). Wer Zeit hat, nimmt morgens die Fähre nach Teshima zum Teshima Art Museum. Weiter nach Matsuyama: Fähre Miyanoura nach Takamatsu, 50 Minuten (CHF 3.10), Udon am Bahnhof, dann Limited Express Ishizuchi nach Matsuyama, 2 Stunden 30 Minuten, CHF 40.

    Touren an diesem Stopp: Naoshima Kunstinsel Tour ↗

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  5. Tag 8 bis 10

    Matsuyama: Dogo Onsen, Burg und die Velobrücke übers Meer

    Matsuyama ist der beste Einstieg nach Shikoku: Originalburg, das berühmteste Badehaus Japans und eine Tram, die alles verbindet. Wohn drei Nächte im Viertel Dogo, dann gehst du abends im Yukata zum Bad, Mittelklasse-Hotel CHF 90 bis 140 für zwei. Tag 8: Ankunft am Nachmittag, Dogo Onsen Honkan, das Holzbadehaus von 1894, das einfache Bad Kami no Yu kostet CHF 4.20, komm nach 20 Uhr, dann ist die Schlange weg; alternativ das neue Asuka no Yu daneben. Tag 9: Shimanami Kaido, die 70 Kilometer Velobrücke über sechs Inseln nach Onomichi. Mit dem Limited Express in 40 Minuten nach Imabari, Mietvelo CHF 20 pro Tag, einweg nach Onomichi mit CHF 7 Rückgabegebühr, Rückfahrt per Bus oder Zug; wer weniger will, fährt bis Oshima und zurück. Tag 10: Burg Matsuyama mit dem Sessellift (CHF 6 kombiniert), Botchan-Zug, dann Rückreise: Schnellboot Superjet in 70 Minuten nach Hiroshima (CHF 47) und Shinkansen nach Osaka, oder Flug ab Matsuyama nach Haneda in 90 Minuten (CHF 60 bis 120) und weiter nach Hause.

    Touren an diesem Stopp: Shimanami Kaido Velotour ↗Dogo Onsen und Burg Matsuyama Rundgang ↗

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Was die Route kostet

Grobe Gesamtkosten pro Person in CHF für die ganze Route, Mittelklasse, zu zweit unterwegs. Flüge und Hotels schwanken saisonal, Details stehen auf den Reiseziel-Seiten.

  • Anreise 1'050 CHF
  • Unterkunft 620 CHF
  • Essen 380 CHF
  • Mobilität vor Ort 360 CHF
2'410 CHF
Gesamt pro Person · 10 Tage

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Yen (JPY). 1'000 Yen sind ungefähr CHF 6. Kartenzahlung funktioniert in Städten und Hotels, kleine Lokale, Tempel und Landbahnhöfe wollen oft Bargeld. Die IC-Karte (Suica oder ICOCA) auf dem Handy zahlt Bahn, Bus und Konbini.

Tipps für die Route

Reserviere in dieser Reihenfolge: Chichu-Museum (Zeitfenster, online, zwei bis vier Wochen vorher, an Wochenenden und während der Setouchi-Triennale noch früher), dann die Betten auf Naoshima, dann das Ryokan auf Miyajima, dann der Rest. Die Fähren brauchen keine Reservation, die Shinkansen-Plätze kaufst du am Vortag. Ohne Chichu-Ticket bleibt Naoshima trotzdem gut, aber du verpasst den besten Raum der Insel.

Die Route läuft auch umgekehrt: Flug nach Matsuyama über Tokio, dann Shikoku, die Inseln, Kurashiki, Hiroshima und Rückflug ab Osaka. Vorwärts hat den Vorteil, dass die Ryokan-Nacht auf Miyajima früh kommt und du am Ende drei ruhige Tage in Matsuyama hast. Wer von Kyoto kommt, hängt die Route direkt an: Kyoto nach Hiroshima sind 1 Stunde 40 Minuten mit dem Shinkansen.

Der Japan Rail Pass lohnt sich auch hier nicht, aber der Setouchi Area Pass schon: Er kostet rund CHF 120 für sieben Tage, deckt den Sanyo-Shinkansen zwischen Osaka und Hiroshima, die JR-Fähre nach Miyajima, die Bahn nach Uno, die JR-Linien auf Shikoku und sogar das Schnellboot Hiroshima nach Matsuyama ab. Einzeln zahlst du für dieselben Strecken rund CHF 250. Du kaufst ihn online vor der Reise und holst ihn am Flughafen Kansai ab.

Prüf die Fähren am Vorabend: Uno nach Naoshima fährt etwa stündlich und die letzte um 20 Uhr, Naoshima nach Takamatsu fünfmal täglich, das Schnellboot Matsuyama nach Hiroshima alle ein bis zwei Stunden. Bei Taifunen im September fallen Fähren aus, dann sitzt du einen Tag fest. Die Zeitpläne stehen auf den Websites der Reedereien auf Englisch, Google Maps kennt die Fähren nur zum Teil.

Die beste Zeit ist März bis Mai und Oktober bis November: mild, klar, mit Kirschblüte auf Miyajima Anfang April und Herbstlaub im Momijidani-Park Mitte November. Im Sommer ist die Inlandsee schwül und die Shimanami-Brücke bei 35 Grad eine Qual. Alle drei Jahre läuft die Setouchi-Triennale (zuletzt 2025, nächste 2028), dann sind die Inseln voll und die Betten doppelt so teuer, aber es gibt dreimal so viel Kunst.

Shimanami Kaido ehrlich: 70 Kilometer mit sechs Brückenrampen sind für geübte Velofahrer fünf bis sechs Stunden, für Gelegenheitsfahrer ein langer Tag. Die E-Bikes des Verleihs sind begrenzt und dürfen nicht einweg abgegeben werden, dann fährst du bis Oshima oder Omishima und zurück. Der Radweg ist blau markiert, die Brücken haben eigene Spuren und kosten mit dem Velo CHF 3 Maut insgesamt, Helm ist Pflicht.

Häufige Fragen zur Route Setouchi & Shikoku

Wie viele Tage braucht man für die Seto-Inlandsee?

Zehn Tage sind gut: zwei Hiroshima, eine Nacht Miyajima, zwei Kurashiki und Okayama, zwei Naoshima, drei Matsuyama. Mit acht Tagen streichst du Kurashiki und fährst von Miyajima über Okayama direkt nach Uno. Mit sieben Tagen lässt du Matsuyama weg und kehrst von Naoshima nach Osaka zurück.

Wann ist die beste Reisezeit?

April und Mai sowie Oktober und November, mit klarer Sicht auf die Inseln und angenehmen Temperaturen für das Velo. Der Winter ist mild und leer, aber die Fähren fahren seltener und Benesse House hat Ruhetage. Juni ist Regenzeit, Juli und August schwül, September Taifunsaison mit möglichen Fährausfällen.

Geht die Route mit dem Auto?

Möglich, aber unnötig: Die Fähren nehmen Autos nur teuer mit, auf Naoshima ist das Velo besser, in Hiroshima und Matsuyama fährt die Tram. Wer nach Matsuyama weiter durch Shikoku will, mietet dort ein Auto und fährt das Iya-Tal und die Küste ab, dafür brauchst du den internationalen Führerschein nach dem Genfer Abkommen.

Was kostet die Route?

Pro Person rund CHF 2'410: Flug CHF 1'050, neun Nächte zu zweit CHF 620 inklusive Ryokan-Nacht auf Miyajima, Essen CHF 380 und Bahn, Fähren und Schnellboot CHF 360, mit dem Setouchi Area Pass eher CHF 250. Dazu kommen Museumseintritte von rund CHF 50 auf Naoshima und in Kurashiki.

Ist die Route für Alleinreisende und Familien geeignet?

Für Alleinreisende sehr: Naoshima und Matsuyama ziehen viele Einzelreisende an, Minshuku sind günstig. Für Familien ist Miyajima mit Hirschen und Seilbahn, der Velotag auf dem Shimanami Kaido und die Fähren ein Gewinn, das Friedensmuseum ist ab etwa zwölf Jahren sinnvoll. Kunst auf Naoshima funktioniert mit Kindern besser als gedacht, weil fast alles begehbar ist.

Wie lässt sich die Route verlängern?

Mit einem Tag Himeji auf dem Weg von Osaka nach Hiroshima (die weisse Burg, Shinkansen-Halt), zwei Nächten in Onomichi am Ende des Shimanami Kaido, oder drei Tagen durch Shikoku ab Matsuyama: Uchiko, das Iya-Tal mit den Lianenbrücken und Kotohira. Dann wird daraus eine Zwei-Wochen-Reise mit Rückflug ab Takamatsu oder Osaka.

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